Marco Eberle im Interview mit BWagrar: Wichtige Weichenstellung für die Sauenhaltung

Marco Eberle ist Fachreferent für Produktion und Markt beim Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) in Stuttgart. Die Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung entwickelt sich zur Hängepartie. Im Hintergrund ringt die Politik um einen möglichen Kompromiss. Marco Eberle erläutert im Interview mit BWagrar die Position des Bauernverbandes. …

BWagrar – 27.05.2020
www.bwagrar.de/Aktuelles/Polit…

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Tierschutzlabel: Auf Mastrinder ausgeweitet

Der Deutsche Tierschutzbund weitet sein Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ auf Mastrinder aus Milchkuhbetrieben aus. Die entsprechende Richtlinie tritt am 1. Juli 2020 in Kraft. Die auf den Betrieben geborenen Kälber, die gemästet werden, sollen ein tiergerechtes Leben führen dürfen – genau wie die Milchkühe, für die bereits seit vier Jahren entsprechende Tierschutzlabel-Vorgaben existieren. …

Lebensmittel Praxis – 27.05.2020
lebensmittelpraxis.de/sortimen…

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Pandemien wie Corona verhindern – PETA fordert dauerhafte Schließung der Reptilienbörse in Mainz

Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-536, ValeriaG@peta.de

Mainz / Stuttgart, 27. Mai 2020 – Wildtierbörsen begünstigen die Entstehung und Verbreitung von Viren und Bakterien: Durch das Coronavirus ist deutlich geworden, wie gefährlich der Handel mit exotischen Tieren ist. PETA hat daher in einem Schreiben an den Oberbürgermeister Michael Ebling sowie an den Stadtrat appelliert, die regelmäßig stattfindende Reptilienbörse dauerhaft zu schließen. Viele der auf solchen Märkten angebotenen exotischen Tiere sind durch tagelange Transporte in winzigen Plastikboxen stark geschwächt und können als Überträger von Zoonosen ein großes Risiko darstellen. Ein Verbot ist zum Schutz der Bevölkerung und auch aus Tier- und Artenschutzgründen unumgänglich. Die Tierrechtsorganisation erwartet von den Politikern, dass sie den Ernst der Lage erkennen und den Verkauf exotischer Tiere auf Börsen verbieten – auch, um künftige Pandemien zu verhindern.

„Die Reptilienbörse in Mainz darf nie wieder öffnen. Der Handel und die Ausbeutung von Wildtieren haben nicht nur die aktuelle Corona-Krise ausgelöst, sondern in der Vergangenheit bereits zahlreiche tödliche und hochansteckende Pandemien verursacht – darunter die SARS-Pandemie, die Vogelgrippe H5N1, das Ebolafieber und sogar Aids“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Die Kommunalpolitiker stehen nun in der Verantwortung, die Bevölkerung vor weiteren Pandemien und gefährlichen Krankheiten zu schützen.“

PETA Deutschland e.V. (Pressemitteilung) (Blog) – 27.05.2020
www.peta.de/pandemien-wie-coro…

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Desaströse Pferdehaltung in Bad Rappenau: PETA fordert zuständige Behörde auf, Tierhalteverbot für mehrfach vorbestraften Halter zu verhängen.

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Thomas Lesniak, +49 711 860591-527, ThomasL@peta.de

Bad Rappenau / Stuttgart, 27. Mai 2020 – Unzureichendes Futter, keine ordnungsgemäße Hufpflege, kahle Stellen, fehlendes Beschäftigungsmaterial: Dies sind nur einige der Mängel in der Pferdehaltung von Gerald P. in Bad Rappenau, die bei einer von der Staatsanwaltschaft Heilbronn angeordneten, umfangreichen Durchsuchung des Anwesens 2019 dokumentiert wurden. Mehrere Whistleblower wandten sich erst im April dieses Jahres erneut wegen dieser Pferdehaltung an PETA – somit ist davon auszugehen, dass die Tiere noch immer leiden. Da Behörden über einen Zeitraum von mittlerweile mehr als zehn Jahren immer wieder erhebliche Missstände feststellten, fordert die Tierrechtsorganisation nun das zuständige Landratsamt auf, die beiden Pferde endlich in einer artgerechten Umgebung unterzubringen. Zudem appelliert PETA an die Behörde, ein Tierhalteverbot für den mehrfach vorbestraften Halter zu verhängen.

