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	<title>Fellbeisser Tierrechtsautoren &#187; Schlachthof</title>
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	<description>Autorenbeiträge zu Tierrechte und Tierschutz</description>
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		<title>Wege zum Veganismus</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 16:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>
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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong>Wer Veganer will, mu&#223; den Vegetarismus f&#246;rdern</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>In den letzen 20 Jahren habe ich in sch&#228;tzungsweise  ebensovielen Beitr&#228;gen versucht, die moralische Wertigkeit einer vegetarischen und einer veganen Lebensweise f&#252;r mich zu kl&#228;ren und das Ergebnis meinen Lesern &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"><div class="browsershot mshot"><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" ><img src="http://s.wordpress.com/mshots/v1/http%3A%2F%2Fwww.tierrechte-kaplan.org?w=200" alt="http://www.tierrechte-kaplan.org" width="200" /></a></div></div>
<p><strong>Wer Veganer will, mu&#223; den Vegetarismus f&#246;rdern</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>In den letzen 20 Jahren habe ich in sch&#228;tzungsweise  ebensovielen Beitr&#228;gen versucht, die moralische Wertigkeit einer vegetarischen und einer veganen Lebensweise f&#252;r mich zu kl&#228;ren und das Ergebnis meinen Lesern zu vermitteln. An letzterem bin ich kl&#228;glich gescheitert. Zwei Gr&#252;nde f&#252;r dieses Scheitern sind wohl:</p>
<p>Erstens: Thematisierung und Beantwortung der Frage nach der moralischen Wertigkeit von Vegetarismus und Veganismus h&#228;ngen in hohem Ma&#223;e von der ethischen Grundposition ab, die man hat: Ist man „Deontologe“, fragt man, ob eine Handlung AN SICH richtig ist, unabh&#228;ngig von ihren Folgen.  Ist man hingegen „Teleologe“, geht es einem GERADE um die Folgen einer Handlung. Das Nicht-Wahrnehmen oder Nicht-wahrnehmen-Wollen dieser theoretischen Grundfrage ist einer fruchtbaren Diskussion naturgem&#228;&#223; nicht eben f&#246;rderlich.</p>
<p>Zweitens: Das Thema Vegetarismus / Veganismus ist in so hohem Ma&#223;e mit Emotionen besetzt, da&#223; schon die gestellten FRAGEN kaum zur Kenntnis genommen werden – geschweige denn sachlich und rational diskutiert w&#252;rden. So habe ich  vorrangig folgende Frage behandelt:</p>
<p>Was ist die beste Strategie GEGEN&#220;BER DER ALLGEMEINHEIT, also gegen&#252;ber Fleischessern, um dem Ziel einer veganen Gesellschaft n&#228;herzukommen?</p>
<p>Reaktionen bekam ich aber fast ausschlie&#223;lich auf eine andere Frage:</p>
<p>Zu welcher Ern&#228;hrungsweise bin ICH, Helmut F. Kaplan, moralisch verpflichtet?</p>
<p>Angesichts dieser Geschichte und Probleme will ich im folgenden versuchen, die Frage vegetarisch oder vegan einmal (fast) nur auf der Faktenebene zu behandeln. </p>
<p><strong>&#214;konomische und psychologische Fakten</strong> </p>
<p>Die kommerzielle Nutzung von Tieren bedeutet praktisch IMMER eine AUSNUTZUNG der Tiere, weil das allgegenw&#228;rtige Wirtschaftlichkeitsdenken automatisch zur Ausbeutung der Tiere f&#252;hrt. Die Tiernutzungsindustrie bildet ein eng ineinander verwobenes Gesamtsystem zwecks Profitmaximierung, in dessen Zentrum die Fleischproduktion steht: Fast alle Tiere, die IRGENDWIE GENUTZT WERDEN, werden am Ende auch GEGESSEN.</p>
<p>Die allgemeine Werbung f&#252;r den VEGETARISMUS ist deshalb vergleichsweise erfolgversprechend, weil die Gr&#252;nde f&#252;r den Verzicht auf Fleisch nicht nur ethisch und rational plausibel sind (bzw. plausibel gemacht werden k&#246;nnen), sondern weil sie quasi auch „lebenspraktisch“ nachvollziehbar sind: Da&#223; das Huhn oder Schwein, das ich gerade esse, vorher f&#252;r mich get&#246;tet werden mu&#223;te, leuchtet unmittelbar ein, und da&#223; ich in Hinkunft statt einer Wurstsemmel eine K&#228;sesemmel essen werde, ist auch vergleichsweise leicht vorstellbar.</p>
<p>Beim VEGANISMUS ist hingegen alles viel komplizierter, indirekter &#8211; und schwerer akzeptierbar: Da&#223; die Milch, die in meinem K&#228;se ist, ebenfalls von einem Tier stammt, das gequ&#228;lt wird und letztlich im Schlachthof landen wird, ist schon „viel weiter hergeholt“, als da&#223; das Tier, das ich gerade esse, vorher f&#252;r mich get&#246;tet werden mu&#223;te. Und da&#223; ich in Hinkunft weder eine Wurstsemmel NOCH eine K&#228;sesemmel essen soll, erscheint kaum vorstellbar. Wir d&#252;rfen nicht vergessen (was von Veganismus-Werbern fast immer vergessen wird): Bereits der Verzicht auf Fleisch, also der Schritt zu einer VEGETARISCHEN Lebensweise bedeutet f&#252;r die allermeisten Menschen einen sehr, sehr gro&#223;en, ja geradezu „mutigen“ Schritt!</p>
<p>Zum Vegetarismus kann man die Menschen im optimalen Falle f&#252;hren, zum Veganismus m&#252;ssen sie meist selber kommen. Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer vollzieht sich im Stillen, im Privaten. Allerdings in aller Regel nur unter einer Voraussetzung: wenn die Betroffenen aus ETHISCHEN Gr&#252;nden kein Fleisch essen. Deshalb ist es von so herausragender Bedeutung, die Menschen zum moralisch motivierten Vegetarismus zu f&#252;hren.</p>
<p>Im folgenden will ich n&#252;chtern und emotionslos darlegen, welche Folgen welche Strategien zum jetzigen (2010) historischen Zeitpunkt meines Erachtens haben: </p>
<p><strong>Vegetarismus-Politik schafft Vegetarier UND Veganer<br />
</strong><br />
Zwischen (moralisch motiviertem) Vegetarismus und Veganismus besteht ein zwar nicht zwingender, wohl aber deutlicher Zusammenhang: Der Vegetarismus ist quasi die Voraussetzung f&#252;r den Veganismus, fast alle Veganer waren vorher Vegetarier. Kaum ein Fleischesser wird in einem Schritt zum Veganer. Aus einem Vegetarier wird vergleichsweise leicht ein Veganer, aus einem Fleischesser praktisch nie. Jeder Schritt zum Vegetarismus ist also gleichzeitig ein m&#246;glicher Schritt zum Veganismus. Kurz: Wer  den Vegetarismus f&#246;rdert, f&#246;rdert damit gleichzeitig den Veganismus. </p>
<p>Entsprechendes gilt auf der &#246;konomischen Ebene: Ein sp&#252;rbarer Impuls in Richtung Vegetarisierung der Gesellschaft initiiert eine Eigendynamik in Richtung Veganisierung der Gesellschaft. Denn die verschiedenen Formen der Tiernutzung bilden, wie gesagt, ein eng ineinander verwobenes Gesamtsystem, dessen wichtigstes Element die Fleischproduktion ist. Bricht nun dieses wichtigste Element, die Fleischproduktion, aufgrund fortschreitender Vegetarisierung weg, wird das Gesamtsystem weniger profitabel &#8211; und verschwindet allm&#228;hlich. Fazit: Wenn wir die Vegetarisierung schaffen, bekommen wir die Veganisierung geschenkt. </p>
<p><strong>Veganismus-Politik schafft WEDER Veganer NOCH Vegetarier</strong></p>
<p>Der Versuch, „normale“ Menschen, also Fleischesser zum jetzigen Zeitpunkt zu Veganern zu machen, ist nicht nur aussichtslos, sondern sogar sch&#228;dlich: Wir schaffen damit n&#228;mlich nicht nur keine Veganer, sondern VERHINDERN auch noch Vegetarier! Denn auch Menschen, die innerlich zu einer vegetarischen Lebensweise bereit w&#228;ren, werden sofort eine „Kehrtwende“ machen, wenn wir ihnen er&#246;ffnen: Also, liebe Leute, die Sache ist aber eigentlich so: auch wenn ihr jetzt aufh&#246;rt, Fleisch zu essen, so reicht das leider noch lange nicht. Ein solcherart „aufgekl&#228;rter“ potentieller Vegetarier wird augenblicklich emotional und intellektuell „zumachen“, weiterhin Fleisch essen und f&#252;r lange Zeit (wenn nicht f&#252;r immer) f&#252;r weitere Bem&#252;hungen, ihn zum Fleischverzicht zu bewegen, taub sein.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich soll man auch f&#252;r den Veganismus werben. Aber nur, wo die realistische Chance besteht, Veganer zu schaffen, nicht, wo die Gefahr besteht, Vegetarier zu verhindern.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
<p>Helmut F. Kaplan jetzt auch auf Facebook</p>
<p>Neues Buch: &#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221;</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a><br />
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (05.01.2010; 12:11 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
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		<title>Tierrechte &#8211; das Ende einer Illusion?</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/tierrechte-das-ende-einer-illusion</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/tierrechte-das-ende-einer-illusion#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 16:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><strong>In der Praxis ist die Tierrechtsbewegung bisher grandios gescheitert</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p><em>J&#228;hrlich werden zwischen 50 und 60 Milliarden Tiere f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke get&#246;tet. Das sind etwa 150 Millionen Tiere t&#228;glich. Fische und andere Wassertiere sind in diesen Zahlen nicht </em>&#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Praxis ist die Tierrechtsbewegung bisher grandios gescheitert</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p><em>J&#228;hrlich werden zwischen 50 und 60 Milliarden Tiere f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke get&#246;tet. Das sind etwa 150 Millionen Tiere t&#228;glich. Fische und andere Wassertiere sind in diesen Zahlen nicht enthalten.<br />
</em><br />
Tierrechte werden heute im wesentlichen gem&#228;&#223; den theoretischen Ans&#228;tzen der Philosophen Tom Regan und Peter Singer formuliert. Regan steht in der kantischen Tradition und vertritt einen eher technischen Rechtsbegriff: Weil (auch) Tiere einen inh&#228;renten Wert haben, haben sie auch das RECHT, entsprechend diesem inh&#228;renten Wert behandelt zu werden. Das hei&#223;t vor allem: Tiere d&#252;rfen nicht so behandelt werden, als hinge ihr Wert von ihrer N&#252;tzlichkeit f&#252;r andere ab. </p>
<p>Singer steht in der Tradition Benthams bzw. des Utilitarismus und spricht nur im &#252;bertragenen bzw. umgangssprachlichen Sinne von Rechten: Gleiche Interessen, seien es nun menschliche oder tierliche, sollen auch moralisch gleich gewichtet werden. So verdient beispielsweise ein tierliches Interesse, nicht zu leiden, die gleiche moralische Ber&#252;cksichtigung wie ein gleich starkes menschliche Interesse, nicht zu leiden. Tiere haben wie Menschen einen Anspruch &#8211; ein RECHT, wenn man so will -, auf gleiche Interessenber&#252;cksichtigung. </p>
<p>Unabh&#228;ngig von solchen philosophischen Begriffen und Erw&#228;gungen glauben viele, wenn nicht die meisten Menschen, dass Tiere heute ohnehin ausreichend Rechte in dem Sinne h&#228;tten, dass ihre Anspr&#252;che auf angemessene Behandlung, etwa auf artgerechte Haltung, gesichert seien. Schlie&#223;lich gibt es diverse Tierschutzbestimmungen, von denen  viel und oft zu lesen und zu h&#246;ren ist. </p>
<p>Unbestreitbare Tatsache ist allerdings, dass Millionen von Tieren in Tierfabriken, auf Tiertransporten, in Schlachth&#228;usern, in Versuchslabors usw. TROTZ dieser Schutzbestimmungen tagt&#228;glich auf grauenhafte Weise gequ&#228;lt und get&#246;tet werden. Mit anderen Worten: Die Auffassung, wonach bei unserem Umgang mit Tieren alles geregelt und in Ordnung sei, ist schlicht falsch, ein gigantischer Irrtum &#8211; oder eine gigantische Selbstt&#228;uschung.</p>
<p>Wem dieser &#252;bliche brutale Umgang mit Tieren schon vor 15 Jahren bewusst und ein Dorn im Auge war, konnte damals berechtigterweise hoffen, dass sich die Situation in absehbarer Zeit grundlegend verbessern w&#252;rde. Um es mit den Worten der Tierrechtsbewegung zu sagen: Er konnte rationalerweise hoffen, dass sich die “Befreiung der Tiere“ analog der Befreiung der Sklaven und der Emanzipation der Frauen vollziehen w&#252;rde. Dieses Szenario in aller K&#252;rze:</p>
