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	<title>Fellbeisser Tierrechtsautoren &#187; Dr. Helmut F. Kaplan</title>
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	<description>Autorenbeiträge zu Tierrechte und Tierschutz</description>
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		<title>„Holocaust-Vergleich wird immer wichtiger“</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 20:07:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
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		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/holocaust-vergleich-wird-immer-wichtiger"><img align="left" hspace="5" width="90" src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=www.tierrechte-kaplan.org" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Yahoo News" title="" /></a>Interview mit Dr. Helmut F. Kaplan Interview von www.fahnentraeger.com mit Helmut F. Kaplan. Hinweis: Das Interview wird auch in der Zeitschrift „Umwelt &#038; Aktiv“ abgedruckt. Dr. Helmut Friedrich Kaplan ist wohl der bekannteste Vordenker und Verfechter der Tierrechtsethik im deutschsprachigen Raum. Er wurde am 13. Oktober 1952 in Salzburg geboren, wo er auch heute noch [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=www.tierrechte-kaplan.org" hspace="10" align="right" alt="Yahoo News" /><strong>Interview mit Dr. <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a><br />
</strong></p>
<p>Interview von <a href="http://www.fahnentraeger.com" title="http://www.fahnentraeger.com" class="autohyperlink" target="_blank">www.fahnentraeger.com</a> mit Helmut F. Kaplan.</p>
<p>Hinweis: Das Interview wird auch in der Zeitschrift „Umwelt &#038; Aktiv“ abgedruckt.</p>
<p>Dr. Helmut Friedrich Kaplan ist wohl der bekannteste Vordenker und Verfechter der Tierrechtsethik im deutschsprachigen Raum. Er wurde am 13. Oktober 1952 in Salzburg geboren, wo er auch heute noch lebt. 1982 schloss er sein Studium der Psychologie an der Universit&#228;t Salzburg mit einer Promotion ab. Sein anschlie&#223;endes Philosophie-Studium beendete er mit einer Magisterarbeit &#252;ber Peter Singer, einen der Mitbegr&#252;nder der modernen Tierrechtsphilosophie. Er ist Autor mehrerer B&#252;cher, u.a.: „Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung“, „Tierrechte – Die Moral einer Befreiungsbewegung“, „Der Verrat des Menschen an den Tieren“ und „Freude sch&#246;ner G&#246;tterfunken – Gl&#252;ck zwischen Schmerz und Leid“. Dar&#252;ber hinaus verfasste er zahlreiche Zeitschriftenbeitr&#228;ge und sonstige Aufs&#228;tze zum Thema Tierrechte, die teilweise auch auf seiner Internet-Seite <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a> einzusehen sind. Er h&#228;lt regelm&#228;&#223;ig Vortr&#228;ge und ist ein h&#228;ufiger Gast in Fernseh- und Rundfunksendungen, Talkshows und sonstigen Diskussionsrunden.</p>
<p><strong>Frage 1:</strong> Herr Kaplan, sofern wir es in der kurzen Einleitung noch nicht vorweg genommen haben, erz&#228;hlen Sie unseren Lesern doch bitte ein wenig &#252;ber Ihre Person und Ihren bisherigen Werdegang. Gab bzw. gibt es in Ihrem Leben Menschen, die Sie in Ihrer Entwicklung – speziell in Bezug auf die Tierrechtsethik – besonders gepr&#228;gt und beeinflusst haben, die vielleicht sogar Vorbilder f&#252;r Sie sind?</p>
<p>Ich arbeite seit etwa 1987 publizistisch und philosophisch in der Tierrechtsbewegung. Dabei ging es mir von Anfang an mehr darum, vorhandene Konzepte zu vermitteln bzw. nutzbar zu machen, als diese zu verfeinern oder neue zu schaffen. Besonders fruchtbar finde ich Peter Singers Gleichheitsprinzip, Tom Regans Rechte-Ansatz &#8211; quasi als „Gegengift“ zu Singers utilitaristischer Argumentationsschiene &#8211; und Schopenhauers Mitleidethik.</p>
<p><strong>Frage 2:</strong> Bitte erl&#228;utern Sie unseren Lesern in ein paar S&#228;tzen den Grundgedanken der Tierrechtsethik. Welche Philosophie steckt dahinter?</p>
<p>Der meines Erachtens plausibelste Ausgangspunkt ist das Gleichheitsprinzip: Wo Menschen und Tiere &#228;hnliche Interessen haben, da sollen diese &#228;hnlichen Interessen auch moralisch gleich ernstgenommen werden: Weil ALLE MENSCHEN ein Interesse an angemessener Nahrung und Unterkunft haben, sollen wir dieses Interesse auch bei allen Menschen gleich ber&#252;cksichtigen &#8211; und d&#252;rfen nicht willk&#252;rliche Diskriminierungen aufgrund der Rassen- oder Geschlechtszugeh&#246;rigkeit vornehmen. Und weil SOWOHL MENSCHEN ALS AUCH TIERE leidensf&#228;hig sind, sollen wir das Interesse, nicht zu leiden, bei Menschen und Tieren gleich ber&#252;cksichtigen &#8211; und d&#252;rfen nicht willk&#252;rliche Diskriminierungen aufgrund der Spezieszugeh&#246;rigkeit vornehmen. So gesehen sind Rassismus, Sexismus und Speziesismus gleicherma&#223;en Verst&#246;&#223;e gegen das Gleichheitsprinzip &#8211; weil sie gleiche Interessen weniger ber&#252;cksichtigen, wenn ein Wesen die „falsche“ Hautfarbe oder das „falsche“ Geschlecht hat oder wenn es der „falschen“ Spezies angeh&#246;rt.</p>
<p><strong>Frage 3:</strong> Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es den Begriff der „Tierrechte“ noch nicht einmal. Mittlerweile hat sich sogar – zumindest dem Namen nach – eine entsprechende Bewegung gebildet, die sich die Verbreitung und Manifestierung dieser Philosophie auf die Fahnen geschrieben hat. Wie sch&#228;tzen Sie die aktuelle Situation und die Zukunftsaussichten der heutigen Tierrechtsbewegung ein?</p>
<p>Konkrete Zahlen &#252;ber die Fleischproduktion der letzten Jahrzehnte in Regionen, in denen die Tierrechtsbewegung pr&#228;sent war, zum Beispiel in Deutschland oder Europa, w&#228;ren eine objektive Basis f&#252;r die Bewertung des Erfolges der Tierrechtsbewegung. Leider sind solche Daten offenkundig schwer zu bekommen.  Also bin ich auf die Beobachtung gesellschaftlicher Trends, wie sie sich in den Medien niederschlagen, angewiesen. Und da ist die Diagnose alles andere als erfreulich. Nach einer Erfolgskurve der Bewegung bis etwa Mitte der 1990er Jahre gibt es tendenziell einen negativen Trend. Beispielsweise wird die Fleischwerbung seit langer Zeit sukzessive immer aggressiver, zynischer, ja nicht selten geradezu sadistisch.<br />
In der „Zeit“ hat Wolfram Siebeck gerade eine ganze Serie &#252;ber die „neue Lust auf Fleisch“ abgeschlossen. Die Liste lie&#223;e sich leider leicht verl&#228;ngern.</p>
<p><strong>Frage 4:</strong> In einem fr&#252;heren Interview mit der Zeitschrift „Ursache und Wirkung“ beklagten Sie, dass die heutige Tierrechtsbewegung „leider zu einem Sammelbecken f&#252;r Idioten geworden“ ist. Was bringt Sie zu dieser Einsch&#228;tzung?</p>
<p>Ich wollte zu diesem Thema eigentlich nichts mehr sagen. Aber kurz: Die Tierrechtsbewegung &#252;bt &#8211; aus welchen Gr&#252;nden immer &#8211; offenkundig auf Profilneurotiker eine magische Anziehung aus. Au&#223;erdem grassiert in der Tierrechtsbewegung eine vollkommen irrationale bzw. sachlich absurde Intoleranz: Leute werden ausgegrenzt, weil sie beispielsweise zu links oder zu rechts oder zu religi&#246;s oder zu kapitalismusfreundlich usw. sind. Bei diesen Selbstzerfleischungstendenzen hat die Fleischindustrie nat&#252;rlich leichtes Spiel. </p>
<p><strong>Frage 5:</strong> Ihre Tochter ist ebenfalls in der Tierrechtsbewegung aktiv – der Apfel f&#228;llt also offensichtlich nicht weit vom Stamm. Wie haben Sie pers&#246;nlich Ihrer Tochter die Tierrechtsethik vermittelt bzw. wie haben Sie sie von der Richtigkeit dieser Philosophie &#252;berzeugt? Welche Vorgehensweise erachten Sie als sinnvoll und effektiv, um Au&#223;enstehende f&#252;r das Thema zu sensibilisieren – Zuckerbrot oder Peitsche, Brechstange oder Engelsgeduld?</p>
<p>Bei meinen Kindern bedurfte es keiner besonderen Strategien, die hatten nie das Bed&#252;rfnis, Fleisch zu essen. Bez&#252;glich der allgemein sinnvollen Vorgangsweise gibt es ein gro&#223;es Problem: Die Fleischproduktion ist ein legalisierter Massenmord, der von allen relevanten Teilen der Gesellschaft geduldet oder gef&#246;rdert wird. Bliebe also der moralische Hebel. Erkennt man aber, da&#223; sich die Menschen auch untereinander nur deshalb halbwegs zivilisiert auff&#252;hren, weil sie Strafen und Gef&#228;ngnis f&#252;rchten, wird das Bild schon tr&#252;ber. Und die Klima-Debatte hat f&#252;r eine weitere Desillusionierung gesorgt: Selbst egoistische Argumente k&#246;nnen die Menschen kaum zum Fleischverzicht motivieren. Was bleibt, ist der Appell an Konsequenz und Mitgef&#252;hl: Nicht allen Menschen ist es egal, wenn sie ethischer Inkonsequenz &#252;berf&#252;hrt werden, z. B. einem Schwein zumuten, was sie ihrem Hund nie zumuten w&#252;rden &#8211; obwohl sich beide Tiere in bezug auf alle moralisch relevanten Merkmale gleichen. Und nicht alle Menschen l&#228;&#223;t das Leiden, das sie verursachen, v&#246;llig kalt, wenn sie unmittelbar damit konfrontiert werden.</p>
<p><strong>Frage 6:</strong> Was muss Ihrer Meinung nach geschehen, damit die Tierrechtsethik in absehbarer Zeit gesellschaftlich mehrheitsf&#228;hig wird?</p>
<p>Ein Wunder. Denn die Vorstellung, da&#223; sich die Befreiung der Tiere analog der Befreiung der Sklaven und der Emanzipation der Frauen vollziehen werde, es also quasi eine logische historisch-ethische Linie der &#220;berwindung von Rassismus, Sexismus und Speziesismus gebe, hat sich als falsch erwiesen. Zwei Denkfehler bzw. zuwenig ber&#252;cksichtigte Faktoren waren: An der &#220;berwindung rassistischer und sexistischer Diskriminierung konnten die Diskriminierten selber mitwirken und die &#220;berwindung dieser Diskriminierungen war teilweise auch im Interesse der Unterdr&#252;cker.</p>
<p><strong>Frage 7:</strong> Zur&#252;ck zu Ihrer Person, Herr Kaplan. Die Ihren zahlreichen Ver&#246;ffentlichungen zugrunde liegende Philosophie in Bezug auf das Verh&#228;ltnis zwischen Menschen und anderen Lebewesen weist unverkennbare Parallelen zu den ethischen Standpunkten Arthur Schopenhauers auf. Dieser vertrat bekanntlich die Ansicht, dass Mitleid – also die Erkenntnis des eigenen Selbst im Anderen – ein zentraler Grundpfeiler menschlicher Ethik und die Voraussetzung zur &#220;berwindung egoistischer Motive sei, wobei er ausdr&#252;cklich auch die Tiere als moralisch relevante Objekte mit einbezog. Entspricht dies auch Ihrer grunds&#228;tzlichen &#220;berzeugung?</p>
<p>Ja, Schopenhauer hat zu Recht Mitleid als Grundlage der Moral und als Triebfeder moralischen Handelns bezeichnet. Ein entscheidender Aspekt wird ja meist &#252;bersehen: Ethische Einsicht alleine bewirkt noch gar nichts! Immer wieder h&#246;re ich beispielsweise: „Ich sehe die ethischen Argumente f&#252;r den Vegetarismus ja alle ein, aber ich esse dennoch weiter Fleisch &#8211; weil es mir eben schmeckt.“ Den wichtigsten Impuls, ethische Einsicht in praktisches Handeln umzusetzen, liefert wohl das Mitleid.</p>
