An: wdr5@wdr.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir danken Ihnen sehr für diesen Beitrag

„Keine Jagd auf meinem Grundstück“
www1.wdr.de/radio/wdr5/sendung…

Dafür zahlen wir auch gerne unseren Rundfunkgebührenbeitrag!

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ( de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3… ) vom 26. Juni 2012 besagt im Wesentlichen, dass bei der Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft die persönliche Gewissensfreiheit des Grundbesitzers zu wenig Berücksichtigung findet.
Seitdem haben Grundstückseigentümer das Recht die Jagd auf ihrem Grund und Boden aus Gewissengründen abzulehnen.
Die Entlassung aus der Jagdgenossenschaft muss dann beantragt werden, kann dann aber auch verweigert werden??
Dann müssen tatsächlich in der nächsten, kostspieligen Instanz die Gerichte bemüht werden?!!

Unser Rechtsempfinden wird hier sehr verletzt!

Zudem werden wissenschaftliche Erkenntnisse in der Jagd kaum beachtet:

Füchse werden fanatisch ganzjährig verfolgt und getötet, sogar die Fuchswelpen!
Und dabei gibt es keinen vernünftigen Grund Füchse zu töten und ihnen gar bei einer Reihe von Tötungsarten (Baujagd, Fallenjagd) vor der Tötung noch durch Verletzungen und Ängste Schmerz und Leid zuzufügen.

• Die Tollwut ist in Deutschland seit 2008 ausgerottet.

• Die Wahrscheinlichkeit, am Fuchsbandwurm, einem der seltensten Parasiten Europas, zu erkranken, ist geringer als ein Sechser im Lotto.

• Fasan, Rebhuhn und Hase stehen lediglich selten und wenn, dann meist als kranke Tiere auf dem Speiseplan des Fuchses. Die Ausbeute der Jäger ist da wesentlich höher. Im Jagdjahr 2015/2016 wurden bundesweit (die Zahlen in Klammern zeigen die Abschusszahlen allein in Bayern) 99.824 Fasane (13.455), 2.683 Rebhühner 1.303) und 241.899 Feldhasen (70.960) erschossen (Quelle: DJV, BJV).

• Bodenbrüter werden nicht durch den Fuchs ausgerottet, sondern fallen der extensiven Landwirtschaft zum Opfer.

• Geflügelhalter, deren Tiere vom Fuchs gerissen werden, tragen durch unsachgemäße Absicherung des Geheges selbst die Schuld daran.

• Die Fuchspopulation nimmt bei Bejagung zu. In nicht-bejagten Regionen (die gibt es zum Glück tatsächlich!) ist die Geburtenrate mit 1,7 Welpen je Wurf wesentlich niedriger als in bejagten Revieren!

• Durch Fuchsabschüsse freigewordene Reviere werden umgehend von neuen Füchsen besetzt, so dass die Ausbreitung möglicher Krankheiten wie Räude und Staupe auf diese Weise gefördert wird.

• Die Praktiken der Bau- und Fallenjagd sind an Grausamkeiten kaum zu verkraften. Das gilt auch für die Qualen, die Füchsen in Schliefenanlagen zur Ausbildung von Jagdhunden ausgesetzt sind.

Die natürliche Aufgabe des Fuchses als Aasfresser, die ihn zur Wald-Gesundheits-Polizei macht, wird dagegen nicht gewürdigt.

Auch die Tatsache, dass ein Fuchs pro Tag 20 Wühlmäuse erbeutet und es als Alternative nur noch die hochgiftige Chemiekeule mit Kollateralschäden, unter die letztendlich auch der Mensch fällt, gibt, wird geflissentlich verschwiegen.

Trotz all dieser wissenschaftlich nachgewiesenen und unumstößlichen Argumente für den Fuchs und gegen dessen Bejagung (www.fuechse.info/artikel_texte…) wurden im Jagdjahr 2015/2016 laut Jahresjagdstrecke der Bundesrepublik Deutschland (Quelle: DJV) 466.185 Füchse erschossen, davon in Bayern 104.192 (Quelle: BJV)!!! Warum???

Zitat R. Kalscheuer „Füchse und Baujagd“ vom 9. November 2017

Jagd Reguliert nicht – Vortrag von Prof. Dr. Josef H. Reichholf

Alternativen zur Jagd

Ein Kanton in der Schweiz zieht Bilanz: 40 Jahre ohne Jagd
www.abschaffung-der-jagd.at/al…

Durch die Abschaffung der Jagd im schweizer Kanton Genf 1974 bekam das Gebiet des Genfer Sees und des Flusses Rhône internationale Bedeutung für den Vogelschutz.
Dies belegt eine aktuelle Studie des Schweizer Vogelschutzes SVS-BirdLife.

