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Auto-Wahn und Veganismus

Apr 8th, 2006 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Neulich, als ich gerade auf dem Weg in eine Pizzeria war, um ein (veganes!) Nudelgericht zu konsumieren, kam ich gerade dazu, als ein Frosch auf der Straße von einem PKW überfahren wurde. Schrecklich. Und: Alltäglich. Nach dem ersten Schock wurde mir etwas, was mir bisher schon klar war, noch klarer: daß und warum die Kritik an meiner Auto-Aversion absurd ist.

Aber der Reihe nach. Ich hasse Autofahren. Und das hat einen einfachen Grund: Es ist um ein Vielfaches gefährlicher als Bus- oder Bahnfahren. Und zwar ist Autofahren nicht zwei- oder dreimal gefährlicher als Bus- oder Bahnfahren, sondern, wenn ich mich nicht irre, etwa zwanzigmal gefährlicher. (Die Zahlen sind kein Geheimnis, jeder kann sie sich besorgen!)

Ich finde, daß das schon ein ganz guter Grund ist, nach Möglichkeit nicht Auto zu fahren. Dennoch werde ich für meine “Auto-Phobie³ immer wieder vehement kritisiert, ja geradezu als Geisteskranker hingestellt. An dieser Kritik finde ich nun zweierlei bemerkenswert:

Erstens kommt sie vornehmlich von extrem konsequenten Veganern und läuft meist darauf hinaus, daß man meinen “Auto-Tick³ deshalb für bedenklich hält, weil einen ein so unübliches Verhalten in den Augen der Öffentlichkeit als Person insgesamt unseriös und unglaubwürdig erscheinen ließe.

Also: Leute, die nie ohne Lupe außer Haus gehen, um auch den kleinsten nichtveganen Partikeln auf die Spur zu kommen und sich damit in den Augen der Öffentlichkeit nachweislich zu Extrem-Spinnern stempeln -, berufen sich auf einmal auf die Tugend des Nicht-Auffallens und Nicht-aus-der-Reihe-Tanzens!

Zweitens: Wenn jemand Veganer ist, um Tierleid zu vermeiden, dann MUß er gegen das Autofahren sein. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, braucht man keinerlei ökologische Zusammenhänge heranzuziehen (etwa die Landschaftsversiegelung oder Luftverschmutzung aufgrund des Autoverkehrs), sondern muß nur die direkten Tiertötungen auf der Straße betrachten (inklusive aller Tiere, die auf Kühlerhauben und Windschutzscheiben sterben).

Um den Unterschied zwischen Bus- oder Bahnfahren einerseits und Autofahren andererseits für die Tiere zu verdeutlichen, bedarf es keiner aufwendigen empirischen Untersuchungen. Es sollte jedem unmittelbar einleuchten, daß es einen erheblichen Unterschied macht, ob 50 Menschen in einem Bus oder in 50 PKWs fahren oder ob 500 Menschen in einem Zug oder in 500 PKWs fahren!

© Helmut F. Kaplan

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Mörder oder Mitläufer

Mrz 24th, 2006 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Die überall herumstehenden Jägerhochsitze sind eine ständige Erinnerung an die Allgegenwärtigkeit des Mörders im Menschen. Wie kaum sonstwo werden die üblichen Ausreden, die angeblich unseren Umgang mit Tieren rechtfertigen, Lügen gestraft – Kampf ums Überleben, Messen der Kräfte, Sieg des Stärkeren: Hier geht es um keinerlei Kampf oder Kräftemessen, sondern um pure Mordlust. Der menschliche Mörder setzt sich mit modernem Tötungsinstrument in die friedliche Natur, wartet auf ahnungslose Opfer, um sie dann gefahrlos und feige aus dem Hinterhalt abzuknallen. Tiefer kann ein Mensch nicht sinken.

Man muß sich das immer wieder drastisch vor Augen führen, denn diese kaltblütige, hinterhältige Bösartigkeit sprengt leicht unsere Vorstellungskraft. Aber wir sollten wissen, mit welcher Sorte Mensch wir es zu tun haben, wenn wir mit einem Jäger sprechen.

An dieser Stelle wird oft eingewendet: Ein Fleischesser, der andere Menschen die Tiere für sich töten läßt, ist moralisch gesehen doch um nichts besser als so ein Jäger. Ich bin im Hinblick auf diese Frage noch zu keinem abschließenden Ergebnis gelangt, möchte aber auf zwei Punkte hinweisen:

Unter den Fleischessern, die das blutige Handwerk anderen überlassen, befinden sich betimmt viele – ich wage keine prozentuale Schätzung -, die vor dem feigen Morden zurückschrecken würden, wenn sie es selber erledigen müßten. Genau dies ist bei den mordgierigen Jägern erwiesenermaßen ja nicht der Fall.

Bei den Naziverbrechen gegen Juden und andere “minderwertige³ Menschen gab es Millionen Mitläufer, die das Morden geschehen ließen (und dadurch auch unterstützten) und viel weniger unmittelbare Täter. Das Heer der Mitläufer ließ man später laufen, die unmittelbaren Mörder wurden bestraft.

Wie gesagt, ich weiß nicht, was moralisch verwerflicher ist: Mörder oder Mitläufer. Was ich aber weiß, ist: Beim Umgang mit Tieren ist es heute absolut kein Problem, weder Mörder noch Mitläufer zu sein!

© Helmut F. Kaplan

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Kochen bis das Hirn verdampft

Mrz 17th, 2006 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Die TV-Kochmanie, die vor Jahren ausgebrochen ist und ihren Höhepunkt offenkundig noch immer nicht erreicht hat, wäre an sich ja nicht der Rede wert. Schließlich besteht das ganze Fernsehprogramm zum Großteil aus Schwachsinn. Was diese Sendungen so besonders ärgerlich macht, ist, daß hier praktisch ausnahmslos Tierleichen gekocht werden – und damit Werbung für Tiermord gemacht wird. Es handelt sich also nicht nur um Schwachsinn, sondern um Schwachsinn auf Kosten leidensfähiger Wesen.

Eine Zumutung ist auch die pervers-primitive und volksverdummende Weltsicht, die hier vermittelt wird: Es wird geradezu suggeriert, daß alle Probleme der Welt gelöst wären, wenn die Menschen nur lange genug in der Küche stünden! Hört man diesen Kochpropheten zu, muß man zum Schluß kommen: Alles wird wieder gut, wenn die Leute nur ununterbrochen Essen einkaufen (am besten gleich nach Mitternacht, wo die Auswahl noch groß und die Ware noch frisch ist!), stundenlang kochen und dann tagelang essen.

Ja, gibt es denn wirklich keine sinnvolleren Beschäftigungen? Sollten die Menschen nicht vielleicht einmal ein Buch zur Hand nehmen oder ins Museum gehen oder selber etwas Kreatives schaffen, und zwar auch Dinge, die man ausnahmsweise nicht essen kann?

Man getraut es sich ja kaum mehr zu fragen: Gehört es nicht zur Aufgabe des Menschen, sich dahin zu entwickeln, NICHT seine ganze Zeit mit Sammeln, Kochen und Essen zuzubringen? In der Steinzeit mußten wir vielleicht wirklich alle Zeit und Energie darauf verwenden, genügend Eßbares herbeizuschaffen. Aber ist das ein wünschenswerter Zustand? Aus Sicht der gut gelaunten Hardcore-Köche offenbar schon!

Da lobe ich mir doch jeden, der das billigste, schäbigste und ungesündeste Essen hastig in sich hineinstopft, dafür aber auch noch Zeit, Interesse und Energie für nicht eßbare Dinge hat. Ja, selbst übergewichtige, grenzdebile Fastfood-Junkies sind mir tausendmal sympathischer als diese pseudokultivierten, tratschsüchtigen Dauerkocher. Erstens sind sie ehrlicher und zweitens richten sie weniger Schaden an.

© Helmut F. Kaplan

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Die verjagte Vernunft – staatlich geduldete Triebtäter

Mai 31st, 2005 | Eingestellt unter Autoren, Stefan Bernhard Eck

SommertagLiebe Leser/innen,

neulich waren wir unterwegs. Mit der Bahn ging es quer durch Deutschland. Wir erblickten Frühlingsgrün, Wälder, Wiesen und bestellte Felder. Die in der Landschaft versprengten Waldstücke waren gesäumt von Hochsitzen, Ansitze in der Jägersprache. Sie drängten sich dem Blick auf – dicht gereiht huschten sie in kurzen Abständen an unserem Fenster vorüber, gleich drohenden Wachtürmen.

Es fehlte etwas in diesen Landschaften. Es waren die frei lebenden Tiere und dies, obwohl es früher Abend war, die Sonne tiefer am Himmel stand, und die Zeit der verstärkten Nahrungssuche vieler Tierarten angebrochen war. So angestrengt wir auch aus dem Zugfenster nach Tieren Ausschau hielten … nirgends waren wildlebende Tiere des Bodens zu sehen.

Die bewaffneten “Natur- und Tierschützer”, die sich gerne selbst Heger und Pfleger von Wald und Wild nennen, haben wahrlich ganze Arbeit geleistet und scheinbar Wildtier freie Landschaften erschlossen bzw. geschossen. Mit Schrot und Blei “regulierend” in den Naturprozess eingreifen.

Ökologisches Gleichgewicht aus Jägersicht!

Seltsame Ökologie! Aber dem durch das blutige Freizeitvergnügen “Jagd” getrübten Intellekt der Waidmänner und -frauen, der zuweilen nur noch bis an die Mündung ihrer Flinten reicht, bleiben eben die realen ökologischen Zusammenhänge und Fakten anscheinend genauso verschlossen wie die kontroverse Einstellung unserer Gesellschaft zu dem archaischen und elitären Mordvergnügen in Wald und Flur.

Waidmanns Ökologie: Tiere, die sich im Wald, sofern man die Einsprengsel von größeren Baumbeständen noch so nennen kann, verstecken müssen. Tiere, deren natürlicher Lebensraum der Waldrand ist und nicht der Wald, den die Jäger mit ihren Ansitzen umzingelt haben. Und die Tiere erspüren die Drohung: Wenn Du Dich aus dem Wald wagst, dann wartet der Tod auf Dich.

Der Tod eines empfindungsfähigen Lebewesens durch eigene Hand ist für Jäger kein Tabu und immer häufiger auch nicht für Jägerinnen. Frauen, die hinter ihren männlichen Artgenossen nicht zurückstehen wollen mit der Leidenschaft zum Töten. Gleichberechtigung und Emanzipation selbst noch im Tötungswahn, im Lustmord! Was Du kannst, kann ich auch! Von wegen schwaches Geschlecht!

Zünftig wollen sie sein, gründen Vereine Namen wie Weiberrevier. Ja, Weiber, das sind sie wohl! Flintenweiber! Schlechte Parodien ihres Geschlechts auf männlicher wie weiblicher Seite.

Jagen und töten als Ausgleich für … ja, für was eigentlich? Für einen frustrierten Sexualtrieb? Eine nicht geglückte Identität? Die Jagd als Kompensation für das Trauma der eigenen Vergänglichkeit? Kitschige Gefühle von “Abenteuern” anstatt einer erlernten reifen Lebens-Kunst? Oder einfach nur elitäres Statusdenken. Die Frau gehört dazu, der grüne Rock, der Schmuck aus Hirschhorn und der Drilling als Symbole von Luxus, Macht und Sexappeal … zumindest in Jägerkreisen.

Und die nicht jagende Bevölkerung schaut weg, zwar nicht mehr so ehrfürchtig wie früher, denn Jäger erinnern an Uniformierte (von dem Kopf bis zu den Hoden, der Jägersmann trägt Lodenmoden), aber zum Protest reicht es noch lange nicht in der Untertanen-Gesellschaft. Nur nicht auffallen, nur keine Kritik üben, nur keine Zivilcourage zeigen. Am besten sich jeglicher fundierter Information über diese Grünröcke, deren Verhalten wie deren Veranstaltungen verweigern.

Wir haben nichts gewusst! Irgendwie kommt einem dieser Spruch bekannt vor! Der Lehrer, der Pfarrer, der Professor, der Wirtschaftsboss, der Politiker, viele der Besser- und Best-Betuchten finden sich in grüner Kluft ein, und sei es als geladener Gast auf Feudaljagden, die heute auch Wirtschaftsjagden genannt werden. Postaristokraten der “wilden” Landschaft, feudalistisch gesinnte Herren und Damen, denen die Tiere die nicht mehr statthaften Leibeigenen oder der Willkür anheim gegebenen Untergebenen ersetzen. Oder Jagd als Ersatzkrieg, denn Jagen ist eine der letzten Möglichkeiten, auch außerhalb von Kriegszeiten dem Töten zu frönen. Ausleben der natürlichen, unkultivierten Triebe. Wie wäre dies risikoloser zu bewerkstelligen als gegenüber deklariertem “Frei”- Wild? In jeder Hinsicht eine sichtbare Herrenmenschenmentalität. Göring lässt grüßen!

Daneben die Sprachunkundigen, die dem Jägerlatein dieser psychisch Unterentwickelten von der nötigen Hege und Pflege und dem edlen Waidwerk aufsitzen.

Die Herren Heger und Pfleger sind sich nicht zu schade, sich als Naturschützer aufzuspielen oder den Verfolgungen und Tötungen das Mäntelchen von der ökologischen Jagd umzuhängen, obwohl sie pro Jahr Tonnen von giftigem Blei in Gewässer und Wälder schießen …und in Tiere.

Rettet den deutschen Wald vor Wildverbiss, lautet eine schon längst widerlegte Parole.

Die Jäger schützen Wald und Feld nicht vor Wildschäden, sie provozieren diese erst durch den Jagddruck und den dadurch erhöhten Energieverbrauch der Tiere. Sollen diese Tiere von Luft und Liebe leben? Am Waldrand stehen die Hochsitze! Dort wachsen, wenn nicht durch Menschenhand mit Spritzmitteln und Dünger verseucht, die von Natur aus den Tieren zugedachten Kräuter und Gräser. Aber dort sich blicken zu lassen, um das wenige noch Genießbare zu essen, ist für die Tiere lebensgefährlich geworden.

