Würzburg: Willkommen in der Hölle!

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in mediaeval timesEine Reportage eines Tierschutz-Aktivisten über Würzburg. Eine Stadt, die für ihre zahlreichen Kirchen berühmt ist, deren andere Bedeutung jedoch den meisten Einwohnern und Besuchern unbekannt bleibt. Ein Aktivist der Schweizer Tierrechts-Organisation ATRA hat aufgedeckt, was viele Tierschützer bei der Eröffnung des ZEMM schon befürchtet haben: Tag für Tag werden dort Tiere für Versuche missbraucht und getötet.

Jeder hat seine eigenen Glaubensansichten, wie und wo die Hölle für die Menschen liegt. Bei den Tieren mag es ähnlich sein – die Meinungen darüber, ob sie eine Seele haben, und dem entsprechend ein Leben nach dem Tod auf sie wartet oder nicht, könnten nicht stärker auseinander gehen. In einem entscheidenden Punkt unterscheidet sich die Lage der Tiere von der Lage der meisten Menschen jedoch: Für die Tiere existiert die Hölle auf Erden, es gibt sogar viele davon.

In der Schweiz existieren im Verhältnis zur Einwohnerzahl doppelt oder dreifach so viele Tierversuchslabore wie in Grossbritannien, Frankreich, Deutschland oder Italien. Eine traurige Realität, wenn man bedenkt, dass auch in den zu letzt genannten Ländern die Anzahl der Labore keineswegs gering ist.

Allerdings gibt es einen Ort in Nordbayern, der alleine eine ungeheure Anzahl von Tierversuchen durchführt: vergleichsweise 20% aller Tiere, die in den öffentlichen und privaten Anstalten der Schweiz für Versuche getötet werden.

Es handelt sich hierbei um die bayrische Hauptstadt und Trägerin der europäischen Ehrenfahne: Die Stadt Würzburg.

Ich möchte mit Ihnen, liebe Leser, diesen Ort, an dem Sie vielleicht selbst studieren, arbeiten, leben oder den Sie als Tourist bereits besucht haben, gemeinsam von einer anderen Perspektive aus erschliessen.

Wenn Sie nicht bereits dort sind, ist die Anfahrt ist denkbar: Mit dem Flugzeug nach Frankfurt, danach 80 Minuten mit dem Zug. Ab Zürich benötigt man nur 3 Stunden mit der Bahn, und schon ist man da.

Würzburg ist eine schöne Stadt mit 130.000 Einwohnern, und wurde ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Durchzogen durch den Main und überragt von der Festung des Marienbergs erinnert sie aufgrund ihrer Architektur ein wenig an das vielleicht bekanntere Heidelberg..

Probleme eine Unterkunft zu finden gibt es hier keine, existieren hier doch über 4500 Schlafmöglichkeiten. Für diejenigen, die gerne Wein trinken oder in das Höllenlager einzutreten gedenken, mag es gut zu wissen sein, dass Würzburg das Zentrum des fränkischen Weins ist.

Vom Bahnhof geradeaus geht es in die Altstadt. Wir jedoch werden heute einen anderen Weg einschlagen. Wir gehen dorthin, wo sich normalerweise keine Touristen hin verirren, wo es keine Feste oder Uniparties gibt, sondern Leid, wo keine Wissenschaft betrieben wird, sondern Tierversuche.

Vor Ihnen liegt ein grosses Gebäude aus Glas und Zement. Anonym, ohne Hinweisschilder. Ein modernes Gebäude das der Größe eines Apartmenthauses mit 80 Wohnungen entspricht und viel mehr verbirgt, als auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Drei weitläufige Untergeschosse unterliegen den drei sichtbaren, gläsernen Etagen. Die Konstruktionskosten beliefen sich auf 31 Millionen Euro und haben ein Gebäude entstehen lassen, das in der Lage ist hunderttausende von Tieren auf einmal unterzubringen, auf das sie den Wissenschaftlern jederzeit bereit stehen.