<p><strong>Frage 8:</strong> Leider untergr&#228;bt der menschliche Egoismus nicht selten die Moral und ist damit letzten Endes die Ursache f&#252;r viele der schwerwiegendsten Probleme auf diesem Planeten. Sie selbst bezeichneten den herrschenden Kapitalismus einmal als „institutionalisierte Egoismusf&#246;rderung“ und die „ethisch widerw&#228;rtigste Gesellschaftsform“. Wie kommen Sie zu dieser Erkenntnis? Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem Ph&#228;nomen des Kapitalismus und der Tierrechtsproblematik?</p>
<p>Nun, ich will mich nicht zum Wirtschaftphilosophen aufschwingen, aber „institutionalisierte Egoismusf&#246;rderung“ benennt schon einen wesentlichen Punkt: Der sowieso allgegenw&#228;rtige menschliche Egoismus ist beim Kapitalismus auch noch quasi Systembaustein, ja, mehr noch: Systemmotor. Das wurde in den letzten Monaten vermutlich deutlicher als je zuvor. Und da&#223; die Werbebotschaft „Geiz ist geil“ Kultstatus erlangt hat, ist vermutlich auch kein Zufall. Da&#223; „institutionalisierte Egoismusf&#246;rderung“ beim Menschen den Tieren nicht gerade n&#252;tzt, liegt auf der Hand. Andererseits werden Tiere aber auch in praktisch allen anderen Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen ausgebeutet und terrorisiert. Ob der industrialisierte „kapitalistische“ Tiermord schlimmer ist als es etwa „traditionelle“ Opferrituale usw. sind, ist letztlich schwer zu sagen.    </p>
<p><strong>Frage 9:</strong> Sie kritisieren insbesondere den Fleischverzehr als sowohl quantitativ wie auch qualitativ bedeutendste speziesistische Praktik und als psychologisches Fundament f&#252;r die massenhafte Ausbeutung der Tiere durch den Menschen. Warum?</p>
<p>J&#228;hrlich werden zwischen 50 und 60 Milliarden Tiere f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke get&#246;tet. Das sind etwa 150 Millionen Tiere t&#228;glich. Fische und andere Wassertiere nicht mitgez&#228;hlt! Und: Wer f&#252;r eine vergleichsweise derma&#223;en triviale Sache wie seine Geschmacksvorlieben Tiere qu&#228;lt und umbringt oder qu&#228;len und umbringen l&#228;&#223;t, schreckt naheliegenderweise vor gar keinem Tiermi&#223;brauch zur&#252;ck. Womit wir zum Argumentationsaspekt kommen: Tierexperimentatoren, Pelzz&#252;chter und andere Tierqu&#228;ler argumentieren gerne &#8211; und h&#228;ufig schl&#252;ssigerweise &#8211; so: Wenn ihr am Leiden und Sterben der „Fleischtiere“ nichts auszusetzen habt, ist es heuchlerisch oder inkonsequent, euch &#252;ber andere Formen der Tiernutzung aufzuregen.</p>
<p><strong>Frage 10:</strong> Ein radikaler Wandel in den Ern&#228;hrungsgewohnheiten der Menschen erscheint also mehr als angebracht. Neben dem ethischen Aspekt dieser „vegetarischen Revolution“, w&#252;rde ein solcher Wandel aber sicherlich auch immense „greifbare“ Vorteile mit sich bringen, z.B. im Bereich der Gesundheit, der &#214;kologie, aber auch hinsichtlich der &#246;konomischen Effizienz bei der Nahrungsmittelproduktion. Was k&#246;nnen Sie uns dazu sagen?</p>
<p>In der Tat! Nur ein paar Zahlen bzw. Fakten: Wenn wir selbst Pflanzen essen w&#252;rden, anstatt sie an Tiere zu verf&#252;ttern, um dann deren Fleisch zu essen, dann k&#246;nnten wir 10mal soviele Menschen ern&#228;hren. &#220;ber 50% der Wasserverschmutzung Europas wird durch die Massentierhaltung verursacht. Der negative Einfluss der Nutztiere auf die Klimaerw&#228;rmung ist gr&#246;&#223;er als der des weltweiten Verkehrs. Zahlreiche Studien belegen, da&#223; eine gut zusammengestellte vegetarische Ern&#228;hrung erheblich dazu beitragen kann, ern&#228;hrungsbedingten Erkrankungen wie Athereosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie, Gicht und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen.</p>
<p><strong>Frage 11:</strong> Was ist Ihre Meinung zum Thema „artgerechte Tierhaltung“ und „Bio-Fleisch“? Was sind &#252;berhaupt Alternativen zum Fleischkonsum?</p>
<p>Kommerzielle Tierhaltung ist nie artgerecht, das geht gar nicht. „Biologische“ Tierzucht ist f&#252;r die betroffenen Tiere zweifellos besser als das Leben in Tierfabriken, aber so etwas wie eine „biologische“ Schlachtung gibt es nat&#252;rlich nicht. Und was vom Hinweis, die Tiere h&#228;tten doch immerhin ein sch&#246;nes Leben gehabt, moralisch zu halten ist, m&#246;ge folgende Verteidigung eines Serien-M&#246;rders veranschaulichen: Er habe immer Opfer ausgew&#228;hlt, die ein gl&#252;ckliches Leben gehabt hatten. Die vegetarischen Alternativen zum Fleischkonsum sind in unseren Breiten auf alle F&#228;lle gigantisch. Wirklich „moralisch sauber“ ist freilich nur die vegane Ern&#228;hrung &#8211; weil die Milch- und Eierproduktion nicht weniger Leiden und Sterben verursachen als die Fleischproduktion. Normale Fleischesser allerdings mit einem Schritt zu Veganern machen zu wollen, ist kontraproduktiv &#8211; weil es schlicht nicht funktioniert.  </p>
<p><strong>Frage 12:</strong> Darf der Mensch denn Ihrer Meinung nach &#252;berhaupt Tiere f&#252;r irgendwelche Zwecke nutzen (z.B. Sp&#252;rhunde), und wie stehen Sie zum Thema Haustierhaltung? Unterscheiden Sie zwischen „Nutzen“ und „Ausnutzen“ von Tieren?</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich ein weites Feld &#8211; mit sehr unterschiedlichen m&#246;glichen Konstellationen. Dennoch kann man die Frage nach der Zul&#228;ssigkeit von Tiernutzung inklusive Haustierhaltung, denke ich, ganz gut generell beantworten: Wenn so etwas wie ein fairer Interessenausgleich gegeben ist, ist es in Ordnung. Um beim Beispiel Sp&#252;rhunde zu bleiben: wenn die Tiere gut behandelt werden, mit „Familienanschlu&#223;“, und dann einen sch&#246;nen „Lebensabend“ verbringen d&#252;rfen. Davon sind wir nat&#252;rlich bei „Nutztieren“  heute Lichtjahre entfernt: Diese Tiere werden brutal und maximal ausgenutzt und sobald es sich nicht mehr rechnet, umgebracht.</p>
<p><strong>Frage 13:</strong> Die meisten erinnern sich wohl noch an „Problemb&#228;r“ Bruno, dem ersten in Deutschland wildlebenden Braunb&#228;r seit gut 170 Jahren, der im Juni 2006 trotz erheblicher Proteste seinen H&#228;schern zum Opfer fiel. Es scheint gerade so, als g&#228;be es heutzutage in diesem Land keinen Platz mehr f&#252;r einige ehemals heimische Tierarten. Auf der anderen Seite existieren jedoch erfreulicherweise auch Initiativen, die sich die Heimkehr von B&#228;r, Wolf, Luchs und Co. zur Aufgabe gemacht haben. Was halten Sie pers&#246;nlich von dem Vorhaben, Deutschland zu einem „Einwanderungsland f&#252;r Tiere“ zu machen?</p>
<p>Das h&#228;ngt schlicht davon ab, ob die betreffende Initiative unterm Strich f&#252;r die betroffenen Tiere einen Nutzen oder einen Schaden darstellt. Und um das festzustellen, mu&#223; man hinter die Fassaden schauen, weil es da oft ganz anders aussieht als davor. Beispiel Zoo: Sobald die putzigen Jungtiere, die die Zuschauer in den Zoo locken sollen, ausgewachsen sind, werden sie oft wie Wegwerfartikel behandelt, landen in Versuchslabors oder Feinschmeckerrestaurants. </p>
<p><strong>Frage 14:</strong> Herr Kaplan, Sie sind bekannt daf&#252;r, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und auch vor &#246;ffentlichen Tabubr&#252;chen nicht zur&#252;ckzuschrecken. So bef&#252;rworteten Sie seinerzeit die – insbesondere hierzulande – &#228;u&#223;erst aufsehenerregende <em>PETA</em>-Kampagne „Holocaust on your plate“, was Ihnen teilweise recht harsche Kritik einbrachte. Was k&#246;nnen Sie uns dazu sagen? </p>
<p>Ich finde den so genannten Holocaust-Vergleich nach wie vor sachlich stimmig. Isaac Bashevis Singers Diktum „Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi, f&#252;r die Tiere ist jeden Tag Treblinka“, bringt unsere Haltung und unseren Umgang mit Tieren wie kaum ein anderer Vergleich oder eine andere Aussage auf den Punkt. Charles Patterson hat dazu ein ganzes Buch geschrieben: „Eternal Treblinka“. Auf der Aufkl&#228;rungs- bzw. Bewu&#223;tseinsbildungsebene wird der Holocaust-Vergleich m. E. sogar immer wichtiger: In einer Zeit, in der nicht nur das Mitleid mit Tieren immer mehr abzustumpfen scheint, sondern sogar immer &#246;fter regelrechte sadistische Schadenfreude zu beobachten ist, ist der Holocaust-Vergleich mittlerweile so ziemlich das einzige, was die Menschen im Zusammenhang mit Tieren noch aufregt und aufr&#252;ttelt. So gesehen, wird der Vergleich mit jedem Tag wichtiger. </p>
<p><strong>Frage 15:</strong> Stimmt es eigentlich, dass Sie die Forderung unterst&#252;tzen, analog zu den Besuchen ehemaliger Konzentrationslager, Schulklassen auch in Schlachth&#246;fe zu f&#252;hren, um sie dort mit dem Leid der Tiere zu konfrontieren und dadurch der „Mentalit&#228;t des Wegschauens“ ein st&#252;ckweit zu entgegnen?</p>
<p>Ja; allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, da&#223; dies einen nennenswerten Aufr&#252;ttelungseffekt haben w&#252;rde. Denn in den letzten Jahren hat es, wie gesagt, deutliche Entwicklungen in Richtung Desensibilisierung gegeben. Wie auch immer: Wenn solche Besuche bei irgendjemandem positive Auswirkungen im Hinblick auf die Verwirklichung von Tierrechten haben, dann bei jungen Menschen.</p>
<p><strong>Frage 16:</strong> Kommen wir nun zu einem sehr heiklen Thema: Gewalt als Mittel zum Zweck. In dieser Frage scheiden sich ja auch in der Tierrechtsbewegung die Geister. Gruppen wie die <em>Animal Liberation Front</em> bekennen sich ganz offen zu begangenen Straftaten und verstehen sie als legitime und gerechtfertigte Aktionsform. Heiligt der Zweck in diesem Fall jedes Mittel – legal, illegal, schei&#223;egal?</p>
<p>Diese Absurdit&#228;t ist nicht mehr zu &#252;bertreffen: Da werden jedes Jahr zig Milliarden Tiere ohne Notwendigkeit auf brutalste Weise massakriert, aber der Gewaltvorwurf richtet sich nicht an die T&#228;ter, sondern an jene, die dieser Gewaltorgie ein Ende bereiten wollen. Konkreter &#228;u&#223;ere ich mich dazu nicht mehr, weil ich daf&#252;r bereits mehrfach gerichtlich verfolgt worden bin. Aber ich habe, was der in Princeton lehrende Peter Singer zu diesem Themenbereich sagt, zusammengefa&#223;t: </p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung" title="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung" class="autohyperlink" target="_blank">www.fellbeisser.net/authors/pe&#8230;</a></p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung-teil2" title="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung-teil2" class="autohyperlink" target="_blank">www.fellbeisser.net/authors/pe&#8230;</a></p>
<p><strong>Frage 17:</strong> Im Zusammenhang mit dieser Problematik sprachen Sie in einem Ihrer Vortr&#228;ge einmal von einem so genannten „aktionistischen Vorgriff auf zuk&#252;nftiges Bewusstsein“. Was genau ist darunter zu verstehen?</p>
<p>Das ist ein in gesellschaftlichen Umbruchphasen h&#228;ufig anzutreffendes Verhaltensmuster: Das Setzen von Handlungen im Sinne gew&#252;nschter &#196;nderungen, ein aktionistisches Vorgreifen auf k&#252;nftiges Bewu&#223;tsein. Solchen aktionistischen Vorgriffen spielt die sogenannte „normative Kraft des Faktischen“ in die H&#228;nde: Fakten k&#246;nnen einen „geistigen Wandel“ im weitesten Sinne beg&#252;nstigen. Musterbeispiel ist das Verhalten der DDR-Bev&#246;lkerung vor und beim Mauerfall: Die immer ausgepr&#228;gteren Willensbekundungen in Richtung Freiheit f&#252;hrten schlie&#223;lich &#8211; vermittels eines solchen „geistigen Wandels“ &#8211; tats&#228;chlich zur Freiheit. Vieles, was Tierrechtlern heute als „radikal“ angekreidet wird, mu&#223; vor diesem Hintergrund gesehen werden.</p>
