VIER PFOTEN Deutschland – Pressemitteilung vom 25.11.2020

Freitag: MinisterInnen der Länder reden in Videokonferenz über den „Schweinestau“

Hamburg, 25. November 2020 – Diesen Freitag wollen die AgrarministerInnen der Länder auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in einer Videokonferenz über Probleme beim Schweinestau diskutieren.

Dazu kommentiert Ina Müller-Arnke, Nutztierexpertin bei VIER PFOTEN:

„Der sogenannte ,Schweinestau‘ zeigt auf erschreckende Art und Weise, wie anfällig das industrialisierte System mit seinen riesigen Nutztierbeständen, starker Exportorientierung und zentralisierten Schlachtfabriken in Deutschland ist. Es grenzt geradezu an Zynismus, dass Politik, Bauernverband und Interessenverbände der SchweinehalterInnen aufgrund der Notsituation nicht auf die Idee kommen, weniger Schweinefleisch zu produzieren. Das würde den Tieren zusätzliches Leid ersparen. Stattdessen geht es bei der Debatte einzig um wirtschaftliche Einbußen. Am Status Quo soll sich nichts ändern, ohne Rücksicht auf die überschüssigen Tiere.

Die TierhalterInnen müssen jetzt sofort die Notbremse ziehen und ihre Schweine- und Ferkellieferungen drastisch reduzieren, um eine Tierschutz-Katastrophe wie in den USA mit Notschlachtungen zu verhindern. Auch Sauen dürften vorerst nicht erneut besamt werden. Dafür sollten sich auch der Bauernverband und Interessensverbände der TierhalterInnen einsetzen. Es ist empfindsamen Lebewesen gegenüber unverantwortlich, einfach weiter zu produzieren, während sich die Tiere bereits in den Ställen stapeln. Denn damit werden bewusst vorhersehbare Leiden in Kauf genommen.

Doch die Drosselung der Tierbestände als Sofortmaßnahme reicht nicht. Mittel- und langfristig ist eine deutliche Bestandsreduzierung die einzig gangbare Lösung. Denn mehr Tierschutz funktioniert nur mit kleineren Tierbeständen. Das gilt nicht nur für Schweine, sondern auch für Geflügel und Rinder. Es müssen Bestände abgebaut, Exporte von Tierüberschüssen abgeschafft und Schlachthöfe dezentralisiert werden. Gerade durch die in den vergangenen Jahren vorangeschrittene Zentralisierung der Schlachthöfe haben sich Abhängigkeiten gebildet und Transportwege vergrößert. Dagegen müssen wir vorgehen.

Nur wenn es weniger sogenannte ‚Nutztiere‘ in Deutschland gibt, wird man genug Platz für jedes einzelne Tier mit Auslauf im Freien ermöglichen können. Und nur dann werden ins Ausland exportierte ,Tierüberschüsse` und Akkordschlachtungen endlich der Vergangenheit angehören.”

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Oliver Windhorst
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Ina Müller-Arnke
Nutztierexpertin
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Oliver Windhorst (25.11.2020; 08:08 Uhr)
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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© ( www.fellbeisser.net/news/ ) am 25.11.2020
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