Diese Webseite ist fĂĽr iPad und iPhone optimiert.

Gewohnheitsmäßige Gesetzesverstöße

Feb 10th, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

Extraordinary RenditionNeues von der Schröder-Fischer-Bande

Helmut F. Kaplan

Nach Frank-Walter Steinmeier im Falle Kurnaz hat es nun ein weiteres zwielichtiges Mitglied der Schröder-Fischer-Bande erwischt: Otto Schily im Falle el-Masri. Der weltanschaulich flexible Ex-Minister geriet ob seines Mauerns bei der Aufklärung dieses spektakulären CIA-Entführungsfalles in die Schusslinie. Das Erstaunliche an diesem Fall ist nicht das Verbrechen, das begangen wurde, sondern dass ernsthafte Bemühungen unternommen werden, es aufzuklären.

Was war geschehen? Entführungen sind bekanntlich verboten. Das hindert freilich den US-Geheimdienst nicht daran, weltweit Entführungs-Kommandos ausschwärmen zu lassen. Dummerweise ist ihnen mit der Verschleppung des Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri ein “Fehler“ unterlaufen – normalerweise kein Problem, da bei US-Entführungen traditionellerweise Wegsehen angesagt ist. Aber in diesem Falle war es eben anders: Sensationellerweise erließ das Münchner Amtsgericht gegen 13 mutmaßliche CIA-Mitarbeiter Haftbefehle wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung!

Gesetze gibt es, wie wir wissen, für und gegen vieles. Aber wenn “höhere“, nationale oder sonstige besondere Interessen im Spiele sind, werden sie einfach ignoriert. Auf verschiedenen Ebenen, insbesondere auf der politischen, gibt es stillschweigende Übereinkommen darüber, Gesetze einfach zu missachten. Und ein solches stillschweigendes Übereinkommen wurde hier einmal gebrochen – mit weitreichenden Folgen: In Europa werden die global agierenden amerikanischen Gesetzesbrecher so schnell wohl nicht mehr zuschlagen.

Und nun zur positiven Perspektive, die diese Geschichte für Tierrechte eröffnet: Auch zum Schutz von Tieren gibt es jede Menge Gesetze – etwa im Hinblick auf Aufzucht, Transport und Schlachtung. Nur eingehalten werden sie nicht! Und die Tierausbeutungs-Industrie kann sich darauf verlassen, dass die Einhaltung dieser Gesetze auch nicht ernsthaft gefordert wird. (Würden die Tierschutzgesetze ernst genommen, müssten beispielsweise augenblicklich alle Schlachthöfe geschlossen werden!)

Wohlgemerkt: Wir reden hier nicht davon, dass die Tierschutzgesetze absurd (Stichwort “vernünftiger Grund“) und unzureichend sind. Wir reden davon, dass selbst diese Gesetze nicht eingehalten werden. Allen Juristen, die hier Klagen einreichen wollen, eröffnet sich ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld!

Und die Chance, dass – wie im Falle el-Masri – doch einmal die Respektierung der Gesetze eingefordert wird, wird immer größer. Denn erstens steigt parallel zur Sensibilisierung für Menschenrechte auch die Sensibilisierung für Tierrechte. Und zweitens bedeutet dies, dass auch an den juristischen Schalthebeln immer mehr diesbezüglich sensibilisierte Menschen sitzen.

Schließlich besteht die Hoffnung, dass das Einklagen bestehender Gesetze einen Prozess in Gang setzt, der mittelfristig auch zur Veränderung dieser Gesetze führt. Und zwar dahingehend, dass die Tierschutzgesetzgebung endlich aufhört, eine Verhöhnung von Vernunft und Moral zu sein.

Copyright: Helmut F. Kaplan

Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier….

Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“.