Auch Tiere haben ihre Erfahrungen gemacht. Die Not treibt sie schließlich dennoch an den Waldrand. Der Schuss sitzt sehr locker, zerfetzt vielen Tieren den Leib, die Läufe, ohne sie zu töten, zumal diese Jäger/innen aus Passion keine Verächter eines zünftigen Schluckes aus dem mitgebrachten Flachmann sind. Zielwasser tanken heißt die Parole. Vorher, zwischendrin und hinterher sowieso. Es soll gegen das Zittern der Hände helfen. Hochprozentiges als Stimulans, als Agens und als Beruhigungsschluck vor und nach halb/vollbrachter Tat.

Die Jagd ist aufregend – auch vom Ansitz aus. Treibjagden und Schüsseljagden sind es sowieso. Da kommen dann die etwas bewegungsfreudigeren Herrchen und Dämchen samt ihrer Hunde zum Zuge. Demokratische Gesellschaften und deren harmlose Kompensationsformen wie Kegeln, Segeln oder Flegeln sind für die Gelüste dieser Personen nicht ergiebig genug. Es muss Blut fließen. Ohne Blut nur ein halber Spaß. Auflauern, anpirschen, niederstrecken. Ungerührt aus kurzer Distanz den Fangschuss aus der Handfeuerwaffe abgeben, sofern man sich überhaupt der Mühe der Nachsuche unterzieht. Es sind ja nur Tiere!

Und wer hält sich freiwillig in dieser gewalttätigen Gesellschaft auf, auf deren Konto jedes Jahr mehr als 800 verletzte und getötete Menschen gehen. Nur diejenigen, die die Gefahr, die von diesen Schießlustigen ausgeht, nicht erkennen – sei es, weil sie selbst dazugehören, sei es, weil sie in ihrer Jugend ein paar Mal zu viel den “Förster im Silberwald” gesehen und ein verklärtes Bild der Jagd im Kopf haben. Oder weil man als Jagdgast einmal am zweifelhaften Vergnügen dieser Gesellschaft teilnehmen wollte. Die Hoffnung, dass sich die Waidmänner somit selbst den Garaus machen, bleibt allerdings vergebens, denn die Welt ist voll von Ignoranten und schießwütigen Naturen, so dass die sich lichtenden Reihen immer wieder aufgefüllt werden.

Jäger sitzen dort, wo über Sinn und Unsinn der Jagd befunden werden könnte. In Schlüsselpositionen. Es sind die altbewährten Pfade von Geld, Macht, Einfluss, Beziehungen, die demokratische Regeln außer Kraft setzen, obwohl sich der Verstand dieser Herren und Damen schon längst selbst außer Kraft gesetzt hat. Was soll es? Politik war noch niemals eine Angelegenheit des Verstandes. Was legal oder nicht legal ist, unterliegt anderen Spielregeln. Deshalb auch legal die Fallen, das Kirren, das Einrichten von Luderplätzen, selbst das Erschießen von Haustieren in Hausnähe.

Natur genießen mit Sicherheitsabstand und Hightech-Ausrüstung. Kaum eine Chance zum Entkommen für die Eingeschlossenen und Schonzeiten nur für bestimmte Tierarten, damit sich die waidmännische Aufrüstung auch lohnt … in Form einer möglichst großen Strecke, wie es in Jägerkreisen heißt.

Da keiner genau hinsieht und man sich obendrein selbst kontrolliert, obwohl man sich selbst nicht unter Kontrolle hat, sieht es für bedrohte Tierarten, die unter ganzjährigen Schutz gestellt sind, schlecht aus.

Oh, fast vergessen! Der Sex spielt natürlich auch eine Rolle. Wie könnte es anders sein. Die Erektionen bei den Jägern leicht zu sehen, wenn man weiß, wohin man zu schauen hat, sobald die Hobbykiller zum Schuss gekommen sind. Waidmanns Geil und Waidmanns Krank: Erguss beim Schuss! Bei den Flintenweibern wird sich geschlechtsspezifisch bedingt wohl Vergleichbares im Unterleib abspielen. Die Hormone spielen verrückt: Jagdfieber! Archaische Gefühle in modischer Aufmachung. Innen pfui und außen hui bei den 0,3% der Menschen in Deutschland, welche Jäger/innen aus Gründen der Freizeitgestaltung und des Statusdenkens sind.

Eine Gesellschaft, die solche psychisch Entgleisten widerstandslos erträgt – wie ein von oben verhängtes Schicksal: Menschen, die inzwischen schamlos zugeben, dass es ihnen um die “Lust am Töten” und “die Freude am Beutemachen” geht. Welche moralische Kraft steckt noch in einer solchen Gesellschaft, deren (Buch-)Werte durch eine zahlungskräftige Minderheit ganz offen mit Füssen getreten werden können?

Welche Kraft steckt noch in einer Gesellschaft, die schon längst widerlegte Lügen der Grünröcke widerstandslos akzeptiert und sich allenfalls auf kostenlose Lippenbekenntnisse gegen die Jagd beschränkt? Wenn nicht geistige Schlaffheit, dann offenbar eine mörderische Kraft, die schweigend hinnimmt, dass jedes Jahr über 5 Millionen wildlebende Tiere von den „Killern im grünen Gewand“ umgebracht werden – oft auf grausamste Weise. Und dies ohne ökologische Notwendigkeit. Denn diese Tiere beherrschen, was dem Menschen trotz seiner überlegenen Intelligenz nicht gelingt – die Selbstregulation des Nachwuchses nach vorhandenem Nahrungsangebot.

Die Eingriffe der Jagdlustigen setzen diese natürlichen Mechanismen außer Kraft. Beweise? Genug! Man müsste sie nur zur Kenntnis nehmen wollen. Nur, seit wann akzeptiert der nichtjagende Mensch Beweise, bewährt er sich als wahrhaft aufgeklärter Mensch, wenn das Wollen letztendlich wie beim Urahn lust- anstatt Vernunft gesteuert ist? Wenn die Deutschen in der Mehrheit noch immer eher als (Wild)-Tierfleischfreunde zu bezeichnen sind denn als Tierfreunde? Oder isst man etwa seine Freunde?

“Die größte Gefahr für das Bestehen der Jagd ist die Vernunft” (Paul Parin, Ethologe, Psychologe und leidenschaftlicher Jäger).

Seien Sie gegrüßt und umarmt

A.K.T.E.- Redaktion / Barbara Hohensee / Stefan Bernhard Eck / 31.05.2005

“Satanische Verse” eines Tierrechtlers

Aug 10th, 2004 | Eingestellt unter Autoren, Stefan Bernhard Eck

Something to plug in? Ist ein Stecker in der Nähe?Reflexionen über das Verhältnis Mensch und Tier
Provokation, Satire, Wahrheit

Stefan Bernhard Eck

Die Morgenröte des “Dritten Jahrtausends” blinzelt in eine Welt, in der sich nichts, aber auch gar nichts zum Besseren verändert hat, am wenigsten für unsere Mitlebewesen, die Tiere. Es ist nach wie vor nicht ratsam, als Tier, und vor allem nicht als so genanntes Nutztier, in diese Welt hineingeboren zu werden. Die weltweite Millennium-Euphorie, die nur durch eine bloße Zahl mit drei Nullen hervorgerufen wurde, dieser epochale Event, hätte ja auch den Menschen einmal zum Nachdenken anregen können, was er in den vergangenen zwei Jahrtausenden – wohlgemerkt christlichen Jahrtausenden – an “Menschereien” so alles angestellt hat. (Was hat das Schwein schon verbrochen im Gegensatz zu dem, was der Mensch dieser Erde und seinen Bewohnern angetan hat?)

Welch riesiges Feld zur Reflexion – zweitausend Jahre abendländische Geschichte und Philosophie auf der Grundlage christlicher Ethik. Was hat die christliche Dominanz dieser vergangenen zweitausend Jahre uns und unserem Planeten eingebracht – in Beziehung auf unsere Weltanschauung und Welterkenntnis, auf unsere Moralphilosophie und unser Selbstverständnis und in Beziehung auf den Umgang mit unseren Mitwesen und der Erde als schutzbedürftiges Öko-System?

Haben wir wahrlich Grund zur Euphorie, zum Selbstlob und Stolz oder gar zum Jubeln?

Ziehen wir selbstkritisch einmal Bilanz, dann gelangen wir schnell zu der deprimierenden Einsicht, dass eher Scham und Betroffenheit angebracht wären. Es steht schlecht um Mutter Erde und ihre Kinder!

Moralischer Niedergang, Sinnenkrise und Dekadenz gehen einher mit einer anthropogenen, ökologischen Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes: radioaktive Verseuchung – siehe Tschernobyl oder langsam auf Raten durch die “Plutonium-Entsorger” der profithungrigen Energie-Mafia, durch den strahlenden Müll nuklearer Waffenarsenale unserer psychopathischen Polit-Elite und ihrer overkill-bessenen Militärs – als ob es keine Halbwert-Zeiten gäbe – Ozonloch, Klimakollaps, Säure-Regen, Waldsterben, Vergiftung der Atmosphäre, der Böden und des Grundwassers, der Flüsse, der Seen und der Meere. Der Faunen- und Florenschnitt, das globale Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten vollzieht sich seit Beginn der industriellen Revolution mit atemberaubender Geschwindigkeit, in einer Dimension, die, einmal abgesehen von dem plötzlichen Massensterben durch den Einschlag eines Meteoriten vor rund 65 Millionen Jahren, alles in den Schatten stellt, was sich auf diesem Planeten jemals zuvor ereignet hat.

Mit der gleichen Vehemenz schreitet die Verödung des menschlichen Geistes voran.

Unsere Kultur ist zur Unkultur entartet. Ihr Verfall ist allgegenwärtig: Grausamkeit und Gewaltverherrlichung mittels PC und via Internet, wo neben elektronischen Moorhühnern und Monstern vor allem Menschen dem Monster Mensch zum Opfer fallen – per Joystick versteht sich; alltägliche Brutalität bis hin zum Sadismus auf den Mattscheiben und Kinoleinwänden, morbide und genitale Pseudo-Literatur in den Bestsellerlisten und für die Kleinen als Lektüre den Comic-Strip der permanent prügelnden und Wildschweine fressenden Vor-Resistance-Kämpfer Galliens. Dumpf dröhnt der Techno-Sound für eine Generation, die eigentlich schon dumpf genug ist – und Ecstasy und Koks für all diejenigen, die ihre eigene Dumpfheit nicht mehr ertragen können.

Die jungfräuliche Vagina wird dekoriert mit den noch zuckenden Eingeweiden und warmen Kadavern speziell dafür gemeuchelter Schweine und dann als Aktionskunst à la Professor Hermann Nitsch von einem ehrfurchtsvollen Publikum bestaunt, das diese Geschmacklosigkeit und lebensverachtende Obszönität auch noch mit Beifall belohnt. Der geistige Niveau-Unterschied der Applaudierenden und der alternden Damen- und Herrschaften, die mit ihrer Vergänglichkeits-Phobie nicht zu Rande kommen und verzweifelt gegen die welken Lippen und Brüste, Falten und Fältchen mit Rinder-Kollagen, Lämmer-Thymus, Cremes und Wässerchen ankämpfen, für deren Entwicklung und Produktion millionenfaches Leben – Tierleben natürlich – geopfert wurde, ist nur gradueller, nicht essentieller Natur.

Es sind die gleichen armseligen Geister zwecks derer Eitelkeit, diesem Relikt ihrer vormenschlichen Phase, das sich bei näherer Betrachtung als inkret- und genitalgesteuertes Balzverhalten entpuppt, zuhauf Angora-Kaninchen gerupft und Robbenbabys skalpiert werden. Dass die Haute Couture ein Mordsgeschäft ist – eben in zweifacher Hinsicht – dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

Das große Geld mit Tieren machen nicht nur die, die sie gewerbsmäßig verwirtschaften, sondern auch die, die sie gewerbsmäßig heilen oder nur all zu bereitwillig mit einem freundlichen Tode beglücken. Da sich der hippokratische Eid nur auf Menschen bezieht – wie soll es auch anders sein – verkommen auch immer mehr Tierärzte zu Tierspritzern, zu Handlangern der profitgierigen Agrar-Mafiosos und den verkommensten Vertretern unserer Wegwerfgesellschaft, die sich nichts – aber auch gar nichts dabei denken – sich ihrer lebenden “Spielzeugtiere” zu entledigen, wenn die Urlaubszeit naht oder das Kaninchenkind ein Pfützchen auf dem allerheiligsten Perser hinterließ.

Dass es sich dabei um ein Wesen aus Fleisch und Blut handelt, das Angst und Freude, Schmerz und Wohlsein empfindet, wird tunlichst übersehen.

Aber im weitesten Sinne bleiben die Tierdoktoren doch ihrer Standes-Ethik treu; man darf nicht so kleinlich sein. Das kurze, erbärmliche Leben der chemikalisierten Sau wird vielleicht etwas erträglicher, und die zugestandene kümmerliche Frist ihres kümmerlichen Daseins verkürzt sich nicht noch durch haltungsbedingte Infektionskrankheiten. Sie bleibt, den miserablen Umständen zum Trotz, gerade so fit und glücklich, dass sie den Tag in der Regel erlebt, an dem man sie zur Schlachtbank zerrt.

Man heilt ja immerhin – und verschafft den humanmedizinischen Kollegen auch noch eine wachsende Patientenschar. Jede Herde hat ihre schwarzen Schafe. Das trifft auch für die Berufsgruppe der Tierärzte zu. Und dass ein Wolf im Schafspelz für größeren Medienrummel allemal gut ist, weiß jeder.

Dass für die Politik ökonomischer Nutzen höher im Kurs steht als Ethik, lässt sich seit BSE und Antibiotika-Skandal absolut nicht mehr kaschieren. Mit dem Zauberwort Verbraucherschutz öffnete man diesmal die Tore der Vernichtungslager und Krematorien.