„Die beiden Pferde können durch Gegenstände auf der Liegenschaft ständig Verletzungsgefahren ausgesetzt sein, haben nicht einmal immer eine trockene Liegefläche, sondern lediglich urindurchnässte Einstreu. Es ist erschütternd, dass die Tiere dem Halter seit über einem Jahrzehnt hilflos ausgeliefert sind. Gerald P. ist offensichtlich nicht imstande, Tiere artgerecht zu versorgen. Die Behörden müssen nun endlich handeln, alles andere wäre verantwortungslos“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. …

PETA Deutschland e.V. (Pressemitteilung) (Blog) – 27.05.2020
www.peta.de/desastroese-pferde…

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Ein Pony, zahlreiche Enten und Hühner sterben bei Stallbrand – PETA erstattet Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stralsund

Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-536, ValeriaG@peta.de

Richtenberg / Stralsund / Stuttgart, 27. Mai 2020 – Kein Entkommen: Mitte Mai war ein Feuer auf einem landwirtschaftlichen Grundstück in Richtenberg ausgebrochen. Bei dem Stallbrand sind ein Pony sowie zahlreiche Enten und Hühner ums Leben gekommen. Jährlich sterben Zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil die gesetzlichen Vorgaben unzureichend sind. PETA hat nun bei der Staatsanwaltschaft Stralsund Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. Denn aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Tiere qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen. PETA dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrmitarbeitern und allen Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.

„Jeder Tod eines Tieres, welches bei einem Stallbrand stirbt, wurde nach Auffassung von PETA aufgrund der mangelnden Brandschutzvorgaben billigend in Kauf genommen. Landwirte züchten diese unschuldigen Lebewesen schließlich überhaupt erst in eine leidverursachende Umgebung hinein. Doch um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen und auch den Schaden für die Landwirte möglichst gering zu halten, ist auch die Politik gefragt, gesetzliche Regelungen zu verschärfen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Verbraucher können ebenfalls etwas gegen solch schreckliche Vorfälle tun. Denn würden alle Menschen vegan leben, wäre das nicht passiert.“ …

PETA Deutschland e.V. (Pressemitteilung) (Blog) – 27.05.2020
www.peta.de/ein-pony-zahlreich…

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Blindes Kalb Bibi gerettet! (Video)

VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN – VgT.at – Pressemitteilung vom 27.05.2020

Rückfragehinweis:
Lena Remich, 01/929 14 98, medien@vgt.at

Das ohne Augen geborene Kuhkalb wurde vom Bergbauernhof abgegeben und am Lebenshof „Pferdegnadenhof Edelweiss“ in Wildon (Steiermark) aufgenommen.

Das vor wenigen Wochen geborene Kalb „Bibi“ kam mit einem Geburtsfehler auf die Welt. Sie wurde ohne Augen geboren und ist damit vollkommen blind. In vielen Betrieben hätte dieser Geburtsdefekt das Todesurteil für das neugeborene Kalb bedeutet – als zukünftige Milchkuh wäre die Blindheit in vielen Milchbetrieben nicht akzeptiert worden. Das Kalb wäre als „Ausfall“ in der Statistik der toten Kälber und Rinder gelandet.

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Online-Version des Artikels:
vgt.at/presse/news/2020/news20…

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Verein Gegen Tierfabriken (27.05.2020; 10:31 Uhr)
medien@vgt.at

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VGT deckt auf: intern bejubelt die Jagd den illegalen Abschuss von Wölfen!

VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN – VgT.at – Pressemitteilung vom 27.05.2020

Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, 01/929 14 98, medien@vgt.at

Facebook-Kommentare auf einer geschlossen Jagd-Liste zeigen, dass die Jägerschaft, wenn sie sich nicht beobachtet fühlt, mit Lust und Wonne den illegalen Abschuss von Wölfen zelebriert

An den VGT wurden Kommentare einer internen, geschlossenen Jagdgruppe auf Facebook weitergeleitet, bei denen sich die Jäger_innen gegenseitig übertrumpfen mit Aufforderungen, Wölfe illegal abzuknallen. Wer das liest, kann nicht umhin, die Ausrottung der Bären in Österreich um die Jahrtausendwende auch auf illegale Abschüsse von Jäger_innen zurück zu führen. Das konterkariert allerdings stark die Linie der Landesjägerschaften, die sich so gesetzeskonform geben. Kaum ist die Öffentlichkeit aber nicht mehr dabei und fühlt sich die Jägerschaft unter sich, wird der Ton viel rauer und die wahre Einstellung kommt ans Licht. Kein Wunder, dass die Jagd in der Öffentlichkeit so ein schlechtes Image hat. Und nicht zu unrecht!