Für Übersetzungen in andere Sprachen siehe evana.org: rechts oben Sprache anklicken, dann “Helmut Kaplan“ eingeben.

de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K…

———-

Dr. Helmut F. Kaplan (10.02.2007; 10:09 Uhr)

Uschi Obermaier, Gerhard Schröder und die Tierrechtsbewegung

Feb 3rd, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Die “68er-Ikone“ Uschi Obermaier (Kommune 1, Rainer Langhans) tingelt derzeit anlässlich eines neuen Filmes und Buches durch die deutschen Talkshows. Auf politischer Ebene beschäftigen momentan andere “68er“ die Medien: Jene Personen der rot-grünen Regierung Gerhard Schröders, die dafür verantwortlich sind, dass der in Deutschland geborene Murat Kurnaz jahrelang in der US-Folter-Hölle Guantanamo ausharren musste.

Sowohl Uschi Obermaiers penetrantes Geschwafel als auch die gewissenlose Politik der Schröder-Regierung widersprechen auf spektakuläre Weise dem positiven 68er-Image: Obermaier ist um keinen Deut weniger oberflächlich, platt und peinlich als ihre heutigen Kolleginnen von der Tratsch-Front. Und die rot-grüne Politik im Falle Kurnaz war um keinen Deut weniger zynisch als der Cowboy-Kurs des Rechtsaußen Bush.

Selbstverständlich wäre es völlig verfehlt, die gesellschaftspolitische Bedeutung der 68er-Bewegung an solchen Schießbudenfiguren wie Obermaier und Schröder bemessen zu wollen. Insbesondere im Falle Schröder, dessen Dreistigkeit (“lupenreiner Demokrat“) und Charakterlosigkeit (Gasprom) nur durch seine Lächerlichkeit (Selbstinszenierungen) übertroffen werden, wäre das ungerecht.

Die unbestreitbaren positiven 68er-Impulse in Richtung Egalisierung, Liberalisierung und Ökologisierung der Gesellschaft werden durch Minusvarianten wie Obermaier und Schröder letztlich nicht berührt – womit wir bei einer positiven Perspektive auch für Tierrechte wären: Selbst die peinlichsten und unfähigsten (Schein-)Vertreter der Tierrechtsbewegung werden, so unangenehm sie sind, die positiven Impulse in Richtung Befreiung der Tiere langfristig nicht gefährden!

Copyright: Helmut F. Kaplan

Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier…

Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K…

———-

Dr. Helmut F. Kaplan (03.02.2007; 05:24 Uhr)

Internationaler Holocaust-Gedenktag 2007

Jan 28th, 2007 | Eingestellt unter Kompendium
Holocaust einst und jetzt: Ein wichtiger Unterschied

Helmut F. Kaplan

Ich bin seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Verfechter des Holocaust-Vergleiches, also eines Vergleiches dessen, was die Nazis Juden und anderen Menschen angetan haben, mit dem, was die Menschen heute Tieren antun. Ich möchte meine Position heute präzisieren und relativieren.

Zur Präzisierung: Ich möchte klarstellen, dass man selbstverständlich im Hinblick auf die Angemessenheit dieses Vergleiches unterschiedlicher Meinung sein kann, und zwar aus einem ganz trivialen Grund: Da es sich eben um einen Vergleich und nicht um eine Gleichsetzung handelt, gibt es bei den verglichenen Dingen, wie bei jedem Vergleich, Aspekte, die übereinstimmen, und Aspekte, die nicht übereinstimmen. Es gibt Parallelen und Unterschiede.

Daher ist es auch bei jedem Vergleich legitim, darüber diskutieren, ob nun die Gemeinsamkeiten oder die Unterschiede überwiegen bzw. welchen Stellenwert die einzelnen Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben. Völlig irrational und inakzeptabel ist es aber, bestimmte Vergleiche von vornherein und prinzipiell abzulehnen oder gar verbieten zu wollen!

Meine Position in Bezug auf den Holocaust-Vergleich ist nun eben: Dieser Vergleich ist aufgrund der vielen frappierenden und fundamentalen Parallelen zwischen dem, was die Nazis Juden und anderen angetan haben, und dem, was wir heute Tieren antun, nicht nur legitim, sondern sogar äußerst erhellend.

