“Zwischen Tierliebe und Schädlingsbekämpfung”

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Zur Veröffentlichung im Magazin der WBG Gotha e.G – 1/2019 Seite 10 und 11

Wohnungsbaugenossenschaft Gotha e.G. per E-Mail an: info@wbg-gotha.de
z. Hd. V.i.S.P. Heike Backhaus, Steffen Priebe per Telefax an: (03621) 30 77 77
Breite Gasse 11
99867 G o t h a Gotha, den 21.04.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir nehmen doch wohl zu recht an, dass Sie für obige Veröffentlichung Verantwortung übernehmen?

Dazu sehen wir uns gezwungen, Sie zu fragen, was Sie sich tatsächlich, bei dem, was Sie in eben diesem Magazin an Ihre Mietbewohner veröffentlicht, eigentlich dabei gedacht haben – und was Sie letztendlich mit diesen Zeilen beabsichtigen zu erreichen.

Dazu sehen wir uns erst einmal genötigt, zu fragen, wer bzw. welche Personen es sind, die sich daran stoßen, dass tierliebe Menschen, sich um hungernde Vögel, Katzen, Igel, Marder, Hasen und dergleichen kümmern, die um Futter betteln, da diese hilfesuchenden Wesen zum einen in der freien Natur nicht genügend für sie Essbares finden und zum anderen, das betrifft hauptsächlich Katzen, von Menschen vernachlässigt, ausgesetzt, ja sogar aus ihrem Zuhause vertrieben worden sind.

Wir glauben kaum, dass Sie, die hier solche Zeilen an mitfühlende Menschen richten – die anderen interessiert das Leid von Tieren ehe nicht, auch nur erahnen, was es für die bemitleidenswerten Wesen bedeutet, nicht nur täglich um ein wenig Essbares zu kämpfen. Sondern auch – und das ist in den Wintermonaten am Erbärmlichsten, von Menschen, die ein warmes Zuhause und keinerlei Mitgefühl mit solch armen Geschöpfen haben, kaum zu erwarten, dass sie überhaupt einschätzen können, wie furchtbar diese armen Tiere ohne Unterschlupf und Nahrung leiden.

Zumal es leider genügend egoistische Menschen gibt, die eben diesen bedauernswerten Wesen absolut nichts zugestehen wollen!

Sie sprechen die Ansiedlung von Ratten und Tauben an – wissen jedoch nicht im Entfernsten, was wir beispielsweise gerade Ratten zu verdanken haben.

Genau diese sind es, die dafür sorgen, dass der von Menschen hinterlassene Wohlstandsmüll beseitigt und schließlich nicht zur Seuchengefahr wird!
Gäbe es nämlich weder Ratten noch andere Tiere, die die menschengemachten Hinterlassenschaften beseitigen, wir würden in unserem eigenen Müll ersticken!

Zu den Tauben kommen wir später.

Schon recht verwunderlich, wenn es Ihnen anscheinend noch immer nicht aufgefallen ist, dass die Populationen der Insekten in den letzten Jahren um bis zu 85 Prozent abgenommen hat, dank der “so vernunftbegabten” Menschen, die wissentlich, willkürlich und somit vorsätzlich unsere Umwelt derart mit Giften belasten, dass es, wenn nicht schnellstens gehandelt wird, die für uns alle lebenswichtigen Insekten völlig verschwinden. Wie dann gerade die Menschheit weiterleben will, ist fraglich!

Ebenfalls scheint es wahrhaftig so zu sein, dass die Probleme, die bereits seit Jahren unsere heimischen Vögel aufgrund des rapiden Insektenmangels haben, Sie überhaupt nicht interessieren.

Auch was Wespen für eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen – kennen oder wollen Sie anscheinend überhaupt nicht wissen. Nicht nur dass diese unter Naturschutz stehenden Insekten streng geschützt sind und wir uns eigentlich freuen sollten, wenn diese fleißigen Tiere bei der Bestäubung der Pflanzen mithelfen. Die Nester, die diese nützlichen Tiere bauen, werden weder Fassaden oder Balkone beschädigen, noch sollten sie gar von Schädlingsbekämpfungsfirmen, weil sich unkundige Menschen belästigt fühlen, vertrieben oder gar vernichtet werden!

Weiter geben Sie zwar löblich zu, dass es liebevoll ist, sich um hilfebedürftige Tiere zu sorgen, mögen jedoch nicht, dass es Tierfreunde gibt, die sich um diese armen Geschöpfe kümmern.