Produzieren, subventionieren, eliminieren! Marktbereinigung ist angesagt!

Die Hungernden der Sahel-Zone fragen nicht danach, ob ein geringes Restrisiko besteht, in vielleicht zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren an BSE verseuchtem Fleisch zu erkranken. Denn sie verhungern heute, morgen und übermorgen, nächste Woche und nächstes Jahr.
Wenn man mir vorwerfen will, mit dieser Aussage dem Fleischkonsum in den Hungerländern dieser Welt Vorschub zu leisten, dann bitte schön! Aber es ist die einzige Möglichkeit, dem sinnberaubten, erbärmlichen Leben und sinnlosen Sterben unserer Kühe und Kälber doch noch einen, wenn auch sehr zweifelhaften Sinn zu verleihen, indem ihre Leichenteile dem Erhalt anderen Lebens dienen.

Dass Scham und Verzweiflung mich bei diesen Gedanken begleiten, das sei nur am Rande bemerkt. Aber meine Scham und Verzweiflung rühren nicht allein durch die Tatsache, dass ich in dieser irrsinnigen Situation mit meinen eigenen Maximen brechen muss, sondern auch daher, Mitglied einer Gesellschaft und Rasse zu sein, in der monetärer und praktischer Nutzen so viel mehr zählt, als das Leben von Menschen und Tieren.

Politik und Presse geben sich so, als hätten sie nie gewusst, was seit Jahrzehnten in der Massentierhaltung geschieht und haben sich damit als Anwärter zur Oskar-Verleihung für die beste schauspielerische Leistung qualifiziert, denn so viel Inkompetenz und Ignoranz kann es nicht geben. Oder etwa doch? Dann wäre das auch ein neuer, trauriger Rekord zu Beginn des “Dritten Millenniums”.

Sinnenleere und Dekadenz sind angesagt – auch in unserer Esskultur.

Die übersättigten Schönen und Reichen, denen der gewöhnliche Fraß nicht mehr ausreicht, sie dinieren zu Whynachten, (eine zutreffende Schreibart für das höchste Fest der Christen) dem Fest der Entsinnung und Geschichtchen, und zu anderen exklusiven Events, die letzten noch lebenden Exemplare des Störs zu Tode. In zweifacher Hinsicht: einmal als Einzelwesen, das sich in seinen Qualen windet, wenn ihm betäubungslos der Bauch aufgeschlitzt wird, um das profitable blau-schwarze Statussymbol zu entnehmen, und zum anderen als Art, die es mit höchster Wahrscheinlichkeit bis zum Ende des ersten Jahrzehnts des dritten Jahrtausends nicht mehr geben wird.

Es muss eben echter Kaviar sein, das versteht sich von selbst.

Die elitäre Klasse fragt nicht danach, ob eine Tierart, die seit 250 Millionen Jahren diesen Planeten durch ihre Anwesenheit ein wenig vielfältiger und schöner machte, für ihren verwöhnten Gusto vom Angesicht der Erde für immer verschwinden wird. Noch weniger fragt sie danach, ob für ihren kurzen Zungenkitzel einem empfindungsfähiges Wesen grauenhafte Leiden zugefügt wurden.

Die weniger Betuchten vergewaltigen sich mit der preisgünstigeren elsässischen Stopfleberpastete des zuvor vergewaltigten Federviehs. Der wunde Schlund, der überdehnte, fast geplatzte Magen und die aufgequollene, entzündete Leber interessieren nicht.

Die große Masse, die von ihrer kannibalistischen Ernährungsweise nicht lassen kann, verköstigt sich dank Massenkonsums und Massentierhaltung noch preisgünstiger mit weniger kulinarischen Massenprodukten. Dem in Styropor und Alu-Folie konsumfördernd verpackten Stückchen Tierleiche sieht man das Massenleiden nicht an – auch nicht die Massen an gesättigten Fetten und das Cholesterin, die massenhaft in der Zucht eingesetzten wachstumsfördernden Hormone, die Antibiotika, die Pestizide aus dem Futter und sonstigen Chemikalien, die massenhaft in der Massentierhaltung zum Einsatz kommen und schon gar nicht die Creutzfeldt-Jacob-Erreger, die gibt es gratis – wenn auch nicht massenhaft – für unsere Massengesellschaft. Wer lässt sich schon gern den Appetit verderben?

Und dann gibt es noch die Pseudo-Tierrechtler und Tierschützer, die zwar genau wissen, was in den Folter-Stallungen und Hühner-KZ’s tagtäglich so vor sich geht, die auf die omnivore Masse verachtend herabschauen, und denen ihre Permanentdeklamation – “Ich bin gegen jegliche Nutzung von Tieren.” – so bedenkenlos über die Lippen kommt, dass man ihnen auch noch Glauben schenken muss. Und selbstgefällig zelebrieren sie ihr vegetarisches Festmenü: Oeuf Bernaise, Käse-Fondue und als Nachtisch Schoko-Eis und den Kaffee, aber bitte mit Sahne.

Dass sie damit das Wort vegetarisch genauso vergewaltigen wie die Produzenten ihrer Pharisäer-Kost die Tiere, hat sich mittlerweile auch bei jenen herumgesprochen, die von Mutter Natur ein wenig bei der Vergabe des Intellektes benachteiligt wurden. Das “Mangelwesen”, wie Arnold Gehlen den Menschen so zutreffend tituliert, hat eben viele “Wesensmängel” – um nicht zu sagen Charakterschwächen: fehlender Wille, Mangel zur Selbstkritik und ein gerüttelt Maß an Verlogenheit und Bosheit, aber vor allem unendlich große Ignoranz.

Hier gilt also: Wer “A” sagt, muss nicht unbedingt “B” sagen, und die Entschuldigung, dass der Geist willig ist, aber das Fleisch eben schwach, ist schnell zur Hand und man liefert hiermit noch frei Haus allen omnivoren Leichenfressern, ein gutes Argument für ihre Verfehlungen.
Oder man erklärt wortgewandt den Unterschied zwischen der Tötung und “nur” dem Quälen eines Tieres als ausreichende Begründung für das traditionelle Frühstücksei, den Käse und die Milch im Kaffee.

Den unverbesserlichen “Gourmets” ist es sowieso egal.

Besser nichts sehen und wissen, weder das erbärmlich kurze Leben und permanente Leiden des Tieres, zu dem das Kotelett auf dem Teller einmal gehörte, noch das Leiden der alljährlich 13 Millionen verhungernder Kinder der Dritten Welt, denen wir durch unsere egoistische Fresskultur buchstäblich den Mais und Reis vom Teller stehlen, um ihn in der “Turbo-Mast-Industrie” der Wohlstandsnationen zu verfüttern.

Verdrängen ist angesagt – und nicht nur in Beziehung auf das Kalbs-Kotelett und das Kleinkind in der Sahel-Zone oder in Somalia.

Ja, Grund genug dafür hat das letzte Jahrhundert, das absolut blutigste und leidvollste in der glorreichen abendländischen Geschichte gewiss geliefert.
Die letzten einhundert Jahre waren doch sozusagen der krönende Abschluss unserer christlich-humanistisch geprägten Kultur und Ethik: zwei irrsinnige Weltkriege, der verheerende Einsatz von Atomwaffen in Hiroshima und Nagasaki, der demonstrierte, dass man die technischen Probleme zur Endlösung der Menschheitsfrage endlich gelöst hatte, der Holocaust, das Inferno der Tötungsfabriken in Dachau, Auschwitz, Treblinka, Bergen-Belsen und all den vielen anderen Orten, die Gulags der Russen und die Todeslager der Japaner, wo Millionen von Menschen auf Grund ihrer Rasse, Religion oder Ideologie systematisch vernichtet wurden.

Man hätte eigentlich annehmen dürfen, dass aus dieser Schande für die Menschlichkeit – die Menschheit etwas gelernt hätte. Aber unbeeindruckt des Grauens der Leichenberge, der Hekatomben Verstümmelter und Verstrahlter obsiegt wieder und immer wieder das Potential Mengele unserer destruktiven menschlichen Spezies.

Ein globaler Zweifrontenkrieg gegen das Leben hat dem Schrecken und Leiden eine neue Dimension geschenkt: auf der einen Seite gegen die eigene “Herrenrasse” in Korea und Kambodscha, in Indien und Indochina, in Algerien und Angola, im Nahen und im Mittleren Osten, in Nordirland und Nicaragua, auf Timor und auf den Falklands, in der Tschechoslowakei und in Tschetschenien, in Kroatien, Bosnien und im Kosovo. Die Aufzählung ließe sich beliebig lang fortsetzen, denn es wäre einfacher, nur jene wenigen Länder aufzuzählen, die von einem Kriege verschont geblieben sind. Und es wurde weiter gefoltert und massenvernichtet. Der österreichische Gefreite und seine arischen Schergen hatten den Massenmord zwar perfektioniert, aber Pol Pot, Idi Amin, Slobodan Milosevic und der übrige Abschaum der “Bestie Mensch” demonstrierten recht deutlich, dass nicht nur der Deutsche effizient ist, wenn es darum geht, dem Menschen ein vorzeitiges Ende zu bereiten.

Und die “Menschen-KZ’s” aus dem Lande der Dichter und Denker standen Pate rund um den Globus.

Und auf der anderen Seite milliardenfacher Tiermord alljährlich – unbemerkter und heimlicher – hinter den verschlossenen Türen und Toren der Folterkammern der Pharma-Industrie, der Multikonzerne, der Universitäten und hinter den Mauern unserer Agrar-KZ’s und Schlachthäuser.
Auschwitz, Dachau und Treblinka existieren weiter! Sie wurden niemals ganz aufgegeben in den Köpfen und Herzen der Menschen. Es gibt sie hunderttausendfach. Auschwitz ist überall – nur seine Insassen wurden ausgetauscht.

Genauso unbemerkt und heimlich verlief die Metamorphose der einstigen Experimentatoren und Regulatoren der russischen Gulags, der japanischen Todeslager und unserer nationalsozialistischen Konzentrationslager, die angetreten waren, die Menschheit von dem “Untermenschen” zu befreien. Nicht Wenige tauschten einfach den blutigen Henkersrock gegen den blütenweißen Professoren-Kittel. Aus den Reihen ihrer Studenten haben sich die neuen Herren Mengele und Eichmann rekrutiert, die für einen fragwürdigen Fortschritt Skalpell und Brenneisen bei Fuß stehen. Tierversuche!

Können wissenschaftlicher oder ökonomischer Fortschritt die gleichen lebensverachtenden Methoden aus ethischer Sicht legitimieren – nur weil die Betroffenen nicht mehr der Spezies homo sapiens angehören?
Dass diesem Fortschrittswahn nicht nur Tiere zum Opfer fallen, sondern auch Menschen, wird oft vergessen oder bewusst verschwiegen: die absichtlich verstrahlten US-Soldaten aus Alamo Gordo, die durch Agent Orange verkrebsten Vietnam-Heroen und die zu Tode geimpften Desert-Storm-Krieger der kuwaitischen Ölfelder lassen grüßen. Und die Tatsache, dass es Gesetze gegen das Klonen von Menschen und zum Schutze menschlicher Embryonen überhaupt bedarf, ist doch nur dafür Beweis, wo der irrsinnige Wissensdrang – eben ohne solche Gesetze – enden würde.

Und so unterschiedlich die Zielsetzungen der heutigen und damaligen Herren Lagerkommandanten auch sein mögen, die Konsequenzen für die betroffenen Lebewesen sind im Endeffekt die gleichen geblieben: Unfreiheit, physisches und psychisches Leid, vorzeitiger, qualvoller Tod.

Die professionellen Verdränger beruhigen sich damit, dass es sich schließlich um “Nutz- und Versuchstiere” handele, deren Arten ohnehin nicht vom Aussterben bedroht sind, und das Gros der Tiere dieser Erde sich eines natürlichen Lebens erfreue, ja sogar von den Forschungsergebnissen an ihren weniger glücklichen Artgenossen noch profitiere. Selbst wenn wir alle ethischen Bedenken einmal vergessen, die Relation der wissenschaftlich geopferten und durch dieses Opfer geretteten Tiere, spricht eine andere Sprache.

Aber auch die glücklicheren unter den Tieren, die noch in den letzten vom Menschen nicht beanspruchten Refugien, also in freier Wildbahn leben, auch sie werden nach und nach der Gefräßigkeit, der Profitgier und dem Ausdehnungsdrang der Gattung homo sapiens zum Opfer fallen oder dem “thrill to kill” unserer Damen und Herren im grünen Rock; Waidmanns Geil und Waidmanns Krank, kann man nur sagen.

Und unsere Kinder und Enkelkinder werden uns einmal verfluchen, für das, was wir ihnen und dieser Welt angetan haben – vorausgesetzt, sie überleben die Katastrophe, deren Zeitzeugen und Verursacher wir sind.

Menschheitsdämmerung und Götterdämmerung sind angesagt.

Dass die erstere die Ursache der letzteren ist, das kann nicht von der Hand gewiesen werden. Wir haben leider auf die falschen Pferde gesetzt: Religion, Mammon und Mega-Fortschritt. Welche Ironie des Schicksals! Die Kontrollmechanismen über die Geister, die wir riefen, haben kläglich versagt. Und die Götter, die wir schufen nach unserem Abbild, um die Welt ein wenig erträglicher zu machen, haben die Welt fast unerträglich gemacht.

Ob wir bald sagen müssen “rien ne va plus”, hängt ganz allein von uns selbst ab.

Die düsteren Prognosen dürfen uns nicht resignieren lassen! Resignation wäre Verrat am Lebendigen! Und die Zukunft ist noch offen; der Mensch kann lernen, allein und im Kollektiv. Noch kann er den eingeschlagenen Kurs ändern, noch kann er das havarierte Schiff Erde vor dem Kentern bewahren. Aber lange Zeit dazu bleibt nicht mehr! Die Zeit wird knapp!