Nun zur angekündigten Relativierung meiner Position: Neulich sah ich in der Zeitung ein drolliges Bild eines Eisbären, der gerade von einer Scholle zur anderen springt. Dazu der Text:

“Jagdsaison eröffnet: Das Umweltministerium der nordkanadischen Provinz Nunavut hat die Abschussquote für Eisbären in der kommenden Saison von 403 auf 518 Tiere erhöht. Das sind gleich um 115 Bären mehr als sonst. Nunavut-Umweltminister Olayuk Agesuk rechtfertigt die Erhöhung der Quote mit der seit 1997 um rund 20 Prozent gestiegenen Population.“

Da wird mir augenblicklich ein großer UNTERSCHIED zwischen dem Holocaust an Menschen und dem Holocaust an Tieren bewusst: Was die Bevölkerung seinerzeit von den KZs wusste, lässt sich heute mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Absolut sicher aber ist, dass der HEUTIGE Holocaust an Tieren allgemein bekannt ist – weil er tagtäglich annonciert wird: In der Zeitung stehen die genehmigten Abschusszahlen für Jäger, die Kapazitäten von Schlachthäusern, die Zahl der “verbrauchten“ Versuchstiere usw. Und im Fernsehen gibt es dazu laufend die entsprechenden Reportagen und Dokumentationen.

Es gibt also IN DER TAT einen bedeutsamen Unterschied zwischen dem Holocaust an Menschen und dem Holocaust an Tieren, und zwar im Hinblick auf die Rolle der Bevölkerung: Heute wissen alle darüber Bescheid, was in Tierfabriken, auf Tiertransporten und hinter Schlachthof- und Labormauern passiert! Und die Menschen wissen das nicht erst seit heute, sondern seit Jahrzehnten. Und seit Jahrzehnten hat sich an diesem ununterbrochenen, Tag und Nacht weltweit praktizierten Holocaust gegenüber Tieren nichts Substantielles geändert. Es gab und gibt keinen allgemeinen Aufschrei, es gab und gibt keine große Empörung und es gab und gibt keinen nennenswerten Widerstand. Der Holocaust an Tieren ist seit Jahrzehnten bekannt und wird seit Jahrzehnten akzeptiert.

Also muss man sagen, dass es zwischen dem seinerzeitigen Holocaust gegenüber Menschen und dem gegenwärtigen Holocaust gegenüber Tieren WIRKLICH einen wichtigen Unterschied gibt: Die heutigen Menschen wissen über die permanenten Massaker in den KZs genau Bescheid und nehmen diese nicht nur billigend in Kauf, sondern sind dafür, zum Beispiel als Fleischesser, auch direkt verantwortlich.

Copyright: Helmut F. Kaplan

Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier…

Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K…

———-

Dr. Helmut F. Kaplan (28.01.2007; 06:29 Uhr)

Todesurteil Spezies

Jan 28th, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Tendenzielle Gleichsetzungen von Tiermord und Menschenmord sind ja erfreulicherweise keine allzu große Seltenheit mehr. Man denke etwa an Isaac Bashevis Singers berühmtes Diktum “Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi. Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka.“

Freilich ist meist gleich jemand zur Stelle, um uns über einen wichtigen Unterschied zwischen dem Umbringen von Menschen und dem Umbringen von Tieren zu belehren. Großer Beliebtheit erfreut sich der Hinweis: Der Terminus “Mord“ beziehe sich doch ausschließlich auf das Töten von MENSCHEN.

