
Charles Pattersons umstrittenes Buch über die Ursprünge des industrialisierten Tötens
Von der Massenhaltung und Versklavung der Tiere führt ein direkter Weg hin zur industriellen Massenschlachtung. Patterson zeigt, wie schon früh Mechanismen der Tierhaltung und -behandlung auf Menschen übertragen wurden.
Als Ende des 19. Jahrhunderts in den Schlachthöfen von Chicago die fließbandmäßige Schlachtung und Verarbeitung von Tieren beginnt, sind die Voraussetzungen geschaffen für die automatisierten Vernichtung von Menschen. Die nationalsozialistische Ideologie stützt sich auf zeitgenössische Theorien der Auswahl und Zucht von Tieren, die zu Rassenwahn, Zwangssterilisationen und eugenisch begründeten Tötungen am Menschen führen.
Obwohl die Massenmorde, die Patterson in seinem Buch behandelt, sich sowohl in Bezug auf die Identität der Opfer als auch hinsichtlich des Zwecks des Tötens unterscheiden, haben sie mehrere erschreckende Gemeinsamkeiten: Die Isolierung der Opfer. Der quälerische Transport. Die Unterbringung in Ställen und Schlachthöfen. Die Architektur der Gaskammern. Die massenhafte Tötung. Schon Bernhard Grzimek sprach im Zusammenhang mit der Haltung von Legehennen von „Hühner-KZs“.
Patterson erklärt außerdem,
• warum Henry Ford 1938 in Detroit den höchsten Nazi-Orden erhielt,
• wie es kam, dass amerikanische Stiftungen die deutsche Rasseforschung über Jahre großzügig finanziell unterstützten,
• warum ein US-Forscher wissenschaftlicher Berater für das erste Gaskammer-Vernichtungsprogramm der Nazis wurde,
• wie Himmler vom Geflügelzüchter zum Menschenzüchter und -vernichter wurde u.a.
Die Erfahrung des Holocausts hat die Überlebenden und ihre Angehörigen sensibel gemacht für das Leid, das Menschen einander zufügen - aber auch für das Leid, das tagtäglich Millionen von Tieren erfahren. Charles Patterson porträtiert amerikanische und deutsche Tierschutzaktivist/inn/en, die ihr Engagement aus ihren ganz persönlichen Erlebnissen heraus begründen.
Über den Autor
Charles Patterson ist Dozent für Geschichte und den Holocaust, ist Psychotherapeut und lebt in New York. Seit 17 Jahren schreibt er für die von der International Society of Yad Vashem herausgegebene Zeitschrift Martyrdom and Resisdence. Er hat u.a. Bücher über den Antisemitismus, die Bürgerrechtsbewegung in Amerika und eine preisgekrönte Biografie der schwarzen Sängerin Marian Anderson geschrieben.
Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka: Über die Ursprünge des industrialisierten Tötens
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