Die original Facebookkommentare finden sich hier: Martin Balluch’s Blog ( martinballuch.com/der-hass-der… )

VGT-Obmann Martin Balluch kommentiert: „Österreich ist das letzte Land Europas, in das Wölfe einwandern. Und es geht nur erstaunlich schleppend weiter, selbst die beiden Waldviertler Rudel sind wieder verschwunden. Auch das Aussetzen der Luchse hat noch nicht zu einer lebensfähigen Population geführt, nicht einmal in den Nationalparks, und der Bär mit bereits 30 Individuen im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet um die Jahrtausendwende ist erneut ausgerottet worden. Die Landesjägermeister schauen wie die Lamperln und wissen nicht, wer dafür verantwortlich sein könnte. Wer noch daran zweifelt, dass alle diese getöteten Tiere auf das Konto der angeblich so anständigen Jägerschaft gehen, sollte diese Facebook-Kommentare lesen. Dann wird alles klar.“

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Online-Version des Artikels:
vgt.at/presse/news/2020/news20…

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Verein Gegen Tierfabriken (27.05.2020; 10:01 Uhr)
medien@vgt.at

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VIER PFOTEN zu Tiertransporten: Deutschland muss dem Beispiel der Niederlande folgen!

Sofortiger Exportstopp von Lebendtiertransporten in Drittstaaten längst überfällig

VIER PFOTEN Deutschland – Pressemitteilung vom 27.05.2020

Hamburg, 27. Mai 2020 – VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung auf, umgehend dem Beispiel der Niederlande zu folgen und ebenfalls einen Exportstopp für Lebendtiertransporte in Drittstaaten zu verhängen. Aufgrund fehlender, von der EU zertifizierten Versorgungsstationen, fertigen die Niederlande keine Tiertransporte mehr ab, bei denen die verpflichtende 24-stündige Pause in einem Drittstaat erfolgen muss. Auch Deutschland kann die Einhaltung der EU-Transportverordnung bei Transporten in Drittstaaten derzeit nicht gewährleisten.

„Jetzt gibt es keine Ausrede mehr für die Bundesregierung, sich gegen den längst überfälligen Exportstopp in Drittstaaten zu sträuben. Fakt ist, es fehlen hier entsprechende Versorgungsstationen. Die Niederlande ziehen daraus jetzt die richtigen Schlüsse und fertigen ab sofort gar keine Transporte mehr ab, bei denen eine 24-stündige Pause in einem Drittstaat erfolgen müsste. Nur so ist die für alle geltende Transportverordnung einzuhalten. Schon im vergangenen Jahr hat eine Delegation aus Hessen aufgedeckt, dass die Route nach Russland nicht mehr befahrbar ist. Das Bundeslandwirtschaftsministerium musste daraufhin förmlich gezwungen werden, bei den russischen Kollegen offiziell nachzufragen, wie es um die Versorgungsstationen im Land bestellt ist. Wie zu erwarten war, gibt es dort keine Versorgungsmöglichkeiten für die Tiere, die nach EU-Verordnung vorgeschrieben sind. Jeder in der Politik weiß, dass die Tiere bei diesen Transporten schlimmsten Qualen und am Zielort grausamsten Schlachtbedingungen ausgesetzt sind. Deutschland darf nicht mehr wider bessern Wissens in Hochrisikostaaten wie Algerien, Iran, Kasachstan, Libanon, Libyen, Marokko, Turkmenistan und Usbekistan exportieren“, sagt Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland.

VIER PFOTEN fordert einen EU-weiten Exportstopp lebender Tiere in Drittstaaten. Statt fühlender, leidensfähiger Lebewesen sollten verarbeitete tierische Produkte oder genetisches Material transportiert werden.