Als ob der sprachliche Ausdruck eines Vorurteils (“Mord“ nur Menschen) ein glaubwürdiger Beleg für die Richtigkeit eben dieses Vorurteils (das Töten von Menschen sei viel schlimmer als das Töten von Tieren) sein könnte! Worum es geht, ist selbstverständlich die Ähnlichkeit in der Sache und die daraus resultierende ähnliche Bewertung: “Der Tag wird kommen, an dem das Töten eines Tieres genauso als Verbrechen betrachtet werden wird wie das Töten eines Menschen.“ (Leonardo da Vinci)

Vergleiche aus Tätersicht sind eher selten – aber dafür umso überzeugender! So äußerte sich Staatsanwalt Muntkith al-Farun wie folgt über die Hinrichtung Saddam Husseins (Der Spiegel, 2, 2007): “Obwohl ich im Prozess Saddams Gegner war, habe ich mich bei der Hinrichtung korrekt verhalten. Es ist wie nach einer Jagd: Zuerst stellt man dem Tier nach, doch wenn man der Beute dann in die Augen blickt, empfindet man letztlich Mitleid.“

Das Eingeständnis dieser Parallele ist beeindruckend. Noch bedeutsamer ist freilich der Unterschied zwischen menschlichen Todeskandidaten und tierlichen Todeskandidaten: Erstere werden schwerster Verbrechen beschuldigt, während das “Verbrechen“ der Tiere einzig darin besteht, keine Menschen zu sein.

Copyright: Helmut F. Kaplan
Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier…
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K…

—————

Dr. Helmut F. Kaplan (27.01.2007; 11:37 Uhr)

Stoibers Vermächtnis

Jan 19th, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

In den letzten Tagen musste ich bei den Nachrichten immer wieder an die Tierrechtsbewegung denken! Warum? Weil das unwürdige Schauspiel um den verwirrten Sesselkleber Stoiber exakt dem entspricht, was in der Tierrechtsbewegung an der Tagesordnung ist: Intrigen, Eitelkeit, Ehrgeiz – krankhafter, krankmachender Ehrgeiz. Wie viel Energie für Tiere doch dadurch verloren geht, dass Aktivisten auf Biegen oder Brechen prominent, Präsident, Pionier oder sonst was werden wollen!

Nun könnte man einwenden: Wofür soll eine solche Feststellung gut sein? Nach außen schadet sie, nach innen nützt sie nichts. Vielleicht lässt sich aus der traurigen Diagnose aber doch eine Lehre ziehen:

Wer seine Energie darauf konzentriert, eine bestimmte Rolle im Tierrechts-Establishment einzunehmen (um – hoffentlich – damit etwas für Tiere erreichen zu wollen), dessen Ziel geht im Intrigen- und Eitelkeitsgewusel leicht unter. Wem es aber gelingt, ein paar Menschen davon zu überzeugen, dass es bei Tierrechten um eine fundamentale Frage von Moral und Gerechtigkeit geht, der setzt etwas in Gang, das sicher weiterwirken wird.

Copyright: Helmut F. Kaplan
Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier….
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K…

—————

Dr. Helmut F. Kaplan (19.01.2007; 08:05 Uhr)

Land der Köche und Esser

Jan 14th, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

ReconciliationEs gibt eine gesellschaftliche Entwicklung, die ich nur mehr mit Entsetzen verfolge: Essen ist zu so etwas wie einem, wenn nicht gar zu DEM Kultur-Kriterium geworden. So heißt es etwa in einem sechsseitigen (!) Spiegel-Bericht (“Das riecht ja wieder wunderbar“) (48, 2006):

“Der Soziologe Meinhard Miegel hat die gehobenen Restaurants auf dieselbe Stufe gehoben wie Theater und Kunst und die These aufgestellt, dass jemand, der Geld hat und nicht gut essen geht, sich asozial verhalte.“

Und Star-Koch Johann Lafer meint: “Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist.“ Frage an Lafer: “Sie kämpfen seit Jahren gegen den kulinarischen Kulturverfall. Das hat Ihnen Erfolg gebracht, aber die Verhältnisse nicht verändert. Schmerzt Sie das?“ Antwort: “( … ) Ich kenne hier … eine Dame, die ist über achtzig, die stellt sich wirklich jeden Tag mittags hin, kocht für sich, deckt sich den Tisch – da kann ich nur sagen: Respekt! Das ist eine großartige Leistung, das ist Kultur, die man bewundern muss! Und was sagt diese Dame? Ganz einfach, sie sagt: «Ich brauche das.» Punkt. Sie hat ihre Prioritäten gesetzt und zieht ihre Konsequenzen. ( … )“