Jagd als Ursache für Unfälle – Jäger Karl-Martin Bock kritisiert: Auf die Bewegungsjagd kann man verzichten
„Wenn Herr Foet erklärt, dass es trotz der hohen Zahlen an überfahrenem Wild noch genug Rehe im Wald gebe, klammert er 20 Tote, 615 Schwerverletzte und eine halbe Milliarde Versicherungsschäden aus.
Da stelle sich die Frage der Jagdethik“, entgegnet Bock.
www.hna.de/lokales/fritzlar-ho…

Trotzdem finden diese grausamen Drück- und Hetzjagden weiterhin statt! Das unnötige Leiden der Tiere, die Toten und Verletzte durch die Unfälle, das alles scheint die Jägerschaft nicht im Geringsten zu beeindrucken und zu einem Umdenken zu bewegen. Und die erhöhten KFZ-Versicherungsbeiträge zahlen wir dann alle …

Jagd ist in Strukturen eingebunden, die demokratische Regeln konterkarieren. Jäger sind oftmals Leiter der Jagdbehörden, entscheiden in eigener Sache über Auslegung, Anwendung und Sanktionen jagdlicher Vorgänge. Diese jagdfreundlichen Strukturen decken personell den gesamten gesellschaftlichen Bereich – vom Handwerker bis zum Minister – ab, ein Netzwerk, das den Beteiligten Vorteile und Abhängigkeiten garantiert.

• Aufgrund dessen herrscht in den Wäldern weitgehend Rechtsfreiheit, Kontrollen der Jagd von behördlicher Seite finden so gut wie nicht statt. Jagdschutz ist zurückdelegiert an die Jäger, so dass sich innerhalb des Staates ein autonomes, selbstverwaltendes Interessensystem etabliert hat.

• Die intensive Jagd – insbesondere auf Schwarz- und Rehwild – wird mit Schäden der Landwirtschaft und überhöhter Population begründet. Es gilt ausdrücklich festzustellen, dass

1. keine summarische Schadenserfassung bei den Behörden stattfindet,

2. die Wildbestände völlig unbekannt sind und nur aus den Abschusszahlen hochgerechnet werden,

3. selbst die Abschusszahlen nicht systematisch erfasst werden.

• Behördlich-jagdliche Entscheidungen fallen nicht anhand fundierter Ermittlungen und Zahlenwerke, sondern unterliegen dem populistischen Kalkül der anordnenden Behörde. Alternativen zur Bejagung werden nahezu nicht in Erwägung gezogen.

• Auf Betreiben der Agrar- und Jagdlobby werden verstärkt revierübergreifende Treib- und Drückjagden durchgeführt, wobei jegliche Treibjagd tierquälerische Komponenten enthält allein aus der Tatsache, dass ungenau getroffen und nahezu wahllos geschossen wird. Für revierübergreifende Maßnahmen existiert als Gesetzesgrundlage im Jagdrecht lediglich der §10a BJagdG. Diese Vorschrift sieht vor, dass zum Zwecke der Hege des Wildes revierübergreifende Hegegemeinschaften gebildet werden können. §1 Abs. 1 BJagdG unterscheidet dabei eindeutig zwischen „Hege“ und „Jagdausübung“. Unter „Hege“ versteht das Gesetz den Schutz und die Pflege wildlebender Tiere, wohingegen sich die „Jagdausübung“ auf das Nachstellen, Fangen und Erlegen von Wild bezieht. Deutlich wird diese Trennung von „Hege“ und „Jagdausübung“, indem die Pflicht zur Hege beim Grundstückseigentümer verbleibt, auch wenn das Jagdausübungsrecht an die Jagdgenossenschaft abgetreten wird. Nach alldem gibt es keine gesetzliche Grundlage für die revierübergreifende Jagdausübung.

Keinerlei fundiertes Zahlenmaterial liegt für alle anderen Tierarten vor. Beispielsweise unterliegt die Fuchs- und Vogeljagd keiner Beschränkung durch Abschussbegrenzungen, sodass es dem einzelnen Jäger frei steht, nach Belieben zu jagen. Dieser Freibrief begründet einen nie gekannten Wildtierterrorismus durch Antianimalisten.

Zitat aus pro iure animalis-Newsletter“ < newsletter@pro-iure-animalis.de >
„Grundthesen zur Jagd“ vom 29. März 2016

Wir hoffen, dass die Entscheidungsträger die wissenschaftlichen Erkenntnisse beachten, und das auf „Freizeitjäger“ sinnvollerweise verzichtet und stattdessen angestellte Förster beschäftigt werden.
Das würde letztendlich auch Menschenleben retten:

Jägeropfer: Menschen » Jagdunfälle / Straftaten 2020

www.abschaffung-der-jagd.de/me…

Jägeropfer: Menschen » Jagdunfälle / Straftaten 2019

www.abschaffung-der-jagd.de/me…

Und dieser unfassbare Kriegszustand gegen Tiere muss aufhören!

Die Zahlen: www.abschaffung-der-jagd.de/wi…

In Deutschland werden jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere mit Kugel oder Blei erschossen, erschlagen oder in Fallen grausam getötet.
5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.

Mit freundlichen Grüßen,

Martina & Shawn Patterson, 53909 Zülpich

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Gesendet: Mittwoch, 03. Februar 2021 um 20:38 Uhr
Von: „Martina Patterson“ pattersonmatpatt@gmx.net
An: wdr5@wdr.de
Betreff: „Keine Jagd auf meinem Grundstück“

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Martina Patterson (03.02.2021; 20:40 Uhr)
pattersonmatpatt@gmx.net

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 04.02.2021
twitter.com/fellbeisser

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