Sehr geehrte Damen und Herren,

Solche Schlagzeilen machen sich gut. Aber …

Dass das Züchten von Tauben unmittelbar mit dem Aufkommen von Stadttaubenpopulationen in Verbindung steht, das wird seitens der Städte und der Politik leider nach wie vor völlig ignoriert – weder werden die Züchter zur Verantwortung gezogen, noch wird die Zucht eingeschränkt. Die Tiere werden gnadenlos selektiert, sei es durch Wettflüge in viel zu jungem Alter bei viel zu weiten Strecken oder durch betäubungslose und grausame Tötung durch Halsabdrehen! Auch die Praktiken zur schnellstmöglichen Erzwingung der Heimkehr der Wett-Tauben verstoßen gegen hier geltende Tierschutzgesetze (Trennung von Partner und Brut kurz vor oder nach dem Schlüpfen, Vortäuschung eines unmittelbar bevorstehenden Schlupfes usw.). Man muss wissen, dass es beider Elternvögel Bedarf für die erfolgreiche Aufzucht der Küken! Das wird gnadenlos ausgenutzt, um die Vögel in ihrer Verzweiflung noch schneller zu machen!

Das ist grausam – und keine Liebe zu Tauben, die ihre Eigentümer, die Züchter im Übrigen gerne noch als Suppe verspeisen, nachdem sie sie umgebracht haben! Oft findet man auch Haufen von Tauben mit herausgerissenen oder abgeschnittenen Beinen irgendwo in der Pampa liegen, wohl weil es zu viele für den eigenen Kochtopf oder die Tiefkühltruhe geworden sind. Da wird nicht lange gefackelt. So geschehen in Hamm Anfang des Jahres – in Heinsdorf gab es auch so einen Fall (Brieftauben). Bei Zuchttauben kommt es oft vor, dass sie einfach so ausgesetzt werden. Die landen dann oft in Tierheimen, die jedoch Stadttauben – wohlgemerkt vormalige HAUSTIERE – oft gar nicht annehmen!

Kinder, die diese grausamen Praktiken ethisch noch nicht in der Lage sind einzuordnen, werden in jüngstem Alter von ihren Opis herangeführt an den „Sport“ und übernehmen diese Vorgänge kritiklos und ohne Empfinden für die Tiere. Dass Sie hier auch noch ein solches „nettes Video“ von einem Jungen lanciert haben, macht mich – ehrlich gesagt – fassungslos!

Machen Sie sich eigentlich auch mal Gedanken darüber, was ihre Artikel über diese Unsummen-Versteigerungen von As-Tauben auslösen? Es werden mehr Leute auf die Möglichkeit eines sagenhaften, plötzlich zu erreichenden Reichtums aufmerksam und wenden sich diesem Sport aus reiner Geldgier zu! Und mit zunehmenden Stadttaubenpopulationen werden die Straßentauben weiter verteufelt und vergrämt. Gratuliere! Gerade in München gibt es wieder hungernde Tauben am Bahnhof, weil die DB dort einen Taubenschlag entfernt hat.

Wann endlich wacht die Gesellschaft auf und sieht, was sie diesen Tieren antut, die in der Vergangenheit viel für die Menschheit geleistet haben und – wissenschaftlich nachgewiesen – sehr intelligent sind, und dass deren jetzige elende Situation allein durch Menschen verursacht wurde. Straßentauben werden oft Opfer von Grausamkeiten/Gewaltakten, werden absichtlich überfahren, mit Pfeilen und Luftgewehren beschossen, vergiftet, erstochen, totgetreten, von Jugendlichen als Fußball missbraucht – nicht zuletzt von Kindern gejagt, deren Eltern das auch noch gut finden und sie nicht davon abhalten, völlig ausgemergelte und abgehungerte Stadttauben die letzte Energie zu rauben, die sie so sehr nötig hätten, um sich von den Abfällen auf der Straße zu ernähren. Von einem Mitgefühl für ein anderes Lebewesen ist da gar nichts mehr vorhanden! Über diese Verrohung der Gesellschaft könnte auch einmal berichtet werden. Straßentauben erreichen dort i.d.R. nur 2-3 Lebensjahre, während sie mit ARTGERECHTEM Körnerfutter gut 10-15 Jahre alt werden können, manchmal noch älter! Allein das schon zeigt, dass die Behauptungen der Städte nicht stimmen, dass die Straßentauben nun zum Allesfresser geworden seien. Genau dieses Müllfutter bewirkt, dass sie „Hungerkot“ = Durchfall absondern müssen, eben weil dieses Futter für sie fast nicht verwertbar ist. Gleichwohl gibt es halt nichts anderes! Die Küken und Jungtauben erreichen gerade deswegen meist ihr Erwachsenenalter nicht, weil ihre Organe sich nicht richtig ausbilden können mit dieser schlechten Nahrung. Sie erleiden einen elendigen langen Tod durch Hunger mit anschließenden Organversagen! Flügge Jungtauben versterben oft auch, weil sie sich im Kampf ums Futter oft nicht gegen die Adulten durchsetzen können.

Leben wir wirklich in einer Welt, wo nur die Gutschi-Mutschi-Tierchen auf dem Sofa verwöhnt werden – und alles andere soll weg, damit man ungestört sein Couch-Potatoe-Leben fortführen kann? Nun kommt noch Corona hinzu – schuld sind natürlich wieder die Tiere! Z.B. die Nerze in Dänemark – ES SIND DIE ZÜCHTER!

Mit traurigen Grüßen,

Sylvia Müller
Fördermitglied + Ehrenamtliche
von StraßenTAUBE und StadtLEBEN e.V.

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Gesendet: Montag, 16. November 2020 um 11:41 Uhr
Von: antar@gmx.de
An: feedback@br24.de
Betreff: Taube versteigert für 1,6 Mio. – Ihr Bericht vom 15.11.20 – 19:09

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Übersandt von:
Martina Patterson (16.11.2020; 12:13 Uhr)
pattersonmatpatt@gmx.net

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 16.11.2020
twitter.com/fellbeisser

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