Vielleicht wird der einer oder andere Leser sich fragen, was dieses Resümee, in dem auch soviel über das Leiden von Menschen und über Umweltprobleme gesprochen wurde, noch mit Tierschutz und Tierrecht zu tun habe. Ich glaube sehr viel, denn die psychische Disposition in Bezug auf die Mensch-Tier-Beziehung ist nur teilweise genetisch bedingt. Überlebenskampf und omnivore Ernährungsweise über Millionen von Jahre sind nicht spurlos an uns vorübergegangen. Aber wird heute unsere Disposition zu einer unethischen Ernährungsweise nicht durch die kulturelle Prägung in der Hauptsache bestimmt?

Und dieser Rückblick zeigt doch in aller Deutlichkeit, dass das, was unsere westliche Kultur so nachhaltig prägte, nämlich die christlich-humanistisch infizierte Ethik, ja unsere ganze Philosophie, unsere Weltanschauung und unser Selbstverständnis kläglich gescheitert sind. Er zeigt, dass die zweitausendjährige mosaisch-christliche Indoktrination sogar zum größten Teil für die Misere mitverantwortlich ist, in der sich Mutter Erde und ihre Kinder heute befinden.

Es wurde einmal von einem Herrn M. aus China gesagt, Religion sei Opium für das Volk.

Ich glaube, man muss ihm in diesem Punkt Recht geben, auch wenn seine Irrtümer summa summarum überwogen. Ich glaube, dass uns das Opium der theistischen Moralitäts-Monopolisten vergiftet hat!

Seine Wirkung hat unsere Herzen und Hirne gegenüber dem Leiden unserer Mitlebewesen lethargisch werden lassen. Es ist mitverantwortlich für die Halluzination der menschlichen Größe und Einzigartigkeit, für unser Egomanie, unsere Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit, für unseren Größenwahn und unsere Unmenschlichkeit. Die Weltanschauung und das Selbstverständnis der großen Masse befinden sich auf einem Niveau, als hätte das Zeitalter der Aufklärung erst gerade gestern begonnen.

Ich glaube, dass unsere abendländische Moral-Philosophie mitverantwortlich ist für unsere Amoral!

Sie hat weitgehend versagt: sie war hartherzig, hörig und verklemmt in der Vergangenheit; sie ist halbherzig und stellt sich taub und blind in der Gegenwart. Das Hauptanliegen der Pseudo-Moralisten zuerst einmal zu lernen, sich nicht mehr gegenseitig an die Gurgel zu gehen und dann, wenn das Lernziel erreicht ist, den Pazifismus zu universalisieren, auch auf nicht-menschliche Lebensformen auszuweiten, kommt einer Bankrotterklärung der menschlichen Vernunft gleich.

Ich glaube, dass solange Menschen die Hemmschwelle überschreiten und Tiere töten, sie auch fähig sind, sich gegenseitig abzuschlachten! Wer aber in seinem Bewusstsein eine Hemmschwelle errichtet hat, die es ihm unmöglich macht, auch nur die kleinste Kreatur zu verletzten, der wird erst recht diese pazifistische Haltung gegenüber seinen Mitmenschen einnehmen. Aber die Respektierung der elementaren Bedürfnisse der Tiere, die Achtung alles Lebendigen, darf nicht auf der Kant’schen Begründung für einen humaneren Umgang mit unseren Mitmenschen beruhen. Ist Kant’s anthropozentrischer Fehlschluss nicht ein Zeichen pathologischer Selbstüberschätzung? Ist die “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” damit nicht zur Unsitte verkommen – jedenfalls für uns Tierrechtler? Ach, hättest Du geschwiegen, dann wärest Du ein Philosoph geblieben!

Denn das moralische Urteilen darf sich nicht danach richten, ob der Betroffene klein und schwach oder groß und intelligent, selbständig und uns ebenbürtig oder hilflos und uns unterlegen ist. Verurteilen wir nicht rein intuitiv gerade diejenigen Menschen am meisten, die sich an den Schwächsten unserer Gesellschaft vergehen – an unseren Kindern?

Die Welt ist voller “Vergewaltiger”, die nicht die Wesensverwandtschaft erkennen können oder wollen, die zwischen Menschenkind und Tier besteht: die Unschuld, die Hilflosigkeit, die Selbstzufriedenheit, die Wehrlosigkeit, mangelndes Reflexionsvermögen und die Unmöglichkeit, die eigenen Ansprüche geltend zu machen. Anstatt nach Verbindendem zu suchen, konzentriert man sich auf das Trennende oder erfindet es einfach.

Warum sind wir zu “Kinderschändern” entartet?

Reicht der aus dem Alten Testament abgeleitete Anspruch aus, dass die ganze Schöpfung nur auf den Menschen zugeordnet sei, um unser Denken und Handeln gegenüber den Tieren zu rechtfertigen? Dürfen wir, wenn wir bei klarem Verstand sind, kosmologisch, ontologisch und teleologisch das ganze Universum nur auf uns bezogen verstehen?

Reicht die nicht zu beweisende These der “Gottesebenbildlichkeit” aus, die nur noch als hoch psychotisch zu bezeichnen ist, eine einzigartige Stellung im Kosmos zu beanspruchen und daraus abzuleiten, dass dem Menschen allein unter allen Lebewesen eine herausragende Würde und Sonderstellung über die übrige “Schöpfung” zukomme? Oder ist die Illusion einer “ewigen Seele” Rechtfertigung genug, diejenigen Lebewesen, die der angeblichen “Seele” ermangeln, zu quälen und zu töten?

Und wäre es dann nicht folgerichtig zu denken: Wenn den Tieren schon von dem angeblichen Schöpfer kein ewiges Seelenheil beschieden ist, dann sollen sie wenigstens dieses, ihr einziges Leben, das alles ist, was ihnen zugestanden wurde von dem Gott der Liebe und Barmherzigkeit, in Frieden und Glück verbringen dürfen.

Wohlgemerkt, die christlichen Scholastiker sprachen dem Tiere die “Seele” ab. Und als ob es der Würdebeweise im Pentateuch nicht schon genug gewesen wären, wurde mit dem Evangelium letztendlich das Schlussglied der Beweiskette geschaffen: der Opfertod Christi, der ausschließlich dem Menschen galt. Amen!

Die “Würde des Menschen” war unantastbar geworden! Das Tier hatte die seine verloren!

Mit der Schaffung des Begriffes der Würde, als angeborenes Wesensmerkmal oder als Gestaltungsauftrag interpretiert, war es gelungen, eine trennende Mauer zwischen Mensch und Tier zu errichten und unsere Mitlebewesen aus unserer Ethik zu verbannen. Hat uns die Bürde unserer “Seele und Würde” nicht entzweit von unseren Schwestern und Brüdern im Tierreich und uns soviel einsamer werden lassen auf der Suche nach dem Sinn unseres Seins?

Die “Würde des Menschen” wurde zum höchsten Rechtsgut. “Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” Das steht in unserem Grundgesetz geschrieben. Verwunderlich ist nur, dass diese Würde immer dann auf der Strecke blieb, wenn sie in Konflikt mit den Interessen der “scheinheiligen Seligkeitsverkäufern” oder der Staatsmacht geriet. Dass im Verlauf unserer ruhmreichen Menschheitsgeschichte Despoten und Demokraten um die Würde sich einen Dreck scherten, mag an dem Mangel ihrer “Unfehlbarkeit” gelegen haben.

Aber Kreuzzüge, Autodafés, die heilige Inquisition mit Mord und Folter, omnia ad maiorem dei gloriam, dies alles lässt sich nur schwer mit der “Unfehlbarkeit” der Nachfolger Petri und mit dem apostolischen Postulat einer inhärenten Würde vereinbaren.
Zumal man mit Fug und Recht behaupten kann, dass die Kirchengeschichte nicht arm ist an Brutalität und Sadismus. Ausgelassen wurde wahrlich nichts, was es damals an feinfühligen Spitzfindigkeiten gab, um seinen Nächsten zu malträtieren.

Das “Mea Culpa des heiligen Übervaters” zum Jahresbeginn 2000 – auch er hatte sich von der Zahl mit den drei Nullen blenden lassen – hätte Bände über Bände füllen müssen. Dass es so gering und nichts-sagend ausfiel, muss wohl an den Gebrechen seines hohen Alters gelegen haben.

Aber dass zehntausende von Zwangsarbeitern der bischöflichen Diözesen auf ihre Entschädigung so lange warten mussten, hat sicherlich ökonomische Ursachen und mit der zunehmenden Vergreisung der kirchlichen Führungsriege weit weniger zu tun. Es bleibt zu würdigen, dass für den jahrelangen, würdevollen Sklavendienst in der Obhut der “Heiligen Kirche” überhaupt entschädigt wird: mit einer der “Menschenwürde” angemessene Summe von fünftausend Mark. Währenddessen würdevoll – und das brauchte seine Zeit – über die Zahlungsmodalitäten und organisatorischen Probleme beratschlagt wurde, sind die wenigen noch überlebenden Opfer der “christlichen Nächstenliebe” weggestorben – zur Freude des “bischöflichen Säckels”. Das könnte man zumindest vermuten.

Aber dass zehntausende von Zwangsarbeitern der bischöflichen Diözesen auf ihre Entschädigung so lange warten mussten, hat sicherlich ökonomische Ursachen und mit der zunehmenden Vergreisung der kirchlichen Führungsriege weit weniger zu tun. Es bleibt zu würdigen, dass für den jahrelangen, würdevollen Sklavendienst in der Obhut der “Heiligen Kirche” überhaupt entschädigt wird: mit einer der “Menschenwürde” angemessene Summe von fünftausend Mark. Währenddessen würdevoll – und das brauchte seine Zeit – über die Zahlungsmodalitäten und organisatorischen Probleme beratschlagt wurde, sind die wenigen noch überlebenden Opfer der “christlichen Nächstenliebe” weggestorben – zur Freude des “bischöflichen Säckels”. Das könnte man zumindest vermuten.

Die “Würde des Menschen” hat viele Gesichter – auch heute noch und auch innerhalb jener Institutionen, die mit ihr hausieren gehen. Das sei am Rande bemerkt.

Trotz aller Widersprüchlichkeiten bleibt die “christliche Menschenwürde” de facto die Speerspitze im Vernichtungskampf gegen unsere “würdelosen Mitlebewesen”. Sie wird dementsprechend auf das Schärfste von Staat und Kirche verteidigt.

“Der Mensch versteht sich als die Spitze der irdischen Schöpfung und die Welt als sein Haus, das er sich zu seinem Nutzen und Gewinn einrichtet.” [...] “Die Schöpfungstheologie muss an der Rangordnung: Gott-Mensch-Welt festhalten (vgl. Ps.8). Wenn der Unterschied zwischen dem Menschen und der übrigen Natur nicht mehr deutlich herausgestellt wird, wird der Mensch in das Naturgeschehen eingeordnet und seiner besonderen Würde entkleidet.” [..]
“Es gilt die Grundverhältnisse der Schöpfungsordnung anzunehmen. Dazu gehört der Vorrang des Menschen vor den Sachen, aber auch die Unentbehrlichkeit der Sachen für den Menschen.” [...] “Wir Menschen sind berechtigt, Leistungen und Leben der Tiere in Anspruch zu nehmen.”
(Anmerkung: mit Sachen sind auch die Tiere gemeint!)

Diese anachronistisch anmutende Textpassage stammt nicht etwa aus einer Kirchenschrift des ausgehenden Mittelalters. Es handelt sich um eine Denkschrift des Sekretariats der Deutschen Bischhofskonferenz zur Frage der Verantwortung des Menschen für das Tier aus dem Jahre 1993!

Die Tiere werden als Sache klassifiziert, zur Nebensache degradiert, als Nutzsache produziert!

Dass die klerikalen Vordenker schon immer etwas länger brauchten, lässt sich am eindrucksvollsten damit belegen, dass Papst Johannes Paul II. erst im Oktober 1996 dem Kreationismus Lebewohl sagte und erklärte, dass er die Evolutionstheorie nunmehr anerkenne – 137 Jahre nach ihrer Veröffentlichung. Ein außergewöhnlicher geistiger Sprint, wenn man bedenkt, dass die Rehabilitierung von Giordano Bruno, der auf päpstliche Order wegen seines Buches “De l’infinito, universo e mondi” – “Vom unendlichen All und den Welten” auf dem Campo dei Fiori verbrannt wurde, immerhin fast 400 Jahre bedurfte. Es besteht also noch Hoffnung. Oder etwa nicht?

Dass jedoch das Römische Recht aus vorchristlicher Zeit, das die Tiere als Sachen behandelte, noch immer im den Hirnen dieser Herren im roten Ornat sein Unwesen treibt, ist kennzeichnend für die geistige Erstarrung, für das Unvermögen sich einer im Wandel befindlichen Weltsicht zu öffnen.

Obwohl unsere Damen und Herren Politiker sich zu einer gegenteiligen Erkenntnis schon vor Jahren durchringen konnten, verblieb die Kirche in ihrem alten Denkschemata. Ob unsere Politiker zu einem ethischen Paradigmenwandel aber wirklich bereit sind und sich vom Gängelband des Großkapitals und der Amtskirchen gänzlich befreien können, das wird an ihrer Bereitschaft zu messen sein, ob sie nach der Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in unser Grundgesetz auch dementsprechende Politik betreiben.
Lange wurde die Aufnahme durch die Parteien mit dem Zusatz “christlich” in ihrem Namen per Fraktionszwang verhindert. Das war der grandiose Neuanfang nach dem Spenden-Debakel und das “Outing” der so christlichen Pfarrerstochter Angela Merkel. Mich wundert es nicht!

Was die professionellen Verkünder der Nächstenliebe betrifft: sie sind längst zum “Hemmschuh der Welterkenntnis” geworden und haben durch ihre Inflexibilität ihr Credo ad absurdum geführt.

Unser Nächster ist nicht nur der Mensch, sondern auch unser nächster Verwandter, das Tier, dessen Existenz wir die unsere überhaupt zu verdanken haben.