<p><strong>Frage 18:</strong> Welche M&#246;glichkeiten bestehen f&#252;r den Einzelnen, sich im Sinne der Tierrechtsphilosophie einzubringen? Worauf sollte man Ihrer Meinung nach dabei den Schwerpunkt legen?</p>
<p>Zweierlei ist, denke ich, besonders wichtig: Erstens, immer wieder auf die eindeutigen und dramatischen Fakten verweisen: Die Fleischproduktion ruiniert die Umwelt, schadet dem Klima, schadet dem Menschen und bedeutet eine Katastrophe f&#252;r die Tiere. Zweitens sollte f&#252;r einen moralisch motivierten Vegetarismus geworben werden, weil dieser DER ethische bzw. argumentative  Hebel bzw. Anker ist. Ohne diesen Anker hei&#223;t es &#8211; zu Recht &#8211; auch im Hinblick auf die frivolsten tierfeindlichen Praktiken: Wir ESSEN die Tiere doch auch, und in den Tierfabriken und im Schlachthaus geht es ihnen auch nicht besser.</p>
<p><strong>Frage 19:</strong> M&#246;chten Sie zum Abschluss unseres Interviews noch irgendetwas loswerden oder vielleicht ein paar Worte an unsere Leserschaft richten?</p>
<p>Die vielleicht erfolgversprechendste M&#246;glichkeit, Menschen, die grunds&#228;tzlich mit ethischen Argumenten erreichbar sind, auch tats&#228;chlich zu erreichen, ist vielleicht das, was ich die „ethische Weltformel“ nenne: Behandle andere so, wie du selber behandelt werden m&#246;chtest. Allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz funktioniert diese „Goldene Regel“ in der Praxis ausgezeichnet &#8211; vorausgesetzt, jemand WILL moralisch handeln. Der Einwand, dieses Prinzip funktioniere gegen&#252;ber Tieren nicht, weil wir nicht w&#252;&#223;ten, wie sie behandelt werden m&#246;chten, ist nur ein Vorwand daf&#252;r, weiter egoistisch anstatt moralisch zu handeln.</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>Zuletzt ist von Helmut F. Kaplan erschienen (Herbst, 2009): „Ich esse meine Freunde nicht“ (trafo Wissenschaftsverlag, Berlin)</p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/buecher/index.html" title="http://www.tierrechte-kaplan.org/buecher/index.html" class="autohyperlink" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org/buec&#8230;</a></p>
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<a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a><br />
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<p>Aktualisiert am 05.04.2010</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (09.03.2010; 18:52 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Paths to Veganism</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/paths-to-veganism</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/paths-to-veganism#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 19:43:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/paths-to-veganism"><img align="left" hspace="5" width="90" src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=www.tierrechte-kaplan.org" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Yahoo News" title="" /></a>If you Want Vegans, Promote Vegetarianism Helmut F. Kaplan Over the last twenty years, I have dealt with the moral significance of a vegetarian and a vegan lifestyle in about as many texts, trying to become clear on this issue myself and to convey my conclusions to my readers. I failed miserably at the latter. [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=www.tierrechte-kaplan.org" hspace="10" align="right" alt="Yahoo News" /><strong>If you Want Vegans, Promote Vegetarianism</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Over the last twenty years, I have dealt with the moral significance of a vegetarian and a vegan lifestyle in about as many texts, trying to become clear on this issue myself and to convey my conclusions to my readers. I failed miserably at the latter. This might be because of the following two reasons:</p>
<p>First: The way the question of the moral significance of vegetarianism and veganism is thematized and answered depends largely on one’s own ethical position. If you are a “deontologist,” you ponder if an action is correct IN ITSELF, independent of its consequences. If you are a “consequentialist,” you believe that it is PRECISELY the consequences of an action that matter. Not being aware or not wanting to be aware of this fundamental theoretical question is naturally not exactly conducive to a fruitful debate.</p>
<p>Second: Vegetarianism/veganism is a topic that is so emotionally loaded that even the QUESTIONS brought up are hardly taken note of, let alone discussed in a sober and rational manner. So I turned to mostly to discussing the following question:</p>
<p>What is the best strategy IN DEALING WITH THE GENERAL PUBLIC &#8211; i.e. meat eaters — to come closer to the goal of a vegan society?</p>
<p>The responses I got were almost exclusively to another question:</p>
<p>To which diet am I, Helmut F. Kaplan, morally obligated?</p>
<p>In the light of this history, and these problems, I will try deal with the question vegetarian or vegan on an (almost) strictly factual level:</p>
<p><strong>Economic and psychological facts</strong></p>
<p>The commercial use of animals practically ALWAYS implies the ABUSE of animals, because today’s ubiquitous commercial-mindedness automatically leads to their exploitation. The animal industries form a tightly interlocking, fully integrated system designed to maximize economical gains — in which meat production stands at the center: Almost all animals, NO MATTER HOW THEY ARE BEING USED, end up BEING EATEN.</p>
<p>General VEGETARIAN advocacy has comparably good chances to be successful, because the reasons for doing without meat do not only make sense on an ethical and rational level (or can be presented in a way that they make sense), but are also comprehensible on the practical level of  “everyday life”: It becomes immediately clear that the chicken or pig that I am eating now had to be killed for me earlier. And it is also relatively easy to imagine that in future I will be eating a cheese sandwich instead of a ham sandwich.</p>
<p>But with VEGANISM everything becomes more complicated, less straightforward —  and harder to accept:  That the milk in my cheese comes from an animal who is being tortured and eventually will be taken to the slaughterhouse is a harder  connection to make than that the animal whose flesh I am eating now had to be killed for me earlier. And that in the future I should eat neither a ham NOR a cheese sandwich seems almost inconceivable. We must not forget (what is almost always overlooked by advocates of veganism): Dropping the meat habit, i.e. adopting a VEGETARIAN lifestyle, is already a very, very big step for the vast majority of people — if not a “courageous” one!</p>
<p>Optimally, people can be led to become vegetarian, but usually they have to become vegan by themselves. The step from vegetarian to vegan takes place in silence, in privacy &#8211;  but as a rule only if one prerequisite is met: The people concerned refrain from eating meat for ETHICAL reasons. Therefore, it is of the utmost importance to lead people to an ethically motivated vegetarianism.</p>
<p>In the following I will evaluate in a matter-of-fact and emotionless way which consequences will result from which strategies at this specific historical point in time (2010):</p>
<p><strong>Vegetarian policies create vegetarians AND vegans</strong> </p>
<p>There is a clear connection between (morally motivated) vegetarianism and veganism, even though it is not a stringent one. Vegetarianism functions as a sort of prerequisite for veganism. Almost all vegans were vegetarians first; almost no meat eaters become vegans in a single step. It is relatively easy for a vegetarian to go vegan, but it is hardly ever the case for a meat eater. Therefore, every step toward vegetarianism is at the same time a potential step toward veganism. In short, anyone who promotes vegetarianism is simultaneously promoting veganism.</p>
<p>This applies to the economic realm accordingly: A noticeable impetus toward a vegetarian society sets off a process with its own dynamics that moves society toward veganism. As I said, the different forms of animal utilization form a tightly interlocked integrated system of which the most important component is meat production. With the crumbling away of its most important element, meat production, due to a continous trend toward vegetarianism, the entire system will become less profitable and will gradually disappear. In conclusion: If we succeed in the vegetarianization of society, we will get its veganization as a bonus.</p>
<p><strong>Vegan policies create NEITHER vegans NOR vegetarians</strong></p>
<p>Attempting to turn “ordinary” people, i.e. meat eaters, into vegans at this point in time is not just futile but downright harmful. Not only do we fail to create new vegans, we even PREVENT people from becoming vegetarian!. Even people who might be ready to adopt a vegetarian lifestyle will turn their backs on us if we tell them: “You see, dear folks, actually the situation is such: even if you stop eating meat now, you’re still not doing nearly enough.” A potential vegetarian that has been “educated” in this way will immediately “shut down” emotionally and intellectually, will continue to eat meat, and will turn a deaf ear to further efforts to convince him or her to stop eating meat for a long time (if not forever). </p>
<p>Of course, we should also campaign for veganism. But only when there is a realistic chance of producing vegans — and not when we risk preventing people from becoming vegetarians.</p>
<p>Copyright © Helmut F. Kaplan<br />
Helmut F. Kaplan is now on Facebook<br />
Latest Book: Ich Esse meine Freunde Nicht [I Don’t Eat My Friends]</p>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>fell<em>bei&#223;er</em> (08.02.2010; 21:42 Uhr)</p>
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		<title>Wege zum Veganismus</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/wege-zum-veganismus</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 16:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>
		<category><![CDATA[Schlachthof]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/wege-zum-veganismus"><img align="left" hspace="5" width="90" src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=www.tierrechte-kaplan.org" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Yahoo News" title="" /></a>Wer Veganer will, mu&#223; den Vegetarismus f&#246;rdern Helmut F. Kaplan In den letzen 20 Jahren habe ich in sch&#228;tzungsweise ebensovielen Beitr&#228;gen versucht, die moralische Wertigkeit einer vegetarischen und einer veganen Lebensweise f&#252;r mich zu kl&#228;ren und das Ergebnis meinen Lesern zu vermitteln. An letzterem bin ich kl&#228;glich gescheitert. Zwei Gr&#252;nde f&#252;r dieses Scheitern sind wohl: [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>In den letzen 20 Jahren habe ich in sch&#228;tzungsweise  ebensovielen Beitr&#228;gen versucht, die moralische Wertigkeit einer vegetarischen und einer veganen Lebensweise f&#252;r mich zu kl&#228;ren und das Ergebnis meinen Lesern zu vermitteln. An letzterem bin ich kl&#228;glich gescheitert. Zwei Gr&#252;nde f&#252;r dieses Scheitern sind wohl:</p>