<p>Die Tierrechtsbewegung ist die logische Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen, wie eben der Befreiung der Sklaven oder der Emanzipation der Frauen. Immer ging und geht es darum, moralische Diskriminierungen aufgrund moralisch belangloser Merkmale zu erkennen und zu &#252;berwinden: Wir haben erkannt, dass die Hautfarbe belanglos ist. Wir haben erkannt, dass die Geschlechtszugeh&#246;rigkeit belanglos ist. Und nun erkennen immer mehr Menschen, dass auch die Artzugeh&#246;rigkeit moralisch belanglos ist: Warum soll man jemanden qu&#228;len d&#252;rfen, weil er zu einer anderen Art geh&#246;rt? Die Ausbeutung und Diskriminierung aufgrund der Art, aufgrund der Spezies, der “Speziesismus“, ist ebenso willk&#252;rlich und falsch wie Rassismus und Sexismus.</p>
<p>Die Chancen f&#252;r solche “antispeziesistische“ gesellschaftliche Ver&#228;nderungen analog den antirassistischen und antisexistischen Entwicklungen schienen vor 15 Jahren durchaus intakt. So schrieb etwa das Nachrichtenmagazin “Focus“ 1994 anl&#228;sslich eines dreiseitigen Interviews mit mir: “Neuerdings publiziert er im deutschen Gro&#223;verlag Rowohlt. Seine Streitschrift »Leichenschmaus. Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung« &#8230; ist auf dem Weg, die Bibel der Radikalvegetarier und Tierbefreier zu werden.“ Von solchen Tatsachen und Meldungen k&#246;nnen Tierrechtler gegenw&#228;rtig nur tr&#228;umen. Wenn heute ausf&#252;hrlich &#252;ber B&#252;cher in Bezug auf Tiere berichtet wird, dann &#252;ber Kochb&#252;cher, in denen der Leichenschmaus, also das Fleischessen, nicht kritisiert, sondern zelebriert wird. </p>
<p>Desastr&#246;ser Zustand der Tierrechtsbewegung</p>
<p>W&#252;rde ein Tierrechtler, der vor 15 Jahren ins Koma gefallen ist, heute erwachen &#8211; er k&#228;me aus dem Staunen nicht mehr heraus: vor Staunen &#252;ber den desastr&#246;sen Zustand, in dem sich die Tierrechtsbewegung heute befindet. Der Eindruck, der sich mir nach &#252;ber zwei Jahrzehnten intensiver und ununterbrochener Befassung mit Tierrechten immer unabweisbarer aufdr&#228;ngt, ist: Bei Fortsetzung der bisherigen Strategien hat die Tierrechtsbewegung keine Chance, ihren Zielen in absehbarer Zukunft n&#228;herzukommen. </p>
<p>Und zwar vor allem aus zwei Gr&#252;nden: 1) Der Fleischlobby &#8211; der Ausdruck soll hier als wertfreier Sammelbegriff f&#252;r alle verwendet werden, die ein Interesse an der F&#246;rderung des Fleischkonsums haben &#8211; ist es gelungen, die Einstellung der Menschen zum Fleischessen radikal und nachhaltig zu ihren Gunsten zu ver&#228;ndern. Dazu gleich. 2) Das Fleischessen, also das Essen von Tieren, bildet das ethische und emotionale Fundament f&#252;r unsere Einstellung und unser Verhalten gegen&#252;ber Tieren insgesamt: Solange wir bereit sind, praktisch alle tierlichen Interessen einem einzigen, objektiv betrachtet vergleichsweise winzigen menschlichen Interesse an bestimmten Geschmackserlebnissen zu opfern, sind wir auch zu jedem anderen Opfer tierlicher Interessen bereit. </p>
<p>Bevor wir uns der massiven Einstellungs&#228;nderung in Bezug auf das Fleischessen zuwenden, sei noch generell auf ein paar R&#252;ckschritte verwiesen, die die Tierrechtsbewegung hinnehmen musste, sowie auf Defizite, mit denen sie behaftet ist:<br />
- Pelz: Seit einiger Zeit wird wieder vollkommen offen f&#252;r Pelz geworben. Einer DPA-Meldung vom September 2008 ist zu entnehmen: “Dank einer guten Nachfrage &#8230; erwartet das deutsche K&#252;rschnerhandwerk &#8230; ein leichtes Umsatzwachstum von bis zu 1,5 Prozent.“ Der Pr&#228;sident des Zentralverbandes des K&#252;rschnerhandwerks, Wolfgang Jahn: “Alle weltweit bekannten Designer und Marken zeigen Pelz in ihren Kollektionen.“<br />
- Kochsendungen: In diesen Shows, die mittlerweile praktisch pausenlos ausgestrahlt werden, haben Schadenfreude und Sadismus in Bezug auf das Leiden und Sterben der betroffenen Tiere drastisch zugenommen.<br />
- Vergleich der Tierrechtsbewegung mit der Frauenbewegung: “Wir haben abgetrieben!“ lautete die Titelschlagzeile des “Stern“ vom 6. Juni 1971 &#8211; und dokumentierte eine ebenso eindrucksvolle und wirksame Solidarisierung Prominenter mit dem Anliegen von Frauen. Solidarit&#228;tsadressen Prominenter f&#252;r Tiere sind im Vergleich dazu hoffnungslos harmlos.<br />
- Vergleich der Tierrechtsbewegung mit der Umweltbewegung: Tschernobyl hat im Hinblick auf die &#214;kologiebewegung immerhin bewirkt, dass sich die Atomlobby in Deutschland bis heute schwer tut, ihr Anliegen zu vermitteln. Vergleichbares hat es in Bezug auf das Fleischessen trotz BSE und Vogelgrippe nicht gegeben. </p>
<p>Bevor wir fortfahren, muss noch kurz etwas zum Stichwort Frauenemanzipation gesagt werden: Es gibt ein paar wichtige UNTERSCHIEDE zwischen der Tierrechtsbewegung und anderen Befreiungsbewegungen wie etwa der Frauenrechtsbewegung, die bisher viel zu wenig ber&#252;cksichtigt wurden:<br />
- Im Unterschied zu diskriminierten Menschen k&#246;nnen Tiere selbst keinen Beitrag zu ihrer Befreiung leisten.<br />
- Im Unterschied zu den Ausbeutern von Menschen haben die Ausbeuter von Tieren keine Rache ihrer Opfer zu bef&#252;rchten.<br />
- Bei Initiativen zur Befreiung von Menschen kommt immer der menschliche Egoismus zum Tragen: bei den zu Befreienden selbst &#8211; ein durchaus legitimer “Egoismus“ -, aber unter Umst&#228;nden auch bei den Unterdr&#252;ckern: Aufgebrachte, protestierende und rebellierende Diskriminierte k&#246;nnen auf Dauer schlicht  gesamtgesellschaftlich in vielerlei Hinsicht nachteilig sein oder werden.<br />
- Bei der Befreiung der Tiere wird das unterm Strich wohl wirksamste menschliche Interesse fundamental ber&#252;hrt: der als selbstverst&#228;ndliches Recht empfundene unb&#228;ndige Wunsch, alles, worauf man Lust hat, zu essen.</p>
<p>Nun zur erw&#228;hnten massiven Ver&#228;nderung unserer Einstellung zum Fleischessen in den letzten Jahren. Die wichtigsten Errungenschaften der  Tierrechtsbewegung von ihren Anf&#228;ngen Mitte der 1970er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre wurden systematisch wieder r&#252;ckg&#228;ngig bzw. zunichte gemacht:<br />
- das zumindest ansatzweise Bewusstsein, dass Tiere sch&#252;tzen und Tiere essen eigentlich ein Widerspruch ist;<br />
- das zumindest ansatzweise Gef&#252;hl, dass Fleischessen aufgrund seiner fehlenden Notwendigkeit in unseren Regionen (immens reichhaltiges vegetarisches Nahrungsangebot) moralisch bedenklich ist;<br />
- das daraus resultierende zumindest ansatzweise schlechte Gewissen beim Fleischessen.  </p>
<p>Es wird den Menschen suggeriert: Ihr k&#246;nnt so viele Tiere essen, wie ihr wollt, wenn ihr dabei nur ihre W&#252;rde respektiert. Damit wird den Menschen jenes gute Gewissen zur&#252;ckgegeben, das sie vor Entstehung der Tierrechtsbewegung hatten. Die Menschen werden quasi ermuntert, es sich in der alten irrationalen Tierschutzecke wieder gem&#252;tlich zu machen: Tiere gerne haben und Tiere essen ist doch kein Widerspruch!</p>
<p>Zynische und sadistische Tendenzen</p>
<p>Im Zusammenhang mit dieser Einstellungs&#228;nderung in Richtung wohligem, selbstverst&#228;ndlichem Fleischgenuss ist auch ein viel offenerer Umgang mit den Fakten in Bezug auf die Tiernutzung im allgemeinen und in Bezug auf die Tiert&#246;tung im besonderen zu beobachten (wobei sich trefflich dar&#252;ber streiten l&#228;sst, ob diese “Faktenfreudigkeit“ eine Voraussetzung oder eine Folge dieser Einstellungs&#228;nderung ist): W&#228;hrend diese Fakten fr&#252;her nach M&#246;glichkeit verdr&#228;ngt, verleugnet und verschwiegen wurden, findet jetzt eher das Gegenteil statt &#8211; quasi eine Flucht nach vorne. Die Fakten werden nicht nur offen angesprochen, sondern zum Teil geradezu offensiv pr&#228;sentiert. (Wobei allerdings die “Spitzen“ der Grausamkeiten und Gemeinheiten gegen&#252;ber Tieren wohlweislich ausgespart bleiben, weil diese selbst bei zynischen Zeitgenossen Emp&#246;rung und Mitleid mobilisieren k&#246;nnten). Dazu ein paar Beispiele:</p>
<p>“In Europa werden j&#228;hrlich mehr als 300 Millionen K&#252;ken vernichtet &#8211; weil Eierproduzenten nur die Hennen brauchen. ( &#8230; ) Die Hahnenk&#252;ken sind f&#252;r die Br&#252;tereien schlicht Abfall. Sie werden mit Kohlendioxid vergast oder lebendig im «Homogenisator», einer Maschine mit rotierenden Messern, zu Brei zermatscht.“<br />
Die Zeit, 25, 2008, S. 35 </p>
<p>“In Deutschland werden pro Jahr etwa 20 Millionen Ferkeln in der ersten Woche ihres Lebens bei vollem Bewusstsein die Hoden weggeschnitten.“<br />
Der Spiegel, 19, 2008, S. 22 </p>
<p>“100.000 K&#252;he und Rinder werden im Salzburger Schlachthof in Bergheim jedes Jahr zerlegt. Pro Betriebsstunde sind es 45 Tiere, die in der automatisierten Schlachtstra&#223;e ihr Leben lassen &#8230; F&#252;r Gerald Hellweger, seit knapp einem Jahr Gesch&#228;ftsf&#252;hrer im Schlachthof &#8230;, ist dieser Vorgang Alltag. ( &#8230; ) Von Kindesbeinen an bekommt der geb&#252;rtige Adneter mit, dass K&#252;he nicht nur auf der Weide grasen und Milch geben, sondern auch gehandelt und geschlachtet werden.“<br />
Salzburger Nachrichten (Lokalteil) vom 28. 7. 2008, S. 11</p>
<p>“177.000 Liter Biomilch geben die 24 Lindnerhof-K&#252;he im Jahr, jedes Tier bis zu 30 Liter am Tag. Die m&#252;ssen erst einmal durchs Euter. ( &#8230; ) Etwa zehn K&#228;lber, im idealen Fall jedes Jahr eines, bekomme eine Milchkuh. «Dann &#8230; wird sie geschlachtet.» Letztendlich landet die Milchkuh &#8230; als Wurst auf dem Teller.“<br />
Salzburger Nachrichten (Lokalteil) vom 28. 4. 2008, S. 6 f.</p>
<p>“Ein muslimischer Schlachthof in einer Stadt in Niedersachsen: Hier wird einem Schaf bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. Das Schlachten ohne vorherige Bet&#228;ubung nennt man auch Sch&#228;chten. Ein religi&#246;ser Brauch im Islam und im Judentum. ( &#8230; ) Die Folge des bet&#228;ubungslosen Schlachtens: ein minutenlanger, qualvoller Todeskampf. Die Bundestier&#228;rztekammer sch&#228;tzt, dass bis zu 500.000 Schafe auf diese Weise in Deutschland pro Jahr der Religion wegen geschlachtet werden.“<br />
Information auf der ARD-Homepage zur Sendung “Ist Sch&#228;chten Tierqu&#228;lerei?&#8221; vom 7. 7. 2008</p>
<p>Wolfram Siebeck zitiert den Koch gleichen Namens, J&#252;rgen Koch, wie folgt: “Sein Zicklein vereinigt das Beste der jungen Ziege einschlie&#223;lich der Leber am Spie&#223;.“ (Zeit Magazin Leben, 17, 2008, S. 46)  Siebeck &#252;ber den Koch Franz Keller (Zeit Magazin Leben, 16, 2008, S. 46): “Wobei zu bemerken ist, dass er sich am Herd um alles k&#252;mmert, was einstmals Tier war.“ </p>
<p>Wie diese Beispiele zweifelsfrei belegen, besteht auch keine Scheu mehr davor, &#252;ber offensichtliche Grausamkeiten zu berichten. Mehr noch: Teilweise sind Schadenfreude gegen&#252;ber den tierlichen Opfern bzw. Zynismus gegen&#252;ber ihrem Schicksal und Leiden un&#252;bersehbar. Dazu noch ein paar drastischere Beispiele:</p>
<p>“Nicht der Gorilla muss gesch&#252;tzt werden, sondern sein Lebensraum.“<br />
Die Zeit, 21, 2008, S. 35 </p>
<p>“Eine Kuh ist eine wundersame biochemische Fabrik: Sie wandelt Pflanzen in Fleisch um.“<br />
Die Zeit, 20, 2008, S. 42 </p>
<p>In der ZDF-Sendung “Kochk&#252;nste auf chinesisch“ anl&#228;sslich der Olympiade in China machen sich die K&#246;che &#252;ber das Leiden der Tiere, die in China bekanntlich besonders barbarisch behandelt werden, lustig &#8211; und ernten damit begeisterten Publikumsapplaus. </p>
<p>In einer Information &#252;ber die “Peking-Ente&#8221; hei&#223;t es in den Salzburger Nachrichten vom 9. August 2008 (S. XI): “Damit die Haut das n&#246;tige Fett ansetzt, sollte sich die designierte Peking-Ente in den letzten 20 Tagen vor ihrem «Amtsantritt» in einem Restaurant m&#246;glichst wenig bewegen. Jenes Tier, das nun &#8230; vor mir liegt, scheint dies beherzigt zu haben. Die Haut schmeckt genauso verf&#252;hrerisch wie sie riecht. Ente gut, alles gut.&#8221; </p>
<p>Ideologisierung des Fleischessens</p>
<p>Langfristig noch folgenschwerer als diese sadistisch-zynischen Tendenzen wird aber eine Entwicklung sein, die man als Ideologisierung des Fleischessens bezeichnen k&#246;nnte: Mittlerweile ist eine neue Generation von Konsumenten herangewachsen, eine Symbiose aus traditioneller Gleichg&#252;ltigkeit oder &#220;berheblichkeit gegen&#252;ber Tieren einerseits und neuer “gr&#252;ner“ Gesinnung andererseits. Das erkl&#228;rte oder unterschwellige Credo dieser Haltung lautet etwa: Wir m&#252;ssen wieder zur&#252;ckfinden zu einer gesunden, nat&#252;rlichen, bewussten Ern&#228;hrung, uns selbst als Teil eines gr&#246;&#223;eren Ganzen begreifen. Auf “Fressen und Gefressenwerden“ wird diese Haltung h&#228;ufig mehr oder weniger augenzwinkernd zugespitzt &#8211; oder aber mit dem pseudophilosophischen Terminus “Kreislaufdenken“ verharmlost. </p>