Hier geht es zum Brief der niederländischen Ministerin für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität Carola Schouten an das niederländische Parlament:
cdn.nieuweoogst.nu/public/file…

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.vier-pfoten.de
www.vier-pfoten.de/unseregesch…

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Lesen Sie bitte die vollständige Pressemitteilung online unter:

VIER PFOTEN zu Tiertransporten: Deutschland muss dem Beispiel der Niederlande folgen!

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Oliver Windhorst (27.05.2020; 08:26 Uhr)
presse-d@vier-pfoten.org

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27. Mai 2020: Kulturerbe: Keine Anerkennung für Tierleid-Traditionen

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. – Pressemitteilung vom 27.05.2020

Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter hat sich erneut um die Anerkennung als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe beworben. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat den Züchterverband zuvor zu Tierschutzaspekten befragt. Da dieser die Missstände nicht widerlegen konnte, forderte der Tierrechtsverband die Mitglieder des Expertenkomitees jetzt auf, das Brieftaubenwesen nicht als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen. Um grundsätzlich die Anerkennung von tierquälerischen Traditionen auszuschließen, setzt sich Menschen für Tierrechte dafür ein, den Tierschutz in die Ethischen Prinzipien der UNESCO aufzunehmen.

Das Brieftaubenwesen kämpft mit Nachwuchsproblemen. Eine Anerkennung als deutsches UNESCO Kulturerbe sollte unter anderem den Fortbestand des sogenannten Brieftaubensports sichern. Nach der 2018 gescheiterten Bewerbung hat sich der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter im Oktober 2019 erneut um die Anerkennung als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe beworben. Ab Mitte Juni findet die Begutachtung der Bewerbungen durch das UNESCO-Expertenkomitee statt. Schon anlässlich der ersten Bewerbung appellierte der Bundesverband Menschen für Tierrechte aufgrund der bestehenden Tierschutzmissstände* an das UNESCO Expertenkomitee und die Kultusminister. Ein Ablehnungsgrund waren 2018 auch Zweifel an der Einhaltung der Tierschutzgesetze. Nach Bekanntgabe des erneuten Versuchs befragte Menschen für Tierrechte den Verband Deutscher Brieftaubenzüchter zu den vermeintlichen Tierschutzverbesserungen, erhielt jedoch keine konkreten Antworten**.

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Online-Version dieser Pressemitteilung:

27. Mai 2020: Kulturerbe: Keine Anerkennung für Tierleid-Traditionen

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Pressestelle Menschen für Tierrechte (27.05.2020; 08:00 Uhr)
ledermann@tierrechte.de

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„Metzger gegen Tiermord“ zeigt Videos: Schwerwiegende Vorwürfe gegen Landwirt aus Syke-Osterholz: Tierquälerei oder Kampagne? (Video)

Schwere Vorwürfe erhebt die Tierschutzorganisation „Metzger gegen Tiermord“ gegenüber einem Landwirt aus dem Syker Ortsteil Osterholz. Er soll über längere Zeit hinweg kranke Kühe nicht tierärztlich versorgt und mindestens ein Kalb über 48 Stunden lang misshandelt haben. …

kreiszeitung.de – 27.05.2020; 07:09 Uhr
www.kreiszeitung.de/lokales/di…

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Offener Brief an Ministerin Klöckner

An: poststelle@bmel.bund.de

An
Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
Frau Julia Klöckner
11055 Berlin

26. Mai 2020

Offener Brief: Beendigung der Intensivtierhaltung zur Vermeidung von Pandemien

Sehr geehrte Frau Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner,

im Januar 2020 wurde ein neues Coronavirus identifiziert, das sich als hochinfektiöse COVID-19 Pandemie mit zahlreichen Todesfällen von Mensch-zu-Mensch verbreitet hat und weiterhin mit sehr hohem Aufwand bekämpft wird. Es ist bekannt, dass sich viele Krankheitserreger fließend zwischen Menschen- und Tierpopulationen bewegen. Das Überspringen von Viren, die ursprünglich nur bei Tieren vorkommen, auf den Menschen erfolgt durch Mutation und damit durch Anpassung an den Menschen als Wirtsorganismus. Sicherlich sind auch Ihnen, sehr geehrte Frau Klöckner, die erheblichen Gefahren durch mutierte Influenzaviren wie z.B. H1N1 (Schweinegrippe) oder H5N1 (Vogelgrippe) noch gut in Erinnerung. Im Jahr 2018 analysierte eine Gruppe von Wissenschaftler*innen 39 Antigenverschiebungen von bei Tieren vorkommenden Virusstämmen auf den Menschen – davon traten 37 Fälle in kommerziellen Geflügelproduktionsbetrieben auf.

