OFFENER BRIEF zum Antrag der CDU wegen Taubenvergrämung – hier: geplante Anwendung von Klebepasten (Video)

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Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Feyen,

der Einsatz von Klebestoffen wie NoPaloma, BirdFree oder ähnliche Produkte mit neuen Namen wäre ein grober Verstoß gegen den geltenden und im Grundgesetz verankerten Tierschutz, weil nachweislich nicht nur Tauben von diesem Zeug tierquälerisch in Mitleidenschaft gezogen werden! Der Klebstoff verteilt sich von den Füßen aufs Gefieder sowie an den Schnabel. Die Vögel werden bewegungsunfähig und können mit zugeklebten Schnabel weder Nahrung noch Wasser aufnehmen. Das ist Tierquälerei und ist mit unseren Gesetzen nicht in Einklang zu bringen!

Es gibt Dokumentationen dazu, dass nicht nur Tauben durch diese Klebestoffe gequält werden, insbesondere kleine Vögel, aber auch Greife, die verklebte Vögel verwerten, kommen durch diese Klebemittel um. Die Behauptung der Vergrämer, dass die Klebepaste durch das Aufstreuen von Sand nicht berührt wird, ist schlicht unwahr. Sehr wohl dringen die Krallen der Vögel durch die obere Schicht in den Klebstoff ein und verkleben den gesamten Vogel, der versucht, das Zeug mittels Putzen loszuwerden.

Selbst in einer Fachzeitschrift für Vergrämer (Anlage) wurde über die Schädlichkeit berichtet. Verhindern sie bitte, dass in Viersen dieses Teufelszeug zur Anwendung kommt! Verursachen sich nicht noch größere Verluste in der Vogelwelt, als bisher schon verloren geht durch den starken Rückgang an Insekten aufgrund der Verwendung von Pestiziden. Auch wenn beteuert wird, es seien keine von Klebepasten beeinträchtigten Vögel zu finden, so ist dem entgegenzuhalten, dass ein solch beeinträchtigter Vogel sich in ein für uns nicht sichtbares Versteck zurückzieht und dort leise und elendig verreckt! Bitte leiten Sie diese E-Mail an die Leute weiter, die den Antrag zur Anwendung gestellt haben.

Der NABU hat hierüber berichtet:
www.nabu-leipzig.de/gruppen/ar…

Hier die Rechtliche Beurteilung der Klebepasten:
www.taubenturm-witten.de/DjGT-…

Die einzig nachhaltige Lösung für das „Taubenproblem“ sind Taubenschläge, in denen die Eier gegen Kunststoffeier ausgetauscht werden können. In Augsburg ist es mit Vollabdeckung aller ansässigen Tauben durch Taubenschläge erfolgreich gelungen, die dortige Population zu reduzieren. Diese werden täglich mit artgerechtem Futter und Wasser versorgt, daher haben sie einen festen Kot und nicht den flüssigen Hungerkot, den alle Leute bei unversorgten Tauben beklagen. Der Kot verbleibt im Schlag und wird durch tägliche Säuberung entfernt, er kann sogar als guter Dünger verwendet werden (ähnlich dem Guano, Vogelkot-Dünger, den es zu kaufen gibt). Solche Taubenschläge sind am preiswertesten einzubauen in Holzbühnen historischer und denkmalgeschützter Bauten. Wir hier in Stuttgart haben z.B. in einer Kirche und in einem Gebäude, die einer Bank gehört, Taubenschläge einbauen können. Es sind die idealsten Standorte, weil die Errichtung von Taubentürmen sehr viel teurer kommen.

Denkbar sind Gebäude, die im Besitz von Stadt oder Land sind. Diese könnten mit gutem Beispiel vorangehen – mit ihrem Beispiel.