Traditionsdenken bedeutet Stillstand der geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung. Tradition, sei sie auch noch so alt, und wird sie von noch so vielen Menschen praktiziert – schafft noch kein Recht im Sinne von Gerechtigkeit. Sklaverei, Kinderarbeit und die Diskriminierung der Frau hatten auch eine lange Tradition. Aber sie wurden zumindest in einigen Teilen der Welt und in ihrer gröbsten Form beseitigt. Die Ethik hatte über die Tradition gesiegt, denn es handelte sich um Menschen. Wann kommt der Bruch mit der Tradition in Bezug auf unsere tierlichen Mitlebewesen?

Paradigmenwandel ist angesagt – um des Lebens und der Wahrheit willen.

Wenn wir Heutigen uns über die Unterschiede zwischen Mensch und Tier Gedanken machen, ist am erstaunlichsten, aber auch am erschreckendsten, mit welcher Selbstüberschätzung, Überheblichkeit und Ignoranz wir uns als Mittelpunkt der Welt erachten, auf den alles ausgerichtet ist: Daseinsgrund und Daseinsziel – neben der mit milliardenfachem Leben angefüllten Mitwelt.

Trotz aller naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über das Allerkleinste und Allergrößte und des daraus resultierenden Wissens über die Nichtigkeit, Unvollkommenheit und Endlichkeit unserer Existenz im Weltganzen, glorifizieren wir uns noch immer als “Krone der Schöpfung”. Vielleicht ist es ein unbewusstes Verdrängen, weil wir erahnen, dass wir die Grenzen des Vorstellbaren, des Denkbaren, erreicht haben und nicht weiter überschreiten können. Dass alles ein Ende hat, ist zur bohrenden Gewissheit geworden.

Dass das tragische, aber auch so wundervolle Schauspiel von Geburt und Tod auch nicht vor unserem Universum halt machen wird, dass unsere Welt in ferner Zukunft in einem “Big Crunch” oder nach den Gesetzen der Thermodynamik in eisiger Erstarrung ihr Ende finden wird, steht fest. Dass sich im Gluthauch unserer sterbenden Sonne alles Leben auf Erden schon eine ganze Ewigkeit früher von dem kosmischen Drama verabschieden wird, das steht genauso fest. Dass wir aber den Beginn des “planetarischen Barbecue’s” als Rasse noch erleben werden, ist schiere Illusion, denn ein vorzeitiger Suizid der Menschheit ist viel wahrscheinlicher.

Es wird nichts bleiben von dieser Welt, nicht unsere Träume und Hoffnungen, nicht die Früchte unserer Arbeit und Anstrengungen, nicht unsere Kultur und technischen Wunderwerke, nicht einmal mehr die bloße Erinnerung an uns. Denn da ist niemand mehr, der sich unserer erinnern könnte.
Es wird so sein, als hätte es uns niemals gegeben. Kosmisch gesehen, wird unser Verschwinden nur eine unbedeutende Bagatelle sein; eine Nebensächlichkeit im Weltganzen mit einem Stellenwert unendlich weit hinter dem Komma.

Vielleicht liegt das psychische Trauma der Menschheit in dem Unvermögen zur Akzeptanz der Erkenntnis ihrer Nichtigkeit und Endlichkeit. Und das Festhalten an dem traditionellen anthropozentrischen Weltbild ist der verzweifelte Versuch, dem eigenen Dasein doch noch einen Sinn abzuringen. Mit der Fata Morgana, an die wir uns klammern, lässt sich so vieles entschuldigen!

Wenn die Welt ein definitives Ende hat, dann können wir uns getrost auch von Gott und dem Teufel verabschieden; die Frage ihrer Existenz ist belanglos geworden.
Und wenn es den Teufel nicht gibt und auch keine göttliche Vorbestimmung, muss dann das Böse zwangsläufig über das Gute triumphieren? Werden wir nicht durch die Leugnung unserer Götter und Dämonen ganz allein in die Verantwortung genommen für den Zustand dieser Welt? Ob wir uns allerdings dieser Verantwortung jemals stellen werden und der Welt damit die Chance geben, etwas erträglicher zu werden, ist zweifellos mit einem riesengroßen Fragezeichen versehen.

Doch sollten wir unsere Verantwortung annehmen und damit unserer Existenz die einzig denkbare Legitimation verleihen, dann müssten wir die ins Universale ausgeweitete Güte und Harmonie mit allem, was da lebt und ist, als letzter erkennbarer Daseinsgrund und Daseinszweck erkennen und danach leben. Denn wir tragen damit dazu bei, dass das Leiden, das unzweifelhaft ein Wesensmerkmal des Lebens ist, nicht noch durch unser Hiersein vergrößert wird. So hinterlassen wir, wenn der Vorhang endgültig fällt, wenigstens nicht den schalen Beigeschmack, dass unser kurzer Debütauftritt ganz und gar daneben gegangen war.

Dazu bedarf es aber eines radikalen ethischen Paradigmenwandels, einer Ethik des universalen Mitgefühls und der Solidarität!

Wir müssen uns trennen von dem verstaubten Ballast religiös eingefärbter Begriffe; wir müssen uns befreien von den “Scheuklappen unserer Welterkenntnis”! Also nehmen wir Abschied von den “Heiligen Gralen” unseres Menschseins: von Würde, Gewissen, ewiger Seele, vollkommener geistiger Freiheit, Bestimmung und all den anderen Trugbildern unseres Denkens! Vielleicht entstünde dann eine ganz andere Vorstellung unseres Daseins, vielleicht würden wir vieles relativieren und unsere Arroganz, unsere Egomanie und unser kurzsichtiges, egoistisches und irrationales Handeln aufgeben und eine demütigere, tolerantere und gerechtere Haltung gegenüber unseren Mitlebewesen einnehmen.

Hier sind die Herren Philosophen gefordert, dem Ruf nach Wahrheit und Gerechtigkeit, nach einer gerechten ethischen und moralischen Berücksichtigung von menschlichen und tierlichen Lebewesen, der Respektierung ihrer vitalen und elementaren Interessen und Bedürfnisse sowie einer angemessenen Berücksichtigung der natürlichen Lebensräume mitsamt ihrer Flora, den nötigen Nachdruck zu verleihen.

In den “Heiligen Hallen der Philosophie” herrscht aber zumeist beklemmendes Schweigen, wenn es um die Sache der Tiere geht. Wen wundert’s? Die “Freunde der Weisheit” standen seit Alters her in Lohn und Brot der Religion. Daran hat sich bis in unsere Tage nicht sehr viel geändert. Die übermächtige Präsens der Kirche ist trotz Säkularisation in unseren “Verbildungseinrichtungen” noch immer vorhanden.

Man denke – Kruzifix noch einmal! – an das “Kruzifix-Debakel” des Jahres 1995 in Bayern, wo die angefochtene Regelung trotzig – gegen den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes – beibehalten, ja sogar noch per Landesgesetz erst recht legitimiert wurde. Wenn in der Landesverfassung die “Ehrfurcht vor Gott” zu den “obersten Bildungszielen” zählt, ist eben alles möglich.

Die Moral-Philosophie beißt nicht die Hand, die sie füttert.

Die berufsmäßigen “Vordenker der Sitten und Tugenden” haben also aus dem gleichen Trog gefressen; die Portionen an Leichenbergen, Käse und Eiern auf ihren Tellern wurden immer gewaltiger und die vegetarischen Beilagen verkümmerten zur reinen Dekoration.

In unserer rücksichtslos hedonistischen Gesellschaft ist der Lebensgenuss zum Statussymbol geworden. Der kulinarische Genuss hat dabei einen extrem hohen und bereits psychopathischen Stellenwert eingenommen.

Dass weltweit die Zahl der Moral-Philosophen, die bis zur letzten Konsequenz für die Rechte der Tiere eintreten, so gering ist, liegt neben vielen anderen Faktoren auch einfach daran, dass die Damen- und Herrschaften nicht bereit sind, ihre “omnivore” Ernährungsweise umzustellen.
Und sie wissen, dass ein Plädoyer für die Rechte der Tiere zur Farce verkommt, wenn die linke Faust drohend gegen Tierquäler erhoben wird, aber die rechte ein Käse-Schinken-Sandwich hält. Auch wenn die geräucherte “Leckerei” beim glücklichen Bio-Bauern erstanden wurde, der heute durch BSE bedingte Nachfrage satte Gewinne einfährt und noch glücklicher ist, man sein Publikum und das eigene “Gewissen” damit beschwichtigt, dass die Leichenteile und Muttermilch schließlich von einer “glücklichen” Sau und einer “glücklichen” Kuh stammten, kann dies nicht verhindern, dass die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt.

Da die Philosophen, unsere “Freunde der Weisheit”, in der Regel recht clever und sich dieses Handicaps bewusst sind, widmen sie sich leichteren Themen, die zu Ruhm und Ehre führen. Dass von vielen “Obertierschützern” der Nation dies nicht bedacht wird, steht außerhalb jeglicher Kritik; sie sind schließlich keine Philosophen. Basta! Aber vielleicht ist auch die Zahl der neuronalen Verbindungen der Rezeptoren auf der Zunge daran schuld. Oder anders herum: Fleisch, Ei, Tiermilch und Käse sind – der Subventionen sei dank – billig und der Geist ist nicht willig. Eigentlich hätte man anderes erwarten dürfen. Also, woran liegt es dann? Vielleicht ist das Mitleiden noch nicht groß genug? Nun, dafür gibt’s Schlachthäuser, und wer sie einmal betreten hat, wer einmal das stumme Flehen der Todeskandidaten erlebt hat, dem schmeckt auch nicht mehr die Wurst von einer “glücklichen” Sau oder das Ei eines Bio-Huhnes. Oder etwa doch?”

Dann können nur noch die speziesistischen Wahrnehmungs- und Denkstörungen, die Helmut F. Kaplan so vortrefflich in seinem Buch “Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung” beschrieben hat, in Frage kommen. Also: verminderte Schuldzurechnungsfähigkeit!

All das wäre zumindest eine plausible Erklärung für die Tatsache, dass die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, Kosmologie, Atomphysik und Kognitionsforschung an der Moral-Philosophie und den dafür verantwortlichen “Auftragsdenkern” so spurlos vorübergezogen sind, als hätten sie niemals existiert.

Bei den Kollegen der theologischen Fakultät war dafür der Index librorum prohibitorum, kurz Index genannt, wahrscheinlich mitverantwortlich. Die Strafe der Exkommunikation, das “ewige Schmachten” im Fegefeuer, für das Lesen oder den Besitz eines der im Index aufgeführten Bücher, der erst im Jahre 1966 von der römisch-katholischen Kirche aufgehoben und als nicht mehr bindend erklärt wurde, hat wohl die Herren Theologen davon abgehalten, die Schriften von Darwin, Feuerbach, Haeckel, Freud und Hubble, nur um einige zu nennen, sich zu Gemüte zu führen. Dies in der kurzen Zeit bis heute nachzuholen, wäre sicherlich zuviel verlangt.

Wer glaubt, der Index librorum prohibitorum sei ein Relikt aus den Anfängen der Kirchengeschichte gewesen und habe verstaubt in den Kellergewölben des Vatikans die Jahrhunderte verschlafen, der irrt sich gewaltig. Der Index wurde letztmalig im Jahre 1948 komplettiert.

Die Arbeiten der epochalen Denker blieben also aus den oben genannten Gründen ohne weitreichende Folgen auf die Ethik, das Welt- und Menschenbild und die Einstellung gegenüber dem Tier. An der Intelligenz hat es also nicht gelegen. Oder etwa doch?

Dass die große Masse auch heute noch auf die Erkenntnisse der Naturwissenschaften pfeift – diesmal mangels Masse an grauen Zellen, dass sie “ohne Folgen für die Interpretation unserer Lebenswelt” bleiben werden, davon waren so gegensätzliche Philosophen wie Habermas und Lübbe schon überzeugt. Die große Masse hat ihre “oralen Phase” eben noch nicht ganz überwunden! Man “begreift” die Welt noch immer mit dem Mund. Wie schmeckt sie, kann man sie essen? Dass aber die Architekten unserer Moral-Philosophie, unsere akademischen Eliten, nicht endlich aus ihrem “Dornröschenschlaf” erwachen, ist unvorstellbare Schande und ein Beweis der Engstirnigkeit des Menschengeschlechtes, denn sie sollten es doch besser wissen.

Wir sind nicht weit gekommen mit unserer christlich-humanistischen Ethik, unserer Christen-Religion und unserer Moral-Philosophie!

Wir haben die Tiere im Stich gelassen – und uns damit ein Stück von uns selbst beraubt. Wir haben uns entfernt von der Natur und sind damit “unnatürlich” geworden. Wir sind nicht mehr in der Mitte, in Harmonie mit unserer Mitwelt, sondern stehen als Außenseiter auf verlorenem Posten, wenn man in größeren zeitlichen Dimensionen denkt und bedenkt, dass die Auswirkungen unseres Handelns und Denkens eines Tages auf uns zurückfallen werden. Wir sind schäbige Randfiguren geworden im Weltganzen.

Ich muss eingestehen, dass auch unsere Mitmenschen mit anderen Weltanschauungen, Religionen oder Ideologien – nur von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – um keinen Deut besser sind, als wir.

In Asien, Afrika und anderen Teilen der nichtchristlichen Welt hat es auch Kriege in der Vergangenheit gegeben, und es wird sie in der Zukunft geben.

Es wurde und wird mit der gleichen Brutalität gefoltert und gemordet, wie es bei uns geschehen ist und geschieht. In diesen Ländern werden heute die elementarsten Ansprüche der Tiere genauso mit Füßen getreten wie im Westen. Aber die Gründe dafür hängen vielleicht auch mit den schlechten allgemeinen Lebensumständen und dem Bildungsstand zusammen, und die Zahl der Opfer ist mangels Infrastruktur weit hinter der unseren zurück. Eine Entschuldigung ist das natürlich nicht, aber man sollte es zumindest erwähnen.
Im Vergleich mit anderen Kulturen ist unsere “blutbesudelte Weste” unauffälliger geworden, und man ist geneigt, zu relativieren.

