Präventive Chirurgie

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Angelina Jolie hat die Männerwelt aufgeschreckt. Es stimmt: Männer, die hübsche Frauen gut leiden können, empfinden bei der Nachricht ihrer beidseitigen Brustamputation Grusel. Die Frage ist natürlich, ob sich Männer hierzu überhaupt äußern dürfen – oder vielleicht Tierärzte?

Es beschleicht mich ein ungutes Gefühl, dass diese attraktive Frau einer medizinischen Beratung folgte, die in ihrer wissenschaftsbasierten Konsequenz auch dazu hätte führen müssen, ihr beide Eierstöcke zu entfernen. Wenn man Angst vor Krebs hat, dann bitte richtig!

In der Veterinärmedizin gibt es ein ähnliches „Ding“:

In den späten 70er, Anfang der 80er Jahre verbreitete sich in den tierärztlichen Praxen die Auffassung, dass Hündinnen vor der ersten Läufigkeit die Eierstöcken entfernt werden sollten – um was? natürlich um Krebs z.B. in den Milchdrüsen vorzubeugen.

In der Tat hat man in den USA (wo denn sonst?) feststellen können, dass die „Tumorrate im Gesäuge von Hündinnen signifikant niedriger erschien, wenn diese vor der ersten Läufigkeit kastriert worden waren“.

Gut – das mag sein. Aber ein Besinnen auf die Ursachen von Krebs (nicht nur im Gesäuge der Hündin) bringt uns dazu, immer wieder neu zu unterstreichen, dass neben einer möglichen genetischen Veranlagung (?) die wahrscheinlichste Ursache für Krebs immer noch die „Lebensumstände“ sind, die das körpereigene Immunsystem mit den Jahren in Trümmer legen.

So ist nicht von der Hand zu weisen, dass die industriell hergestellte Nahrung für Hunde und Katzen (mit deren Vielzahl von Zutaten, also Fremdstoffen, die die Haltbarkeit in Dosen und Tüten, die Farbe des Produkts und den Geschmack möglichst lange erhalten sollen) die Hauptursache für den rasanten Anstieg von Krebsfällen darstellt.

Na klar, wenn die Amerikaner (schon wesentliche eher als die Europäer) ihre Pet-Nutrition im Supermarkt zu kaufen gewöhnt sind, wen wundert´s, wenn plötzlich parallel zu den Umsätzen dieser Industrie die Krebsrate explodiert?

Der berüchtigte Zeitungsverleger in den USA William Randolph Hearst hat es seinerzeit so ausgedrückt: „Um unsere Umsätze (nämlich die seines Verlages) zu steigern, bleibt unsere Zielgruppe eine Bevölkerung, die lesen – aber nicht denken kann.“
… Denn wenn sie denken könnte, hätte sie „Hearst und Co.“ inklusive nahezu aller Nahrungshersteller von heute in die Hölle geschickt und dazu so manchen Konzern, der auf Verblödung der Bevölkerung setzt, wenn es um seine Umsätze geht.

Tja – und nun sind wir wieder bei dem Thema „Füh-Kastration der Hündin“ als Präventivmaßname gegen Milchdrüsenkrebs.

Ein Berliner Hochschullehrer Lukas-Felix Müller hat es mal so ausgedrückt: „Dumm und Faul kauft Fertigfutter“. Und wenn „Dumm und Faul“ nicht will, dass seine Hündin Krebs im Gesäuge bekommt, dann folgt er dem Ratschlag der Tierärzte, diese möglichst früh zu kastrieren.

Irgendwas unklar?

Dirk Schrader

Tierärztliches Institut
für angewandte Kleintiermedizin
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Rahlstedter Straße 156
22143 Hamburg
Tel.: 040-677 21 44
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VeterinariansHH (20.05.2013; 05:53 Uhr)
VeterinariansHH@aol.com

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Veröffentlicht von „der fellbeißer“© (www.fellbeisser.net/news/) am 20.05.2013
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Dirk Schrader
Praktizierender Tierarzt, Jahrgang 1944, seit 1973 Gründer und Inhaber des Tierärztlichen Instituts für angewandte Kleintiermedizin in Hamburg-Rahlstedt

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