Kosmetika werden immer noch an Tieren getestet – Verbände wollen das mit einer Million Unterschriften verhindern

Ärzte gegen Tierversuche e.V. – Pressemitteilung vom 08.09.2021

Tierversuche für Kosmetika sind in der EU eigentlich verboten, dennoch werden sie immer noch durchgeführt. Grund sind widersprüchliche Auslegungen von EU-Gesetzen. Ein Zusammenschluss aus fünf europäischen Tierschutz-Dachverbänden fordert die Einhaltung des Verbots sowie einen Fahrplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch generell. Das Bündnis, dem auch der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche angehört, will in einer letzte Woche gestarteten Europäischen Bürgerinitiative eine Million Unterschriften sammeln, um Brüssel zum Handeln zu bringen.

Tierversuche für Kosmetikprodukte wurden 2009 in der EU verboten. Ein Handelsverbot tiergetesteter Kosmetika folgte im Jahr 2013. Tierversuchsgegnerorganisationen haben über zwei Jahrzehnte hart dafür gekämpft. Doch trotz dieser Verbote sind Cremes, Lippenstift und Shampoo nicht tierversuchsfrei, selbst solche nicht, die mit Siegeln gekennzeichnet sind. Grund ist, dass die Europäische Chemikalienagentur ECHA neue Tierversuche für Inhaltsstoffe verlangt, auch für solche, die ausschließlich in Kosmetika verwendet werden und bei denen seit langem bekannt ist, dass sie sicher in der Anwendung sind.

So wollte das deutsche Unternehmen Symrise im Rahmen der EU-Chemikalien-Verordnung REACH zwei Substanzen registrieren, die in Sonnencremes eingesetzt werden. Unter REACH müssen Zigtausende Chemikalien, die zum Teil schon Jahrzehnte im Einsatz sind, mit umfangreichen Datensätzen bei der ECHA registriert werden. Die Behörde prüft dann, ob noch Informationen nachgereicht werden müssen. Im Fall von Symrise verlangte die Agentur von der Firma Tierversuchsreihen an weit über 2.000 Tieren. Der Hersteller legte Einspruch ein – ohne Erfolg, die Behörde beharrte auf den Tierversuchen.

In einer aktuellen Studie hat das Team um Thomas Hartung, Professor für Toxikologie an der Johns Hopkins Universität Baltimore, die Problematik untersucht und herausgefunden, dass von 419 Stoffen, die in der EU als ausschließlich für Kosmetika registriert sind, 63 an Tieren getestet wurden – selbst nach Inkrafttreten der Kosmetik-Richtlinie, die Tierversuche für Schönheitsmittel verbietet.

„Unter dem Deckmantel des Arbeitsschutzes macht die EU ihr eigenes, hart erkämpftes Tierversuchsverbot für Kosmetika zunichte. Das ist absolut inakzeptabel“, empört sich Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. Der Verein hat zusammen mit seinen Dachverbänden, der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen und Eurogroup for Animals sowie PETA International, Humane Society International und Cruelty Free Europe eine Europäische Bürgerinitiative gestartet. Mit diesem Instrument gibt die EU Bürgern die Möglichkeit, direkt Einfluss auf Gesetze zu nehmen. Innerhalb eines Jahres müssen eine Million verifizierte Unterschriften gesammelt werden, davon aus mindestens 7 Ländern eine bestimmte Mindestanzahl. Wird dieses Ziel erreicht, dann muss sich die EU-Kommission mit dem Anliegen auseinandersetzen.

Die Verbände fordern damit die Einhaltung des Verbots von Tierversuchen für Kosmetika, die Umgestaltung des EU-Chemikalienrechts, sodass es ohne Tierversuche auskommt sowie einen Fahrplan für die schrittweise Abschaffung aller Tierversuche in Europa.

