H5N8 und die Hamburger Gesundheitsbehörde

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Dirk Schrader

Es gibt gute Gründe zu bezweifeln, dass in dieser Behörde Vernunft und demokratische Verfasstheit überhaupt noch einen Wert besitzen:

Der Erreger der für Geflügel tödlichen Vogelgrippe ist unter Wildvögeln nachgewiesen worden. Natürlich scheiden sie ihn über den Kot aus. Hunde könnten ihn verbreiten, indem sie den Kot an den Füßen in Hühner-, Gänse- und andere Geflügelhaltungen transportieren. Wäre denkbar. Aber – haben Sie schon mal eine Geflügelfarm gesehen, in der Hunde frei herumlaufen?

Mit der neuerlichen Anleinpflicht für Hunde, dem Einsperren von Katzen und der überaus hohen Bußgeldbedrohung geht diese Behörde erneut auf Lebewesen und deren Eigner los, um sich endlich mal wieder zu „profilieren“. Lange genug saßen die Akteure ja in ihren tristen Büroräumen und schauten gegen die Wände. Nun war es die Gelegenheit, in der Öffentlichkeit Lärm zu machen und Aufsehen zu erregen.

Was diese Leute bewegt, ist das Lechzen nach Wichtigkeit, Macht und deren knallharte Ausübung zur Selbstbefriedigung, egal ob vernünftig oder total bekloppt.
H5N8 ist ein Dauerproblem unter den Wildvögeln. Der Erreger ist für Säugetiere und Menschen nicht bedrohlich. Blöderweise kommt er in Mitteleuropa immer wieder vor und bedroht auch die Massentierhaltungen von Hühnern, Puten und Gänsen.

Nachvollziehbar ist tatsächlich seine Verbreitung über den Kot, der auch auf Geflügel herabregnen kann, das im Freien gehalten wird.
Und Hunde und Katzen sollen eine Gefahr darstellen, den infizierten Vogelschiss zu verbreiten?
Es ist allein der Mensch, der dafür verantwortlich ist. Eine andere Erklärung gibt es nicht, wenn denn H5N8 auch in „abgeschotteten“ Massentierhaltungen Todesfälle hervorruft.

Wie aggressiv ein Virus auch sein mag – seine krankmachenden Eigenschaften entfaltet er dann, wenn sich das Immunsystem seines „Wirtes“ im Niedergang befindet. Das dürfte bei Geflügel in Massentierhaltungen ein Dauerzustand sein: chemiebeladene Futtermittel, Haltungsstress durch abartige Unterbringung in Käfigen und anderen „Konzentrationslagern“ sind die Ursache.

Die neuen Anordnungen der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz sind nichts anderes als Wichtigmeierei, einfach übel und lächerlich unwissenschaftlich.

Ebenso übel, dumm und unwissenschaftlich ist das massenhafte Umbringen von Geflügel, wenn H5N8 in einem Bestand nachgewiesen worden ist. Der Umweltminister von Schleswig-Holstein scheint mit Blick auf die Bundestagswahl einen Schulterschluss mit seinen Hamburger Kollegen vorgenommen zu haben. Ob Dummheit in Zeiten des „gewählt werden wollens“ ansteckend ist?

Dirk Schrader, Hamburg

Tierärztliches Institut
für angewandte Kleintiermedizin

Rahlstedter Straße 156
22143 Hamburg
Tel.: 0049-40-677 21 44

www.tieraerzte-hamburg.com
www.kritische-tiermedizin.de

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Dirk Schrader (26.11.2016; 21:58 Uhr)
VeterinariansHH@aol.com

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© (www.fellbeisser.net/news/) am 27.11.2016
twitter.com/fellbeisser

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