Ein Widerspruch in sich, den wir allerdings keineswegs nachvollziehen können!

Der OB Knut Kreuch, dessen “Tierliebe”, sowie dessen Einstellung zu Tauben, die in der Stadt Gotha weder eine Plage noch ein Ärgernis für Taubengegner sind, ist uns leider zur Genüge bekannt.

Mit dem Gothaer Stadtrat sowie dessen Ordnungsamt haben wir vor kurzem Verbindung aufgenommen und dürfen Ihnen bereits jetzt schon soviel sagen, dass die Stadt Gotha, aufgrund dessen, dass es dem Tierschutz – sowie dem Grundgesetz widerspricht, keineswegs ein weiteres Fütterungsverbot für Tauben, Vögel sowie andere hilfebedürftige Tiere in Zukunft geben wird.

Den bisher diesbezüglich mit Bußgeldern belegten Tierfreunden, die leider nicht ahnten, dass sie sogar die Verpflichtung haben, einmal gefütterte Tiere weiter zu füttern, wird man wohl oder übel, sicher zu Ihrem Leidwesen, das Füttern nicht mehr verbieten können.

Bereits der Überschrift Ihres üblen Machwerkes, wir müssen es so bezeichnen, es ist wirklich nichts anderes, entnehmen wir, wie ebenfalls auch aus dem Inhalt, dass Sie mit sogenannten Schädlingen arge Probleme haben!

Sie sollten diesbezüglich wissen und deshalb auch so handeln, dass es auf unserer Erde keine Schädlinge gibt – die Evolution ist mit der Erschaffung von Leben sehr sparsam umgegangen – hat grundsätzlich lediglich Lebewesen hervorgebracht, die allesamt eine Daseinsberechtigung haben.

Weder der Mensch, noch ein anderes Lebewesen besitzt die Verfügung und kann und darf sich die Anmaßung herauszunehmen, darüber zu entscheiden, welches Leben unwert ist und somit als “Schädling” zu degradieren ist und welches wert ist, leben zu dürfen.

Wenn Sie folglich – aus wessen Gründen auch – eine Schädlingsbekämpfungsfirma beauftragen, Tieren, welcher Art und Gattung auch immer nachzustellen und zu töten, sollten Sie wissen, dass ganz allein Sie dafür Verantwortung tragen und folglich keineswegs die diesbezüglichen Kosten Ihren Mietern aufzubürden berechtigt sind. Schlimm und traurig genug, wenn sich Ihre Mieter so von Ihnen über den Tisch ziehen lassen! Anzeigen können Sie, wen Sie auch wollen – nur ob sich das aufgeklärte Mieter bieten lassen und geltendes Recht, wie auch gültige Gesetze, solche Anzeigen zulassen, steht auf einem anderen Blatt Papier!

Wer sich mit solchen Problemen befasst, mit denen sich die Wohnungsbaugenossenschaft und Sie beschäftigen, muss man Sie tatsächlich bedauern, dass Sie nicht so können, wie Sie gern möchten und dürfen, nämlich nicht so gegen div. Tierarten vorzugehen, wie Sie es denn gern tun würden – verböten es Ihnen nicht festgeschriebene Gesetze!

Es ist schon recht bedauerlich, dass Menschen Ihres Schlages noch immer dazu verurteilt sind, mit tierlieben Manschen und unterschiedlichen anderen Lebensformen ihr Dasein zu teilen.

Ginge es nach Ihnen, gäbe es ganz sicher, außer dem homo sapiens, keine anderen Lebewesen!

Wie armselig würde eine solche Welt aussehen!

Doch Sie müssen sich damit abfinden, dass es noch Menschen gibt, denen unsere Mitgeschöpfe sowie die uns alle umgebende Natur, nicht vollends egal ist.

Schließlich möchten wir noch auf den Ärger mit Stadttauben zu sprechen kommen, der außer Ihnen und ausgesprochenen Tierhassern eigentlich zu keinerlei Problemen Anlass zur Sorge bietet.