<p>Erstens: Thematisierung und Beantwortung der Frage nach der moralischen Wertigkeit von Vegetarismus und Veganismus h&#228;ngen in hohem Ma&#223;e von der ethischen Grundposition ab, die man hat: Ist man „Deontologe“, fragt man, ob eine Handlung AN SICH richtig ist, unabh&#228;ngig von ihren Folgen.  Ist man hingegen „Teleologe“, geht es einem GERADE um die Folgen einer Handlung. Das Nicht-Wahrnehmen oder Nicht-wahrnehmen-Wollen dieser theoretischen Grundfrage ist einer fruchtbaren Diskussion naturgem&#228;&#223; nicht eben f&#246;rderlich.</p>
<p>Zweitens: Das Thema Vegetarismus / Veganismus ist in so hohem Ma&#223;e mit Emotionen besetzt, da&#223; schon die gestellten FRAGEN kaum zur Kenntnis genommen werden – geschweige denn sachlich und rational diskutiert w&#252;rden. So habe ich  vorrangig folgende Frage behandelt:</p>
<p>Was ist die beste Strategie GEGEN&#220;BER DER ALLGEMEINHEIT, also gegen&#252;ber Fleischessern, um dem Ziel einer veganen Gesellschaft n&#228;herzukommen?</p>
<p>Reaktionen bekam ich aber fast ausschlie&#223;lich auf eine andere Frage:</p>
<p>Zu welcher Ern&#228;hrungsweise bin ICH, Helmut F. Kaplan, moralisch verpflichtet?</p>
<p>Angesichts dieser Geschichte und Probleme will ich im folgenden versuchen, die Frage vegetarisch oder vegan einmal (fast) nur auf der Faktenebene zu behandeln. </p>
<p><strong>&#214;konomische und psychologische Fakten</strong> </p>
<p>Die kommerzielle Nutzung von Tieren bedeutet praktisch IMMER eine AUSNUTZUNG der Tiere, weil das allgegenw&#228;rtige Wirtschaftlichkeitsdenken automatisch zur Ausbeutung der Tiere f&#252;hrt. Die Tiernutzungsindustrie bildet ein eng ineinander verwobenes Gesamtsystem zwecks Profitmaximierung, in dessen Zentrum die Fleischproduktion steht: Fast alle Tiere, die IRGENDWIE GENUTZT WERDEN, werden am Ende auch GEGESSEN.</p>
<p>Die allgemeine Werbung f&#252;r den VEGETARISMUS ist deshalb vergleichsweise erfolgversprechend, weil die Gr&#252;nde f&#252;r den Verzicht auf Fleisch nicht nur ethisch und rational plausibel sind (bzw. plausibel gemacht werden k&#246;nnen), sondern weil sie quasi auch „lebenspraktisch“ nachvollziehbar sind: Da&#223; das Huhn oder Schwein, das ich gerade esse, vorher f&#252;r mich get&#246;tet werden mu&#223;te, leuchtet unmittelbar ein, und da&#223; ich in Hinkunft statt einer Wurstsemmel eine K&#228;sesemmel essen werde, ist auch vergleichsweise leicht vorstellbar.</p>
<p>Beim VEGANISMUS ist hingegen alles viel komplizierter, indirekter &#8211; und schwerer akzeptierbar: Da&#223; die Milch, die in meinem K&#228;se ist, ebenfalls von einem Tier stammt, das gequ&#228;lt wird und letztlich im Schlachthof landen wird, ist schon „viel weiter hergeholt“, als da&#223; das Tier, das ich gerade esse, vorher f&#252;r mich get&#246;tet werden mu&#223;te. Und da&#223; ich in Hinkunft weder eine Wurstsemmel NOCH eine K&#228;sesemmel essen soll, erscheint kaum vorstellbar. Wir d&#252;rfen nicht vergessen (was von Veganismus-Werbern fast immer vergessen wird): Bereits der Verzicht auf Fleisch, also der Schritt zu einer VEGETARISCHEN Lebensweise bedeutet f&#252;r die allermeisten Menschen einen sehr, sehr gro&#223;en, ja geradezu „mutigen“ Schritt!</p>
<p>Zum Vegetarismus kann man die Menschen im optimalen Falle f&#252;hren, zum Veganismus m&#252;ssen sie meist selber kommen. Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer vollzieht sich im Stillen, im Privaten. Allerdings in aller Regel nur unter einer Voraussetzung: wenn die Betroffenen aus ETHISCHEN Gr&#252;nden kein Fleisch essen. Deshalb ist es von so herausragender Bedeutung, die Menschen zum moralisch motivierten Vegetarismus zu f&#252;hren.</p>
<p>Im folgenden will ich n&#252;chtern und emotionslos darlegen, welche Folgen welche Strategien zum jetzigen (2010) historischen Zeitpunkt meines Erachtens haben: </p>
<p><strong>Vegetarismus-Politik schafft Vegetarier UND Veganer<br />
</strong><br />
Zwischen (moralisch motiviertem) Vegetarismus und Veganismus besteht ein zwar nicht zwingender, wohl aber deutlicher Zusammenhang: Der Vegetarismus ist quasi die Voraussetzung f&#252;r den Veganismus, fast alle Veganer waren vorher Vegetarier. Kaum ein Fleischesser wird in einem Schritt zum Veganer. Aus einem Vegetarier wird vergleichsweise leicht ein Veganer, aus einem Fleischesser praktisch nie. Jeder Schritt zum Vegetarismus ist also gleichzeitig ein m&#246;glicher Schritt zum Veganismus. Kurz: Wer  den Vegetarismus f&#246;rdert, f&#246;rdert damit gleichzeitig den Veganismus. </p>
<p>Entsprechendes gilt auf der &#246;konomischen Ebene: Ein sp&#252;rbarer Impuls in Richtung Vegetarisierung der Gesellschaft initiiert eine Eigendynamik in Richtung Veganisierung der Gesellschaft. Denn die verschiedenen Formen der Tiernutzung bilden, wie gesagt, ein eng ineinander verwobenes Gesamtsystem, dessen wichtigstes Element die Fleischproduktion ist. Bricht nun dieses wichtigste Element, die Fleischproduktion, aufgrund fortschreitender Vegetarisierung weg, wird das Gesamtsystem weniger profitabel &#8211; und verschwindet allm&#228;hlich. Fazit: Wenn wir die Vegetarisierung schaffen, bekommen wir die Veganisierung geschenkt. </p>
<p><strong>Veganismus-Politik schafft WEDER Veganer NOCH Vegetarier</strong></p>
<p>Der Versuch, „normale“ Menschen, also Fleischesser zum jetzigen Zeitpunkt zu Veganern zu machen, ist nicht nur aussichtslos, sondern sogar sch&#228;dlich: Wir schaffen damit n&#228;mlich nicht nur keine Veganer, sondern VERHINDERN auch noch Vegetarier! Denn auch Menschen, die innerlich zu einer vegetarischen Lebensweise bereit w&#228;ren, werden sofort eine „Kehrtwende“ machen, wenn wir ihnen er&#246;ffnen: Also, liebe Leute, die Sache ist aber eigentlich so: auch wenn ihr jetzt aufh&#246;rt, Fleisch zu essen, so reicht das leider noch lange nicht. Ein solcherart „aufgekl&#228;rter“ potentieller Vegetarier wird augenblicklich emotional und intellektuell „zumachen“, weiterhin Fleisch essen und f&#252;r lange Zeit (wenn nicht f&#252;r immer) f&#252;r weitere Bem&#252;hungen, ihn zum Fleischverzicht zu bewegen, taub sein.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich soll man auch f&#252;r den Veganismus werben. Aber nur, wo die realistische Chance besteht, Veganer zu schaffen, nicht, wo die Gefahr besteht, Vegetarier zu verhindern.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
<p>Helmut F. Kaplan jetzt auch auf Facebook</p>
<p>Neues Buch: &#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221;</p>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (05.01.2010; 12:11 Uhr)<br />
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		<item>
		<title>Klima und Gerechtigkeit</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/klima-und-gerechtigkeit</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 21:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.fellbeisser.net/authors/?p=1307</guid>
		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/klima-und-gerechtigkeit"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>Helmut F. Kaplan Was haben wir nicht alles ersonnen, um unser Bed&#252;rfnis nach Gerechtigkeit zu stillen: Himmel, H&#246;lle, Karma usw. Vieles spricht nun aber daf&#252;r, dass es letztlich die Tiere sein werden, die uns zu Gerechtigkeit verhelfen – wenn auch auf andere Weise als wir wollten: Seit Jahrtausenden missachten wir alle ethischen Argumente f&#252;r einen [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Was haben wir nicht alles ersonnen, um unser Bed&#252;rfnis nach Gerechtigkeit zu stillen: Himmel, H&#246;lle, Karma usw. Vieles spricht nun aber daf&#252;r, dass es letztlich die Tiere sein werden, die uns zu Gerechtigkeit verhelfen – wenn auch auf andere Weise als wir wollten: Seit Jahrtausenden missachten wir alle ethischen Argumente f&#252;r einen ordentlichen Umgang mit Tieren. Diese Entwicklung hat nun ihren H&#246;hepunkt erreicht, indem wir selbst die zwingendsten Argumente und Zusammenh&#228;nge, die die Tierethik mittlerweile vorgelegt hat, konsequent ignorieren:</p>
<p>Zwischen Tieren und Menschen gibt es – Stichwort: evolution&#228;re Kontinuit&#228;t – gro&#223;e &#196;hnlichkeiten: Das Leben hat sich kontinuierlich entwickelt und die Merkmale der Lebewesen variieren daher kontinuierlich &#8211; weshalb auch die &#252;blichen Alles-oder-nichts-Zuschreibungen der Art, nur Menschen h&#228;tten diese oder jene F&#228;higkeiten, in aller Regel v&#246;llig unsinnig sind. Und das &#252;ber jeden Ideologie- oder Irrationalismusverdacht erhabene Gleichheitsprinzip fordert, Gleiches bzw. &#196;hnliches auch gleich bzw. &#228;hnlich zu bewerten und zu behandeln. </p>
<p>Wie aber behandeln wir Tiere? So, wie wir Menschen nie und nimmer behandeln w&#252;rden! Wenn es irgendwelche legitimen Gerechtigkeitsforderungen gibt, dann geh&#246;rt diese mit Sicherheit dazu: Den Tieren so lange so spektakul&#228;r jene Behandlung zu verwehren, die ihnen so offenkundig zusteht, darf nicht folgenlos bleiben. Die drohende Klimakatastrophe k&#246;nnte diese Folge sein – steht sie doch in direktem Zusammenhang mit unserem Missbrauch von Tieren: Fleischesser verursachen beispielsweise doppelt so viele Treibhausgase wie Vegetarier. Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahren. Und die Nutztiere belasten das Klima mehr als der weltweite Verkehr.</p>
<p>So zweifelhaft es ist, dass wir an unserem Umgang mit Tieren etwas &#228;ndern werden, so sicher ist es, dass wir kein Recht haben werden, uns &#252;ber die Folgen unseres Verhaltens zu beklagen: Eine weltweite Klimakatastrophe w&#228;re die gerechte Strafe f&#252;r jahrtausendelange Verbrechen an Tieren. </p>
<p>Copyright: <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>B&#252;cher von Helmut F. Kaplan bei <a href="http://www.Amazon.de" title="http://www.Amazon.de" class="autohyperlink" target="_blank">www.Amazon.de</a></p>
<p>Liste „Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a>.<br />
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff „Bitte einladen“</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (05.11.2009; 19:28 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
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		<item>