<p>Aus dieser Sicht erscheint das T&#246;ten von Tieren zwecks Fleischessen geradezu als Dienst an Natur oder Sch&#246;pfung. Wer sich solcherart “bewusst“ ern&#228;hrt, klinkt sich quasi wieder aktiv ins nat&#252;rliche oder gottgewollte Geschehen ein. Diese Grundhaltung ist allerdings keineswegs auf bestimmte Gruppen wie etwa “gr&#252;ne Spinner“ oder “Wertkonservative“ beschr&#228;nkt, sondern wird zunehmend (wieder) zum vorherrschenden weltanschaulichen Fundament der Tiernutzung. “Machet euch die Erde untertan“ hie&#223; die fr&#252;here Devise, die aber seit Aufkommen der &#214;kologiebewegung schwer diskreditiert ist.  </p>
<p>Parallel zur Rehabilitierung des Fleischessens gibt es auch Tendenzen, das Bild des kr&#228;nkelnden, schrulligen Vegetariers wiederzubeleben. So hei&#223;t es etwa in der FAZ vom 23. Juli 2008 (S. 16) &#252;ber den Apple-Chef Steve Jobs: “Beim letzten &#246;ffentlichen Auftritt von Jobs &#8230; waren viele Beobachter erschrocken &#252;ber sein Erscheinungsbild. Jobs sah fahl und eingefallen aus. Es ist zwar bekannt, dass der 53 Jahre alte Jobs strikter Vegetarier ist &#8230;“. Und im Literaturmagazin “Druckfrisch“ vom 5. Oktober 2008 fragt Denis Scheck den Autor einer neuen Kafka-Biographie, ob er denn eine Erkl&#228;rung f&#252;r Kafkas merkw&#252;rdiges “Vegetariertum“ habe.  </p>
<p>Wenn man so will, arbeitet die Fleischlobby nunmehr, ermuntert durch ihre unleugbaren Erfolge, an ihrem Meisterst&#252;ck: dem Appell an die ethische Konsequenz. So zitieren etwa die Salzburger Nachrichten vom 22. September 2008 (Lokalteil, S. 6) eine Norikerpferd-Z&#252;chterin mit den Worten: “Die Leute m&#252;ssen umdenken. Es gibt keinen moralischen Unterschied, ob ich Kalb oder Fohlen esse.“ Um den qualitativen Sprung, den diese Strategie bedeutet, ermessen zu k&#246;nnen, muss man sich vergegenw&#228;rtigen, was bisher eines der st&#228;rksten Argumente GEGEN das Fleischessen war: “Warum isst du Schweine? Du isst doch auch keine Hunde!“ Mit Konsequenz-Appellen dieser Art kann man m&#246;glicherweise bald nichts mehr ausrichten &#8211; wenn die Devise lautet: “Wenn du dieses Tier isst, warum nicht auch jenes!“ </p>
<p>Wie konnte es soweit kommen? Die Dramatik dieser Frage setzt eine Sichtweise voraus, die keineswegs zutreffen muss, n&#228;mlich, dass die Tierrechtsbewegung quasi der Logik der Geschichte folge, weil sie &#8211; siehe oben &#8211; die konsequente und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen darstelle. M&#246;glich und legitim ist auch die Position, wonach es sich bei der Tierrechtsbewegung schlicht um eine vor&#252;bergehende Modeerscheinung gehandelt hat &#8211; auf die die Fleischlobby reagieren musste und reagiert hat. So betrachtet, erscheint die Entwicklung der vergangenen Jahre dann in einem v&#246;llig anderen Licht: Es wurde lediglich der fr&#252;here, “normale“ Zustand wiederhergestellt. </p>
<p>Welche Sichtweise die richtige, die realistische ist, wird sich erst r&#252;ckblickend sagen lassen. Aber unabh&#228;ngig davon lassen sich n&#252;chtern jene Faktoren herausarbeiten, die zu den beschriebenen Ver&#228;nderungen in den letzten Jahren (die wir als “R&#252;ckschritte“ bezeichnet hatten) gef&#252;hrt haben, sowie jene Faktoren, die in die entgegengesetzte Richtung, also in Richtung Verwirklichung von Tierrechten wirken oder wirken k&#246;nnten.</p>
<p>Erfolgreiche Fleischlobby &#8211; egozentrische Tierrechtler</p>
<p>Den wichtigsten Grund f&#252;r die beschriebenen Ver&#228;nderungen der letzten Jahre haben wir bereits genannt: die &#228;u&#223;erst erfolgreiche Arbeit der Fleischlobby. Ein zweiter Grund ist, dass es die Konsumenten der Fleischlobby naheliegenderweise sehr einfach gemacht haben: Menschen, die gerne Fleisch essen, sind au&#223;erordentlich empf&#228;nglich und dankbar f&#252;r alle argumentativen und sonstigen Angebote, die ein unbek&#252;mmertes Fleischessen versprechen, insbesondere ein Fleischessen ohne schlechtes Gewissen. Menschen, die nach jedem Strohhalm greifen, der ein ungest&#246;rtes Festhalten an liebgewonnenen Essgewohnheiten verhei&#223;t, sind naturgem&#228;&#223; ein leichtes Opfer entsprechender Angebote.</p>
<p>Ein dritter Grund f&#252;r die negative Entwicklung der letzten Jahre ist das v&#246;llige Versagen der Tierrechtsbewegung. Allzuviele Tierrechtler k&#252;mmern sich beispielsweise viel mehr um die Gesinnung ihrer Genossen als um das Schicksal der Tiere. Da ist zun&#228;chst einmal die Szene-typische abstruse Egozentrik: F&#252;r jeden Tierrechtler ist ein “wirklicher“ Tierrechtler letztlich nur, wer genauso ist wie er selbst. Dementsprechend darf ein richtiger Tierrechtler dann nicht rauchen oder keinen Alkohol trinken oder muss strikt antikapitalistisch sein oder christlich oder atheistisch usw. Um den Schaden, den diese fundamentale Unreife und Intoleranz anrichtet, zu ermessen, braucht man sich nur vorzustellen, wie es heute um Menschenrechte bestellt w&#228;re, w&#252;rden Menschenrechtsbef&#252;rworter &#228;hnlich agieren.</p>
<p>Immens viel Energie wird auch darauf verwendet, alle derart “Ungl&#228;ubigen“ angemessen abzustrafen &#8211; durch Totschweigen, Boykottieren, Verleumden und Ausgrenzen. Das gr&#246;&#223;te Handikap der Tierrechtsbewegung sind aber wohl pers&#246;nliche Eitelkeiten. Der Schaden, den die Profilneurotiker anrichten, ist schlicht unermesslich. Um sich selbst ins vermeintlich rechte Licht zu setzen, gehen diese Menschen buchst&#228;blich &#252;ber Leichen: &#252;ber die Leichen jener Tiere n&#228;mlich, denen deshalb nicht geholfen werden kann, weil die dazu n&#246;tige Zeit und Energie darauf verwendet wird, Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, Kooperationen aufzuk&#252;ndigen usw.  </p>
<p>Ein weiterer wichtiger Negativpunkt: In der Tierrechtsbewegung gibt es so etwas wie ein ungeschriebenes Optimismus-Gebot: Man muss immer an den Erfolg der Bem&#252;hungen in Richtung Befreiung der Tiere glauben. Das mag im Umgang mit jenen, die es noch von der Richtigkeit und Notwendigkeit von Tierrechten zu &#252;berzeugen gilt, durchaus sinnvoll sein. Schlie&#223;lich ist es schwierig, jemanden f&#252;r eine Sache zu gewinnen, an deren Erfolg man selber zweifelt. Aber intern birgt dieses mentale Dauerl&#228;cheln und die damit einhergehende Wahrnehmungsverzerrung gro&#223;e Gefahren mit sich:</p>
<p>Wer die Wirklichkeit nicht mehr richtig wahrnimmt, kann sie auch nicht wirksam ver&#228;ndern. Insbesondere kann dieser Zwangs-Optimismus dazu f&#252;hren, dass an effektiv erfolglosen Methoden viel zu lange festgehalten wird (weil ihre Erfolglosigkeit aufgrund systematischer Wahrnehmungsverzerrungen nicht erkannt wird). Schlie&#223;lich: Wenn sich niemand mehr &#252;ber “pessimistische“ Zukunftserwartungen zu reden getraut, glaubt jeder, dass nur er sie hat &#8211; und f&#252;hlt sich doppelt hoffnungslos.</p>
<p>Die verheerenden Folgen von Denkverboten sind ja bei vielen Religionen zu besichtigen, wo das Denken mehr oder weniger durch das Glauben ersetzt wird. Das Ergebnis sind Dogmen und Wahrnehmungen, die mit der Realit&#228;t immer weniger zu tun haben. Wer aber, wie gesagt, die Wirklichkeit nicht richtig wahrnimmt, kann sie auch nicht wirksam ver&#228;ndern. Das Ertragen der Wahrheit ist die erste Voraussetzung f&#252;r die Ver&#228;nderung der Wirklichkeit.</p>
<p>Gewichtige Fakten und Argumente</p>
<p>Andererseits gibt es aber auch starke Kr&#228;fte und Aspekte, die eine Entwicklung in Richtung Verwirklichung von Tierrechten beg&#252;nstigen. Dazu z&#228;hlen vor allem auch jene unbestreitbaren Fakten in Bezug auf Hunger, Umweltzerst&#246;rung, Klimawandel und Krankheit, die zwar seit Jahrzehnten bekannt sind, aber erst in j&#252;ngster Vergangenheit von der &#214;ffentlichkeit zur Kenntnis genommen werden. Dazu stichwortartig ein paar Informationen:</p>
<p>Hunger: Die Weltern&#228;hrung ist zunehmend nicht nur eine Verteilungs-, sondern auch eine Produktionsfrage: Die Weltbev&#246;lkerung w&#228;chst j&#228;hrlich um 80 Millionen Menschen. Und bei einer vegetarischen Lebensweise k&#246;nnten bei gleicher Ressourcensituation zehnmal so viele Menschen ern&#228;hrt werden.</p>
<p>Umweltzerst&#246;rung: Die Fleischproduktion f&#252;hrt beispielsweise zu einer immensen Wasserverschmutzung und Wasserverschwendung: &#220;ber 50% der Wasserverschmutzung Europas wird durch die Massentierhaltung verursacht. Zur Produktion von 1 kg Kartoffeln ben&#246;tigt man 900 Liter Wasser, zur Produktion von 1 kg Rindfleisch ben&#246;tigt man 15.500 Liter Wasser. </p>
<p>Klimawandel: Ein Fleischesser verursacht pro Jahr gleich viele Treibhausgase wie eine Autofahrt von 4758 Kilometern, ein Vegetarier nur die H&#228;lfte. (Ein Veganer verursacht lediglich Treibhausgase, die einer Autofahrt von 629 Kilometern entsprechen.) Der negative Einfluss der Nutztiere auf die Klimaerw&#228;rmung ist gr&#246;&#223;er als der des weltweiten Verkehrs.</p>
<p>Krankheit: Zahlreiche Studien belegen, dass eine  vegetarische Ern&#228;hrung erheblich dazu beitragen kann, ern&#228;hrungsbedingten Erkrankungen wie &#220;bergewicht, Atherosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie, Gicht und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen.</p>
<p>Ermutigend ist auch die Entwicklung an den Universit&#228;ten, die ja erfahrungsgem&#228;&#223; so etwas wie das Zukunftslabor f&#252;r gesellschaftliche Ver&#228;nderungen sind: Wenngleich auch hier das anthropozentrische Erbe eine schwere Last mit gro&#223;em Tr&#228;gheitsmoment darstellt, weht hier dennoch gegen&#252;ber faktisch und rational letztlich unhaltbaren Positionen ein viel st&#228;rkerer Wind, als dies gesamtgesellschaftlich der Fall ist. Mit anderen Worten: Gewichtige Fakten und Evidenzen haben auf universit&#228;rem Boden eine realistische Chance, sich in absehbarer Zeit durchzusetzen.</p>
<p>Und mit solchen gewichtigen Fakten und Evidenzen kann die Tierrechtsbewegung wahrlich wuchern! Ich greife hier lediglich die Elemente eines Argumentationszusammenhangs heraus:<br />
1) Die &#196;hnlichkeit zwischen Tieren und Menschen &#8211; Stichwort “evolution&#228;re Kontinuit&#228;t“: Das Leben hat sich kontinuierlich entwickelt und die Merkmale der Lebewesen variieren kontinuierlich &#8211; weshalb auch die &#252;blichen Alles-oder-nichts-Zuschreibungen der Art, nur Menschen h&#228;tten diese oder jene F&#228;higkeiten, in aller Regel unsinnig sind. Das gilt auch f&#252;r das Seelenleben: “Wie gro&#223; auch der Unterschied zwischen den Seelen der Menschen und der h&#246;heren Tiere sein mag, er ist doch nur ein gradueller und kein prinzipieller.“ (Darwin)<br />
2) Das Gleichheitsprinzip, eines der ganz wenigen praktisch unbestrittenen philosophischen bzw. ethischen Grunds&#228;tze, wonach Gleiches bzw. &#196;hnliches auch gleich bzw. &#228;hnlich bewertet und behandelt werden muss.<br />
3) Viele Tiere befinden sich sogar auf einem h&#246;heren Niveau als viele Menschen. Kein Merkmal, das von irgendjemandem als moralisch relevant angesehen wird, verl&#228;uft entlang der Speziesgrenze Menschen &#8211; Tiere und es gibt immer Menschen, bei denen das betreffende Merkmal schw&#228;cher ausgepr&#228;gt ist als bei vielen Tieren. Viele geistig behinderte oder senile Menschen etwa und alle kleinen Kinder befinden sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als etwa Hunde, Katzen, Rinder und Schweine.</p>
<p>Zusammenfassend kann in Bezug auf die Zukunft der Tierrechtsbewegung gesagt werden: Es gibt starke Kr&#228;fte, die in Richtung Realisierung von Tierrechten wirken, und es gibt starke Kr&#228;fte, die in die entgegengesetzte Richtung wirken. Wie dieser “Kampf“ letztlich ausgehen wird, ist offen. Sicher ist aber, dass die jetzige Situation schwieriger ist, als es der von der Tierrechtsbewegung verordnete Optimismus vermuten l&#228;sst. Gute Gr&#252;nde also f&#252;r alle, denen die Befreiung der Tiere am Herzen liegt, sich noch mehr anzustrengen! </p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (13.07.2009; 12:17 Uhr)<br />
