Privat angebrachtes Billignetz ist verantwortlich für das qualvolle Sterben einer Stadttaube!

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Weg mit den mörderischen Taubenabwehrinszinierungen!

Sonntag Mittag. Der Sommer erlebt noch einmal einen Höhepunkt. Die Hitze drängt sich an die Häuserfassaden. Auch schattige Balkone bieten keinen kühlen Rückhalt mehr. Die Stadt Salzburg scheint der Hitze ausgeliefert. Stadtbrunnen gibt es zu wenige. Die Menschen flüchten an die Seen, oder befinden sich bereits im Urlaub. Nur die Stadttauben können nicht fliehen, müssen mit den wenigen Wasserressourcen auf den Plätzen auskommen. Und mit den Widrigkeiten des Hasses!

An vielen schattigen Balkonen hängen schlecht montierte Netze. Hausmeister verkaufen diese billig an die Bewohner zur Taubenabwehr. Sie halten kaum, was sich die Menschen erwarten. Tauben versuchen durch die Spalten auf die Balkone zu gelangen. Diese Spalten sind das Ergebnis von Netzen ohne Spannung. Und dieser Umstand birgt ein hohes Risiko für Vögel, sich darin zu verhängen. Und dabei zu Tode zu kommen.

Karl, so nenne ich die Taube, hat sich mit dem Fuß an einem dieser nicht ordnungsgemäß gespannten Netz verhängt. Beim Befreiungsversucht zurrte sich das lasche Netz mehr und mehr an seinem Bein fest, so dass es ihn wie eine Fessel festhielt. Karl ist deshalb qualvoll gestorben. Von der Straße aus ist der Tatort gut zu sehen. Auch ohne Genickstarre hätten Menschen Karl an diesem Netz hängend sehen müssen.

Warum also musste Karl sterben? Warum hat niemand reagiert? Es ist mühsam, den Menschen einen so qualvollen Tod zu erklären, vor allem wenn es dabei um eine Stadttaube geht. Karl musste tagelang seinen Todeskampf erlebt haben, tagelang ängstlich und hoffnungslos mit dem Kopf nach unten verbracht haben. Ohne Hoffnung auf Hilfe und verzweifelt musste Karl im Netz festgezurrt um sein Leben gekämpft haben. Niemand hat die Schreie gehört. Weil Stadttauben leise schreien, und auch leise sterben.

Karl war eine noch junge Taube, er sollte sein Leben noch vor sich haben. Doch es kam keine Hilfe. Keine Rettung. Niemand will den verzweifelten Überlebenskampf der jungen Stadttaube bemerkt haben. Niemand will den Blick nur für einen Augenblick nach oben gerichtet haben, um diesen Überlebenskampf zu bemerken? Ich will es nicht glauben, nicht verstehen! Und die Bewohner des Balkons, was ist mit ihnen geschehen? Sind sie in den Urlaub gefahren?

Eine schäbige Wirklichkeit: Eine junge Stadttaube musste sterben, qualvoll an einem Netz festgezurrt. Das junge Taubenherz konnte den Überlebenswillen von Karl nicht ewig begleiten, nicht ewig darauf warten, dass Hilfe kommt. Dass jemand einfach seinen Blick nach oben richtet, und dann die Feuerwehr ruft, und Karl noch vor dem Versagen seines jungen kleinen Herzens rettet.

Wir haben heute von einer Reisenden die Info erhalten, dass eine Taube in der Nähe vom Salzburger Bahnhof an einem Netz, das an einem Balkon angebracht ist, hängt. Leider kam diese Aufmerksamkeit einer Reisenden, die zufällig diese Gasse entlang ging, für den armen Karl zu spät. Dieser Blick der Reisenden hat den armen Karl nicht mehr erreicht.

Ich bin sofort zum Tatort geeilt, aufgeregt, wollte nicht auf den Bus warten, stieg in ein Taxi, und sagte einfach: Bitte schnell zum Bahnhof. Ich musste nicht lange nach diesem Balkon suchen, ich hatte ja keine genauen Angaben. Ich habe Karl hängen gesehen, seine Augen waren bereits still. Karl war bereits tot. Ich rief dennoch die Feuerwehr, schimpfte am Telefon über diese mörderischen Netze, versuchte aber bem Einsatzkommandanten eine genaue Angabe zur Örtlichkeit zu geben. Die Feuerwehr kam auch sofort. Mit der Drehleiter sind sie zu Karl hochgefahren und haben seinen leblosen Körper aus dem Netz befreit. Danke dafür.

Nur der Wind hatte Karl noch hängend im Netz bewegt, hatte sanft sein stumpf wirkendes Gefieder gestreichelt. Hatte mit ihm noch ein wenig gespielt, liebevoll umsorgend. Der Wind hatte seine Stirn gehalten, seine ausgetrockneten Tränen. Für den verstorbenen Karl war der Wind sein einziger Zuhörer. Der Wind hat die Seele von Karl mitgenommen, und hinauf getragen, weit fort von diesem Ort. Die Beiden sind zusammen gegangen.

Es wird nicht vergeblich sein. Dieser qualvolle Tod von Karl wird noch eine Stimme erhalten, eine vom Verein ARGE Stadttauben Salzburg. Diese unsachgemäß gespannten Netze müssen verschwinden. Ich werde mich dafür einsetzen. Und wer dies auch tun will, ruft bei Erkennen solcher Netze das Ordnungsamt an, und den Tierschutzombudsmann, und den Tierschutz, und beschwert sich, immer wieder, bis diese mörderischen Netze verschwunden sind.

Wir trauern um Karl, trauern um diesen sinnlosen Tod. Wir verabschieden uns von der kleinen Stadttaube. Karl war nicht nur eine Stadttaube. Karl war ein Opfer von Ignorranz. Trauer und Tränen begleiten dich, lieber Karl, auf deinem letzten Flug. Wir begleiten dich mit unseren Gedanken, Gefühlen, mit unseren inneren Augen.

Lebe wohl im Himmel, lieber Karl!

ARGE Stadttauben Salzburg
5020 Salzburg
Grillparzerstr. 4/6

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Gesendet: Sonntag, 11. August 2019 um 18:05 Uhr
Von: “hans lutsch” stadttaubenprojekt@hotmail.com

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Übersandt von:

Martina Patterson (11.08.2019; 18:32 Uhr)
pattersonmatpatt@gmx.de

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 11.08.2019
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1 KOMMENTAR

  1. Armer Karl, es geht nicht nur um diese widerlichen ” Vergrämungsmaßnahmen “, es geht darum, daß endlich einer unschuldig gehaßten Spezies die Liebe und den Respekt entgegen zu bringen, die sie verdienen. Für die größten menschlichen Verbrecher wird schließlich auch Himmel und Hölle auf Kosten der Allgemeinheit in Bewegung gesetzt, um deren jämmerliches Dasein zu verlängern, und sei es nur um Sekunden ! Und gegen die Täubchen, die nichts anderes ” verbrochen ” haben, als in grauen Federn auf der Welt zu sein, wird ein brutaler Krieg mit allen Mitteln geführt ! Und die größten Hasser sind in aller Regel die größten Jammerlappen, wenn es an ihren eigenen Arsch geht ! Ich bin auch auf Seiten der Täubchen !!!

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