		<title>&#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221; &#8211; Neuerscheinung zur Tierethik</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/ich-esse-meine-freunde-nicht-neuerscheinung-zur-tierethik</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 19:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/ich-esse-meine-freunde-nicht-neuerscheinung-zur-tierethik"><img align="left" hspace="5" width="90" src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=http://www.trafoberlin.de/wissenschaftsverlag.htm" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Yahoo News" title="" /></a>Fast alle bisherigen B&#252;cher zur Tierethik sind entweder tendenziell esoterisch oder aber ausgesprochen akademisch. Beides verhindert den w&#252;nschenswerten praktischen und politischen Br&#252;ckenschlag zu brisanten Themen wie ethische Ern&#228;hrung, artgerechte Tierhaltung, Tierversuche, Welthunger, Umweltzerst&#246;rung oder Klimawandel. In seinem neuen Buch erl&#228;utert der renommierte Tierethiker Helmut F. Kaplan ebenso fundiert wie allgemeinverst&#228;ndlich, was an unserem Umgang mit [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=http://www.trafoberlin.de/wissenschaftsverlag.htm" hspace="10" align="right" alt="Yahoo News" />Fast alle bisherigen B&#252;cher zur Tierethik sind entweder tendenziell esoterisch oder aber ausgesprochen akademisch. Beides verhindert den w&#252;nschenswerten praktischen und politischen Br&#252;ckenschlag zu brisanten Themen wie ethische Ern&#228;hrung, artgerechte Tierhaltung, Tierversuche, Welthunger, Umweltzerst&#246;rung oder Klimawandel. In seinem neuen Buch erl&#228;utert der renommierte Tierethiker <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a> ebenso fundiert wie allgemeinverst&#228;ndlich, was an unserem Umgang mit Tieren moralisch falsch ist. </p>
<p>„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will&#8221;, erkannte Albert Schweitzer in der Folge eines Offenbarungserlebnisses am Ogoweflu&#223; in Gabun. Wenn wir uns in keiner Konfliktsituation befinden (was die Regel ist), ist dies ein hinreichender Leitsatz f&#252;r moralisches Handeln. Einfache Regeln reichen meistens aus, um uns zu sagen, was wir tun sollen. George Bernard Shaws ber&#252;hmtes Diktum „Tiere sind meine Freunde &#8230; und meine Freunde esse ich nicht&#8221; ist eine andere einfache und einleuchtende Aussage bzw. Regel. Darum geht es in diesem Buch: um praktikable Grunds&#228;tze f&#252;r moralisches Handeln. „Ethik ist praktisch, oder sie ist nicht wirklich ethisch&#8221;, sagt der in Princeton lehrende Philosoph Peter Singer. </p>
<p>In den vergangenen Jahrzehnten entstand eine umfangreiche Literatur zur Tierethik. Unsere moralische Verantwortung gegen&#252;ber Tieren ist mittlerweile de facto philosophisch besser begr&#252;ndet als unsere moralische Verantwortung gegen&#252;ber unseren Mitmenschen. Aber komplexe Theorien beeinflussen die t&#228;gliche Praxis nun einmal kaum. Das vorliegende Buch beseitigt dieses Theorie-Praxis-Gef&#228;lle f&#252;r einen Gro&#223;teil der Tierethik und schafft damit die notwendige Voraussetzung f&#252;r gesellschaftspolitische Diskussionen und praktische Ver&#228;nderungen.</p>
<p>Helmut F. Kaplan z&#228;hlt zu den Pionieren der Tierrechtsbewegung und schrieb viele B&#252;cher und Hunderte von Aufs&#228;tzen und Artikeln zur Tierethik bzw. zu Tierrechten. Er ist Autor des mehrfach &#252;bersetzten Bestsellers &#8220;Leichenschmaus &#8211; Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung&#8221; und Verfasser des Artikels &#8220;Vegetarianism&#8221; der 2011 erscheinenden &#8220;Encyclopedia of Applied Ethics&#8221; (Elsevier, Oxford).</p>
<p>Trafo Verlag:</p>
<p><a href="http://www.trafoberlin.de/wissenschaftsverlag.htm" title="http://www.trafoberlin.de/wissenschaftsverlag.htm" class="autohyperlink" target="_blank">www.trafoberlin.de/wissenschaf&#8230;</a></p>
<p>Amazon:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/meine-Freunde-Umgang-Tieren-falsch/dp/3896269410/ref=sr_1_6?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1255004809&#038;sr=8-6" title="http://www.amazon.de/meine-Freunde-Umgang-Tieren-falsch/dp/3896269410/ref=sr_1_6?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1255004809&#038;sr=8-6" class="autohyperlink" target="_blank">www.amazon.de/meine-Freunde-Um&#8230;</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (08.10.2009; 12:32 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>“Sammelbecken f&#252;r Idioten“</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 14:41:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/sammelbecken-fuer-idioten"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>Interview mit Helmut F. Kaplan Editorische Vorbemerkung: Das folgende Interview wurde im Mai 2009 mit dem Magazin “Lebensart“* gef&#252;hrt. Lebensart: Sie sagten 2008 in einem Interview: Es g&#228;be “absolut keine Entschuldigung daf&#252;r, nicht sofort Vegetarier zu werden“. Sollte Fleischkonsum Ihrer Meinung nach verboten und bestraft werden? Oder wie sollte die Mehrheit der “Fleischfresser“ &#252;berzeugt werden? [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Editorische Vorbemerkung: Das folgende Interview wurde im Mai 2009 mit dem Magazin “Lebensart“* gef&#252;hrt. </p>
<p><strong>Lebensart:</strong> Sie sagten 2008 in einem Interview: Es g&#228;be “absolut keine Entschuldigung daf&#252;r, nicht sofort Vegetarier zu werden“. Sollte Fleischkonsum Ihrer Meinung nach verboten und bestraft werden? Oder wie sollte die Mehrheit der “Fleischfresser“ &#252;berzeugt werden?</p>
<p><strong>Helmut F. Kaplan:</strong> Verbieten und bestrafen geht nat&#252;rlich nicht. Deshalb m&#252;ssen die Menschen informiert und nach M&#246;glichkeit &#252;berzeugt werden. Die wichtigsten Gr&#252;nde gegen das Fleischessen sind: Bei vegetarischer Ern&#228;hrung k&#246;nnten bei gleichen Ressourcen zehnmal so viele Menschen ern&#228;hrt werden. Die Fleischproduktion verursacht gigantische Umweltzerst&#246;rungen inklusive Klimasch&#228;digung. Das Fleischessen ist die Ursache vieler Krankheiten. Und: Im Zuge der Fleischproduktion f&#252;gen wir Milliarden von unschuldigen, wehrlosen Tieren ein Ma&#223; von Leiden zu, das jegliche Vorstellungskraft sprengt und das moralisch absolut nicht zu rechtfertigen ist.</p>
<p><strong>LA:</strong> Im selben Interview meinen Sie: “Die Tierrechtsbewegung ist leider zu einem Sammelbecken f&#252;r Idioten geworden.“ Sie sprachen damit die Zerstrittenheit der Bewegung und die Profilierungssucht mancher Tiersch&#252;tzerInnen an. Hat sich daran seither etwas ver&#228;ndert?</p>
<p><strong><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about HFK &raquo;">HFK</a>:</strong> Nein, die de facto gr&#246;&#223;ten Feinde der Tiere befinden sich nach wie vor in den Reihen der Tiersch&#252;tzer und Tierrechtler: Das sind die Profilneurotiker, Vereinsmeier und ihre Mitl&#228;ufer, die eine effiziente B&#252;ndelung der konstruktiven Kr&#228;fte verhindern.</p>
<p><strong>LA:</strong> Aber geht nicht sp&#228;testens seit dem Vorjahr auch ein weiterer Riss durch die Szene? N&#228;mlich die Frage, wie weit man bei der Umsetzung der eigenen Ziele gehen darf?</p>
<p><strong>HFK:</strong> Dieser “Riss“ ist f&#252;r die Szene nichts Neues, neu ist, da&#223; diese Frage nun auch vermehrt in der &#214;ffentlichkeit thematisiert wird. </p>
<p><strong>LA:</strong> Man liest viel von Sachbesch&#228;digungen, Bedrohungen bis hin zu Brandanschl&#228;gen. Haben Sie das Gef&#252;hl, dass manche Tiersch&#252;tzerInnen zu weit gehen? </p>
<p><strong>HFK:</strong> Ja, man liest viel. Was die “zehn &#246;sterreichischen Tiersch&#252;tzer“, die voriges Jahr in ihren Wohnungen &#252;berfallen und dann monatelang eingesperrt wurden, betrifft, hat sich aber mittlerweile offenkundig herausgestellt, da&#223; praktisch alle Anschuldigungen haltlos waren und sind. </p>
<p><strong>LA:</strong> Halten Sie derartige kriminelle Aktionen f&#252;r die Sache n&#252;tzlich oder sch&#228;dlich?</p>
<p><strong>HFK:</strong> Sachbesch&#228;digungen haben einen v&#246;llig anderen moralischen Stellenwert als Gewalt gegen&#252;ber leidensf&#228;higen Lebewesen und sind REAKTIONEN auf diese Gewalt. Diese Sachbesch&#228;digungen ihrerseits als Gewalt zu bezeichnen, ist irref&#252;hrend und demagogisch, weil damit ja prim&#228;r Gewalt BEENDET bzw. VERHINDERT wird. Grundlage f&#252;r die Kriminalisierung von Hilfeleistungen gegen&#252;ber Tieren ist der rechtspolitische Skandal, da&#223; Gewalt gegen&#252;ber Tieren de facto gesetzlich gedeckt ist. Tats&#228;chlich ist die Tierrechtsbewegung die gr&#246;&#223;te Friedensbewegung aller Zeiten, weil sie nicht nur Frieden und Freiheit f&#252;r alle Menschen unabh&#228;ngig von Hautfarbe und Geschlecht fordert, sondern Frieden und Freiheit f&#252;r alle leidensf&#228;higen Wesen &#8211; auch unabh&#228;ngig von Spezies, Beschaffenheit der Behaarung oder Anzahl der Beine. </p>
<p><strong>LA:</strong> Kann man Menschenrechte wirklich 1:1 auf Tiere &#252;bertragen?</p>
<p><strong>HFK:</strong> &#220;berhaupt nicht, das tut auch kein vern&#252;nftiger Mensch. Tiere brauchen beispielsweise kein Wahlrecht und keine Religionsfreiheit. Aber wo Tiere &#228;hnliche Interessen wie Menschen haben, haben sie  das moralische Recht, da&#223; diese &#228;hnlichen Interessen gleich ernstgenommen und ber&#252;cksichtigt werden wie menschliche Interessen. Dies gilt beispielsweise und insbesondere f&#252;r das Interesse, nicht zu leiden.</p>
<p><strong>LA:</strong> Ist es Ihrer Ansicht nach in den vergangenen Jahren zu einer Radikalisierung der Tierschutz-/Tierrechtsbewegung gekommen? </p>
<p><strong>HFK:</strong> Nein. </p>
<p><strong>LA:</strong> Halten Sie sich selbst f&#252;r radikal?</p>
<p><strong>HFK:</strong> Wenn radikal sein hei&#223;t, ernsthaft zu versuchen, den allgegenw&#228;rtigen Terror gegen Tiere konsequent und effizient zu bek&#228;mpfen: ja. </p>
<p><strong>LA:</strong> Ihre Linkliste enth&#228;lt u.a. auch eine Plattform, die vor allem &#252;ber illegale ALF-Aktivit&#228;ten berichtet. Warum verlinken Sie solche Seiten?</p>
<p><strong>HFK:</strong> Mein Wissen &#252;ber ALF-Aktivit&#228;ten stammt aus Peter Singers Buch “Praktische Ethik“: Es werden Labors, K&#228;fige und Gegenst&#228;nde zerst&#246;rt, mit denen Tiere eingesperrt, verletzt oder get&#246;tet werden, wobei aber jegliche Gewalt gegen&#252;ber Tieren und Menschen vermieden wird. Ich schlie&#223;e mich Singers Forderung nach sorgf&#228;ltiger Abw&#228;gung in diesem Zusammenhang an. Generell zu Verlinkungen und Kooperationen: Ich verlinke beispielsweise auch kirchliche Organisationen, weil es meines Erachtens unverzichtbar ist, das ganze Spektrum an Aktivit&#228;ten in Richtung Verbesserung des Schicksals der Tiere zu n&#252;tzen und zu f&#246;rdern. Die gr&#246;&#223;te Schw&#228;che der Tierrechtsbewegung sind ja &#8211; siehe oben: Stichwort “Idioten“ &#8211; die dauernden gegenseitigen Behinderungen, Anfeindungen und Ausgrenzungen. </p>
<p>* Mag. Robert Koch <a class="autohyperlink" href="mailto:koch@chello.at" title="mailto:koch@chello.at">koch@chello.at</a> (freier Journalist), der das Interview mit Dr. Helmut F. Kaplan f&#252;hrte, hat die freundliche Genehmigung der nicht kommerziellen Ver&#246;ffentlichung erteilt. </p>
<p>B&#252;cher von Helmut F. Kaplan bei <a href="http://www.Amazon.de" title="http://www.Amazon.de" class="autohyperlink" target="_blank">www.Amazon.de</a></p>