Hinsichtlich angeblicher Taubenplage, wissen die Mitarbeiter der WBG anscheinend nicht, was eigentlich eine Plage ist, wenn Sie schreiben, dass nicht so viele “Präventionsmöglichkeiten” gegen Tauben nach dem Tierschutzgesetz zur Verfügung stünden, um sie z.B. durch Köder oder Fallen, aktiv bekämpfen zu können! Die Taubengegner wissen zwar, dass Tauben vorwiegend dort Zuflucht suchen, wo die Versorgung mit Futter gewährleistet ist (als vom Menschen domestizierte Haustauben kennen sie das nicht anders), verschwenden jedoch keinen Gedanken damit, dass durch den Bau von Taubenhäusern den Tieren artgerechtes Futter angeboten und dabei gleich die gelegten Eier durch Attrappen ersetzt werden könnten.

Kaum eine andere Vogelart erhitzt die Gemüter so sehr wie die Stadttaube. Einst als Friedenssymbol verehrt und wegen ihrer phantastischen Navigationsleistungen geschätzt, gilt die Taube heute für viele nur noch als “Luftratte” und “Bazillenschleuder”. Egal, wen man auf der Straße anspricht, jeder glaubt genau zu wissen, dass Stadttauben die Wurzel allen Übels in den Städten sind. Meinungen, die von “alle abknallen” über “zu viele sind es ja schon …” bis hin zu “die wollen doch auch bloß leben” reichen, spiegeln die volle Bandbreite dessen wider, was sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat.

In der Presse wird oft und gern über Tauben berichtet, und auch die Rundfunkanstalten tragen mit Vorliebe dazu bei, die deutschen Haushalte mit wissenschaftlich meist wenig fundierten Dokumentationen über “die geflügelte Pest” zu versorgen. Wieder und wieder werden in solchen Berichten Binsenweisheiten kundgetan, die in Fachkreisen längst als überholt und unzutreffend gelten. Aber mit den veralteten Negativaspekten lässt sich eben erheblich besser Stimmung gegen das beliebte Hassobjekt Stadttaube machen.

Es ist beklagenswert, dass vielen Zeitgenossen – darunter insbesondere vielen Journalisten und damit Meinungsbildnern – der Sinn für Objektivität verloren gegangen ist. Kaum jemand schaut genau hin und interessiert sich für das wahre, erschreckend schlechte, Leben der Stadttauben.

Zweifelsohne bergen die Taubenschwärme in den Städten großes Konfliktpotential, sie sind jedoch bei weitem nicht so gefährlich für Mensch und Bauwerke wie es ihr schlechter Ruf suggerieren mag.

Um mit Vorurteilen aufzuräumen und die Situation der Stadttauben so darzustellen, wie sie tatsächlich ist, haben wir uns dazu entschlossen, diesen zu Unrecht so verhassten Vögeln einige Beiträge zu widmen, die Sie – lediglich die Links öffnen – zur Kenntnisnahme nehmen sollten.

Denn sie sind ein Beweis, wie wenig sinnvoll es ist, Tierfreunde zu verfolgen und wie barbarisch und tierquälerisch es ist, Fütterungsverbote gegenüber den einzigen Friedensboten auszusprechen!

mediathek-hessen.de/index.php?…

www.stadttaubenprojekt.de
www.stadttauben.de

Im Namen und Auftrag der Tierschutz-Union und aller Menschen, denen unsere Natur, die Tiere und auch ihre Mitmenschen noch etwas bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen,

Harald von Fehr, Kooperationsleiter der Tierschutz-Union

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Unabhängige Tierschutz – Union Deutschlands
Rechtsdurchsetzungsorganisation für Tierschutz, Natur und Umwelt
Aktionsbündnis – „Natur ohne Jagd“ – Union zum Schutz allen Lebens

angeschlossen bundesweit tätige Tier- und Naturschutzorganisationen und Einzelpersonen
deren Arbeitsgebiet im karitativen und politischen Wirken für Tiere, Natur und Umwelt liegt.
Ansprechpartner im Netzwerk bundesweiter Tierschutz-Notruf 0700 – 58585810
Kooperationsleitung – Tüttleber Weg 13 – 99867 G o t h a U T – U D
Tel.: (03621) 400766 u. 506610 # Fax: (03621) 506611 # Mail: harald.von-fehr@tierschutz-uni…

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Gesendet: Sonntag, 21. April 2019 um 17:56 Uhr
Von: “UT-UD H.v.F.” harald.von-fehr@tierschutz-uni…
Betreff: WG: UT-UD – Schr. v. 21.04.2019 an die WBG Gotha e.G. – Magazinerwiderung m. Magazinanl.

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Übersandt von:

Martina Patterson (21.04.2019; 22:31 Uhr)
pattersonmatpatt@gmx.de

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 22.04.2019
twitter.com/fellbeisser

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