Außerdem sollte bedacht werden, dass Felsentauben vom Menschen hierher gebracht worden sind, auf ständige Eiablage gezüchtet zum eigenen Verzehr oder zur Zucht als Brieftauben für Flugwettbewerbe. Dann wurden diese Tauben ausgesetzt (auch bei den Wettflügen gehen bis zu 45% der losgeschickten Tauben verloren, die sich im zweifelhaften Glücksfall den Stadttauben anschließen, um ihr Hungerleben zu teilen – bei Futterverbot, welches zum Teil drakonische Bußgelder nach sich ziehen.. Tauben sind letztendlich ausgesetzte Haustiere, sie sind die Versorgung durch den Menschen gewohnt und benötigen diese auch. Es ist nicht die Natur der Tauben, den ganzen Tag zwischen Beinen von Menschen herumzutappen! Das machen sie nur aus größter Hungersnot und nur deshalb suchen sie Plätze auf, an denen Menschen etwas fallen lassen könnten. Brot, Müll, Salami und Kotze vertragen die Tiere nicht, weshalb sie nur ein Alter von ca. 2-3 Jahren erreichen auf der Straße – wo sie doch in gut versorgtem Zustand bis zu 14 Jahre alt werden können. Sie sind den grausamen Vergrämungen ausgesetzt (Netze, Stacheln, Klebepasten, die aus den o.g. Gründen illegal sind). All diese Vergrämungen machen ihnen das Leben nur noch schwerer, als es eh schon ist. Die Propaganda der Vergrämer, die damit ihre hohen Einnahmen erzielen, tut ihr Weiteres. Dem wunderschönen, intelligenten und liebevollen Vogel wird man so in keinster Weise gerecht. Früher war die Taube Sinnbild für den Heiligen Geist und heute wird dieser Vogel mit Hass verfolgt und sogar mit voller Absicht totgetreten oder totgefahren, falls er sich wegen doppelter Verschnürung oder sonstiger Verletzungen nicht mehr schnell genug fortbewegen kann! Soviel Hass hat kein Tier auf dieser Welt verdient!

Abgesehen davon brüten Tauben mehr, wenn sie hungern. Das wurde längst wissenschaftlich nachgewiesen. Es kommt dann oft zu sogenannten Schachtelbruten – und zwar allein aufgrund der geringen Überlebenschancen der Jungvögel, die oft bereits in den Nestern elendig an Hunger sterben, der die u.a. die vollständige Entwicklung der inneren Organe verhindert. Das nennt man dann „Arterhaltung um jeden Preis“! Tauben brüten weniger, wenn sie artgerecht versorgt sind!

Weiterführende Links finden Sie hier – selbst der Deutsche Tierschutzbund hat eine Kampagne „Respekttaube“ pro Stadttaube gestartet. Sollte sich die Einstellung Tauben gegenüber doch ändern lassen, könnte man auch Hoffnung dahingehend hegen, dass Hauseigentümer von entsprechenden Gebäuden Ihre Holzbühnen umbauen lassen, um diesen doch sehr schönen Vögeln Obdach und Versorgung zu bieten.



www.youtube.com/watch?v=IGlDBm…
www.tierschutzbund.de/aktion/k…
www.strassentaube-und-stadtleb…

Ich hoffe, dass Sie andere Möglichkeiten finden, mit den Tauben zu leben – zu beiderseitiger Zufriedenheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Sylvia Müller
Fördermitglied und Ehrenamtliche von
StraßenTAUBE und StadtLEBEN e.V.

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Gesendet: Freitag, 22. März 2019 um 18:59 Uhr
Von: “Sylvia Müller” antar@gmx.de
An: ute.feyen@viersen.de
Cc: post@ltv-nrw.de, digitalredaktion@wz.de, juliane.kinast@wz.de, veterinaeramt@kreis-viersen.de
Betreff: OFFENER BRIEF zum Antrag der CDU wegen Taubenvergrämung – hier: geplante Anwendung von Klebepasten

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Übersandt von:

Martina Patterson (22.03.2019; 22:30 Uhr)
pattersonmatpatt@gmx.net

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 23.03.2019
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