Was hier nur zwischen den Zeilen steht, spricht Wolfram Siebeck an anderer Stelle (“Vorsicht, Schlaraffenland!“, Die Zeit, 1, 2005) deutlich aus: Kern des drohenden Kulturverfalls sei der Vegetarismus, also der Verzicht aufs Morden fürs Essen:

“Wirklich erstaunlich ist, dass unsere Gastronomie ein nie da gewesenes Niveau erreicht hat. Es ist kaum zu glauben: ein Volk, das aus Angst vor Seuchen und Bakterien fast zu Vegetariern geworden … ist, dass diese kleinbürgerlichen Kostverächter hingehen und es rund zweihundert Restaurants ermöglichen, weltweit eine Spitzenstellung einzunehmen.“

Also: Vom Land der Dichter und Denker zum Land der Köche und Esser. Wir können wahrlich stolz sein!

Copyright: Helmut F. Kaplan
Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier…
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. de.wikipedia.org/wiki/Helmut_K…

—————

Dr. Helmut F. Kaplan (14.01.2007; 06:39 Uhr)

Interview im Neuen Deutschland

Jan 5th, 2007 | Eingestellt unter Dr. Helmut F. Kaplan, Interviews

Helmut F. Kaplan

In der Wochenendausgabe des “Neuen Deutschland“ (06.01.2007) wird ein ganzseitiges Interview mit mir abgedruckt werden. In dieser Zeitung erschienen übrigens bereits öfter tierrechtsrelevante bzw. -freundliche Beiträge.

Man könnte meinen, dies sei bei einer “linken“ Zeitung nicht besonders verwunderlich, weil “Linke“ eben prinzipiell gegen Ausbeutung und Unterdrückung seien. In Bezug auf Tiere trifft dies aber leider überhaupt nicht zu. Im Gegenteil: Gerade “linke“ Blätter agieren oft besonders tierfeindlich und speziesistisch – sehr gerne mit dem Parade-Pseudo-Progressiv-Seufzer: “Bei uns werden die Hunde besser behandelt als die Kinder!“

Umso erfreulicher, dass im “Neuen Deutschland“ Tiere und deren Rechte öfter Beachtung finden. Dies sollte der Zeitung, denke ich, auch mitgeteilt werden.

Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier….
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. www.tierrechte-kaplan.org/

—————

Dr. Helmut F. Kaplan (05.01.2007; 05:58 Uhr)

Trost für Tierrechtler?

Jan 4th, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Wir Tierrechtler neigen ja dazu zu verzweifeln – darüber, dass den Menschen die Tiere so wenig am Herzen liegen. Das einzige, was den Menschen wirklich am Herzen zu liegen scheint, ist ihr Magen, genauer: das Bestreben, diesen mit möglichst vielen möglichst wohlschmeckenden Dingen zu füllen.

Die alljährliche idiotische Silvester-Kracherei mag da etwas Trost spenden, zeigt sie doch, dass den Menschen nicht nur die Tiere, sondern auch ihre Mitmenschen nicht sonderlich am Herzen liegen: Anstatt das Geld, wie jährlich vorgeschlagen, für Arme und Verhungernde zu spenden, zieht man es vor, sich mit Knallkörpern wechselseitig der eigenen Hohlköpfigkeit zu versichern.

Aber trotz dieser relativen Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen hat es in den letzten Jahrzehnten – und das ist das Tröstliche – einen bemerkenswerten kulturellen Fortschritt im Hinblick auf Menschenrechte gegeben: Verurteilung von Rassismus und Sexismus, Verbot der Folter, Abschaffung der Todesstrafe usw. Solche kollektiven Kulturfortschritte funktionieren offenkundig auch ohne “persönliches Einverständnis“ derer, die sie (auch) betreffen und die sie mittragen (müssen).