<p>Liste “Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a><br />
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff “Bitte einladen“.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (29.07.2009; 12:55 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a></p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Tierrechte &#8211; das Ende einer Illusion?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 16:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Schächten]]></category>
		<category><![CDATA[Schlachthof]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/tierrechte-das-ende-einer-illusion"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>In der Praxis ist die Tierrechtsbewegung bisher grandios gescheitert Helmut F. Kaplan J&#228;hrlich werden zwischen 50 und 60 Milliarden Tiere f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke get&#246;tet. Das sind etwa 150 Millionen Tiere t&#228;glich. Fische und andere Wassertiere sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Tierrechte werden heute im wesentlichen gem&#228;&#223; den theoretischen Ans&#228;tzen der Philosophen Tom Regan und [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Praxis ist die Tierrechtsbewegung bisher grandios gescheitert</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p><em>J&#228;hrlich werden zwischen 50 und 60 Milliarden Tiere f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke get&#246;tet. Das sind etwa 150 Millionen Tiere t&#228;glich. Fische und andere Wassertiere sind in diesen Zahlen nicht enthalten.<br />
</em><br />
Tierrechte werden heute im wesentlichen gem&#228;&#223; den theoretischen Ans&#228;tzen der Philosophen Tom Regan und Peter Singer formuliert. Regan steht in der kantischen Tradition und vertritt einen eher technischen Rechtsbegriff: Weil (auch) Tiere einen inh&#228;renten Wert haben, haben sie auch das RECHT, entsprechend diesem inh&#228;renten Wert behandelt zu werden. Das hei&#223;t vor allem: Tiere d&#252;rfen nicht so behandelt werden, als hinge ihr Wert von ihrer N&#252;tzlichkeit f&#252;r andere ab. </p>
<p>Singer steht in der Tradition Benthams bzw. des Utilitarismus und spricht nur im &#252;bertragenen bzw. umgangssprachlichen Sinne von Rechten: Gleiche Interessen, seien es nun menschliche oder tierliche, sollen auch moralisch gleich gewichtet werden. So verdient beispielsweise ein tierliches Interesse, nicht zu leiden, die gleiche moralische Ber&#252;cksichtigung wie ein gleich starkes menschliche Interesse, nicht zu leiden. Tiere haben wie Menschen einen Anspruch &#8211; ein RECHT, wenn man so will -, auf gleiche Interessenber&#252;cksichtigung. </p>
<p>Unabh&#228;ngig von solchen philosophischen Begriffen und Erw&#228;gungen glauben viele, wenn nicht die meisten Menschen, dass Tiere heute ohnehin ausreichend Rechte in dem Sinne h&#228;tten, dass ihre Anspr&#252;che auf angemessene Behandlung, etwa auf artgerechte Haltung, gesichert seien. Schlie&#223;lich gibt es diverse Tierschutzbestimmungen, von denen  viel und oft zu lesen und zu h&#246;ren ist. </p>
<p>Unbestreitbare Tatsache ist allerdings, dass Millionen von Tieren in Tierfabriken, auf Tiertransporten, in Schlachth&#228;usern, in Versuchslabors usw. TROTZ dieser Schutzbestimmungen tagt&#228;glich auf grauenhafte Weise gequ&#228;lt und get&#246;tet werden. Mit anderen Worten: Die Auffassung, wonach bei unserem Umgang mit Tieren alles geregelt und in Ordnung sei, ist schlicht falsch, ein gigantischer Irrtum &#8211; oder eine gigantische Selbstt&#228;uschung.</p>
<p>Wem dieser &#252;bliche brutale Umgang mit Tieren schon vor 15 Jahren bewusst und ein Dorn im Auge war, konnte damals berechtigterweise hoffen, dass sich die Situation in absehbarer Zeit grundlegend verbessern w&#252;rde. Um es mit den Worten der Tierrechtsbewegung zu sagen: Er konnte rationalerweise hoffen, dass sich die “Befreiung der Tiere“ analog der Befreiung der Sklaven und der Emanzipation der Frauen vollziehen w&#252;rde. Dieses Szenario in aller K&#252;rze:</p>
<p>Die Tierrechtsbewegung ist die logische Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen, wie eben der Befreiung der Sklaven oder der Emanzipation der Frauen. Immer ging und geht es darum, moralische Diskriminierungen aufgrund moralisch belangloser Merkmale zu erkennen und zu &#252;berwinden: Wir haben erkannt, dass die Hautfarbe belanglos ist. Wir haben erkannt, dass die Geschlechtszugeh&#246;rigkeit belanglos ist. Und nun erkennen immer mehr Menschen, dass auch die Artzugeh&#246;rigkeit moralisch belanglos ist: Warum soll man jemanden qu&#228;len d&#252;rfen, weil er zu einer anderen Art geh&#246;rt? Die Ausbeutung und Diskriminierung aufgrund der Art, aufgrund der Spezies, der “Speziesismus“, ist ebenso willk&#252;rlich und falsch wie Rassismus und Sexismus.</p>
<p>Die Chancen f&#252;r solche “antispeziesistische“ gesellschaftliche Ver&#228;nderungen analog den antirassistischen und antisexistischen Entwicklungen schienen vor 15 Jahren durchaus intakt. So schrieb etwa das Nachrichtenmagazin “Focus“ 1994 anl&#228;sslich eines dreiseitigen Interviews mit mir: “Neuerdings publiziert er im deutschen Gro&#223;verlag Rowohlt. Seine Streitschrift »Leichenschmaus. Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung« &#8230; ist auf dem Weg, die Bibel der Radikalvegetarier und Tierbefreier zu werden.“ Von solchen Tatsachen und Meldungen k&#246;nnen Tierrechtler gegenw&#228;rtig nur tr&#228;umen. Wenn heute ausf&#252;hrlich &#252;ber B&#252;cher in Bezug auf Tiere berichtet wird, dann &#252;ber Kochb&#252;cher, in denen der Leichenschmaus, also das Fleischessen, nicht kritisiert, sondern zelebriert wird. </p>
<p>Desastr&#246;ser Zustand der Tierrechtsbewegung</p>
<p>W&#252;rde ein Tierrechtler, der vor 15 Jahren ins Koma gefallen ist, heute erwachen &#8211; er k&#228;me aus dem Staunen nicht mehr heraus: vor Staunen &#252;ber den desastr&#246;sen Zustand, in dem sich die Tierrechtsbewegung heute befindet. Der Eindruck, der sich mir nach &#252;ber zwei Jahrzehnten intensiver und ununterbrochener Befassung mit Tierrechten immer unabweisbarer aufdr&#228;ngt, ist: Bei Fortsetzung der bisherigen Strategien hat die Tierrechtsbewegung keine Chance, ihren Zielen in absehbarer Zukunft n&#228;herzukommen. </p>
<p>Und zwar vor allem aus zwei Gr&#252;nden: 1) Der Fleischlobby &#8211; der Ausdruck soll hier als wertfreier Sammelbegriff f&#252;r alle verwendet werden, die ein Interesse an der F&#246;rderung des Fleischkonsums haben &#8211; ist es gelungen, die Einstellung der Menschen zum Fleischessen radikal und nachhaltig zu ihren Gunsten zu ver&#228;ndern. Dazu gleich. 2) Das Fleischessen, also das Essen von Tieren, bildet das ethische und emotionale Fundament f&#252;r unsere Einstellung und unser Verhalten gegen&#252;ber Tieren insgesamt: Solange wir bereit sind, praktisch alle tierlichen Interessen einem einzigen, objektiv betrachtet vergleichsweise winzigen menschlichen Interesse an bestimmten Geschmackserlebnissen zu opfern, sind wir auch zu jedem anderen Opfer tierlicher Interessen bereit. </p>
<p>Bevor wir uns der massiven Einstellungs&#228;nderung in Bezug auf das Fleischessen zuwenden, sei noch generell auf ein paar R&#252;ckschritte verwiesen, die die Tierrechtsbewegung hinnehmen musste, sowie auf Defizite, mit denen sie behaftet ist:<br />
- Pelz: Seit einiger Zeit wird wieder vollkommen offen f&#252;r Pelz geworben. Einer DPA-Meldung vom September 2008 ist zu entnehmen: “Dank einer guten Nachfrage &#8230; erwartet das deutsche K&#252;rschnerhandwerk &#8230; ein leichtes Umsatzwachstum von bis zu 1,5 Prozent.“ Der Pr&#228;sident des Zentralverbandes des K&#252;rschnerhandwerks, Wolfgang Jahn: “Alle weltweit bekannten Designer und Marken zeigen Pelz in ihren Kollektionen.“<br />
- Kochsendungen: In diesen Shows, die mittlerweile praktisch pausenlos ausgestrahlt werden, haben Schadenfreude und Sadismus in Bezug auf das Leiden und Sterben der betroffenen Tiere drastisch zugenommen.<br />
- Vergleich der Tierrechtsbewegung mit der Frauenbewegung: “Wir haben abgetrieben!“ lautete die Titelschlagzeile des “Stern“ vom 6. Juni 1971 &#8211; und dokumentierte eine ebenso eindrucksvolle und wirksame Solidarisierung Prominenter mit dem Anliegen von Frauen. Solidarit&#228;tsadressen Prominenter f&#252;r Tiere sind im Vergleich dazu hoffnungslos harmlos.<br />
- Vergleich der Tierrechtsbewegung mit der Umweltbewegung: Tschernobyl hat im Hinblick auf die &#214;kologiebewegung immerhin bewirkt, dass sich die Atomlobby in Deutschland bis heute schwer tut, ihr Anliegen zu vermitteln. Vergleichbares hat es in Bezug auf das Fleischessen trotz BSE und Vogelgrippe nicht gegeben. </p>
<p>Bevor wir fortfahren, muss noch kurz etwas zum Stichwort Frauenemanzipation gesagt werden: Es gibt ein paar wichtige UNTERSCHIEDE zwischen der Tierrechtsbewegung und anderen Befreiungsbewegungen wie etwa der Frauenrechtsbewegung, die bisher viel zu wenig ber&#252;cksichtigt wurden:<br />
- Im Unterschied zu diskriminierten Menschen k&#246;nnen Tiere selbst keinen Beitrag zu ihrer Befreiung leisten.<br />
- Im Unterschied zu den Ausbeutern von Menschen haben die Ausbeuter von Tieren keine Rache ihrer Opfer zu bef&#252;rchten.<br />
- Bei Initiativen zur Befreiung von Menschen kommt immer der menschliche Egoismus zum Tragen: bei den zu Befreienden selbst &#8211; ein durchaus legitimer “Egoismus“ -, aber unter Umst&#228;nden auch bei den Unterdr&#252;ckern: Aufgebrachte, protestierende und rebellierende Diskriminierte k&#246;nnen auf Dauer schlicht  gesamtgesellschaftlich in vielerlei Hinsicht nachteilig sein oder werden.<br />
- Bei der Befreiung der Tiere wird das unterm Strich wohl wirksamste menschliche Interesse fundamental ber&#252;hrt: der als selbstverst&#228;ndliches Recht empfundene unb&#228;ndige Wunsch, alles, worauf man Lust hat, zu essen.</p>
<p>Nun zur erw&#228;hnten massiven Ver&#228;nderung unserer Einstellung zum Fleischessen in den letzten Jahren. Die wichtigsten Errungenschaften der  Tierrechtsbewegung von ihren Anf&#228;ngen Mitte der 1970er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre wurden systematisch wieder r&#252;ckg&#228;ngig bzw. zunichte gemacht:<br />
- das zumindest ansatzweise Bewusstsein, dass Tiere sch&#252;tzen und Tiere essen eigentlich ein Widerspruch ist;<br />
- das zumindest ansatzweise Gef&#252;hl, dass Fleischessen aufgrund seiner fehlenden Notwendigkeit in unseren Regionen (immens reichhaltiges vegetarisches Nahrungsangebot) moralisch bedenklich ist;<br />
- das daraus resultierende zumindest ansatzweise schlechte Gewissen beim Fleischessen.  </p>
<p>Es wird den Menschen suggeriert: Ihr k&#246;nnt so viele Tiere essen, wie ihr wollt, wenn ihr dabei nur ihre W&#252;rde respektiert. Damit wird den Menschen jenes gute Gewissen zur&#252;ckgegeben, das sie vor Entstehung der Tierrechtsbewegung hatten. Die Menschen werden quasi ermuntert, es sich in der alten irrationalen Tierschutzecke wieder gem&#252;tlich zu machen: Tiere gerne haben und Tiere essen ist doch kein Widerspruch!</p>
<p>Zynische und sadistische Tendenzen</p>