Aber dürfen wir es zulassen, dass man Ethik relativiert? Sollen wir das Scheitern unserer christlich-humanistisch geprägten Moralphilosophie damit entschuldigen, dass man auf das Versagen anderer philosophischer Systeme verweist, die ebenfalls versagt haben? Sollen wir über die eigenen Fehler hinwegsehen, nur weil andere Weltanschauungen sich auch als untauglich erwiesen haben? Soll diese Rechtfertigung dazu missbraucht werden, die eigenen Fehler weiterhin zu tolerieren und millionenfachen Mord an unseren tierlichen Brüdern und Schwestern Jahr für Jahr zu praktizieren?

Dies ernsthaft in Betracht zu ziehen, bedeutet geistigen Offenbarungseid!

Es muss auch gesagt werden, dass es Kleriker und Theologen in der Vergangenheit gab, man denke an Franz von Assisi oder an Albert Schweitzer, die für einen humaneren Umgang mit unseren Mitlebewesen eintraten. Ob sie sich gänzlich von ihrer christlich-anthropozentrischen Weltanschauung befreien konnten und ihre Forderungen sich mit unseren heutigen Vorstellungen decken, wollen wir offen lassen. Das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Es gibt auch Kirchenmänner in der Gegenwart, die für die Tiere Kopf und Kragen riskieren, denen die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen und Predigtverbot auferlegt wurde, die ihre Karriere aufs Spiel setzen und deren Schweigen nicht käuflich ist.

Aber es gibt viel zu wenige “Drewermänner” und “Knörzer” heute; es müssten viel mehr sein, um etwas zu bewegen!

Und ich will nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass es im Bereich der Philosophie und Literatur ebenfalls die rühmlichen Ausnahmen gab und gibt. Wo stünde die weltweite Tierrechtsbewegung heute ohne die Schriften von Ruth Harrison (Animal Machines), Rachel Carson (Silent Spring), Henry Salt (The rights of animals), Tom Regan (The Case For Animal Rights, The Struggle For Animal Rights ), Peter Singer (Animal Liberation, Practical Ethics), Helmut Kaplan (Wozu Ethik?, Tierrechte – die Philosophie einer Befreiungsbewegung, Leichenschmaus. Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung) oder Sina Walden, Gisela Bulla (Endzeit für Tiere) Jean-Claude Wolf (Tierethik. Neue Perspektiven für Menschen und Tiere) und Hans Wollschläger (Tiere sehen dich an oder das Potential Mengele), um nur einige zu nennen. Sie bewirkten mit ihren Thesen und Büchern die Initialzündung der Tierrecht-Bewegung. Sie machten uns klar, dass die herkömmliche Ethik einer grundlegenden Reform bedarf.

Aber diese rühmlichen Ausnahmen reichen nicht aus, um die “Mauer des Verdrängens”, wenn es um die “Rechte der Tiere” geht, zum Einsturz zu bringen. Eine “einheitliche ethische Weltformel”, die eine harmonische, symbiotische Koexistenz aller Lebensformen begründen könnte, muss erst noch gefunden und geschrieben werden.

Es gibt einfach zu wenige Philosophen von Rang und Namen, wie Singer, Regan und Kaplan, die sich der Problematik der ethischen Einbeziehung unserer Mitlebewesen in unser moralisches Denken vehement genug annehmen. Manche Vorstellungen und Theorien führen auch in die falsche Richtung; andere sind noch zu stark dem anthropozentrischen Weltbild verhaftet, und wieder andere schießen über das Ziel hinaus.

Auch die einstigen Hoffnungsträger der “New-Age-Generation” hüllen sich in Schweigen! Die “Love & Peace-Veteranen”, die naturverbundenen “Wassermänner des angekündigten Zeitalters des Wassermannes” sind abgetaucht – um in den Chef-Etagen der Multi-Konzerne und der Politik wieder aufzutauchen. Heute schmücken sie sich mit den verpönten Statussymbolen des früheren Klassenfeindes: Lagerfeld, Joop, Armani und die 3-Liter-Luxuskarosse mit dem Stern. Business as usual, etwas weniger “Love and Peace” und auch kein ideologisch bedingter Konsumverzicht. So ändern sich die Zeiten, oder sollten wir besser sagen: die Menschen.

Panta rei – alles fließt, sagte schon Heraklit, und am ehesten verfließen die Träume einer heilen Welt, wenn der Mammon lockt.

Nach diesem Rundumschlag – ich hoffe, ich habe niemanden ausgelassen – will ich aber auch, um der Wahrheit willen, für unsere Philosophie und Theologie noch eine Lanze brechen.

Theismus, Polytheismus und Deismus sind zwar die geeignetsten Nährböden für Speziesismus, Rassismus, Intoleranz und für viele andere ungerechte Attitüden des Menschseins. Aber es gibt auch andere Ursachen für das moralische Scheitern unserer Gesellschaft: nämlich systemimmanente Ursachen. Ich will damit sagen, dass unsere Ich-bezogenen Denkprozesse zu einem großen Teil durch unbewusste neuronale Aktionsmuster bestimmt werden, die ihrerseits durch Außenreize, Inkrete und Spontan-Assoziationen ausgelöst werden, die aber alle dem übergeordneten Überlebensmechanismus untergeordnet sind. Das war Fachchinesisch!

Anders ausgedrückt: Der Mensch ist Opfer der Funktionsweisen seines Gehirns.

Primär sind nicht die von ihm geschaffenen Gedankenwerke, seine Institutionen, Organisationen und Religionen Grund des Übels, sondern das “Überlebens-System Mensch” im Ganzen. Die Schuldzuweisung trifft also nur zum Teil die Philosophie, die Religion und den Menschen; zu einem Teil darf man der Evolution die Schuld in die Schuhe schieben.

Hätte “Mutter Natur” die Schweine favorisiert, anstatt uns Menschen, das Borstentier mit einem größeren Neo-Kortex und besseren Greifwerkzeugen ausgestattet, dann hätten sie sich an Stelle des Menschen zum Weltbeherrscher aufgeschwungen. Aber auch dann wäre die Welt und die Moral in dem gleichen desolaten Zustand, und nichts hätte sich geändert, außer dem Aussehen der Akteure. Die “Götter der Schweine” hätten Schweinsgesichter, da von Schweinen erdacht, und die “Schweine-Philosophie und Schweine-Religion” würde von der angeborenen Würde und dem inhärenten Wert des Schweins zu reden wissen.

Und die bedauernswerten Nicht-Schweine wären die “ärmsten Schweine”. Sie dienten den Schweinen als Nahrung und Nutztier.
Wir Menschen haben eben nur das unverschämte Glück, die “Schweine dieser Welt” zu sein.

Ich plädiere daher auf verminderte Schuldzurechnungsfähigkeit und bitte die Strafe zur Bewährung auszusetzen, denn es bleibt die Hoffnung, dass der Irrsinn unseres Menschseins nur eine vorübergehende evolutionäre Phase unserer Existenz darstellt. Die “permanent-misanthropen Ankläger” in den Reihen der Tierrechtler/innen mögen diese Argumente mit Verlaub berücksichtigen.

Dass diese Hoffnung nicht ganz unberechtigt ist, das beweist die Tatsache, dass die Tierrecht-Bewegung in relativ kurzer Zeit zu einem weltweiten Gegenpol der “Tier-Ausbeutungsgesellschaft” geworden ist, dass es rund um den Globus Menschen gibt, die für eine allumfassende Ethik, für eine gerechtere Mensch-Tier-Beziehung auf die Barrikaden gehen.

Ein paar Gedanken in eigener Sache sind angesagt.

Der Anstoß zu einer neuen Ethik und Philosophie wird von uns Tierrechtlern/innen ausgehen! Daran glaube ich fest, denn es sind derzeit keine Alternativen in Sicht.

Wir haben finanziell weder etwas zu gewinnen, noch etwas zu verlieren. Wir zerbrechen uns die Köpfe der Gerechtigkeit und der Sache wegen. Vielleicht fehlt uns dabei zuweilen die akademische Akribie und die Sach- und Fachkenntnis, aber wir sind bereit zu lernen. Wir meinen es ernst, sehr ernst sogar. Aber vor allem sind wir ehrlicher, denn wir stehen nicht auf der Lohnliste der korrumpierenden Moral-Institutionen, die vorschreiben, wie man zu denken hat.

Unsere Revolution – darum handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes – wird nicht nur in den Parlamenten, Gerichten, auf Plätzen und Straßen ausgetragen, sondern vor allem in den Köpfen und Herzen der Menschen. Das ist unser eigentliches Schlachtfeld; nur hier können wir einen entscheidenden Sieg erringen.
Und das ist nur möglich mittels einer universalen, auf Mitgefühl und Solidarität basierenden Ethik, die auf einer fundierten, rationalen und für jedermann nachvollziehbaren Grundlage beruht und auch Wege und Möglichkeiten für ihre praktische Umsetzung anbietet. Denn nur dann hat sie überhaupt eine Chance angenommen zu werden.

Vielen von uns ist der Mensch ein Gräuel geworden, und das ist bei all dem Tierleid, mit dem wir Tag für Tag konfrontiert werden, mehr als verständlich. Aber es gibt auch unermessliches Leiden auf der anderen Seite, der Seite des Menschen! Wenn der Schmerz keinen Unterschied macht und auch nicht wahre Gerechtigkeit und Ethik, warum sollte dann unser Mitgefühl Unterschiede erlauben?

Wahre Ethik beruht auf Gerechtigkeit und wahre Gerechtigkeit kennt keine Unterschiede. Wenn wir von Gerechtigkeit und einer zu berücksichtigenden Gleichheit oder zumindest Ähnlichkeit von Mensch und Tier reden, und dies nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommen soll, dann muss unsere Ethik auch den Menschen einbeziehen.
Ausgrenzung und Polarisierung sind die Kardinalfehler der herkömmlichen Philosophie, die wir kritisieren. Es schadet unserer Bewegung, wenn wir unsere Stimme nur für die Tiere erheben, sie aber dem “religiösen Tier – dem Irrläufer der Natur” verweigern.

Tierrechte und Menschenrechte sind nicht teilbar, und Tier-Ethik ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtethik. Es wäre deshalb vorteilhaft, wenn dies in unserer Arbeit ein klein wenig mehr zum Ausdruck käme. Das bedarf nicht viel mehr Zeit, sondern nur des guten Willens und der Einsicht.

Wahre Ethik beinhaltet nicht nur Mitgefühl mit dem Opfer, sondern auch ein gerüttelt Maß Mitleid mit dem Täter. Das bedeutet nicht Akzeptanz von Amoral oder die uneingeschränkte Bereitschaft zu Konzessionen, sondern das Offenbleiben für den Dialog – und Milde dort, wo noch Hoffnung auf Einsicht besteht. Und Hoffnung ist ein Bestandteil des Menschseins, also hoffen wir.

Die Grundübel für die lebensverachtende Ausbeutung, Misshandlung und für den Massenmord an Tieren sind hemmungsloser Egoismus, Verblendung, Verdrängung und Unwissenheit. Eine “Neue Ethik und Philosophie” sind deshalb so wichtig, weil nur sie der – oft gewollten – Unwissenheit und Verblendung paroli bieten können. Mit was wollen wir sonst überzeugen? Das Wort ist schwächer als die Waffe, aber es ist die einzige Alternative. Unrecht wird nicht durch Unrecht gebrochen, sondern langfristig nur durch Einsicht. Daher ist die Beschäftigung mit Ethik und Philosophie gerade für uns Tierrechtler/innen so wichtig.

Aber noch immer wird die Philosophie und Ethik als Stiefkind der Tierrecht-Bewegung behandelt! Die wenigsten Tierrechtler sind bereit, sich ernsthaft mit ethischen Fragen auseinander zu setzen; man geht auf Distanz zur Philosophie, weil sich vielleicht unangenehme Perspektiven auftun, denen man sich nicht gewachsen fühlt. Dieser Mangel an Bereitschaft zu philosophieren, ist eine frustrierende und resignierende Erfahrung, die ich in der Tierbefreiungsbewegung gemacht habe. Aber ohne Ethik und Philosophie fehlt das tragende Fundament; das müssen wir einsehen. Wichtig ist auch die Bereitschaft zu selbstkritischem Hinterfragen, denn niemand ist vor Fehlern gefeit, vor allem dann nicht, wenn man sich auf so schwierigem Terrain wie der Ethik und der Philosophie bewegt.

Auf diesem Gebiet gilt es, unsere “gedanklichen Fässer” wieder zu öffnen, die von uns voreilig verschlossen wurden. Die Fässer sollten niemals verschlossen werden: nicht aus Unsicherheit vor scheinbar unlösbaren Problemen, nicht aus Resignation und erst recht nicht, weil es so einfach ist, in althergebrachten Schemata und Begriffen zu verharren.

So wie ein guter Wein ständig vom Kellermeister auf seine Qualität überprüft wird, so sollten wir unsere ethischen Aussagen durch ständiges Kontrollieren und Hinterfragen auf ihre Qualität überprüfen. Das schützt vor Fehlern und schärft den Verstand.

Wir haben unsere Ziele sehr hoch gesteckt. Zu behaupten, die Lösung wäre einfach und läge in greifbarer Nähe, das wäre eine grobe Selbstüberschätzung und sicherlich falsch. Aber es wäre genauso falsch, vor den zu erwartenden Problemen von vorne herein zu kapitulieren. Wittgenstein hat sinngemäß einmal bemerkt, dass man seine philosophischen Vorstellungen der Öffentlichkeit zur Diskussion stellen muss, andernfalls sei man wie ein Boxer, der niemals in den Ring steigt. Nun, ich habe hiermit einen Anfang gemacht. An provokativer Kritik hat es nicht gemangelt, und die konstruktiven Thesen werden nachgereicht. Alles zu seiner Zeit!

Bevor ich auf einer Ruine ein neues Haus errichten kann, gilt es, das alte Gebälk, das morsch und in Fäulnis übergegangen ist, zu sondieren. Das war der eigentliche Sinn und Zweck meiner Reflexionen.