Erst im Juni hatte die EU-Kommission zugestimmt, die Forderungen der Bürgerinitiative „End the Cage Age“ zu erfüllen, und die Käfighaltung von Sauen, Kälbern, Kaninchen, Hühnern, Enten und Gänsen zu beenden. Die Bewegung hatte 1,4 Millionen Unterschiften gesammelt. „Mit der neuen Initiative ‚Save Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche‘ wollen wir das auch schaffen!“, so Tierärztin Gericke. „Die Bürger wollen das Leid der Tiere in den Laboren nicht länger hinnehmen. Die EU muss endlich handeln.“

Weitere Informationen

Europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics” >>
eci.ec.europa.eu/019/public/#/…

Knight J et al: Continuing animal tests on cosmetics ingredients for REACH in the EU. ALTEX 2021. – www.aerzte-gegen-tierversuche….

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Ärzte gegen Tierversuche e.V., Goethestraße 6-8, 51143 Köln, Tel.: 02203-9040990, Fax: 02203-9040991,
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Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus Ärzten, Tierärzten und Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ablehnen. Der Verein engagiert sich für eine moderne, humane Medizin und Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten sowie der Einsatz tierversuchsfreier Forschungsmethoden im Vordergrund stehen.

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Ärzte gegen Tierversuche (08.09.2021; 09:02 Uhr)
keineantwort@aerzte-gegen-tier…

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Trotz Verbot: Rinder weiter in Drittländer exportiert

von Laura Albus

Seit 2019 ist der Export von Rindern von Schleswig-Holstein aus in Länder außerhalb der Europäischen Union verboten. Doch genau diese Exporte finden nach wie vor statt – über Umwege.

Es sind Bilder, die Veterinärmedizinerin Manuela Freitag nicht vergisst. Rinder, die eng auf einem Viehtransporter stehen oder entkräftet auf dem Boden liegen, und das für mehrere tausend Kilometer. Szenen von geschächteten Tieren in Schlachtställen in Nordafrika. Die Rinder auf diesen Bildern kommen zum Teil auch aus Schleswig-Holstein. Dabei dürften sie eigentlich gar nicht mehr dorthin exportiert werden. Aber Behörden aus Niedersachsen genehmigen das bis heute. Und sorgen so dafür, dass auch Rinder aus Schleswig-Holstein weiter in sogenannte Drittländer gebracht wird en dürfen.

Insofern kann ich mir gar nicht erklären, warum den Kollegen ganz offensichtlich das Tierwohl völlig egal ist.

Kreisveterinärin Manuela Freitag

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NDR – 08.09.2021; 08:00 Uhr
www.ndr.de/nachrichten/schlesw…

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Klauseln im Mietvertrag: Wann Haustierhaltung in der Wohnung verboten ist

sm, cho, t-online

Ob Hund, Kaninchen oder Königskobra: Haustiere sind nicht in jedem Mietshaus gern gesehen. Doch oft hat der Vermieter kein Mitspracherecht. Das gibt Mietern aber nicht jedes Recht auf jedes Tier.

Tiere im Haus sorgen immer wieder für Ärger zwischen Mietern und Vermietern. Bei der Frage, ob Haustiere in der Wohnung erlaubt sind und zu welchen Bedingungen, kann sich keine der beiden Seiten auf ein Gesetz berufen, das die Haltung von Tieren in Wohnungen grundsätzlich regelt.

Inzwischen geben jedoch viele Gerichtsurteile die Richtlinien vor. Wir erklären, ob Vermieter Haustiere grundsätzlich verbieten dürfen, welche Klauseln es in Mietverträgen dazu gibt und welche Rolle die Art des Tieres spielt.

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T-Online – 08.09.2021; 07:45 Uhr
www.t-online.de/finanzen/immob…

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Veröffentlichungen von Dr. Helmut F. Kaplan:
www.tierrechte-kaplan.org

AKTION KONSEQUENTER TIERSCHUTZ (Peter H. Arras):
www.akt-mitweltethik.de/

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 08.09.2021
twitter.com/fellbeisser

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