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		<title>&#8220;Das ist Verrat in reinster Form&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 17:33:17 +0000</pubDate>
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<p>Der &#214;sterreicher  (geb. 1952) hat mit seinen B&#252;chern und anderen Publikationen wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie der Tierrechte im deutschsprachigen Raum popul&#228;r zu machen. Am bekanntesten ist sein bei Rowohlt erschienenes Buch &#8220;Leichenschmaus &#8211; Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<strong>Der Philosoph <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a> &#252;ber die allt&#228;glichen Massaker in den Schlachth&#246;fen und den Zusammenhang von Ern&#228;hrung und Moral</strong>
<p> </p>
<p>Der &#214;sterreicher <strong>Dr. Helmut F. Kaplan</strong> (geb. 1952) hat mit seinen B&#252;chern und anderen Publikationen wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie der Tierrechte im deutschsprachigen Raum popul&#228;r zu machen. Am bekanntesten ist sein bei Rowohlt erschienenes Buch &#8220;Leichenschmaus &#8211; Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung&#8221;. In &#8220;Tierrechte &#8211; Die Philosophie einer Befreiungsbewegung&#8221; (Echo-Verlag) stellte Kaplan alle wichtigen Argumente der Tierrechtsbewegung fachlich fundiert und allgemein verst&#228;ndlich dar. Seine neuesten B&#252;cher sind &#8220;Der Verrat des Menschen an den Tieren&#8221; (Vegi-Verlag) und &#8220;Freude, sch&#246;ner G&#246;tterfunken&#8221; (Books on Demand). Im September 2007 wurde Helmut Kaplan der Tierschutzpreis der Hans-R&#246;nn-Stiftung verliehen. Mit dem in Salzburg lebenden Philosophen und Autor sprach <strong>Ingolf Bossenz</strong>.</p>
<strong>Herr Dr. Kaplan, Weihnachten, das wichtigste christliche Schlachtfest, ist noch nicht lange vorbei und schon haben wir wieder Ostern, an dem es &#8211; was Leid und Tod von Tieren betrifft &#8211; kaum weniger erbarmungslos zugeht. Dabei sollen diese christlichen Feste doch von Frieden und Vers&#246;hnung k&#252;nden.</strong>
<p>Dieser evidente Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit m&#252;sste eigentlich jeden Menschen, der sich auch nur einen Rest von Mitgef&#252;hl bewahrt hat, tief treffen: Es wird gefeiert, gesungen, man ist zu Tr&#228;nen ger&#252;hrt &#8211; und das bei Festen, die allj&#228;hrlich f&#252;r Millionen nicht menschlicher Kreaturen wahre Massaker bedeuten. Auf der einen Seite das Gerede von Liebe und Vergebung, auf der anderen Seite das Gemetzel in den Schlachth&#246;fen. Schaltet man den Fernseher ein und ger&#228;t in eine der unz&#228;hligen Einkaufs-, Koch- oder Esssendungen &#8211; was kaum zu vermeiden ist -, bekommt man den Eindruck, dass sich die ganze Welt nur noch um eines dreht: um das T&#246;ten von Tieren f&#252;r den Gaumenkitzel der Menschen. Umso wichtiger ist daher jeder Einzelne, der sich dar&#252;ber aufregt und etwas dagegen tut.</p>
<strong>Was denn zum Beispiel?</strong>
<p>Nichts einfacher als das, weil sich die L&#246;sung und damit die Aufl&#246;sung dieser Verlogenheit buchst&#228;blich vor unserer Nase befindet &#8211; auf dem Teller. Kaum jemand hat es treffender ausgedr&#252;ckt als der griechische Philosoph <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch" target="_blank" >Plutarch</a> vor &#252;ber zweitausend Jahren: &#8220;F&#252;r einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen w&#228;re.&#8221;</p>
<strong>Da Plutarchs Worte bis heute immer noch viel zu wenig Widerhall gefunden haben, stellt sich die generelle Frage nach dem Platz der Tiere im moralischen Wertesystem des Menschen. Welche Kriterien sehen Sie da als die entscheidenden?</strong>
<p>Moralisch entscheidend und f&#252;r den Menschen typisch ist, wie wir uns gegen&#252;ber jenen Tieren verhalten, mit denen wir in der so genannten Zivilisation zusammenleben, die von uns abh&#228;ngig sind und die uns absolut &#8220;nichts getan&#8221; haben. Von den Diensten, die uns diese Tiere erweisen und erweisen k&#246;nnen, machen wir ausgiebig Gebrauch. Nehmen Sie nur den vielf&#228;ltigen Einsatz von Hunden: Sie fahnden unter anderem nach Drogen, sie suchen nach Versch&#252;tteten, sie f&#252;hren Blinde. Zugleich werden sie in Kriegen bei der Minensuche und zu anderen milit&#228;rischen Zwecken missbraucht.</p>
<p>Tiere werden aber nicht nur in der Ausnahmesituation Krieg r&#252;cksichtslos ausgebeutet und zu Tode geschunden, sondern auch &#8211; und vor allem &#8211; unter &#8220;ganz normalen&#8221; Bedingungen. Was doppelt tragisch ist, weil es einerseits die Zahl der betroffenen Tiere in unendliche H&#246;hen treibt und weil andererseits diese Praktiken den &#8220;Ausnahmen&#8221; an Schrecken und Grausamkeit in nichts nachstehen. Ich spreche von den gew&#246;hnlichen Massakern in den Schlachth&#246;fen, dem allt&#228;glichen Verrat des Menschen an den Tieren.</p>
<strong>Verrat bezeichnet gemeinhin das Hintergehen von Menschen oder Institutionen, denen man moralisch und/oder rechtlich zur Treue verpflichtet ist. Wie l&#228;sst sich diese zwischenmenschliche Kategorie auf das Verh&#228;ltnis des Menschen zum Tier anwenden?</strong>
<p>Tiere, die von uns abh&#228;ngen und uns nichts getan haben, zu denen Menschen vielleicht sogar einmal gut waren, finden sich auf einmal in der H&#246;lle eines Schlachthofes wieder, umgeben von Menschen, die ihnen die ungeheuerlichsten und grauenhaftesten Dinge antun. Das ist Verrat in reinster Form. Und beteiligt sind daran nicht nur jene, die das Bolzenschussger&#228;t oder das Messer f&#252;hren, sondern auch alle, in deren faktischem Auftrag sie das tun &#8211; die Konsumenten, die sich an den Fleischtheken der Superm&#228;rkte bedienen.</p>
<strong>Aber dieser Verrat wird &#8211; wie ja der unvermindert hohe Fleischverzehr zeigt &#8211; von den wenigsten Menschen als solcher empfunden.</strong>
<p>Weil nach wie vor die Schim&#228;re einer moralischen Kluft zwischen Menschen und Tieren die Ethik beherrscht. Aber die Annahme einer solchen Kluft ist irrational und hat vor allem religi&#246;se Ursachen, zum Beispiel den Glauben, dass nur der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen sei und nur er eine unsterbliche Seele habe. W&#252;rden wir endlich ernst nehmen, was wir seit Darwin wissen &#8211; dass es EINE Evolution ALLEN Lebens gab und gibt -, w&#252;rde diese Kluft verschwinden und wir w&#252;rden unsere moralische Verantwortung auch gegen&#252;ber Tieren erkennen.</p>
<strong>Ihnen geht es aber nicht nur um Verantwortung. &#8220;Tiere haben Rechte&#8221;, behaupten Sie dem Titel eines Ihrer B&#252;cher zufolge. Welche Rechte verstehen Sie darunter?</strong>
<p>Es geht vor allem um das Recht auf Leben, um das Recht auf physische Unversehrtheit und um das Recht auf Freiheit von Schmerz und Leid &#8211; jedenfalls, so weit das von uns Menschen abh&#228;ngt. Das bedeutet: Wenn wir wissen, dass Tiere leiden, sollten wir Leiden verhindern. Und wo wir nicht sicher sind, ob Tiere leiden, sollten wir m&#246;glicherweise Leiden verursachende Handlungen unterlassen. Leider sind solche Erw&#228;gungen reine Theorie &#8211; weil wir in der Praxis selbst Tiere mit erwiesener gr&#246;&#223;ter Leidensf&#228;higkeit behandeln, als w&#228;ren sie leblose Gegenst&#228;nde. Verwiesen sei nur darauf, wie in Schlachth&#246;fen etwa mit Rindern oder Schweinen umgegangen wird!</p>
<strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel Kant" target="_blank" >Immanuel Kant</a> bezog Ethik ausschlie&#223;lich auf Pflichten von Menschen gegen&#252;ber Menschen. Grausamkeit gegen&#252;ber Tieren sah er lediglich mit Bezug auf den Menschen, weil &#8220;dadurch eine der Moralit&#228;t im Verh&#228;ltnisse zu anderen Menschen sehr diensame nat&#252;rliche Anlage geschw&#228;cht und nach und nach ausgetilgt wird&#8221;. Mit anderen Worten: Schlechte Behandlung von Tieren wird nicht der Tiere wegen verworfen, sondern weil sie den Menschen schadet. Was ja nicht falsch ist, aber doch sehr einseitig. Kant gilt heute noch als pr&#228;gend f&#252;r die westliche Moralphilosophie. Brauchen wir eine revolution&#228;r neue Ethik?</strong>
<p>Nein, wir brauchen &#252;berhaupt keine neue Ethik, wir m&#252;ssen lediglich die vorhandene Ethik konsequent zu Ende denken. Und vor allem anwenden! Kants Theorie ist ja nur ein m&#246;glicher ethischer Ansatz &#8211; der im &#220;brigen bei strikter Beachtung auch im Hinblick auf Menschen teilweise abstruse Konsequenzen h&#228;tte. So m&#252;ssten wir nach Kant etwa einem M&#246;rder, dem gerade sein k&#252;nftiges Opfer entwischt ist, verraten, wo es sich versteckt &#8211; weil wir auf keinen Fall l&#252;gen d&#252;rfen. Au&#223;erdem ist Kants Betonung der Vernunft im Hinblick auf den moralischen Bereich prinzipiell bedenklich und gef&#228;hrlich.</p>
<p>Die Leidensf&#228;higkeit ist da wohl ein viel n&#228;her liegendes und plausibleres Merkmal. Denn wenn wir das wollen, wissen wir sehr genau, wie Tiere behandelt werden m&#246;chten. Dazu brauchen wir uns nur ehrlich und ernsthaft in die Situation der Tiere zu versetzen, um uns dann zu fragen, wie wir an ihrer Stelle behandelt werden m&#246;chten. Das wird uns in den allermeisten F&#228;llen, etwa bei Tieren im Schlachthof oder im Versuchslabor, &#252;berhaupt nicht schwerfallen. Im Gegenteil: Unser moralisches Problem wird vielmehr meistens sein, dass wir uns so leicht in ihre Lage versetzen k&#246;nnen!</p>
<strong>Menschenrechte sind ein etablierter Begriff. Aber Tierrechte?</strong>
<p>In beiden F&#228;llen geht es um ethisch begr&#252;ndete Rechte, die vor allem kulturellen Ursprungs sind. Wir haben uns im Laufe unserer Entwicklung daf&#252;r entschieden, allen Menschen grundlegende Rechte zuzugestehen. Das war bekanntlich nicht immer so &#8211; siehe etwa die Sklaverei oder die Frauendiskriminierung. Und die Tierrechtsbewegung ist die logische und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen, wie eben der Befreiung der Sklaven, des Kampfes gegen Rassismus oder f&#252;r die Emanzipation der Frauen.</p>
<p>Wir haben erkannt, dass Hautfarbe und Geschlecht moralisch belanglos sind, und jetzt erkennen immer mehr Menschen, dass auch die Spezieszugeh&#246;rigkeit moralisch belanglos ist.</p>
<strong>Die historische Linie von der einstigen Befreiung der Sklaven zur k&#252;nftigen &#8220;Befreiung der Tiere&#8221; erscheint mir problematisch. Zweifellos hatte das Ende der Sklaverei auch moralische Gr&#252;nde. Vor allem aber kam es, weil sich diese Form der Ausbeutung angesichts der fortgeschrittenen Produktivkr&#228;fte als nicht mehr profitabel erwies. Die Ausbeutung und Nutzung von Tieren dagegen boomt wie nie zuvor.</strong>
<p>Am besten und wirksamsten ist es nat&#252;rlich, wenn beides zusammenkommt: moralische und praktische Gr&#252;nde. Und das ist beim Einsatz f&#252;r Tierrechte durchaus der Fall. Speziesismus ist nicht nur ethisch ebenso verwerflich wie Rassismus und Sexismus, er ist auch &#8211; vor allem in seiner Erscheinungsform Fleischproduktion &#8211; &#246;konomischer Widersinn und &#246;kologischer Wahnsinn. Wegen des Umwegs &#252;ber den Tierk&#246;rper stellt der Fleischkonsum zun&#228;chst einmal eine ungeheure Verschwendung der Nahrungsressourcen unseres Planeten dar: W&#252;rden wir uns selber pflanzlich ern&#228;hren, also vegetarisch leben, anstatt diese Nahrung an Tiere zu verf&#252;ttern, um dann deren Fleisch zu essen, k&#246;nnten wir zehnmal so viele Menschen ern&#228;hren. Zudem f&#246;rdert unser Fleischessen auch die regionale Verelendung in der Dritten Welt. Dort steht n&#228;mlich in zahlreichen L&#228;ndern die landwirtschaftliche Nutzfl&#228;che nicht f&#252;r die Versorgung der einheimischen Bev&#246;lkerung zur Verf&#252;gung, weil darauf Futtermittel f&#252;r die Fleischproduktion in den reichen L&#228;ndern angebaut werden.</p>
<p>Die Fleischerzeugung hat des Weiteren verheerende Umweltzerst&#246;rungen zur Folge, so wegen der damit einhergehenden Wasserverschwendung und Abholzung. Eine der Hauptursachen f&#252;r die Zerst&#246;rung des tropischen Regenwaldes ist die Gewinnung von Land zur Rinderzucht. Die Regenwaldzerst&#246;rung f&#252;hrt ihrerseits unter anderem zu Flut- und D&#252;rrekatastrophen und verst&#228;rkt den Treibhauseffekt.</p>