Wer sich von diesen “Satanischen Versen” im positiven Sinne angesprochen fühlt, oder gar eine gewisse “Seelenverwandtschaft” beim Lesen empfunden hat, wer weder die “Rache der Götter noch die ihrer Mullahs” fürchtet, der möge beginnen, ein wenig zu reflektieren und zu philosophieren, um dadurch am Bau unseres “neuen ethischen Hauses” mitzuwirken.

Bevor ich Sie mit ihren Gedanken allein lasse, noch ein letzter Satz, der in Anlehnung an einen Aphorismus von Arthur Schopenhauer entstand:

Das Leben schreit nach Wahrheit, der Lügen sind zuviel gewesen,
und die Zeit wird knapp: Sagen wir endlich die Wahrheit!

Ihr Stefan Bernhard Eck

Dr. Edmund Haferbeck: Fleisch verstößt gegen Grundgesetze

Sep 27th, 1993 | Eingestellt unter Autoren, Dr. Edmund Haferbeck

Laut Bundesverwaltungsgericht ist ein Verzicht auf Fleisch aus Gründen des Tierschutzes zumutbar.

Fleisch ist Mord. Ein griffiger Slogan der Tierrechtsbewegung.

Für die Tierbefreiung aktuell hat Edmund Haferbeck den Fleischkonsum unter juristischen Gesichtspunkten unter die Lupe genommen.

»Zwar mag Fleisch heute ein in unserer Gesellschaft allgemein übliches Nahrungsmittel sein. Der Verzicht auf dieses Nahrungsmittel stellt jedoch keine unzumutbare Beschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten dar. Diese an Art. 2 Abs.1 GG zu messende Erschwernis in der Gestaltung des Speiseplans ist aus Gründen des Tierschutzes zumutbar.«

(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15.6.1995, Az. 3 C 31.93)

»Auch ohne den vom Bundesverfassungsgericht vertretenen weiten Begriff der Religionsausübung einzuengen und nur die häusliche oder öffentliche Kommunikation der Glaubensinhalte hierunter zu verstehen – wozu das Schächten nicht gehören würde – (…) stellt somit § 4 a Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 Nr. 2 TierSchG im Hinblick auf Gläubige, die den Verzehr von Fleisch nicht geschächteter Tiere aus religiösen Gründen für verboten halten, keinen Eingriff in deren Grundrecht auf ungestörte Religionsausübung dar. Für diesen Personenkreis ist das Schächten von Tieren nicht Teil der Religionsausübung, sondern lediglich Bedingung für die Gewinnung eines nach ihren religiösen Begriffen einwandfreien – aber verzichtbaren – Nahrungsmittels (…). § 4 a Abs. 2 Nr. 2 TSchG betrifft in der hier einschlägigen zweiten Alternative daher nicht den Bereich der Religionsausübung, sondern lediglich den der Nahrungsaufnahme, und führt auch insoweit nicht mittelbar zu einem Zwang für den einzelnen Gläubigen, die religiösen Vorschriften zu mißachten, da zum einen der Import von Fleisch geschächteter Tiere möglich ist und zum anderen Fleisch kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung ist.

Vielmehr kann der Bedarf an Eiweiß auch durch pflanzliche Nahrung oder den Verzehr von Fisch gedeckt werden.«

(Urteil des Hamburgischen Oberverwaltungsgericht vom 14.9.1992, Az. OVG Bf III 42/90)

Diese rechtskräftigen Urteilspassagen fußen auf einer Klage einer Kantinenbetreiberin, die eine Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schlachten für Moslems gem. TSchG von Hamburger Behörden begehrte, die ihr – zu Recht – verweigert wurde.

Ungewöhnlich deutlich und sehr ausführlich fielen die höchstrichterlichen Urteile des OVG Hamburg und des BVerwG hierzu aus. Diese Urteile und die anstehende Novellierung des Tierschutzgesetzes waren Anlaß einer offiziellen Gesprächs- und Beratungsrunde mehrerer engagierter und aktiver Vertreter der Tierrechte und des Tierschutzes im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am 15.11.1996.

Diese Besprechung sowie die zu dieser Thematik erfolgten Statements, Artikeln und Abhandlungen, die teils von außerordentlicher fachlicher und juristischer Qualität allerdings ausschließlich von seiten des Tierschutzes sind ( hier u.a. Abhandlungen Dr. Hartingers, Herrn Dittmanns, Herrn Ulichs, Eheleute Gerlach u. des Arbeitskreises für Umweltschutz und Tierschutz, Herrn Wolf u. Frau Rodewald), konzentrieren sich in erster Linie auf § 4a TSchG i.V.m. Artikel 3 u. 4 GG (Gleichheit vor dem Gesetz u. Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit).

Hinweise erfolgen dann noch auf Artikel 1 u. 2 des Grundgesetzes (Menschenwürde, Grundrechtsbindung der stattlichen Gewalt und Handlungsfreiheit, Freiheit der Person). Auch haftet der Debatte eine Art Selbstverständlichkeit des Verzehrs von Tieren an, da – zu recht – Ausnahmegenehmigungen zum betäubungslosen Schlachten grund-, rechts- und verfassungswidrig sind (die hierzu noch anhängige Verfassungsbeschwerde gegen die Urteile des OVG Hamburg und des BVerwG Berlin wird nach meiner Auffassung die Ausführungen der Gerichte bestätigen), und zwar auch für BürgerInnen jüdischen Glaubens.

Das Schlachten an sich, wenn es mit Betäubung geschehe, und der Verzehr dieser Tierprodukte scheint man den BürgerInnen mosaischen und muslimischen Glaubens so selbstverständlich zuzubilligen wie den Christen und dem “Normalbürger” und der “Normalbürgerin”. Diesem “Lustanspruch” auf tierische Produkte, die durch Schlachtung und damit Tötung von Tieren (»Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.« § 1 TSchG v. 17.2.1993) einhergehen, hat die durch diese beiden Urteile repräsentierte höchstrichterliche Rechtsprechung eine klare Absage erteilt, ein Tatbestand, der bislang in seiner grundsätzlichen Bedeutung für die gesellschaftliche “Übereinkunft” des Verzehrs von “Normal”kost, zu der Fleisch und tierische Produkte insgesamt gehören, nicht erkannt worden ist und der in der Gesprächsrunde im Ministerium am 15.11.1996 durch Dr. Haferbeck verdeutlicht wurde.

Das Verfahren, welches durch die beiden Urteile umrahmt ist, entlarvt die Heuchelei besonders prinzipientreuer Bevölkerungsschichten bestimmten Glaubens und hält diese Heuchelei als Spiegelbild der Gesamtgesellschaft in Ableitung des Verhaltens dieser Glaubensgemeinschaften vor:

»Das Berufungsgericht hat nicht nur festgestellt, daß der Koran, auf den die Klägerin sich beruft, seinem Wortlaut nach kein generelles Betäubungsverbot enthält. Es hat darüber hinaus zahlreiche sachverständige Äußerungen islamischer und speziell auch sunnitischer Stellen herangezogen, die sämtlich in der Verneinung eines zwingenden Betäubungsverbots übereinstimmen. Schließlich hat es berücksichtigt, daß selbst das eigene Vorbringen der Klägerin und ihr tatsächliches Verhalten im Widerspruch zu dem behaupteten zwingenden Verbot stehen. Ihre Einlassung, daß den Moslems in der Diaspora der Genuß von Fleisch nicht geschächteter Tiere erlaubt sei, widerspricht der Annahme eines absoluten Betäubungsverbotes.«

(BVerwG, wie oben)

Weder geht es Teilen “religionsfester” Bevölkerungsschichten um den Anspruch des Verzehrs koscheren Fleisches, wobei Artikel 4 des Grundgesetzes überbemüht wird, um erhebliche Schmerzen und Leiden von Mitgeschöpfen in Kauf nehmen zu dürfen, noch geht es der Gesamtgesellschaft um “geregelte Abläufe” im Fleischerzeugungsprozeß. Allen geht es ausschließlich um im Strafgesetzbuch definierte niedere Beweggründe: die Lust und den Appetit auf Fleisch und andere tierische Produkte, egal, unter welchen Bedingungen sie erzeugt werden. Höchstrichterlich ist jedoch ausgeführt worden, daß Fleisch als Nahrungsmittel (in erweiterter Auslegung dieser Urteilsbegründungen können hier allgemein tierische Produkte insgesamt, für die Tiere sterben müssen, subsumiert werden, da u.a. auch Fischverzehr zur Deckung des Eiweißbedarfs durch den Begriff “oder” überflüssig ist) nicht notwendig und sogar “entbehrlich” sei. Diese Ausführungen hoher bundesdeutscher Gerichte, die sich aufgrund der Klage und des Prozeßstoffes allein zulässigerweise auf die Abwägungen bzgl. § 4a TSchG, Art. 1,2,3,4 GG bezogen haben, haben Auswirkungen in noch weit andere Bereiche. Zwar ist die Rechtsprechung in der Frage des Verfassungsrangs des Tierschutzes und damit der Tiere als Mitgeschöpfe nicht einheitlich, sogar großteils ablehnend bei Abwägung beispielsweise zu Artikel 5 Abs. 3 GG (Forschungsfreiheit, Stichwort: “Tierversuche”) und das Bestreben wichtiger Gruppierungen und Persönlichkeiten von herausragender Bedeutung, den Tierschutz in das Grundgesetz direkt aufzunehmen (hier u.a. hervorzuheben die richtungsweisenden Aktivitäten von Dr. v. Loeper), dennoch eröffnen die beiden Urteile weitergehende Schlußfolgerungen, ja sogar Verpflichtungen, denn: “Der Tierschutz findet in Art. 74 Nr. 20 GG Erwähnung; er gehört da-nach zu den Gegenständen der konkurrierenden Gesetzgebung. Bereits hieraus sowie aus der Entstehungsgeschichte dieser Kompetenznorm läßt sich der Verfassungsrang des Rechtsgutes Tierschutz herleiten. (…) Der ethisch ausgerichtete Tierschutz kann somit als ein mit Verfassungsrang ausgestattetes Schutzgut angesehen werden. (…) jedenfalls in Verbindung mit dem Grundrecht der Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG kommt dem Tierschutz Verfassungsrang zu”. (Urteil OVG Hamburg, wie oben). Unter Einbeziehung der Urteilsausführungen des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen v. 25.5.1992, “…, den Tierschutz als einen Gesetz gewordenen sittlichen Standard im Sinne eines an moralischen Anschauungen der Bevölkerung anknüpfenden Sittengesetzes, das nicht mit dem Sittengesetz in Art. 2 Abs. 1 GG identisch ist, und damit als geeignet anzusehen, auch vorbehaltlose Grundrechte einzuschränken,…”

(Az. 7 K 5738/91), muß geschlußfolgert werden, daß der Tierschutz, wenn er schon nicht gegen Art. 4 GG verstößt, auch nicht gegen Artikel 11 u. 12 GG (Freizügigkeit und Berufsfreiheit, Verbot der Zwangsarbeit) nicht nur nicht verstößt, sondern diese Grundrechte eben auch einschränken darf und muß.

Artikel 12 GG garantiert Berufsfreiheit und korrespondiert mit Artikel 2 GG mit der Handlungsfreiheit und Freiheit der Person. Hierauf fußen die verschiedenartigsten Berufe, Branchen, Institutionen und Produktherstellungen. Diese Grundrechte werden dann eingeschränkt, wenn “nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz” verstoßen wird. Gerade bei der Arbeitssicherung, der Gewerbeüberwachung, der Gefahrenabwehr, beim Umweltschutz, um nur einige mit dem “Komplex Tierschutz” verbundene Bereiche zu nennen, sind teils enorme, auch wenn nicht ausreichende Einschränkungen der grundgesetzlich garantierten “Freiheiten” vorgenommen worden, sogar Produktverbote sind erlassen worden in verfassungsrechtlich bestätigter Form.

Auch strafrechtlich werden berufliche Aktivitäten hunderttausender Menschen, darunter auch Amtspersonen, in ihre Schranken verwiesen bzw. als nicht mit dem Grund- und das Sittengesetz vereinbar erklärt. Wenn somit Produkte, die dadurch gegen die verfassungsmäßige Ordnung und die Sittengesetze verstoßen, weil sie ausschließlich durch erhebliche Schmerzen und Leiden und letztlich den Tod von im Verfassungsrang stehenden, bewußt lebenden und leidens und schmerzempfindlichen Mitgeschöpfen gewonnen werden können, von Menschen produziert werden, ist dies ein grundrechts- und verfassungswidriger Vorgang, der gerade auch gegen die höchstrichterliche Rechtsprechung verstößt.