Sie, liebe Leser, stehen nun vor dem Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin, dem ZEMM, das von einigen Stadtvätern und Politikern hochgepriesen, von Tierexperimentatoren willkommen geheißen, von Tierschützern heftig kritisiert und von seinen Insassen, den Tieren, gefürchtet wird.

Willkommen im kalten und geheimen Herzen Würzburgs.

Willkommen in der Hölle.

Liebe Leser, nun folgen Sie mir bitte.

Haben Sie den Mut mit mir in das Gebäude einzutreten. Nehmen Sie weder Fotokamera noch ihr mit. Sie sind hier drinnen nicht zugelassen.

Die folgenden Dinge werden sie nicht erblicken, wenn sie ein kühles Bier am Ufer des Mains, in der Vorlesung sitzen oder durch die Gassen der Altstadt flanieren. (Die technische Beschreibung der Experimente kann man durch die Datenbank von PudMed einholen, oder man kann sich an Atra wenden)

– Hunde, bei denen eine mittlere bis schwere Ischämie verursacht wurde.
– Hunde, bei denen die Speiseröhre manipuliert und zerstört wurde.
– Hunde mit Elektroden im Gehirn.
– Hunde mit zertrümmertem Unterkiefer.
– Mäuse mit beschädigter Netzhaut.
– Mäuse mit schweren Schädigungen am Herzen.
– Mäuse mit manipuliertem Hormonsystem.
– Mäuse mit zerstörten Nervenbahnen.
– Mäuse, die mit Viren und Bakterien infiziert wurden.
– Mäuse mit gestörtem Stoffwechsel.
– Mäuse und Ratten mit verändertem Geruchssinn.
– Mäuse mit geschädigtem Gehirn.
– Mäuse mit zerstörten Nieren.
– Mäuse, die für verschiedene Verhaltensstudien verwendet werden.

Und, man glaubt es oder nicht: tatsächlich immer noch Mäuse, die für Aspirin-Studien verwendet werden!

Liebe Leser, es ist nicht leicht all diese Dinge zu lesen, doch wir können nicht immer unsere Augen verschliessen und der Wahrheit den Rücken kehren.

Es ist nicht möglich, das Zeitschriften immer vermeiden, grausame Bilder zu zeigen und die Wahrheit zu berichten, aus Angst, der Leser hört auf weiterzulesen.

Dies sind die Tatsachen, die sich Tag für Tag in unserer unmittelbaren Nähe abspielen. Und wenn Sie denken, dass sich die Beschreibungen furchtbar anhören, so stellen Sie sich die Wirklichkeit vor: mit dem Uringeruch und den Geräuschen der nutzlosen Fluchtversuche; mit den verzweifelten Hilfeschreien, denen man nicht nachkommen kann. Stellen Sie sich den Schmerz und die Trauer beim Anblick dieser Dinge vor.

Aus Erfahrung sage ich Ihnen: es ist sinnlos wegzulaufen, es ist sinnlos die Zeitschrift zu schliessen. Die Tatsachen bleiben vorhanden. Die Realität wird sich dadurch nicht ändern.

Nach diesem Bericht, wollen Sie Würzburg immer noch besuchen, dort leben und vielleicht studieren?

Sie können auf der alten Mainbrücke spazieren gehen, doch wenn Sie auf die andere Seite gelangen, wird das Leiden nicht verschwunden sein. Sie können in den Seminaren und Vorlesungen sitzen, doch Freude an der Wissenschaft wird Sie nur bedingt überkommen. Sie können sich im Schatten der Kirchen ausruhen, doch Sie werden weder Trost noch Erleichterung verspüren.

Und darum mein Appell an Sie, die Sie die Möglichkeit haben, Dinge mit anderen Augen wahrzunehmen, die Chance haben, Dinge vor Ort zu verändern:

Verschliessen Sie nicht die Augen.

Laufen Sie nicht weg.

Lassen Sie sie nicht alleine.

Danke.

Links: www.atra.info, www.ag-tierethik.de

Foto: www.tierversuchsstadt-wuerzbur…

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