Wie bedeutsam dieser Fortschritt ist, wird deutlich beim Blick ins Steinzeit-Freilicht-Museum USA. Und selbst dort ist man im Begriffe, Museumsdirektor Bush mit Schimpf und Schande aus dem Amt zu jagen.

Hinzu kommt: Der Fortschritt in Bezug auf Menschenrechte trägt in sich die Tendenz zur Stärkung von Tierrechten. Denn die ethische Einheit von Menschen- und Tierrechten – Rassismus, Sexismus und Speziesismus befinden sich auf gleicher ethischer Ebene – lässt sich politisch auf Dauer nicht trennen.

Copyright: Helmut F. Kaplan
Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier….
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. www.tierrechte-kaplan.org/

Singer bei Maischberger

Jan 3rd, 2007 | Eingestellt unter Kompendium

SingerHelmut F. Kaplan

Am 2. Jänner 2007 war Peter Singer zu Gast in der Sendung “Menschen bei Maischberger“. Thema: “Wer hat ein Recht auf Leben?“ In einem solchen Rahmen konnte Singer naturgemäß sein letztlich doch recht komplexes ethisches Konzept (insbesondere das Person-Kriterium samt seinen biologischen, medizinischen, ethischen und sozialen Implikationen) nicht hinreichend vermitteln.

Aber einmal mehr zeigte sich, dass es darauf auch gar nicht so sehr ankommt. Entscheidend sind vielmehr die Fragen, die er stellt, die Widersprüche, die er aufzeigt, und die Verunsicherung, die er auslöst. Denn dies führt mittel- und langfristig zu einer Rationalisierung – im Sinne von Rational-Machen – unseres moralischen Denkens und Handelns.

Eine solche Rationalisierung hat übrigens bereits in nicht geringem Maße stattgefunden (etwa im Hinblick auf das Potentialitätsargument im Zusammenhang mit Stammzellenforschung und Präimplantationsdiagnostik) – was Singers Gegner freilich kaum bemerken, geschweige denn zugeben würden.

Rationalisierung der Moral – davon profitieren naturgemäß diejenigen am meisten, deren moralische Bewertung und Behandlung derzeit am irrationalsten ist: die Tiere! Vor dem Hintergrund der biologischen Fakten (Darwin!) bedeutet jede ethische Entwicklung in Richtung Rationalität einen Fortschritt für die Tiere!

Copyright: Helmut F. Kaplan
Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier….
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. www.tierrechte-kaplan.org/

—————

Dr. Helmut F. Kaplan (03.01.2007; 06:54 Uhr)

Guter Vorsatz oder vorsätzliche Tötung?

Dez 31st, 2006 | Eingestellt unter Kompendium

Helmut F. Kaplan

Gerade zu den Festtagen ist die Obszönität besonders drastisch: Die Menschen feiern pausenlos, und die Schlachthäuser, in denen die Tiere FÜR diese Feiern getötet werden, befinden sich in unmittelbarer Nähe. Feiern und Morden – eine untrennbare Einheit.

Und dieser Zusammenhang MUSS immer mehr Menschen immer mehr bewusst werden – durch die allgegenwärtige aufdringliche und perverse Werbung von Handel und Gastronomie. Ein geradezu klassischer Fall frevelhafter Unmoral!

Aber Silvester ist auch die beste Zeit für gute Vorsätze. Wie wäre es mit dem Vorsatz, künftig ohne Morden zu feiern?

Copyright: Helmut F. Kaplan
Neue Liste “Tierrechte jetzt“ de.groups.yahoo.com/group/Tier…
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an mit dem Betreff “Bitte einladen“. www.tierrechte-kaplan.org/

—————

Dr. Helmut F. Kaplan (31.12.2006; 04:27 Uhr)