Noch bedeutender wird durch die Herstellung von Fleisch- und tierischen Produkten durch die gegebenen Haltungs- und Tötungsmethoden die Grundrechtsverletzung gem. Art. 2 u. 11 GG dadurch, daß höchstrichterlich in den o.g. Urteilen Haltungs- und Tötungsmethoden die Grundrechtsverletzung gem. Art. 2 und 11 GG dadurch, daß höchstrichterlich in den o.g. Urteilen festgestellt worden ist, daß Fleisch nicht nur verzichtbar, sondern auch nicht notwendig zur Ernährung von Menschen ist. Die Gerichte bestätigen ausdrücklich, daß wegen der Schutzvorrichtungen für Tiere deshalb Grundgesetzverstöße nicht vorliegen. Die Fleischproduktion ist nicht nur mit wissenschaftlich längst erwiesenen erheblichen Leiden und Schmerzen und den Tod von jährlich Milliarden von Tieren verbunden, sie verursacht unmittelbar weitere erhebliche Nachteile, Schädigungen und Tod von Menschen, Schädigung der Volkswirtschaft, der Umwelt, Eingriffe in das Vermögen jeden Bürgers und jeder Bürgerin und die Gefährdung demokratischer und grundgesetzlich garantierter Demokratierechte, die in jedem Verursachungsfall bereits gegen das Grundgesetz der Handlungs- und Berufsfreiheit verstoßen und die wissenschaftlich und faktisch nachgewiesen sind:

  • Erkrankungen und Tod Tausender von Menschen durch Zivilisationskrankheiten (gepaart mit der toxischen Gesamtsituation, die sich teilweise aus den Emissionen der Massentierhaltung rekrutiert), Seuchen- und Krankheitserregerübertragungen durch die Intensivtierhaltung, jährlicher Aufwand zur Behandlung (nicht Heilung) der Krankheiten: zweistellige Milliardensummen
  • Großflächige Umweltzerstörungen mit jährlich zweistelligen Milliardenbelastungen für die Volkswirtschaft
  • erhebliche Umweltbelastungen durch Futtermitteltransporte
  • Millionen von Hungertoten in Drittländern durch Verfütterung von Pflanzen an Tiere zur Fleischproduktion in den Industrieländern
  • Gefährdung und Abbau demokratischer, dem Wohl der Allgemeinheit verpflichteter Gesellschafts- und Staatsstrukturen durch die auch im Agrarbusiness stattfindende Großkonzernbildung mit horizontalen und, wesentlich bedrohlicher, vertikalen Wirtschaftskonzentrationen (Stichwort: Regierungen und Behörden werden gekauft, Gesetzgebung und Genehmigungen werden mit wirtschaftlicher Macht gegen das Wohl der Allgemeinheit für die eigenen Interessen manipuliert)
  • Zerstörung bäuerlicher Strukturen, einhergehend mit immensen Arbeitsplatzverlusten
  • Verursachung von Milliarden DM- bzw. ECU Schäden durch Subventionsbetrügereien im Rahmen des Tierhandels und der hiermit einhergehenden Tiertransporte; diese und andere für diese Tierproduktion aufzuwendenden Milliarden-Beträge fehlen in anderen Haushaltsbereichen, soziale Bindungen brechen hierdurch auf, eine Gesellschaft wird “kalt”
  • Verschiebung des genetischen Variantenspektrums von “Nutz”tieren und zur Tierfütterung eingesetzten Pflanzen, welche zur genetischen Artverarmung führt

Somit ist die Tierproduktion mit allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nebenbereichen nicht nur aus ethischer und anthropozentrischer Sicht, sondern auch hinsichtlich der aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung und gemäß dem Grundgesetz rechtswidrig aufgrund der Schaffung eines Produktes, welches nur mit verfassungs- und grundrechtsverletzenden Methoden mit darüber hinaus erheblichen monetären und ideellen Schäden für das Zusammenleben demokratisch orientierter, dem Gemeinwohl verpflichteter Gesellschaften verbunden ist.

Daraus folgt unmittelbar, daß jegliche Gesetzlichkeiten, Richtlinien und Verordnungen, die die Produktion von Fleisch und – im erweiterten Auslegungstenor der o.g. Urteile – von tierischen Produkten unter den wissenschaftlich vollends nachgewiesenen schädigenden Folgen zum einen für die Mitgeschöpfe, zum anderen für die Um- u. Mitwelt, rechtswidrig sind, da sie gegen die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung verstoßen und gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes. Verschärfend kommt in dieser Abwägung hinzu, daß das Produkt neben seiner Schädlichkeit vollends überflüssig und entbehrlich ist. In der grundrechtlichen Abwägung begründet ein Lustgewinn zur Befriedigung von Appetit nach Fleisch und tierischen Produkten keine vom Tierschutzgesetz her begründbare Leiden, Qualen, Schmerzen und Tod, da dies als “vernünftiger Grund” nicht ausreicht. Dem widerspricht auch der mögliche Einwand nicht, daß auch in anderen Bereichen Grundrechtsverletzungen systematisch und wissentlich stattfinden, so z.B. durch unterlassene Regelungen im Umweltschutz bzw. die jüngsten Aufhebungen gesetzlicher Bedingungen zur Förderung umweltschädlicher Produkte bzw. Vorhaben (Stichwort: Immissionsschutzgesetz, Beschleunigungsgesetze). Hiergegen spricht der Grundsatz des nichtstatthaften Vergleichs im rechtswidrigen oder strafrechtlichem Bereich. Eine rechtswidrige und/oder strafbare Handlung darf nicht damit begründet und -schuldigt werden, weil in einem anderen Bereich ebenfalls ähnlich gelagerte Rechtswidrigkeiten und/oder Straftaten begangen und möglicherweise geduldet werden. Sind die bisher erlassenen Gesetze, Richtlinien, Verordnungen und Genehmigungsbescheide zur Ermöglichung der Produktion von Fleisch (die Produktion von Fellen, die Verbindungen mit dem Produktionsbereich Fleisch hat, verstößt ohne Widerspruch von Vertretern der Pelzbranche zumindest in unseren klimatischen Breitengraden gegen den vernünftigen Grund) im Rahmen der Berufsfreiheit grundrechtswidrig und sofort aufzuheben, stellt sich die Strafbarkeit der bestehenden behördlichen Regelungen im Rahmen des gewöhnlichen Strafgesetzbuches und der Amtspflicht. Nach der Rechtskraft der o.g. Urteile hätten von der Amtsseite her keine neuen Gesetzesvorstöße zur Verfestigung der Tierproduktion mehr vorgenommen werden dürfen, spätestens seit der Gesprächsrunde am 15.11.96 im Bonner Landwirtschaftsministerium nicht mehr. Der möglicherweise bemühte Straftatbestand des Verbotsirrtums (§§ 16, 17 StGB) kann von Betroffenenseite nicht mehr bemüht werden. Zukünftige Gesetzesvorlagen und behördliche Maßnahmen zur Verfestigung und Bestätigung von Tierproduktion an sich stellen somit Straftaten, mindestens im Rahmen der Beihilfe zu den §§ 324, 324a, 326, 327, 330 StGB dar. Nachhaltig zu unterstützen ist die Rechtsauffassung des Bundesverbandes beamteter Tierärzte, die im Hinblick auf Artikel 1 GG etwaige Genehmigungen und/oder Ermöglichung beispielsweise von Tiertransporten mit den allgemein bekannten tierquälerischen Auswüchsen für nicht mit der Menschenwürde vereinbar hält und somit strafbar ist:

“Nach Ansicht des OVG Hamburg komme dem Tierschutz in Verbindung mit der Menschenwürde Verfassungsrang zu. Die Grundlage der Menschenwürde sei u.a. die Fähigkeit, nach bestimmten Wertvorstellungen zu handeln und damit bewußt verantwortlich und fürsorglich mit anderen Mitgeschöpfen umzugehen. (…) In diesem Zusammenhang geht es hingegen nicht um die verfassungsrechtliche Einordnung des Tierschutzes als solchem, sondern um die Menschenwürde eines Beamten, von dem eine Tierquälerei fördernde und ermöglichende Handlung verlangt wird. (…) Staatliches Handeln, welches in Kenntnis einer bestimmten moralischen Überzeugung, den Einzelnen zwingt, gegen seine Überzeugung zu handeln, begründet einen Verstoß gegen die Menschenwürde.”

(Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle IV/96)

Ist die Sach- und Rechtslage bzgl. staatlichen Handelns für zukünftige (streng genommen bereits seit Rechtskraft des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 15.6.1995) Handlungen zur Ermöglichung der Tierproduktion klar, so ist die die Frage zum staatlichen Handeln bzgl. der bereits bestehenden, in der Vergangenheit erlassenen Handlungsvorschriften zu stellen. Fest steht, daß schon seit mindestens zwei Jahrzehnten die wissenschaftliche Basis nahezu ohne Irrtumswahrscheinlichkeit vorliegt, wonach zum einen die Überflüssigkeit und Entbehrlichkeit von Fleisch, ja geradezu die Vorteilhaftigkeit für die menschliche Gesundheit durch Nichtverzehr von Fleisch und tierischen Produkten, zum anderen die Folgen der Schädlichkeit der Fleischproduktion erwiesen sind. Jede Amtsperson, die nicht unverzüglich dazu beiträgt, die die Tierproduktion in der vorgenommenen Art ermöglichenden Gesetze, Verordnungen und/oder behördlichen Genehmigungen abzuschaffen bzw. aufzuheben, macht sich nicht nur grundrechtswidrigem Handeln schuldig, sondern durch Unterlassen mindestens gem. § 335 StGB strafbar. Zudem kommt hinzu, daß in diesem Bereich Gefahr im Verzuge ist, so daß staatliches Handeln im Wege des Sofortvollzuges gem. Verwaltungsverfahrensgesetz notwendig sein könnte, da tagtäglich Rechtswidrigkeiten mit erheblichen Schäden im Rahmen dieser Produktion begangen werden. Ein möglicherweise beanspruchtes Gewohnheitsrecht oder eine Rechtsicherheit können die betroffenen Tierproduzenten im Rahmen der Artikel 2, 11 u. 12 GG nicht für sich reklamieren, da ihre Tätigkeit grundrechtswidrig ist. Hinzu kommt, daß – dies trifft auch für die zuständigen Behörden zu – nach einheitlicher höchstrichterlicher Rechtsprechung Gewerbetreibende, im weiteren Sinn auch auf Landwirte übertragbar, verpflichtet sind, sich über die grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit bzw. ihrer Branche zu informieren und danach zu handeln.

Beispielhaft:

“Es gehört nämlich zu den Berufspflichten eines Gewerbetreibenden, sich über die einschlägigen Vorschriften zu unterrichten und auf dem Laufenden zu halten.”

(Beschluß des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 2.6.1987, Az. 3 Ob OWi 76/87)

Daß im Rahmen der Auslegung der Urteile des OVG Hamburg und des BVerwG Berlin tierschutzwidrige Handlungen gegen das Grundgesetz verstoßen, und zwar auch gegen Art. 2 u. 12 GG, ist seit Mitte 1995 bekannt. Für Übergangsmaßnahmen zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile war genügend Zeit. Auch der Fleischkonsument selbst sieht sich mit dem Tatbestand konfrontiert, ein für ihn selbst, für das Mitgeschöpf und für die Um- u. Mitwelt schädliches Produkt allein aufgrund seines Lustgewinns nachzufragen. Die soziale Marktwirtschaft, soweit sie noch besteht, wird durch das sich gegenseitig bedingende Konstrukt von Angebot und Nachfrage ausgefüllt. Somit beeinflußt (auch) seine Nachfrage die rechtswidrige und strafrechtlich relevante Fleischproduktion. Im Medienzeitalter gehört es zum Allgemeinwissen, unter welchen Bedingungen Fleisch produziert wird mit welchen Folgen (u.a. Filmberichte Manfred Karremanns). Ein Verbotsirrtum besteht nicht. Letztlich kann das historische oder religiöse Anrecht auf das Produkt Fleisch auch nicht aus den Überlieferungen der Christengeschichte, welche sich Bibel nennt, abgeleitet werden. Nachweislich sind Übersetzungsfehler geschehen, so daß Jesus nicht dazu aufgefordert hat, zu Feiertagen Tiere zu essen (z.B. Osterlamm), sondern vielmehr pflanzliche Gerichte bevorzugt hat. Das Christen und das Judentum (um sich auf diese Religionen zu beschränken) basiert auf Nächstenliebe, die sich auch auf das Tier erstreckt:

  • “Wer einen Ochsen schlachtet, ist eben als der einen Mann erschlüge” (Jesaja 66/3)
  • “hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.” (Genesis 1/29)
  • “sei freundlich und barmherzig zu allen Geschöpfen des Höchsten, die er in dieser Welt geschaffen hat. Schlage nie ein Tier oder sei die Ursache für Schmerzen für irgendein Tier” (Sefer Chasidim, Buch der Frommen)

Zusammenfassend ist zu sagen, daß

  • religiöse Gruppen mit ihrer Klage gegen die Versagung tierquälerischer Handlungen zur Fleischproduktion (Schächten) entgegen ihrer eigentlichen Motivation Grundsatzurteile hinsichtlich der Behandlung des Mitgeschöpfs Tier erwirkt haben, die die Tierrechte in das Grundgesetz eingebunden haben
  • höchstrichterlich festgestellt worden ist, daß das Produkt Fleisch – erweiternd tierische Produkte allgemein, die die Tötung der Tiere zur Voraussetzung haben – nicht notwendig und sogar entbehrlich ist, und daß der Fleischgenuß in der Gesellschaft zwar allgemein üblich ist, aber auf diesen keinen grundrechtlich verbürgten Anspruch hat. Damit ist die Fragestellung der Ausnahmegenehmigung gem. § 4a TSchG für jüdische Bevölkerungskreise obsolet, da ein grundgesetzlich garantiertes Anrecht auf Fleisch an sich in keiner Weise existiert
  • Heuchelei Antrieb des Handelns auch prinzipienfester Bevölkerungsteile beim Verzehr von Fleisch ist, sich sogar nur des Lustgewinns wegen über für sich selbst reklamierte strenge religiöse Vorschriften hinwegsetzt
  • der Tierschutz Verfassungsrang hat
  • in Ableitung der höchstrichterlichen Urteile das grundrechtlich garantierte Recht der Handlungs- (Art. 2 GG) und Berufsfreiheit (Art. 12 GG) auch seine Grenzen in tierschutzrechtlichen Rahmenbedingungen hat und die wissenschaftlich verfestigte Beweislage der praktizierten schädlichen Fleischproduktion neben Artikel 1 GG (Menschenwürde) gegen das Grundgesetz verstößt
  • der Gesetzgeber und Behörden verpflichtet sind, keine neuen die Fleischproduktion ermöglichenden Regelungen zu treffen, ansonsten gegen die Sittengesetze verstoßen und gegen das Grundgesetz und sich strafbar machen
  • der Gesetzgeber und Behörden verpflichtet sind, die bereits bestehenden Regelungen zur Ermöglichung der Fleischproduktion unverzüglich aufzuheben, ansonsten sie sich der Amtspflichtverletzung schuldig machen
  • der Fleischkonsument sich möglicherweise strafbar macht, wenn er weiterhin nach den höchstrichterlichen Urteilen das entbehrliche und schädliche Produkt Fleisch nachfragt, soweit es unter tierquälerischen, tierrechtswidrigen Umständen gewonnen wurde und soweit das Tier nur zu diesem Zweck getötet wurde.Â