<p>Es gibt also reichlich Gr&#252;nde, nicht nur moralische, auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. Nicht zuletzt den, dass vegetarische beziehungsweise vegane Ern&#228;hrung der menschlichen Gesundheit weitaus zutr&#228;glicher ist.</p>
<strong>Sie stellen eine alte Volksweisheit auf den Kopf: Nicht das Fressen zuerst, sondern die Moral.</strong>
<p>Unsere Ern&#228;hrung hat in der Tat sehr viel mit Moral zu tun, weil wir mit der Auswahl dessen, was wir essen, &#252;ber Leben und Tod entscheiden: Wer kein Vegetarier ist, ist verantwortlich f&#252;r den Tod von 6 Schafen, 8 K&#252;hen, 25 Kaninchen, 33 Schweinen, 390 Fischen, 720 H&#252;hnern und vielen anderen Tieren. Diese stattliche Anzahl isst der Durchschnittseurop&#228;er n&#228;mlich im Laufe seines Lebens!</p>
<strong>Das Argument, der Mensch sei von Natur aus Fleischesser, l&#228;sst sich schwer entkr&#228;ften. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich Engels" target="_blank" >Friedrich Engels</a> betonte in &#8220;Dialektik der Natur&#8221; sogar: &#8220;Und je mehr der werdende Mensch sich von der Pflanze entfernte, desto mehr erhob er sich auch &#252;ber das Tier.&#8221;</strong>
<p>Die Frage, was der Mensch &#8220;biologisch betrachtet&#8221; sei, ist moralisch belanglos. Aus dieser Sicht sind wir n&#228;mlich Steinzeitmenschen, seit mindestens 30.000 Jahren organisch als Art unver&#228;ndert. Das Wesentliche am Menschen sind aber nicht seine biologischen Grundlagen, sondern das, was er aus ihnen macht. Die gesamte menschliche Entwicklung seit der Steinzeit ist keine biologische, sondern eine kulturelle. Alles, worin wir uns vom Steinzeitmenschen unterscheiden &#8211; vom Z&#228;hneputzen bis zur Anerkennung der Menschenrechte -, ist nicht die Folge einer biologischen Bestimmung, sondern das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung.</p>
<strong>Und das betrifft auch die existenzielle Frage der Ern&#228;hrung?</strong>
<p>Das ist ganz offensichtlich. Denn das Fleischessen widerspricht allen unseren kulturellen und humanistischen Anspr&#252;chen. Drastisch klar wird das, wenn wir uns Bilder oder Filme &#252;ber Tiertransporte und Schlachth&#228;user ansehen und dann versuchen, das Gesehene in Einklang zu bringen mit unseren fundamentalen &#220;berzeugungen. Zum Beispiel mit der Forderung, die Schw&#228;che und Wehrlosigkeit anderer nicht auszunutzen. Die ethisch entscheidende Frage ist also nicht: Welche Ern&#228;hrung entspricht von Natur aus dem Menschen? Sondern: Welche Ern&#228;hrung entspricht von Kultur aus dem Menschen?</p>
<p>Erstver&#246;ffentlichung: Nat&#252;rlich vegetarisch, Fr&#252;hling 2008</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (22.04.2008; 09:15 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
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		<title>KZ-Au&#223;enstelle M&#246;nchsberg</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2007 16:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><a href='http://www.flickr.com/photos/26679841@N00/294321041'><img src='http://farm1.static.flickr.com/109/294321041_0d15d05f25_m.jpg' alt='Salzburgo'  align='left' hspace='8' border='0' onclick='' /></a><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>J&#252;ngst wurde ich im Hinblick auf meinen Text “KZ in Salzburg“ gefragt, ob es nicht etwas &#252;bertrieben sei, auch die Freilandhaltung (bzw. zeitweise Freilandhaltung) von Tieren als KZ zu bezeichnen. Nun, das kommt darauf an, ob man &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.flickr.com/photos/26679841@N00/294321041'><img src='http://farm1.static.flickr.com/109/294321041_0d15d05f25_m.jpg' alt='Salzburgo'  align='left' hspace='8' border='0' onclick='' /></a><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>J&#252;ngst wurde ich im Hinblick auf meinen Text “KZ in Salzburg“ gefragt, ob es nicht etwas &#252;bertrieben sei, auch die Freilandhaltung (bzw. zeitweise Freilandhaltung) von Tieren als KZ zu bezeichnen. Nun, das kommt darauf an, ob man “KZ“ im buchst&#228;blich engen Sinne (“konzentriert“) versteht oder aber das ganze Unrechts-, Terror- und Mordsystem im Blick hat.<span id="more-50"></span></p>
<p>Wie auch immer: Von den Tieren, die ich im Sommer am M&#246;nchsberg gesehen hatte, waren vor ein paar Wochen kaum mehr welche da. Vermutlich hat man sie bereits ermordet. Und der Horror, den diese Tiere im Schlachthof erleben, ist vermutlich sogar SCHLIMMER als jener, den Tiere erleben, die sich ununterbrochen in einem herk&#246;mmlichen KZ befanden:</p>
<p>Die Tiere auf dem M&#246;nchsberg hatten st&#228;ndig Begegnungen mit freundlichen Menschen: mit Schulklassen und Familien mit kleinen Kindern, also mit Menschen, die mit ihnen redeten, die sie streichelten usw.. Umso gr&#246;&#223;er muss also ihr Entsetzen sein, wenn sie im Schlachthof ihren brutalen M&#246;rdern begegnen.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
<p>2 neue B&#252;cher bei Amazon (“Der Verrat des Menschen an den Tieren“; “Freude, sch&#246;ner G&#246;tterfunken“).</p>
<p>Liste “Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a></p>
<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (10.11.2007; 08:21 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
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		<title>KZ-Vergleich? Einfach l&#228;cherlich!</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/kz-vergleich-einfach-laecherlich</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 16:20:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schlachthof]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Aus einem Bericht der “Salzburger Nachrichten“ vom 03.10.2007 &#252;ber den Salzburger Schlachthof in Bergheim:</p>
<p>“Neuer P&#228;chter in Bergheim ist die OSI-Gruppe. ( &#8230; ) OSI hat eine Kaufoption. ( &#8230; ) Kommt es zum Kauf, sollen 70.000 &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Aus einem Bericht der “Salzburger Nachrichten“ vom 03.10.2007 &#252;ber den Salzburger Schlachthof in Bergheim:</p>
<p>“Neuer P&#228;chter in Bergheim ist die OSI-Gruppe. ( &#8230; ) OSI hat eine Kaufoption. ( &#8230; ) Kommt es zum Kauf, sollen 70.000 Rinder pro Jahr in Bergheim geschlachtet werden. ( &#8230; ) Das w&#228;ren bis zu zw&#246;lf Transporte &#8230; an jedem Tag. ( &#8230; ) Seit Sommer nahm die Zahl der Transporte Richtung Bergheim bereits zu. ( &#8230; ) Sie kommen aus Rum&#228;nien, Slowenien und Tschechien.“</p>
<p>2 neue B&#252;cher bei Amazon (“Der Verrat des Menschen an den Tieren“; “Freude, sch&#246;ner G&#246;tterfunken“).</p>
<p>Liste “Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a>.</p>
<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a> (10.10.2007; 12:36 Uhr</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
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		<title>Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar (Ingeborg Bachmann)</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Sep 2007 18:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Der Herbst scheint die gro&#223;e Zeit der Fotowettbewerbe zu sein. Jedenfalls stie&#223; ich in den vergangenen Wochen h&#228;ufig auf Bilderserien mit &#220;berschriften wie “Mein sch&#246;nstes Urlaubsfoto“ und dergleichen. Dabei fiel mir zweierlei auf:</p>
<p>Erstens, dass es sich &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Der Herbst scheint die gro&#223;e Zeit der Fotowettbewerbe zu sein. Jedenfalls stie&#223; ich in den vergangenen Wochen h&#228;ufig auf Bilderserien mit &#220;berschriften wie “Mein sch&#246;nstes Urlaubsfoto“ und dergleichen. Dabei fiel mir zweierlei auf:</p>
<p>Erstens, dass es sich hierbei erstaunlich oft um Anglerfotos handelt, zweitens, dass die Textzeilen dieser Anglerfotos oft besonders unpassend sind: “Die Seele baumeln lassen“, “Friedlicher Tagesausklang“ usw. Dabei kam mir ein &#228;hnliches Ph&#228;nomen, das mir bereits fr&#252;her aufgefallen war, in den Sinn: &#220;berraschend viele “besinnliche“ B&#252;cher (&#252;ber den richtigen Umgang mit der Zeit, den Sinn des Lebens usw.) haben am Cover ein Anglerfoto.</p>
<p>Damit sind wir bei einem neben Gleichg&#252;ltigkeit und Egoismus weiteren wichtigen, aber oft vernachl&#228;ssigten urs&#228;chlichen Faktor der Tierausbeutung: bei der Dummheit. Die Menschen scheinen nicht zu begreifen, was hier abgebildet wird: die grausame Ermordung hilfloser Wesen &#8211; zum Spa&#223; oder aus Langeweile oder “zur Besinnung“ bzw. das geduldige oder “entspannende“ Warten auf ein unschuldiges Opfer, das in die hinterh&#228;ltige Falle tappt. Wobei “Dummheit“ pr&#228;zisiert werden muss, um der Sache gerecht zu werden. Es handelt sich hier wohl weniger um die tats&#228;chliche Unf&#228;higkeit, einen eigentlich offensichtlichen Zusammenhang zu begreifen, als vielmehr um ein Nicht-begreifen-Wollen, um ein Nicht-wissen-Wollen.</p>
<p>Wie auch immer – der Bewusstheitsgrad in bezug auf diesen Tiermissbrauch ist wohl tats&#228;chlich geringer als etwa der in bezug auf das Geschehen im Schlachthof. Kein Mensch k&#228;me auf die Idee, eine Schlachthofszene mit der Bildunterschrift “Friedlicher Tagesausklang“ zu versehen. Was in Schlachth&#246;fen passiert, wissen die Menschen sehr genau, und dass es F&#220;R SIE passiert, damit sie Fleisch essen k&#246;nnen, wissen sie ebenfalls ganz genau. Aber es ist den meisten offensichtlich egal. Einige ziehen freilich aus ihrem Wissen die moralischen Konsequenzen und h&#246;ren auf, sich weiter an diesem Verbrechen zu beteiligen.</p>
<p>Zur&#252;ck zum Angeln. Wie auch immer “reduziert“ das Bewusstsein in bezug auf diesen Tiermissbrauch sein mag, dass es sich hier um einen T&#246;tungsvorgang handelt, kann wohl niemandem verborgen bleiben. So wenig es jemandem verborgen bleiben kann, dass es sich beim Stierkampf um einen T&#246;tungsvorgang handelt. In beiden F&#228;llen ist viel Nicht-wissen-Wollen im Spiel. Wenn etwa den Menschen weisgemacht werden soll – und dies nur allzugerne geglaubt wird –, dass es sich beim Stierkampf gar nicht um einen Kampf handle (was insofern richtig ist, als es sich um eine Hinrichtung handelt), sondern um ein Kunstwerk, um ein Schauspiel &#252;ber Leben und Tod, bei dem der Stier quasi die Regie f&#252;hre.</p>
<p>Erfreulicherweise gibt es gegen alle Formen und Grade des Nicht-Wissens und Nicht-wissen-Wollens ein Gegenmittel: Information. Je h&#228;ufiger, hartn&#228;ckiger und massiver, desto besser! Erfolgreiche Vorbilder sind etwa die Informationskampagnen in bezug auf die Sinnhaftigkeit des Sicherheitsgurtes, die Sch&#228;dlichkeit des Rauchens und die Ver&#228;nderung des Klimas.</p>
<p>Im Hinblick auf unseren Umgang mit Tieren bedeutet maximale Beseitigung des Nicht-Wissens und damit maximale Verringerung erfolgreichen Nicht-wissen-Wollens nat&#252;rlich noch nicht die L&#246;sung &#8211; siehe oben (das Wissen um die Schlachthausrealit&#228;t f&#252;hrt nur bei einigen Menschen zur Verhaltens&#228;nderung). Aber Wissensvermittlung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Vor allem ist Wissensvermittlung ein M&#214;GLICHER Schritt in die richtige Richtung.</p>
<p>Und genau darum geht es: dass wir alles uns M&#246;gliche tun, um das Schicksal der Tiere zu verbessern. Also sagen wir jedem bei jeder Gelegenheit laut und deutlich die Wahrheit: Wenn du tierliche Produkte kaufst oder konsumierst, bist du am Leiden und Sterben dieser Tiere schuld.</p>
<p>Copyright: <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>2 neue B&#252;cher bei Amazon (“Der Verrat des Menschen an den Tieren“; “Freude, sch&#246;ner G&#246;tterfunken“).</p>
<p>Liste “Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a>.</p>
<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (22.09.2007; 08:35 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Fleischesser sind keine Tiersch&#252;tzer</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/fleischesser-sind-keine-tierschuetzer</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jun 2007 20:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Vor einiger Zeit fiel mir folgender Zeitungsbericht in die H&#228;nde (Kronen Zeitung, vermutlich September 2006):</p>
