Helmut F. Kaplan

Viele Menschen – mich eingeschlossen – glaubten lange, dass die Tierschützer im Laufe der letzten Jahrzehnte von den Tierrechtlern doch wenigstens ansatzweise gelernt hätten, dass die Vorstellung, wonach nur Tierarten schutzwürdig seien, während Einzeltiere bedenkenlos umgebracht werden könnten, zynisch und unmoralisch ist. Diese hoffnungsvolle Annahme war offenkundig falsch.

So berichtete etwa der “Spiegel“ (4, 2006) unter der Überschrift “Töten, um zu schützen“ von einem Artenschutzprojekt für den afrikanischen Löwen, das den Abschuss eben dieser Tiere vorsieht: “Der Plan … sieht unter anderem vor, Gelder aus kontrollierter Trophäenjagd gezielt zum Erhalt des Lebensraums von Panthera leo einzusetzen.“

Das ist eine schauerliche Veranschaulichung der Perversion des traditionellen Tierschutzes, der offenkundig Zukunft hat: Der Bericht schließt mit dem Hinweis, dass “demnächst nicht nur in Tansania, sondern auch in Mosambik und Botswana die Löwenschützer mit wohlhabenden Trophäenjägern auf Pirsch gehen“ werden.

Exakt solche Projekte sind eben KEIN Schritt in die richtige Richtung! Es wäre eine fatale Fehleinschätzung zu glauben: Na ja, wenigstens ein Anfang ist gemacht, das reicht zwar noch nicht, aber es ist besser als nichts. Solche Initiativen zementieren nur die alte, falsche Spezies-Voreingenommenheit, den alten, falschen Spezies-Egoismus: Tierschutz letztlich immer nur um des Menschen willen – um für uns und unsere Kinder eine möglichst vollständige, funktionierende, gesunde und schöne Umwelt zu erhalten. Tierschutz, der einzelne Tiere nicht schützt, ist ebenso absurd und unmoralisch wie Menschenschutz, der einzelne Menschen im Stich lässt.

Copyright: Helmut F. Kaplan

Hinweis zur “Spiegel“-Quelle: Sie liegt mir, HFK, momentan nicht vor, sodass die korrekte Zitierung nicht garantiert werden kann.

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Dr. Helmut F. Kaplan (19.06.2009; 12:20 Uhr)
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