Eine vergleichbare Situation besteht auch bei bakteriellen Erregern; z.B. MRSA. Bereits 2009 wurde über das Bundesinstitut für Risikobewertung darauf hingewiesen, dass das Potenzial des Erregers, seine Resistenz- und Virulenzeigenschaften zu verändern, eine engmaschige Überwachung in den Tierpopulationen sowie entlang der Lebensmittelkette erforderlich macht. Seitens des Robert Koch-Institutes wurde empfohlen, Patienten die (beruflich) direkten Kontakt zu Tieren in der landwirtschaftlichen Tiermast (Schweine) haben, grundsätzlich bei der Aufnahme in Krankenhäuser auf MRSA zu untersuchen, um die Patienten vor Infektionen zu schützen und auch die Weiterverbreitung des Erregers in Krankenhäusern einzudämmen. Unverständlicherweise haben Sie sich im Mai 2019 – also vor einem Jahr – für eine Verringerung der Kontrollfrequenzen im Lebensmittelbereich inkl. der Fleischbetriebe ausgesprochen; die aktuellen Missstände und deren Folgen sind nun bekannt.

Sehr geehrte Frau Klöckner, in Ihrer Funktion als Bundeslandwirtschaftsministerin tragen Sie eine sehr hohe Verantwortung für die zukünftigen Entwicklungen in der Primärproduktion, bei Transport und Schlachtung und im Lebensmittelbereich – d.h. Sie sind auch verpflichtet, das Risiko der Entstehung und Ausbreitung mutierter Erreger und damit verbundener Pandemien nach bestem Wissen und Gewissen zu minimieren.

Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn sich Ihr Blick auf eine art- und tiergerechte, gesunde Haltung der sogenannten Nutztiere und auf nachhaltige Umweltbedingungen richtet. Grundlage für eine Pandemieverhinderung ist u.a. die – allseits bekannte – „social distance“. Doch im Bereich der industriellen Nutztierhaltung wird, mit fatalen Folgen, genau das Gegenteil praktiziert. 175 Mio. Hühner und Puten sowie 27 Mio. Schweine leben in Deutschland auf engstem Raum zusammen; es handelt sich um genetisch homogene Hochleistungszuchten, die lebenslang in geschlossene Stallsysteme eingepasst, mit nicht artgerechtem Hochleistungsfutter ernährt und sogar metaphylaktisch mit hohen Antibiotikagaben behandelt werden müssen. Die EU-Verordnungen 2019/4, 2019/5 und 2019/6 wurden explizit dazu erlassen, den Einsatz von Tierarzneimitteln zum Ausgleich für schlechte Bedingungen in der Tierzucht zu untersagen. Es gilt nun, die Haltungssysteme an die Tiergesundheit anzupassen, nicht umgekehrt.

Der Zusammenhang zwischen Agrarindustrie mit Intensivtierhaltung, hohen Umweltschäden und zunehmendem Pandemierisiko ist wissenschaftlich bekannt und belegt – ebenso wie die Lösung: eine zwingend notwendige Entflechtung und Extensivierung der industriellen Nutztierhaltung.

Mittlerweile werden Journalisten, die den Zusammenhang von Covid-19 und Massentierhaltung thematisieren oder kritisch über die Pandemie berichten, massiv eingeschüchtert und bedroht.