<p>“Dem Tod entronnen ist am Samstag ein Schaf im steirischen Gleisdorf. Als das Tier zur Schlachtung verladen werden sollte, b&#252;chste es aus &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Vor einiger Zeit fiel mir folgender Zeitungsbericht in die H&#228;nde (Kronen Zeitung, vermutlich September 2006):</p>
<p>“Dem Tod entronnen ist am Samstag ein Schaf im steirischen Gleisdorf. Als das Tier zur Schlachtung verladen werden sollte, b&#252;chste es aus und rannte um sein Leben &#8211; und zwar direkt zum Tierheim! Dort wurde der «Fl&#252;chtling» mit offenen Armen empfangen.</p>
<p>Das Schaf d&#252;rfte gewisserma&#223;en einen sechsten Sinn gehabt haben. Bei der Sammelstelle vor dem Abtransport in den Schlachthof begann das Tier seine waghalsige Flucht &#8211; es &#252;berquerte sogar einen Bach, um seinem traurigen Schicksal zu entkommen.</p>
<p>Auf der Suche nach Hilfe hatte der ein Jahr alte Schafbock einen guten Riecher: Seine Flucht endete vor dem Gleisdorfer Tierheim, wo er aufgenommen wurde. Mit finanzieller Unterst&#252;tzung der Grazer «Arche Noah» kauften die Gleisdorfer Tierfreunde das Schaf &#8211; zum handels&#252;blichen Kilopreis von 2 Euro.“</p>
<p>Das ist ein bemerkenswerter Bericht &#8211; aus mindestens zwei Gr&#252;nden: Erstens laufen solche Geschichten &#252;blicherweise nach einem ganz anderen Schema ab: Verzweifeltem Tier gelingt die Flucht aus dem Schlachthof, eine Zeit lang ‚narrt’ es die herbeigeeilten Bauern und Polizisten, entkommt aber letztlich doch nicht seinem ‚Schicksal’ &#8211; und landet auf der Schlachtbank.</p>
<p>Zweitens ist diese Meldung bemerkenswert, weil sie drastisch die Schizophrenie unserer Gesellschaft in bezug auf Tiere veranschaulicht: Es gibt sowohl Institutionen, die Tiere umbringen, also auch  Institutionen, die Tiere vor eben diesem Schicksal bewahren. Es ist also purer Zufall, wem ein fl&#252;chtendes Tier in die Arme l&#228;uft: seinem M&#246;rder oder seinem Retter.</p>
<p>F&#252;r diese Schizophrenie gilt es zu sensibilisieren. Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Es muss jedem Leser, der sich dar&#252;ber freut, dass dieses Tier nicht ins Schlachthaus, sondern ins Tierheim gelaufen ist, klargemacht werden: Wenn er selber weiterhin Fleisch isst, ist er schlicht ein Idiot. Denn man kann nicht ein und dieselbe Sache &#8211; die Schlachtung &#8211; gleichzeitig wollen und nicht wollen!</p>
<p>Generell: Es muss weiterhin mit aller Macht und auf allen Ebenen verdeutlicht werden, dass die traditionelle Tierschutzposition, wonach Tiere sch&#252;tzen und Tiere essen kein Widerspruch seien, in Wirklichkeit der Inbegriff des Absurden ist. Wer den Widerspruch zwischen Tiere sch&#252;tzen und Tiere essen verwischt, verdummt die Menschen und verr&#228;t die Tiere.</p>
<p>Copyright: <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Neues Buch bei Amazon:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3909067069/schweizerischeve" class="autohyperlink" title="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3909067069/schweizerischeve" target="_blank">www.amazon.de/exec/obidos/ASIN&#8230;</a></p>
<p>Neue Liste “Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a></p>
<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (24.06.2007; 07:40 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
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		<title>Mit Plutarch und “Leichenschmaus“ f&#252;r die Rechte der Tiere</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/mit-plutarch-und-leichenschmaus-fuer-die-rechte-der-tiere</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/mit-plutarch-und-leichenschmaus-fuer-die-rechte-der-tiere#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2007 20:07:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Ingolf Bossenz</p>
<p>“Unertr&#228;gliche, un&#252;bertroffene, grauenvolle Verlogenheit.“ So sieht <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a> Weihnachten, das in unserem “christlichen Abendland“ als sch&#246;nstes Fest des Jahres gilt. Auf die Frage, ob diese H&#228;ufung negativer Superlative nicht sehr &#252;bertrieben sei, begr&#252;ndet der 54-j&#228;hrige &#214;sterreicher im &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ingolf Bossenz</p>
<p><strong>Mit Plutarch und “Leichenschmaus“ f&#252;r die Rechte der Tiere</strong><br />
<strong>Der &#246;sterreichische Philosoph <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a> vertritt einen konsequent ethisch begr&#252;ndeten Vegetarismus</strong><br />
<strong>Weihnachten ist ihm ein Gr&#228;uel, die Befreiung der Tiere sieht er als die logische Fortsetzung der Sklavenbefreiung, und den Fleischverzehr nennt er “Leichenschmaus“. So lautet auch der Titel seines popul&#228;rsten Buches, das die Zeitschrift “Focus“ als “Bibel der Radikalvegetarier und Tierbefreier“ bezeichnete. Der Autor, der &#246;sterreichische Philosoph Helmut F. Kaplan, ist der bekannteste Theoretiker der Tierrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum.</strong></p>
<p>“Unertr&#228;gliche, un&#252;bertroffene, grauenvolle Verlogenheit.“ So sieht Helmut F. Kaplan Weihnachten, das in unserem “christlichen Abendland“ als sch&#246;nstes Fest des Jahres gilt. Auf die Frage, ob diese H&#228;ufung negativer Superlative nicht sehr &#252;bertrieben sei, begr&#252;ndet der 54-j&#228;hrige &#214;sterreicher im Gespr&#228;ch diese irritierende Charakterisierung: “Im Gegenteil, der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit kann mit Worten kaum drastisch genug ausgedr&#252;ckt werden: Es wird gefeiert, gesungen, man ist zu Tr&#228;nen ger&#252;hrt &#8211; und das bei einem Fest, das allj&#228;hrlich f&#252;r Millionen nicht menschlicher Kreaturen ein Massaker bedeutet. Auf der einen Seite das Gerede von Liebe und Vergebung, auf der anderen Seite das Gemetzel in den Schlachth&#246;fen.“</p>
<p>Die L&#246;sung dieses Widerspruchs und damit die Aufl&#246;sung solcher nicht nur weihnachtlichen Verlogenheit befindet sich f&#252;r Kaplan buchst&#228;blich vor unserer Nase &#8211; auf dem Teller. Er verweist auf den griechischen Philosophen Plutarch, der bereits vor &#252;ber zweitausend Jahren schrieb: “F&#252;r einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen w&#228;re.“</p>
<strong>Fleischverzicht mit 11 Jahren</strong>
<p>Als sich der Salzburger 1963 entschloss, fortan kein Fleisch mehr zu essen, waren ihm weder Plutarch noch andere Geistesgr&#246;&#223;en ein Begriff. Es gab auch kein Schl&#252;sselerlebnis f&#252;r diese Z&#228;sur. Der 11-j&#228;hrige Junge hatte einfach genug vom Anblick der blutigen Auslagen in den Metzgerl&#228;den, der zerst&#252;ckelten Kreaturen in den Fleischregalen, der mit Eis besch&#252;tteten toten Fische in den Lebensmittelgesch&#228;ften.</p>
<p>Dem vor allem emotional begr&#252;ndeten Entschluss, nicht mehr mitschuldig sein zu wollen am millionenfachen T&#246;ten von Tieren, folgte die Suche nach den richtigen Argumenten. Sie war sp&#228;ter ma&#223;geblich f&#252;r Kaplans Entscheidung, ab 1975 Psychologie und Philosophie an der Universit&#228;t Salzburg zu studieren. Mit einer Arbeit zu Freuds Psychoanalyse promovierte er dort zum Doktor der Philosophie.</p>
<p>Mitte der 80er Jahre begann Kaplans intensive Besch&#228;ftigung mit der Philosophie der Tierrechtsbewegung. &#214;sterreich und die anderen deutschsprachigen Staaten waren damals Entwicklungsl&#228;nder, was die Bewertung und Behandlung von Tieren betraf. Dagegen hatten sich im englischsprachigen Raum in dieser Hinsicht bereits revolution&#228;re Ver&#228;nderungen vollzogen. Der traditionelle Tierschutz war durch eine Tierrechtsbewegung erg&#228;nzt worden, die einen kompromisslosen, ethisch begr&#252;ndeten Vegetarismus propagierte. Ihren f&#252;hrenden Theoretiker hatte sie in dem australischen Philosophen Peter Singer gefunden, dessen 1975 erschienenes Buch “Animal Liberation“ (Befreiung der Tiere) zum Gr&#252;ndungsdokument der Tierrechtsphilosophie wurde. Da war es nahe liegend, dass Helmut Kaplan sein Philosophiestudium 1987 mit einer Arbeit zu “Peter Singers Philosophie des Vegetarismus“ abschloss.</p>
<strong>Ein Klassiker &#8211; sogar in Japan</strong>
<p>Von nun an hatte die deutschsprachige Tierrechtsszene ihren eigenen Theoretiker, der mit bislang rund einem Dutzend B&#252;chern (zuletzt erschienen: “Der Verrat des Menschen an den Tieren“), zahllosen anderweitigen Publikationen sowie &#246;ffentlichen Auftritten wie kein Zweiter die Debatte um Tierschutz, Tierrechte und Vegetarismus pr&#228;gt. 1993 erschien bei Rowohlt sein Buch “Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung“. L&#228;ngst ein Klassiker, der sogar ins Japanische &#252;bersetzt wurde. Den vom “Focus&#8221; gepr&#228;gten Begriff “Bibel“ mag Kaplan allerdings weniger. Nicht unbedingt aus pers&#246;nlicher Bescheidenheit (Wer liest oder h&#246;rt derlei nicht gern?).  Doch ihm geht es ja gerade um die Verbannung alles Religi&#246;sen und religi&#246;s Verbr&#228;mten aus der Ethik. “Religi&#246;se &#220;berzeugungen sind private Glaubenshaltungen“, erkl&#228;rt Kaplan. “Tierrechte aber sind &#8211; ebenso wie Menschenrechte &#8211; allgemeinverbindliche Moral-, Rechts- und Gerechtigkeitspositionen.“ Daher seien alle strikten Verkn&#252;pfungen von Tier- oder Menschenrechten mit bestimmten religi&#246;sen Vorstellungen unsinnig. Was &#252;brigens auch umgekehrt gelte. Denn die Schim&#228;re einer moralischen Kluft zwischen Menschen und Tieren, die immer noch in der Ethik herrscht, habe vor allem religi&#246;se Ursachen: “Zum Beispiel den Glauben, dass nur der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen sei und nur er eine unsterbliche Seele habe. W&#252;rden wir endlich ernst nehmen, was wir seit Darwin wissen – dass es EINE Evolution ALLEN Lebens gab und gibt –, w&#252;rde diese Kluft verschwinden, und wir w&#252;rden unsere moralische Verantwortung auch gegen&#252;ber Tieren erkennen.“</p>
<p>Diese Verantwortung muss f&#252;r Kaplan darin m&#252;nden, den Tieren Rechte zuzubilligen. Doch was sind eigentlich “Tierrechte“? “Es geht vor allem um das Recht auf Leben, um das Recht auf physische Unversehrtheit und um das Recht auf Freiheit von Schmerz und Leid – jedenfalls, so weit das von uns Menschen abh&#228;ngt. Das bedeutet: Wenn wir wissen, dass Tiere leiden, sollten wir Leiden verhindern. Und wo wir nicht sicher sind, ob Tiere leiden, sollten wir m&#246;glicherweise Leiden verursachende Handlungen unterlassen. Leider sind solche Erw&#228;gungen reine Theorie – weil wir in der Praxis selbst Tiere mit erwiesener gr&#246;&#223;ter Leidensf&#228;higkeit behandeln, als w&#228;ren sie leblose Gegenst&#228;nde. Verwiesen sei nur darauf, wie in Schlachth&#246;fen etwa mit Rindern oder Schweinen umgegangen wird!“</p>
<strong>Einst die Sklaven – heute die Tiere</strong>
<p>Helmut Kaplan sieht sowohl Menschen- wie Tierrechte als “ethisch begr&#252;ndete Rechte, die vor allem kulturellen Ursprungs sind“. Schlie&#223;lich h&#228;tten wir uns im Laufe unserer Entwicklung daf&#252;r entschieden, allen Menschen grundlegende Rechte zuzugestehen. Und Kaplan erinnert: “Das war bekanntlich nicht immer so – siehe etwa die Sklaverei oder die Frauendiskriminierung. Und die Tierrechtsbewegung ist die logische und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen, wie eben der Befreiung der Sklaven, des Kampfes gegen Rassismus oder f&#252;r die Emanzipation der Frauen.“</p>
<p>Diese Einbeziehung nicht menschlicher Lebewesen ist das eigentlich Revolution&#228;re an der von Kaplan und anderen vertretenen Ethik. Galt es doch bis in die 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts als Konsens unter den Philosophen, dass ausschlie&#223;lich der Mensch legitimes Subjekt der Ethik ist.</p>
<p>Dennoch will Kaplan nicht von einer “neuen“ Ethik sprechen: “Wir brauchen &#252;berhaupt keine neue Ethik, wir m&#252;ssen lediglich die vorhandene Ethik konsequent zu Ende denken. Und vor allem anwenden!“ Das entscheidende Kriterium dabei sieht der Salzburger Philosoph in der Leidensf&#228;higkeit. “Wenn wir wollen, wissen wir sehr genau, wie Tiere behandelt werden m&#246;chten. Dazu brauchen wir uns nur ehrlich und ernsthaft in deren Situation zu versetzen, um uns dann zu fragen, wie wir an ihrer Stelle behandelt werden m&#246;chten. Das wird uns in den allermeisten F&#228;llen, etwa bei Tieren im Schlachthof oder im Versuchslabor, &#252;berhaupt nicht schwerfallen. Im Gegenteil: Unser moralisches Problem wird vielmehr meistens sein, dass wir uns so leicht in ihre Lage versetzen k&#246;nnen!“</p>