<p>Im Zusammenhang mit dieser Einstellungs&#228;nderung in Richtung wohligem, selbstverst&#228;ndlichem Fleischgenuss ist auch ein viel offenerer Umgang mit den Fakten in Bezug auf die Tiernutzung im allgemeinen und in Bezug auf die Tiert&#246;tung im besonderen zu beobachten (wobei sich trefflich dar&#252;ber streiten l&#228;sst, ob diese “Faktenfreudigkeit“ eine Voraussetzung oder eine Folge dieser Einstellungs&#228;nderung ist): W&#228;hrend diese Fakten fr&#252;her nach M&#246;glichkeit verdr&#228;ngt, verleugnet und verschwiegen wurden, findet jetzt eher das Gegenteil statt &#8211; quasi eine Flucht nach vorne. Die Fakten werden nicht nur offen angesprochen, sondern zum Teil geradezu offensiv pr&#228;sentiert. (Wobei allerdings die “Spitzen“ der Grausamkeiten und Gemeinheiten gegen&#252;ber Tieren wohlweislich ausgespart bleiben, weil diese selbst bei zynischen Zeitgenossen Emp&#246;rung und Mitleid mobilisieren k&#246;nnten). Dazu ein paar Beispiele:</p>
<p>“In Europa werden j&#228;hrlich mehr als 300 Millionen K&#252;ken vernichtet &#8211; weil Eierproduzenten nur die Hennen brauchen. ( &#8230; ) Die Hahnenk&#252;ken sind f&#252;r die Br&#252;tereien schlicht Abfall. Sie werden mit Kohlendioxid vergast oder lebendig im «Homogenisator», einer Maschine mit rotierenden Messern, zu Brei zermatscht.“<br />
Die Zeit, 25, 2008, S. 35 </p>
<p>“In Deutschland werden pro Jahr etwa 20 Millionen Ferkeln in der ersten Woche ihres Lebens bei vollem Bewusstsein die Hoden weggeschnitten.“<br />
Der Spiegel, 19, 2008, S. 22 </p>
<p>“100.000 K&#252;he und Rinder werden im Salzburger Schlachthof in Bergheim jedes Jahr zerlegt. Pro Betriebsstunde sind es 45 Tiere, die in der automatisierten Schlachtstra&#223;e ihr Leben lassen &#8230; F&#252;r Gerald Hellweger, seit knapp einem Jahr Gesch&#228;ftsf&#252;hrer im Schlachthof &#8230;, ist dieser Vorgang Alltag. ( &#8230; ) Von Kindesbeinen an bekommt der geb&#252;rtige Adneter mit, dass K&#252;he nicht nur auf der Weide grasen und Milch geben, sondern auch gehandelt und geschlachtet werden.“<br />
Salzburger Nachrichten (Lokalteil) vom 28. 7. 2008, S. 11</p>
<p>“177.000 Liter Biomilch geben die 24 Lindnerhof-K&#252;he im Jahr, jedes Tier bis zu 30 Liter am Tag. Die m&#252;ssen erst einmal durchs Euter. ( &#8230; ) Etwa zehn K&#228;lber, im idealen Fall jedes Jahr eines, bekomme eine Milchkuh. «Dann &#8230; wird sie geschlachtet.» Letztendlich landet die Milchkuh &#8230; als Wurst auf dem Teller.“<br />
Salzburger Nachrichten (Lokalteil) vom 28. 4. 2008, S. 6 f.</p>
<p>“Ein muslimischer Schlachthof in einer Stadt in Niedersachsen: Hier wird einem Schaf bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. Das Schlachten ohne vorherige Bet&#228;ubung nennt man auch Sch&#228;chten. Ein religi&#246;ser Brauch im Islam und im Judentum. ( &#8230; ) Die Folge des bet&#228;ubungslosen Schlachtens: ein minutenlanger, qualvoller Todeskampf. Die Bundestier&#228;rztekammer sch&#228;tzt, dass bis zu 500.000 Schafe auf diese Weise in Deutschland pro Jahr der Religion wegen geschlachtet werden.“<br />
Information auf der ARD-Homepage zur Sendung “Ist Sch&#228;chten Tierqu&#228;lerei?&#8221; vom 7. 7. 2008</p>
<p>Wolfram Siebeck zitiert den Koch gleichen Namens, J&#252;rgen Koch, wie folgt: “Sein Zicklein vereinigt das Beste der jungen Ziege einschlie&#223;lich der Leber am Spie&#223;.“ (Zeit Magazin Leben, 17, 2008, S. 46)  Siebeck &#252;ber den Koch Franz Keller (Zeit Magazin Leben, 16, 2008, S. 46): “Wobei zu bemerken ist, dass er sich am Herd um alles k&#252;mmert, was einstmals Tier war.“ </p>
<p>Wie diese Beispiele zweifelsfrei belegen, besteht auch keine Scheu mehr davor, &#252;ber offensichtliche Grausamkeiten zu berichten. Mehr noch: Teilweise sind Schadenfreude gegen&#252;ber den tierlichen Opfern bzw. Zynismus gegen&#252;ber ihrem Schicksal und Leiden un&#252;bersehbar. Dazu noch ein paar drastischere Beispiele:</p>
<p>“Nicht der Gorilla muss gesch&#252;tzt werden, sondern sein Lebensraum.“<br />
Die Zeit, 21, 2008, S. 35 </p>
<p>“Eine Kuh ist eine wundersame biochemische Fabrik: Sie wandelt Pflanzen in Fleisch um.“<br />
Die Zeit, 20, 2008, S. 42 </p>
<p>In der ZDF-Sendung “Kochk&#252;nste auf chinesisch“ anl&#228;sslich der Olympiade in China machen sich die K&#246;che &#252;ber das Leiden der Tiere, die in China bekanntlich besonders barbarisch behandelt werden, lustig &#8211; und ernten damit begeisterten Publikumsapplaus. </p>
<p>In einer Information &#252;ber die “Peking-Ente&#8221; hei&#223;t es in den Salzburger Nachrichten vom 9. August 2008 (S. XI): “Damit die Haut das n&#246;tige Fett ansetzt, sollte sich die designierte Peking-Ente in den letzten 20 Tagen vor ihrem «Amtsantritt» in einem Restaurant m&#246;glichst wenig bewegen. Jenes Tier, das nun &#8230; vor mir liegt, scheint dies beherzigt zu haben. Die Haut schmeckt genauso verf&#252;hrerisch wie sie riecht. Ente gut, alles gut.&#8221; </p>
<p>Ideologisierung des Fleischessens</p>
<p>Langfristig noch folgenschwerer als diese sadistisch-zynischen Tendenzen wird aber eine Entwicklung sein, die man als Ideologisierung des Fleischessens bezeichnen k&#246;nnte: Mittlerweile ist eine neue Generation von Konsumenten herangewachsen, eine Symbiose aus traditioneller Gleichg&#252;ltigkeit oder &#220;berheblichkeit gegen&#252;ber Tieren einerseits und neuer “gr&#252;ner“ Gesinnung andererseits. Das erkl&#228;rte oder unterschwellige Credo dieser Haltung lautet etwa: Wir m&#252;ssen wieder zur&#252;ckfinden zu einer gesunden, nat&#252;rlichen, bewussten Ern&#228;hrung, uns selbst als Teil eines gr&#246;&#223;eren Ganzen begreifen. Auf “Fressen und Gefressenwerden“ wird diese Haltung h&#228;ufig mehr oder weniger augenzwinkernd zugespitzt &#8211; oder aber mit dem pseudophilosophischen Terminus “Kreislaufdenken“ verharmlost. </p>
<p>Aus dieser Sicht erscheint das T&#246;ten von Tieren zwecks Fleischessen geradezu als Dienst an Natur oder Sch&#246;pfung. Wer sich solcherart “bewusst“ ern&#228;hrt, klinkt sich quasi wieder aktiv ins nat&#252;rliche oder gottgewollte Geschehen ein. Diese Grundhaltung ist allerdings keineswegs auf bestimmte Gruppen wie etwa “gr&#252;ne Spinner“ oder “Wertkonservative“ beschr&#228;nkt, sondern wird zunehmend (wieder) zum vorherrschenden weltanschaulichen Fundament der Tiernutzung. “Machet euch die Erde untertan“ hie&#223; die fr&#252;here Devise, die aber seit Aufkommen der &#214;kologiebewegung schwer diskreditiert ist.  </p>
<p>Parallel zur Rehabilitierung des Fleischessens gibt es auch Tendenzen, das Bild des kr&#228;nkelnden, schrulligen Vegetariers wiederzubeleben. So hei&#223;t es etwa in der FAZ vom 23. Juli 2008 (S. 16) &#252;ber den Apple-Chef Steve Jobs: “Beim letzten &#246;ffentlichen Auftritt von Jobs &#8230; waren viele Beobachter erschrocken &#252;ber sein Erscheinungsbild. Jobs sah fahl und eingefallen aus. Es ist zwar bekannt, dass der 53 Jahre alte Jobs strikter Vegetarier ist &#8230;“. Und im Literaturmagazin “Druckfrisch“ vom 5. Oktober 2008 fragt Denis Scheck den Autor einer neuen Kafka-Biographie, ob er denn eine Erkl&#228;rung f&#252;r Kafkas merkw&#252;rdiges “Vegetariertum“ habe.  </p>
<p>Wenn man so will, arbeitet die Fleischlobby nunmehr, ermuntert durch ihre unleugbaren Erfolge, an ihrem Meisterst&#252;ck: dem Appell an die ethische Konsequenz. So zitieren etwa die Salzburger Nachrichten vom 22. September 2008 (Lokalteil, S. 6) eine Norikerpferd-Z&#252;chterin mit den Worten: “Die Leute m&#252;ssen umdenken. Es gibt keinen moralischen Unterschied, ob ich Kalb oder Fohlen esse.“ Um den qualitativen Sprung, den diese Strategie bedeutet, ermessen zu k&#246;nnen, muss man sich vergegenw&#228;rtigen, was bisher eines der st&#228;rksten Argumente GEGEN das Fleischessen war: “Warum isst du Schweine? Du isst doch auch keine Hunde!“ Mit Konsequenz-Appellen dieser Art kann man m&#246;glicherweise bald nichts mehr ausrichten &#8211; wenn die Devise lautet: “Wenn du dieses Tier isst, warum nicht auch jenes!“ </p>
<p>Wie konnte es soweit kommen? Die Dramatik dieser Frage setzt eine Sichtweise voraus, die keineswegs zutreffen muss, n&#228;mlich, dass die Tierrechtsbewegung quasi der Logik der Geschichte folge, weil sie &#8211; siehe oben &#8211; die konsequente und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen darstelle. M&#246;glich und legitim ist auch die Position, wonach es sich bei der Tierrechtsbewegung schlicht um eine vor&#252;bergehende Modeerscheinung gehandelt hat &#8211; auf die die Fleischlobby reagieren musste und reagiert hat. So betrachtet, erscheint die Entwicklung der vergangenen Jahre dann in einem v&#246;llig anderen Licht: Es wurde lediglich der fr&#252;here, “normale“ Zustand wiederhergestellt. </p>
<p>Welche Sichtweise die richtige, die realistische ist, wird sich erst r&#252;ckblickend sagen lassen. Aber unabh&#228;ngig davon lassen sich n&#252;chtern jene Faktoren herausarbeiten, die zu den beschriebenen Ver&#228;nderungen in den letzten Jahren (die wir als “R&#252;ckschritte“ bezeichnet hatten) gef&#252;hrt haben, sowie jene Faktoren, die in die entgegengesetzte Richtung, also in Richtung Verwirklichung von Tierrechten wirken oder wirken k&#246;nnten.</p>
<p>Erfolgreiche Fleischlobby &#8211; egozentrische Tierrechtler</p>
<p>Den wichtigsten Grund f&#252;r die beschriebenen Ver&#228;nderungen der letzten Jahre haben wir bereits genannt: die &#228;u&#223;erst erfolgreiche Arbeit der Fleischlobby. Ein zweiter Grund ist, dass es die Konsumenten der Fleischlobby naheliegenderweise sehr einfach gemacht haben: Menschen, die gerne Fleisch essen, sind au&#223;erordentlich empf&#228;nglich und dankbar f&#252;r alle argumentativen und sonstigen Angebote, die ein unbek&#252;mmertes Fleischessen versprechen, insbesondere ein Fleischessen ohne schlechtes Gewissen. Menschen, die nach jedem Strohhalm greifen, der ein ungest&#246;rtes Festhalten an liebgewonnenen Essgewohnheiten verhei&#223;t, sind naturgem&#228;&#223; ein leichtes Opfer entsprechender Angebote.</p>
<p>Ein dritter Grund f&#252;r die negative Entwicklung der letzten Jahre ist das v&#246;llige Versagen der Tierrechtsbewegung. Allzuviele Tierrechtler k&#252;mmern sich beispielsweise viel mehr um die Gesinnung ihrer Genossen als um das Schicksal der Tiere. Da ist zun&#228;chst einmal die Szene-typische abstruse Egozentrik: F&#252;r jeden Tierrechtler ist ein “wirklicher“ Tierrechtler letztlich nur, wer genauso ist wie er selbst. Dementsprechend darf ein richtiger Tierrechtler dann nicht rauchen oder keinen Alkohol trinken oder muss strikt antikapitalistisch sein oder christlich oder atheistisch usw. Um den Schaden, den diese fundamentale Unreife und Intoleranz anrichtet, zu ermessen, braucht man sich nur vorzustellen, wie es heute um Menschenrechte bestellt w&#228;re, w&#252;rden Menschenrechtsbef&#252;rworter &#228;hnlich agieren.</p>