Doch auch Sie, sehr geehrte Frau Klöckner, wissen um die lang anhaltenden, systematischen und erheblich rechtswidrigen Missstände rund um diese industrielle Nutztierhaltung – angefangen bei der Tierhaltung (Geflügel-, Schweine- und Rinderhaltungsskandale) über Tiertransporte und unvorstellbar grausame Schächtungen in Drittländern (s. zahlreiche Veröffentlichungen; z.B. Maisack/Rabitsch und Animals´ Angels), wiederholte Schlachthofskandale, umfangreiche Missstände in Zerlegebetrieben sowie weltweite Gesundheitsschäden (Pandemien, resistente Keime) und Umweltzerstörungen (Regenwaldvernichtung, hoher EU-weiter Insektizid-, Herbizid- und Fungizideinsatz mit Verlust der Biodiversität, Gülleproblematik usw.).

Das Zusammenwirken von Artenschwund, Antibiotika, Desinfektionsmittel und industrieller Nutztierhaltung potenziert die Risiken. Man kann die Gesundheit von Tieren und Menschen nicht getrennt betrachten. Biodiversität ist die sicherste – wenn auch nicht 100%ige – Lebensversicherung für den Menschen, um gegen Erreger gewappnet zu sein.

Als demokratisch gewählte Politikerin stehen Sie, Frau Klöckner in der Pflicht, Ihr zukünftiges Handeln nicht länger rein wirtschaftlich und nach Lobbyisten-Vorgaben auszurichten, sondern sich zum Wohl jedes Einzelnen für einen grundsätzlichen Systemwandel auszusprechen und diesen umzusetzen. Nur so haben wir heute und zukünftig die Chance auf ein gesundes, respektvolles und nachhaltiges (Über-)Leben.

Mit freundlichen Grüßen im Namen aller zeichnenden Organisationen.

Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen e.V.
AKUT – Aktion Kirche und Tiere e.V.
ANIMALS UNITED e.V.
Ärzte gegen Massentierhaltung n.e.V.
Bürgerinitiative LAHSTEDT-ILSEDE für TIER, MENSCH und UMWELT
Contra Industriehuhn Wedemark e.V.
Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.
Deutscher Tierschutzbund – Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.
Deutsche Tier-Lobby
Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz
Förderverein des Peter-Singer-Preises für Tierleidminderung e.V.
Future Food
mensch fair tier
Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V.
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
PETA Deutschland e.V.
Robbenzentrum Föhr
TASSO e.V.
Tierärzte für Tiere
Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V.
Tierhuus Insel Föhr e.V.

Literaturhinweise (Auszug)

Wie Tierproduktkonsum zu Pandemien beiträgt

tinyurl.com/s4q3foq ; Christian Drosten in “Die Welt”, 2017

nutritionfacts.org/video/pande…

www.freitag.de/autoren/the-gua…

www.animal-health-online.de (04.05.2020)

RFL 06/2009: MRSA in der Lebensmittelkette

26.04.2020 – Pressenza bureau in Munich – Italien: Unterstützung für von der Fleischindustrie angegriffene Journalisten

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Claudia Preuß-Ueberschär (26.05.2020; 21:54 Uhr)
cpreussueberschaer@googlemail….

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Die Niederlande stoppen Tiertransporte nach Russland – Deutschland muss sofort nachziehen

PROVIEH e.V. – Pressemitteilung vom 26.05.2020

Die niederländische Regierung verbietet mit sofortiger Wirkung alle Tiertransporte nach und durch Russland, denn dort sind derzeit keine Versorgungsstationen zum Abladen der Tiere in Betrieb. PROVIEH fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, unverzüglich ein nationales Verbot der Tiertransporte nach und durch Russland auszusprechen, da das gesetzlich vorgeschriebene Abladen und Versorgen der Tiere nicht möglich ist.

26.05.2020: Ab heute gilt ein niederländisches Moratorium für alle Tiertransporte nach Russland. Offizielle Berichte von deutschen Amtstierärzten haben dokumentiert, dass keine adäquaten Versorgungsstationen in Russland zum Abladen der Tiere vorhanden sind. …

(…)

Lesen Sie bitte die vollständige Pressemitteilung online unter:
archive.newsletter2go.com/?n2g…

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PROVIEH e.V. Pressemitteilung (26.05.2020; 17:32 Uhr)
presse@provieh.de

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Veröffentlichungen von Dr. Helmut F. Kaplan
www.tierrechte-kaplan.org/

AKT – AKTION KONSEQUENTER TIERSCHUTZ (Peter H. Arras):
www.akt-mitweltethik.de/

Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 27.05.2020
twitter.com/fellbeisser

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