<p>Der f&#252;r Kaplan einzige wirkliche Ausweg aus diesem moralischen Konflikt (Biofleisch aus so genannter artgerechter Haltung ist f&#252;r ihn nur eine “Notl&#246;sung“): Verzicht auf Fleisch und m&#246;glichst auch alle anderen Produkte vom Tier, also vegane Ern&#228;hrung.</p>
<p>Doch ungeachtet dieser radikalen Forderung ist der &#214;sterreicher Realist genug, der Entwicklung und vor allem den Menschen Zeit zu geben: “Wenn jemand, der bis jetzt zwanzig Prozent vegane Lebensmittel gegessen hat, nunmehr vierzig Prozent solcher Lebensmittel isst, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ein Fleischesser zum Vegetarier wird, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ein Fleischesser, der bisher zehn Wurstsemmeln pro Woche gegessen hat, nur noch f&#252;nf isst, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Und wenn jemand, der noch nie &#252;ber Tierrechte nachgedacht hat, beginnt, sich dar&#252;ber Gedanken zu machen, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung.“</p>
<p>Erstver&#246;ffentlichung: Herz + Schnauze, 2007, S. 22 f.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (29.04.2007; 05:12 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
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		<title>Endsieg der Ethik</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2007 10:31:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/36567804@N00/58736788"><img src="http://farm1.static.flickr.com/25/58736788_5d69eb2122_m.jpg" border="0" alt="&#34;Are Some More Human Than Others?&#34;" hspace="8" align="left" /></a><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Was ist eigentlich das Erstaunlichste an unserem skandal&#246;sen Umgang mit Tieren? Schwierige Frage bei all den himmelschreienden Widerspr&#252;chen und obsz&#246;nen Gemeinheiten! Vielleicht aber dies:</p>
<p>Erstens existieren zwei Parallelwelten: Einerseits unsere („westliche“) Welt der Menschen, in der es &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/36567804@N00/58736788"><img src="http://farm1.static.flickr.com/25/58736788_5d69eb2122_m.jpg" border="0" alt="&quot;Are Some More Human Than Others?&quot;" hspace="8" align="left" /></a><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Was ist eigentlich das Erstaunlichste an unserem skandal&#246;sen Umgang mit Tieren? Schwierige Frage bei all den himmelschreienden Widerspr&#252;chen und obsz&#246;nen Gemeinheiten! Vielleicht aber dies:</p>
<p>Erstens existieren zwei Parallelwelten: Einerseits unsere („westliche“) Welt der Menschen, in der es heute, historisch betrachtet, extrem ruhig und zivilisiert zugeht. Andererseits die H&#246;llenwelt der Tiere in Schlachth&#246;fen, Versuchslabors usw.</p>
<p>Und zweitens wissen die Menschen &#252;ber diese parallele H&#246;llenwelt f&#252;r Tiere genau Bescheid. Berichte und Bilder &#252;ber sie finden sich schlie&#223;lich t&#228;glich in der Zeitung.</p>
<p>Nun k&#246;nnte man sagen: Gut, interessant, aber etwas Neues ist das nun eben nicht. Denn zu unserer vergleichsweise paradiesischen „westlichen“ Menschenwelt gibt es ja nicht nur eine parallele H&#246;llenwelt f&#252;r Tiere, sondern auch eine parallele H&#246;llenwelt f&#252;r Menschen: zum Beispiel in Afrika und Asien, auch hier passieren tagt&#228;glich schreckliche Dinge und auch dies ist uns wohl bekannt.</p>
<p>Einen entscheidenden Unterschied zwischen der parallelen H&#246;lle f&#252;r Menschen und der parallelen H&#246;lle f&#252;r Tiere gibt es aber schon: Die Schreckensorte der Menschen sind in aller Regel  geographisch weiter entfernt und zweitens gibt es f&#252;r uns kaum Verhaltensweisen, mit denen wir diesen gequ&#228;lten Menschen direkt und sicher helfen k&#246;nnten &#8211; weil die Wirkzusammenh&#228;nge vielschichtig und unsere Einflussm&#246;glichkeiten vage sind.</p>
<p>Das ist bei den Schreckensorten der Tiere ganz anders, die sind mitten unter uns: Schlachth&#246;fe und Versuchslabors befinden sich in unserer unmittelbaren Umgebung. Und der Zusammenhang zwischen unserem Verhalten und dem Schicksal dieser Tiere ist zumindest teilweise extrem direkt und einsichtig: Jedem Fleischesser muss etwa einleuchten, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang gibt zwischen den Tieren auf seinem Teller und den Tieren im Schlachthof!</p>
<p>Der Schluss liegt also nahe: Die Menschen, denen es gut geht, r&#252;hren vor allem deshalb keinen Finger f&#252;r diejenigen, denen es schlecht geht, weil Ihnen deren Schicksal schlicht egal ist. Das deckt sich ja auch mit dem seinerzeitigen Verhalten der Bev&#246;lkerung gegen&#252;ber den Nazi-KZs: Das Foltern und Morden fand in ihrer unmittelbaren N&#228;he statt, man wusste es oder ahnte es zumindest &#8211; und blieb unt&#228;tig.</p>
<p>An dieser gr&#228;sslichen menschlichen Eigenschaft des Wegsehens um des eigenen Friedens und Vorteils willen hat sich also nichts ge&#228;ndert. Ein trauriger, nutzloser Befund? Traurig, ja, nutzlos, nein: So sind die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, wenn wir in der Welt etwas ver&#228;ndern wollen, nun einmal! Und diese Tatsache gilt es zu ber&#252;cksichtigen bei der Wahl unserer Mittel. Wir werden also vern&#252;nftigerweise unser Augenmerk nicht vorrangig darauf legen, die Menschen mit Moral zu ver&#228;ndern, weil die meisten &#8211; bei Lichte besehen &#8211; keine haben.</p>
<p>Dennoch w&#228;re es ein gro&#223;er Irrtum zu glauben, Ethik w&#228;re nicht wichtig. Denn auf einer anderen Ebene kommt ihr eine immense Bedeutung zu: beim Vorbereiten, Herbeif&#252;hren und Vollziehen weltanschaulicher Ver&#228;nderungsprozesse. Hier spielen ethische Argumente eine zentrale Rolle &#8211; und bestimmen nach diesem Umweg dennoch das Verhalten der Menschen: zuerst als gesellschaftlicher und schlie&#223;lich als gesetzlicher Druck. Das war bei der Gewalt gegen&#252;ber Frauen und Kindern so. Und das wird auch bei der Gewalt gegen&#252;ber Tieren so sein.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
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<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (25.03.2007; 08:33 Uhr)</p>
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		<title>Frieden am Fr&#252;hst&#252;ckstisch</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Feb 2007 15:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Ingolf Bossenz, der mit mir das j&#252;ngste Interview f&#252;r das “Neue Deutschland“ gemacht hatte, hat mir folgende &#8220;lustige&#8221; Tiermeldung zugesandt (wobei die Qualifizierung “lustig“ nicht seiner Bewertung entspricht!):</p>
<p>Siegen (dpa) – Ein vom Gel&#228;nde eines Schlachthofes ausgeb&#252;xtes &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Ingolf Bossenz, der mit mir das j&#252;ngste Interview f&#252;r das “Neue Deutschland“ gemacht hatte, hat mir folgende &#8220;lustige&#8221; Tiermeldung zugesandt (wobei die Qualifizierung “lustig“ nicht seiner Bewertung entspricht!):</p>
<strong>“Schaf fl&#252;chtet vor Schlachter – vergeblich</strong>
<p>Siegen (dpa) – Ein vom Gel&#228;nde eines Schlachthofes ausgeb&#252;xtes Schaf hat am Mittwoch in Siegen f&#252;r Aufregung gesorgt. Zuerst war das Tier auf einer Bahnlinie unterwegs, &#252;berquerte dann eine mehrspurige Schnellstra&#223;e und landete schlie&#223;lich auf dem Gel&#228;nde eines ehemaligen Baumarktes.</p>
<p>Als das Schaf von Polizisten &#8220;eingekesselt&#8221; wurde, stieg es &#252;ber eine B&#246;schung auf das Dach eines Anbaus. Dort konnte der Besitzer nach Auskunft der Polizei das Tier einfangen. Durch die Flucht hatte es seinen Tod nur um eine Stunde hinausgez&#246;gert.“</p>
<p>Diese “lustige“ Geschichte – in den “Salzburger Nachrichten“ w&#252;rde sie unter der Rubrik “Verr&#252;ckt“ abgedruckt werden – halte ich aus folgendem Grund f&#252;r sehr interessant: Ich habe bereits mehrere ganz &#228;hnliche Berichte in meinen Unterlagen. Aber bis jetzt dachte ich, dass es sich dabei um so etwas wie eine Spezialit&#228;t des europ&#228;ischen Steinzeitreservats, in dem ich lebe, handelt, also um eine Spezialit&#228;t des katholisch-alpenl&#228;ndischen Raumes von Salzburg, Bayern und Tirol mit seiner so typischen widerlichen Kombination aus Dumpfheit, Verlogenheit und Heuchelei.</p>
<p>Nun muss ich erkennen, dass es sich hier quasi um ein universelles Muster handelt, um ein geradezu archetypisches Reaktionsmuster auf den t&#228;glichen Tier-Holocaust. Die konstanten Ingredienzen dieser “lustigen“ oder “verr&#252;ckten“ Geschichten sind: die irgendwie abenteuerliche Flucht des zum Tode verurteilten Tieres, dessen “pfiffige“ Verfolgung – und die um keinerlei Tarnung bem&#252;hte sadistische Schadenfreude &#252;ber den t&#246;dlichen Ausgang des verzweifelten Fluchtversuchs.</p>
<p>Die Tatsache, dass solche ungeheuerlichen Berichte laufend in der Zeitung stehen, ist ein derma&#223;en fundamentaler und facettenreicher Skandal, dass ich mich au&#223;erstande sehe, ihn angemessen zu bewerten.</p>
<p>Fest steht allerdings offenkundig, dass solche Berichte bei Lesern praktisch nie auf besondere Kritik oder Ablehnung sto&#223;en. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass diese Meldungen wie andere Meldungen &#252;ber “verr&#252;ckte“ Ereignisse als willkommene Zerstreuung am Fr&#252;hst&#252;ckstisch betrachtet werden.</p>
<p>Und solange diese Art von Frieden am Fr&#252;hst&#252;ckstisch herrscht, haben Befreiung und Freiheit der Tiere keine Chance. Deshalb z&#228;hlt es zu den wichtigsten Aufgaben aller, die dem t&#228;glichen Holocaust gegen Tiere ein Ende bereiten wollen, diesen Frieden am Fr&#252;hst&#252;ckstisch so rasch und massiv wie m&#246;glich zu st&#246;ren.</p>
<p>Diese zynisch-verharmlosenden und verdummenden Berichte lassen sich vorerst zwar nicht verhindern. Aber ein effizientes Kontrastprogramm l&#228;sst sich erzwingen – Meldungen &#252;ber Ereignisse, die so eindeutig sind, dass sie sich nicht auf diese Weise verf&#228;lschen lassen: Berichte &#252;ber Blockaden von Tier-Todes-Transporten, Bilder von Protestdemonstrationen vor Schlachth&#246;fen oder Versuchslabors, die Besprechung eines  Tierrechtsbuches, das Interview mit einem Tierrechtsphilosophen und vieles andere mehr. Kurz: Alles, was sowieso auf dem Programm der Tierrechtsbewegung steht.</p>
<p>Entscheidend ist, dass m&#246;glichst viele Menschen mit solchen Aktivit&#228;ten ein so gro&#223;es Aufsehen erregen, dass davon berichtet werden MUSS. Unruhe, Aufmerksamkeit und Irritation sind hier Werte an sich. Erst auf dieser Grundlage k&#246;nnen inhaltliche Ziele und politische Forderungen sinnvoll formuliert werden. Und ein solches Klima wird auch den “lustigen“ Tiermeldungen sukzessive den Boden entziehen. Aus Einsicht oder Angst? Egal – Hauptsache, die Gesellschaft macht Schritte in Richtung Realisierung von Tierrechten!</p>
<p>Copyright: <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
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<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (18.02.2007; 10:10 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Internationaler Holocaust-Gedenktag 2007</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/internationaler-holocaust-gedenktag-2007</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 15:57:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Ich bin seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Verfechter des Holocaust-Vergleiches, also eines Vergleiches dessen, was die Nazis Juden und anderen Menschen angetan haben, mit dem, was die Menschen heute Tieren antun. Ich m&#246;chte meine Position heute pr&#228;zisieren &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<strong>Holocaust einst und jetzt: Ein wichtiger Unterschied</strong>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Ich bin seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Verfechter des Holocaust-Vergleiches, also eines Vergleiches dessen, was die Nazis Juden und anderen Menschen angetan haben, mit dem, was die Menschen heute Tieren antun. Ich m&#246;chte meine Position heute pr&#228;zisieren und relativieren.</p>
