Megacolon der Katze – das ungeklärte Elend in der deutschen Tiermedizin.

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„Ich weiß alles und ich ich kann alles. Und was ich nicht weiß, gibt es nicht.“
Diese „Denke“ ist in zu vielen Köpfen der deutschen Tierärzteschaft tief verankert. Leider.
Zum Beispiel das unglaubliche Elend mit dem Megacolon der Katzen. Besonders Maincoon-Katzen leiden darunter. Der Dickdarm, das Colon wird irgendwann funktionsunfähig. Die armen Tiere können ihren Kot nicht mehr loswerden. Eine fürchterliche Sache. Tierärzte reiben sich die Hände. Daran ist viel zu verdienen, wenn man immer wieder unter Narkose den Darm mit einer Zange ausräumen muss.

Das ist wirklich fies, denn die Colonresektion ist eine völlig normale OP im englischen Sprachraum. Auch in vielen deutschen OP-Büchern wird dieser Eingriff beschrieben: Eine total einfache Sache, man muss nur sehr, sehr genau operieren. Können Deutsche Tierärzte kein Englisch? Lesen die überhaupt? Ist es wirklich wahr, dass die BILD-Zeitung zur Standardlektüre dieses Berufsstandes gehört?

Die Maincoon-Freundin Ilka Silvera aus Bad Salzuflen erzählte mir eine Horrorstory. Sie erlebte Furchtbares – zwei Jahre lang musste sie mit Kater Carlos regelmäßig zu Tierärzten in der Umgebung. Man sagte ihr dort, dass das Megacolon ein Grund für die Euthanasie sei. Igittigit.
Erstens stammt das Wort Euthanasie aus dem Sprachfundus der Nazis – Euthanasie – Tötung unwerten Lebens. Na toll. Zweitens ist diese Auskunft „voll gelogen“, denn die Tierärzte müssen wissen, was eine Darmresektion ist. Soll man wirklich glauben, dass sie so stumpfsinnig, also blöd sind? Schwer vorstellbar. Eher wahrscheinlich: Sie haben Angst vor der OP, wollen ihren Kunden aber so lange das Portemonnaie auslutschen wie es möglich ist. Pfui Deibel? Ja, möglich, aber Elend wäre das richtige Wort.

Die zweite Lüge: „Diese OP würde nur an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover durchgeführt, und die würde 3000 bis 3500 Euro kosten …“

Ilka Silvera hatte „die Schnauze voll“ und fuhr mit Carlos zu uns nach Hamburg, am Sonntag. Am Montag, den 27.07.2015 wurde die OP durchgeführt, am Dienstag war sie mit ihrem Kater wieder zuhause.

Er sei absolut störungsfrei beim Kotabsatz, schreibt sie heute am 02.08.2015 und „der Hammer“: die japanischen Bakterientropfen EM1, die ich ihr für ihre Pflanzen mitgegeben hatte, wirkten „Wunder“ auch bei der anderen Katze: diese hat plötzlich keine tränenden Augen mehr.
Carlos aber, und das sei kein Witz, zeigt eine vorher nie gekannte Lebensfreude.

Frau Silvera ist bereit, Leidensgenossen Auskunft zu geben: silvera.ilka@googlemail.de

Beste Grüße aus Hamburg!

Dirk Schrader

Tierärztliches Institut
für angewandte Kleintiermedizin

Rahlstedter Straße 156
22143 Hamburg
Tel.: 0049-40-677 21 44

www.tieraerzte-hamburg.com
www.kritische-tiermedizin.de

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Dirk Schrader (02.08.2015; 11:18 Uhr)
VeterinariansHH@aol.com

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© (www.fellbeisser.net/news/) am 02.08.2015
twitter.com/fellbeisser

Photo by ChrisK4u

1 KOMMENTAR

  1. ich benötige dringend Hilfe,
    es geht um Leben und Tod meiner Katze.
    Mein Kater Lokum ist 4 Jahre alt und seit ca. 3,5 Jahren querschnittsgelähmt.
    Heute den ganzen Tag hat er geschrieben, zuvor hat gebrochen.
    Zweimal war ich beim Tierarzt, das erstemal hat der Tierarzt auf auf Blasenentzündung getippt. DA er starke Schmerzen hatte, wurde Morphium gespritzt, und ein Antibiotikum.
    Das Morphium hat aber nichts genützt, die Katze hat weiter geschrien.
    Gleich am Nachmittag fuhren wir wieder hin, diesmal war es ein anderer Tierarzt aber die selbe
    Praxis. Er hat auf Verstopfung getippt und mit den Fingern Kot rausgeholt, dann einen Einlauf gemacht. Er meinte, wenn er die nächsten 20 Minuten nicht Kot absetzt, sollten wir einschläfern.
    Ich habe die 20 Minuten auf über eine Stunde überzogen und war nicht bereit, ihn einschläfern zu lassen.
    Der Einlauf hat nichts gebracht, die Katze hat weiter geschrien.
    Dann hat der Tierarzt eine Röngenaufnahme gemacht und sagte uns, Sein Darm wäre voll mit hartem Kot und es bringt nichts, weder von oben, noch von unten.
    Was ist mit einer Op habe ich gefragt, nicht möglich, ausserdem ist er so ausgetrocknet, dass eine Narkose nicht möglich ist, wir könnten keine Kanüle einführen.
    Er sagte, mit den anderen 2 Tierärzten hat er sich beraten, sie haben alle die Röntgenaufnahme gesehen, sie sind alle der Meinung, dass eine Euthenasie die einzige Möglichkeit wäre.

    Ich habe ihn wieder mitgenommen, habe um Morphium und Buscopan gebeten.
    Wir sind jetzt seit ca. 3 Stunden Zuhause, er schläft nicht aber die meiste Zeit ruhig.
    Er hat viel Schaum gespuckt.

    Ich habe versucht, den Darm auszudrücken, hat nicht geklappt.

    Auch ist seine Blase nicht mehr gesund.

    Bitte um Hilfe.

    Vielen Dank

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