<p>Zur Pr&#228;zisierung: Ich m&#246;chte klarstellen, dass man selbstverst&#228;ndlich im Hinblick auf die Angemessenheit dieses Vergleiches unterschiedlicher Meinung sein kann, und zwar aus einem ganz trivialen Grund: Da es sich eben um einen Vergleich und nicht um eine Gleichsetzung handelt, gibt es bei den verglichenen Dingen, wie bei jedem Vergleich, Aspekte, die &#252;bereinstimmen, und Aspekte, die nicht &#252;bereinstimmen. Es gibt Parallelen und Unterschiede.</p>
<p>Daher ist es auch bei jedem Vergleich legitim, dar&#252;ber diskutieren, ob nun die Gemeinsamkeiten oder die Unterschiede &#252;berwiegen bzw. welchen Stellenwert die einzelnen Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben. V&#246;llig irrational und inakzeptabel ist es aber, bestimmte Vergleiche von vornherein und prinzipiell abzulehnen oder gar verbieten zu wollen!</p>
<p>Meine Position in Bezug auf den Holocaust-Vergleich ist nun eben: Dieser Vergleich ist aufgrund der vielen frappierenden und fundamentalen Parallelen zwischen dem, was die Nazis Juden und anderen angetan haben, und dem, was wir heute Tieren antun, nicht nur legitim, sondern sogar &#228;u&#223;erst erhellend.</p>
<p>Nun zur angek&#252;ndigten Relativierung meiner Position: Neulich sah ich in der Zeitung ein drolliges Bild eines Eisb&#228;ren, der gerade von einer Scholle zur anderen springt. Dazu der Text:</p>
<p>“Jagdsaison er&#246;ffnet: Das Umweltministerium der nordkanadischen Provinz Nunavut hat die Abschussquote f&#252;r Eisb&#228;ren in der kommenden Saison von 403 auf 518 Tiere erh&#246;ht. Das sind gleich um 115 B&#228;ren mehr als sonst. Nunavut-Umweltminister Olayuk Agesuk rechtfertigt die Erh&#246;hung der Quote mit der seit 1997 um rund 20 Prozent gestiegenen Population.“</p>
<p>Da wird mir augenblicklich ein gro&#223;er UNTERSCHIED zwischen dem Holocaust an Menschen und dem Holocaust an Tieren bewusst: Was die Bev&#246;lkerung seinerzeit von den KZs wusste, l&#228;sst sich heute mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Absolut sicher aber ist, dass der HEUTIGE Holocaust an Tieren allgemein bekannt ist &#8211; weil er tagt&#228;glich annonciert wird: In der Zeitung stehen die genehmigten Abschusszahlen f&#252;r J&#228;ger, die Kapazit&#228;ten von Schlachth&#228;usern, die Zahl der “verbrauchten“ Versuchstiere usw. Und im Fernsehen gibt es dazu laufend die entsprechenden Reportagen und Dokumentationen.</p>
<p>Es gibt also IN DER TAT einen bedeutsamen Unterschied zwischen dem Holocaust an Menschen und dem Holocaust an Tieren, und zwar im Hinblick auf die Rolle der Bev&#246;lkerung: Heute wissen alle dar&#252;ber Bescheid, was in Tierfabriken, auf Tiertransporten und hinter Schlachthof- und Labormauern passiert! Und die Menschen wissen das nicht erst seit heute, sondern seit Jahrzehnten. Und seit Jahrzehnten hat sich an diesem ununterbrochenen, Tag und Nacht weltweit praktizierten Holocaust gegen&#252;ber Tieren nichts Substantielles ge&#228;ndert. Es gab und gibt keinen allgemeinen Aufschrei, es gab und gibt keine gro&#223;e Emp&#246;rung und es gab und gibt keinen nennenswerten Widerstand. Der Holocaust an Tieren ist seit Jahrzehnten bekannt und wird seit Jahrzehnten akzeptiert.</p>
<p>Also muss man sagen, dass es zwischen dem seinerzeitigen Holocaust gegen&#252;ber Menschen und dem gegenw&#228;rtigen Holocaust gegen&#252;ber Tieren WIRKLICH einen wichtigen Unterschied gibt: Die heutigen Menschen wissen &#252;ber die permanenten Massaker in den KZs genau Bescheid und nehmen diese nicht nur billigend in Kauf, sondern sind daf&#252;r, zum Beispiel als Fleischesser, auch direkt verantwortlich.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
<p>Neue Liste “Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a></p>
<p>Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Kaplan" class="autohyperlink" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Kaplan" target="_blank">de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K&#8230;</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (28.01.2007; 06:29 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
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		<title>Fleisch: doch ein Thema!</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Oct 2006 18:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hilpisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Karin Hilpisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schlachthof]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/73943910@N00/99137081"><img src="http://farm1.static.flickr.com/19/99137081_539e0dec2f_m.jpg" border="0" alt="liquid pig" hspace="8" align="left" /></a>„Aktionen gegen den Pelzhandel oder Tierversuche gibt es in Deutschland reichlich, Aktionen gegen den Fleischkonsum hingegen fristen noch ein Schattendasein.“ (&#8230;) („Meatout – Aktionstage gegen Fleisch“ in: Tierbefreiung (Tb) Nr. 51/ Jan. 06: 30)</p>
<p>„Nach den theoretischen Vortr&#228;gen stellte unser &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/73943910@N00/99137081"><img src="http://farm1.static.flickr.com/19/99137081_539e0dec2f_m.jpg" border="0" alt="liquid pig" hspace="8" align="left" /></a>„Aktionen gegen den Pelzhandel oder Tierversuche gibt es in Deutschland reichlich, Aktionen gegen den Fleischkonsum hingegen fristen noch ein Schattendasein.“ (&#8230;) („Meatout – Aktionstage gegen Fleisch“ in: Tierbefreiung (Tb) Nr. 51/ Jan. 06: 30)</p>
<p>„Nach den theoretischen Vortr&#228;gen stellte unser Redakteur Wolfgang Siebert eine Kampagnenarbeit zum Thema Tierrechte vor, die – in Abstimmung mit dem Veranstalter – &#252;ber Fleischkonsum handeln sollte. Siebert stellte gleich zu Beginn des Vortrages dar, dass es Tierrechtskampagnen im eigentlichen Sinn gegen Fleisch in Deutschland nicht gibt.(&#8230;)“ (Mensch nicht Ma&#223; aller Dinge. <span id="more-121"></span></p>
<p>Bericht &#252;ber die ‘Gro&#223;e Tierrechtstagung‘ des Vegetarierbundes in G&#246;ttingen“ in: Tb 49/ Dez. 05: 52 –54, hier S. 53)</p>
<p>Vor wenigen Jahren konnte man auf einer Anti-Tierversuchsdemo noch h&#246;ren, Fleisch sei doch nicht das Thema, und beim Thema – hier also Tierversuche – m&#252;sse man schon bleiben, da d&#252;rfe man nichts vermischen. Das hat sich zum Gl&#252;ck ge&#228;ndert. Zitate aus verschiedenen Demo-Berichten zeigen den programmatischen Ver&#228;nderungsbedarf tierrechtsaktivistischen Handelns auf und signalisieren zugleich, dass ihm zunehmend entsprochen wird.(1)</p>
<p>„(&#8230;) Auch vor Metzgereien wurde zur &#220;berraschung der dort Besch&#228;ftigten und der Polizei demonstriert. (&#8230;) („Pelzfarmer schlagen zu“ in: Tb 45 / Nov. 04: 30) Wenn auf einer Anti-Pelz-Demo auch gegen Metzgerl&#228;den demonstriert wird, dann zeugt die „&#220;berraschung“ der dort Besch&#228;ftigten &#8211; und sicherlich auch der Kunden – von einer dringend st&#246;rungsbed&#252;rftigen moralischen Sicherheit, in der sich jene wiegen, die, weil sie weder Pelz tragen noch jagen noch Tierversuche machen, ihren Namen auf dagegen protestierende Unterschriftslisten setzen und ansonsten f&#252;rs Tierheim spenden oder sich gar dort engagieren, meinen, damit dem Tierschutz Gen&#252;ge zu tun. In diesem Irrglauben befangen zu sein, wurde ihnen lange Zeit ziemlich leicht gemacht.</p>
<p>In einem kritischen R&#252;ckblick auf die „Tierrechtsbewegung: ‘work in progress‘“ (nat&#252;rlich vegetarisch. Ausg. Juli/Aug. 2003: 14-20) schreibt Sina Walden: „Bald erfasste die permanente Diskussion &#8230; alle.. Bereiche, bei deren legalen (!) Praktiken Tiere die Opfer waren: Pelz, Zirkus, Zoo, Jagd kamen ins Visier, Eierproduktion und Legebatterien, Massentierhaltung und Tiertransporte. Auffallend sp&#228;t erst der Schlachthof und das Fleischessen.</p>
<p>Zwar waren die meisten MitstreiterInnen aus dem ersten Jahrzehnt im Lauf der Zeit VegetarierInnen geworden, weil sie immer dringlicher den Widerspruch zwischen dem Einsatz f&#252;r Tiere an allen Fronten und der Wurst auf ihrem Teller wahrnahmen, mit dem der klassische Tierschutz noch gut leben konnte. Aber es bleibt – leider – festzustellen, dass der Impuls zum Aufbruch prim&#228;r nicht aus der vegetarischen Idee kam, diese sich vielmehr aus der Ernsthaftigkeit der Ans&#228;tze und dem Umgang mit Gleichgesinnten ergab. (&#8230;) Jahrelang herrschte au&#223;erdem die Meinung vor, in der &#214;ffentlichkeitsarbeit den Vegetarismus nicht allzu sehr zu akzentuieren, um nicht diejenigen im gro&#223;en Publikum zu verlieren, die bereit waren, Unterschriften gegen Tierversuche oder Pelz zu leisten, aber bei dem Gedanken, damit auch den Verzicht auf ihr gewohntes Mittagessen zu unterschreiben, zur&#252;ckgeschreckt w&#228;ren.“ (S.17)</p>
<p>Solchen ‘Tierfreunden‘ gilt es unmissverst&#228;ndlich klarzumachen, dass das altbew&#228;hrte Motto: ‘Macht / Machen wir doch erst mal was dagegen‘ &#8211; gegen alles andere als das, was sie tun, Fleisch essen n&#228;mlich &#8211; ausgedient hat; als Handlungsmaxime getaugt hat dieses Motto tats&#228;chlich nie. Aus der tierrechtsphilosophischen Erkenntnis, dass Tiere in bei weitem gr&#246;&#223;ter Zahl f&#252;rs Fleischessen ermordet werden, und dass dieses die psychologische Basis, Wurzel, gleichsam die ‘Mutter‘ aller anderen speziesistischen Praktiken ist, werden langsam, aber sicher Konsequenzen gezogen.</p>
<p>Wenn „(i)n den letzten 25 Jahren.. sich die weltweite Fleischproduktion fast verdoppelt (hat) – und auch f&#252;r die n&#228;chsten 10 Jahre.. Experten von j&#228;hrlichen Steigerungsraten des Fleischkonsums von rund 3 Prozent aus(gehen)(&#8230;)“ („Erbsen statt Schweine“ in: Tierbefreiung 52/ Sept. 06: 50), so spricht eben dies daf&#252;r, KEINE Aktion gegen Pelz, Tierversuche oder Jagd zu unternehmen, OHNE sich mit dieser gleichzeitig AUSDR&#220;CKLICH gegen das Fleischessen zu richten. Je entschiedener und konsequenter wir dagegen auftreten, um so erfolgreicher bek&#228;mpfen wir auch alle anderen Formen der Tierausbeutung. Denn (inwiefern ) w&#228;ren die in einer vegetarisch-veganen Gesellschaft vorstellbar?</p>
<p>(1)</p>
<p>(1.a) Zur Demo gegen das Versuchslabor Covance in M&#252;nster vom 22.07.06: „Ein Aktivist der Autonomen Tierbefreiungsaktion Hannover (ATAH)‘ behandelte in seiner anschlie&#223;enden Rede das gesellschaftlich manifestierte Mensch-Tier-Verh&#228;ltnis am Beispiel der fleischessenden Gesellschaft. Das T&#246;ten und Verspeisen von als essbar definierten Tieren sei f&#252;r ihn eine sehr pr&#228;gnante Form des Herrschaftsverh&#228;ltnisses: ‘Dieses T&#246;ten wird unkenntlich gemacht, indem es am Rand der Gesellschaft hinter verschlossenen Mauern geschieht, und indem das Lebewesen Tier nur noch als entfremdetes Prokukt zu erkennen ist.‘ (&#8230; )</p>
<p>So war die Demonstration definitiv nicht nur eine Anklage an die Tierversuchsindustrie, sondern generell ein Aufruf zur Beendigung der Herrschaft &#252;ber die Tiere. An der Demotour gelegene Fleischereien, Fisch- und Jagdgesch&#228;fte wurden dementsprechend mit Sprechch&#246;ren wie: ‘Jagd ist Mord!‘ oder &#228;hnlichem bedacht. &#220;ber spontanen und freundlichen Applaus hingegen freute sich der Inhaber einer vegetarischen Falafel-Imbissstube, dessen Laden ebenfalls auf der Demoroute lag.“ („Covance qu&#228;lt weiter&#8230; “ in: Tb 52/ Sept. 06:31 f. )</p>
<p>(1.b )Zur K&#246;ln pelzfrei-Demo 02.Okt. 2004: „Uns war es sehr wichtig, dass wir dieses Jahr nicht ausschlie&#223;lich gegen Pelz, sondern auch gegen andere Tierausbeutungsformen demonstriert haben, sagte ein Organisator der TiK (Tierrechtsinitiative K&#246;ln). Dieselben Absichten hatten auch die anderen TeilnehmerInnen, und so wurde auch vor Leder-, Jagd- und Fleischgesch&#228;ften kr&#228;ftig Stimmung gemacht.“ („400 Menschen fordern eine pelzfreie Stadt“ in: Tb 45/ Nov.04: 32 f., hier S. 32)</p>
<p>(1. c) „Um Mc Donald’s nicht das Gef&#252;hl zu geben, wir lie&#223;en sie zugunsten von Pelzdemos in Frieden menschliche und nichtmenschliche Tiere ausbeuten, demonstrierten wir am 18.M&#228;rz vor dem Mc Donald’s ‘Flaggschiff‘ am Tauentzien.“ („Wieder mal Mc Donald’s“ in: Tb 51/ Juni 06: 32)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Hilpisch Karin (06.10.2006; 11:57 Uhr)</p>
<p><a class="autohyperlink" href="mailto:vegitus@web.de" title="mailto:vegitus@web.de">vegitus@web.de</a></p>
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