<p>Immens viel Energie wird auch darauf verwendet, alle derart “Ungl&#228;ubigen“ angemessen abzustrafen &#8211; durch Totschweigen, Boykottieren, Verleumden und Ausgrenzen. Das gr&#246;&#223;te Handikap der Tierrechtsbewegung sind aber wohl pers&#246;nliche Eitelkeiten. Der Schaden, den die Profilneurotiker anrichten, ist schlicht unermesslich. Um sich selbst ins vermeintlich rechte Licht zu setzen, gehen diese Menschen buchst&#228;blich &#252;ber Leichen: &#252;ber die Leichen jener Tiere n&#228;mlich, denen deshalb nicht geholfen werden kann, weil die dazu n&#246;tige Zeit und Energie darauf verwendet wird, Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, Kooperationen aufzuk&#252;ndigen usw.  </p>
<p>Ein weiterer wichtiger Negativpunkt: In der Tierrechtsbewegung gibt es so etwas wie ein ungeschriebenes Optimismus-Gebot: Man muss immer an den Erfolg der Bem&#252;hungen in Richtung Befreiung der Tiere glauben. Das mag im Umgang mit jenen, die es noch von der Richtigkeit und Notwendigkeit von Tierrechten zu &#252;berzeugen gilt, durchaus sinnvoll sein. Schlie&#223;lich ist es schwierig, jemanden f&#252;r eine Sache zu gewinnen, an deren Erfolg man selber zweifelt. Aber intern birgt dieses mentale Dauerl&#228;cheln und die damit einhergehende Wahrnehmungsverzerrung gro&#223;e Gefahren mit sich:</p>
<p>Wer die Wirklichkeit nicht mehr richtig wahrnimmt, kann sie auch nicht wirksam ver&#228;ndern. Insbesondere kann dieser Zwangs-Optimismus dazu f&#252;hren, dass an effektiv erfolglosen Methoden viel zu lange festgehalten wird (weil ihre Erfolglosigkeit aufgrund systematischer Wahrnehmungsverzerrungen nicht erkannt wird). Schlie&#223;lich: Wenn sich niemand mehr &#252;ber “pessimistische“ Zukunftserwartungen zu reden getraut, glaubt jeder, dass nur er sie hat &#8211; und f&#252;hlt sich doppelt hoffnungslos.</p>
<p>Die verheerenden Folgen von Denkverboten sind ja bei vielen Religionen zu besichtigen, wo das Denken mehr oder weniger durch das Glauben ersetzt wird. Das Ergebnis sind Dogmen und Wahrnehmungen, die mit der Realit&#228;t immer weniger zu tun haben. Wer aber, wie gesagt, die Wirklichkeit nicht richtig wahrnimmt, kann sie auch nicht wirksam ver&#228;ndern. Das Ertragen der Wahrheit ist die erste Voraussetzung f&#252;r die Ver&#228;nderung der Wirklichkeit.</p>
<p>Gewichtige Fakten und Argumente</p>
<p>Andererseits gibt es aber auch starke Kr&#228;fte und Aspekte, die eine Entwicklung in Richtung Verwirklichung von Tierrechten beg&#252;nstigen. Dazu z&#228;hlen vor allem auch jene unbestreitbaren Fakten in Bezug auf Hunger, Umweltzerst&#246;rung, Klimawandel und Krankheit, die zwar seit Jahrzehnten bekannt sind, aber erst in j&#252;ngster Vergangenheit von der &#214;ffentlichkeit zur Kenntnis genommen werden. Dazu stichwortartig ein paar Informationen:</p>
<p>Hunger: Die Weltern&#228;hrung ist zunehmend nicht nur eine Verteilungs-, sondern auch eine Produktionsfrage: Die Weltbev&#246;lkerung w&#228;chst j&#228;hrlich um 80 Millionen Menschen. Und bei einer vegetarischen Lebensweise k&#246;nnten bei gleicher Ressourcensituation zehnmal so viele Menschen ern&#228;hrt werden.</p>
<p>Umweltzerst&#246;rung: Die Fleischproduktion f&#252;hrt beispielsweise zu einer immensen Wasserverschmutzung und Wasserverschwendung: &#220;ber 50% der Wasserverschmutzung Europas wird durch die Massentierhaltung verursacht. Zur Produktion von 1 kg Kartoffeln ben&#246;tigt man 900 Liter Wasser, zur Produktion von 1 kg Rindfleisch ben&#246;tigt man 15.500 Liter Wasser. </p>
<p>Klimawandel: Ein Fleischesser verursacht pro Jahr gleich viele Treibhausgase wie eine Autofahrt von 4758 Kilometern, ein Vegetarier nur die H&#228;lfte. (Ein Veganer verursacht lediglich Treibhausgase, die einer Autofahrt von 629 Kilometern entsprechen.) Der negative Einfluss der Nutztiere auf die Klimaerw&#228;rmung ist gr&#246;&#223;er als der des weltweiten Verkehrs.</p>
<p>Krankheit: Zahlreiche Studien belegen, dass eine  vegetarische Ern&#228;hrung erheblich dazu beitragen kann, ern&#228;hrungsbedingten Erkrankungen wie &#220;bergewicht, Atherosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie, Gicht und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen.</p>
<p>Ermutigend ist auch die Entwicklung an den Universit&#228;ten, die ja erfahrungsgem&#228;&#223; so etwas wie das Zukunftslabor f&#252;r gesellschaftliche Ver&#228;nderungen sind: Wenngleich auch hier das anthropozentrische Erbe eine schwere Last mit gro&#223;em Tr&#228;gheitsmoment darstellt, weht hier dennoch gegen&#252;ber faktisch und rational letztlich unhaltbaren Positionen ein viel st&#228;rkerer Wind, als dies gesamtgesellschaftlich der Fall ist. Mit anderen Worten: Gewichtige Fakten und Evidenzen haben auf universit&#228;rem Boden eine realistische Chance, sich in absehbarer Zeit durchzusetzen.</p>
<p>Und mit solchen gewichtigen Fakten und Evidenzen kann die Tierrechtsbewegung wahrlich wuchern! Ich greife hier lediglich die Elemente eines Argumentationszusammenhangs heraus:<br />
1) Die &#196;hnlichkeit zwischen Tieren und Menschen &#8211; Stichwort “evolution&#228;re Kontinuit&#228;t“: Das Leben hat sich kontinuierlich entwickelt und die Merkmale der Lebewesen variieren kontinuierlich &#8211; weshalb auch die &#252;blichen Alles-oder-nichts-Zuschreibungen der Art, nur Menschen h&#228;tten diese oder jene F&#228;higkeiten, in aller Regel unsinnig sind. Das gilt auch f&#252;r das Seelenleben: “Wie gro&#223; auch der Unterschied zwischen den Seelen der Menschen und der h&#246;heren Tiere sein mag, er ist doch nur ein gradueller und kein prinzipieller.“ (Darwin)<br />
2) Das Gleichheitsprinzip, eines der ganz wenigen praktisch unbestrittenen philosophischen bzw. ethischen Grunds&#228;tze, wonach Gleiches bzw. &#196;hnliches auch gleich bzw. &#228;hnlich bewertet und behandelt werden muss.<br />
3) Viele Tiere befinden sich sogar auf einem h&#246;heren Niveau als viele Menschen. Kein Merkmal, das von irgendjemandem als moralisch relevant angesehen wird, verl&#228;uft entlang der Speziesgrenze Menschen &#8211; Tiere und es gibt immer Menschen, bei denen das betreffende Merkmal schw&#228;cher ausgepr&#228;gt ist als bei vielen Tieren. Viele geistig behinderte oder senile Menschen etwa und alle kleinen Kinder befinden sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als etwa Hunde, Katzen, Rinder und Schweine.</p>
<p>Zusammenfassend kann in Bezug auf die Zukunft der Tierrechtsbewegung gesagt werden: Es gibt starke Kr&#228;fte, die in Richtung Realisierung von Tierrechten wirken, und es gibt starke Kr&#228;fte, die in die entgegengesetzte Richtung wirken. Wie dieser “Kampf“ letztlich ausgehen wird, ist offen. Sicher ist aber, dass die jetzige Situation schwieriger ist, als es der von der Tierrechtsbewegung verordnete Optimismus vermuten l&#228;sst. Gute Gr&#252;nde also f&#252;r alle, denen die Befreiung der Tiere am Herzen liegt, sich noch mehr anzustrengen! </p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
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		<title>Verdr&#228;ngen, Ethik und Egoismus</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 17:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/verdraengen-ethik-und-egoismus"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>Helmut F. Kaplan &#220;ber die psychologische Sinnhaftigkeit des Verdr&#228;ngens in bestimmten Situationen l&#228;sst sich bekanntlich trefflich streiten. (Ich verwende “Verdr&#228;ngen“ hier in seiner alltagssprachlichen, psychoanalytisch falschen Bedeutung: etwas willentlich aus seinem Bewusstsein verbannen.) Die moralische Wertigkeit des Verdr&#228;ngens l&#228;sst sich hingegen vergleichsweise einfach bestimmen. Dazu vier Beispiele: 1) Wenn ich versuche, meinen “Liebeskummer“ zu verdr&#228;ngen, [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>&#220;ber die psychologische Sinnhaftigkeit des Verdr&#228;ngens in bestimmten Situationen l&#228;sst sich bekanntlich trefflich streiten. (Ich verwende “Verdr&#228;ngen“ hier in seiner alltagssprachlichen, psychoanalytisch falschen Bedeutung: etwas willentlich aus seinem Bewusstsein verbannen.) Die moralische Wertigkeit des Verdr&#228;ngens l&#228;sst sich hingegen vergleichsweise einfach bestimmen. Dazu vier Beispiele:<br />
1) Wenn ich versuche, meinen “Liebeskummer“ zu verdr&#228;ngen, damit ich weniger leide, so klappt dies oder es klappt nicht, aber  moralisch ist es neutral.<br />
2) Wenn ich verdr&#228;nge, dass ich jemanden verletzt habe, um mir damit ein schlechtes Gewissen oder eine Entschuldigung zu ersparen, so ist dies moralisch nicht mehr neutral.<br />
3) Und wenn ich verdr&#228;nge, welches Tierleid mein Fleischessen verursacht, so ist dies ebenfalls moralisch keineswegs neutral, sondern im Gegenteil moralisch h&#246;chst bedenklich.<br />
4) Wenn ich aber andererseits als Tierrechtler das Tierleiden, mit dem ich t&#228;glich konfrontiert werde, soweit verdr&#228;nge, dass ich effektiv weiterarbeiten kann &#8211; um eben dieses Tierleid zu verringern -, so ist dies moralisch nicht nur unbedenklich, sondern sogar h&#246;chst w&#252;nschenswert.</p>
<p>Verdr&#228;ngen geht &#252;brigens h&#228;ufig einher mit Kommunikationsverweigerung: Um mir beispielsweise ein unangenehmes Gespr&#228;ch zu ersparen, verdr&#228;nge ich das betreffende Problem. Das “Beruhigende“ oder “Gerechte“, wenn man so will, an solcher Kommunikationsverweigerung ist, dass sie immer auch denjenigen trifft bzw. “bestraft“, der die Kommunikation verweigert. Ich habe es privat  wiederholt erlebt, dass die Kommunikationsverweigerung f&#252;r den “Verweigerer“ schlicht katastrophale Folgen hatte. </p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnen auch die Folgen f&#252;r den, dem die Kommunikation verweigert wird, verheerend sein. Ohne &#220;bertreibung l&#228;sst sich sagen: Kommunikationsverweigerung bzw. Schweigen laufen h&#228;ufig auf nicht weniger als Mord oder Selbstmord hinaus. Eine treffende Veranschaulichung hierzu liefert, was j&#252;ngst &#252;ber J&#252;rgen Habermas´ Welt- und Geschichtsbild in der “Zeit“ (25, 2009, S. 51) zu lesen war: “Das Medium der Selbstzivilisierung ist die menschliche Sprache &#8230; Kommunikation unterbricht den Kriegszustand der Welt.“ </p>
<p>Zur&#252;ck zur Verdr&#228;ngung. Auch sie kann, wie Kommunikationsverweigerung bzw. Schweigen, verheerende Folgen haben, wenngleich dies &#8211; siehe obige Beispiele &#8211; keineswegs der Fall sein muss. Deshalb sollten wir uns beim Verdr&#228;ngen grunds&#228;tzlich dar&#252;ber Rechenschaft ablegen, warum wir verdr&#228;ngen: Wollen wir uns nur selber entlasten? Wollen wir uns auf Kosten anderer entlasten? Oder wollen wir anderen helfen?</p>
<p>Verdr&#228;ngen ist ein ebenso lebensnotwendiger wie lebensbedrohlicher Vorgang: Ohne zu verdr&#228;ngen, dass wir jederzeit sterben oder lebensgef&#228;hrlich erkranken k&#246;nnen, k&#246;nnen wir praktisch nicht leben. Und das Verdr&#228;ngen fremden Leidens im Allgemeinen und fremden Leidens, das wir verursachen, im Besonderen, ist die Quelle immenser &#220;bel auf der Welt. Verdr&#228;ngen ist also ein sehr effizientes Instrument, mit dem wir im Extremfall t&#246;ten oder Leben retten. Daher ist es f&#252;r ein verantwortungsvolles Handeln unverzichtbar, sich immer zu fragen: Warum verdr&#228;nge ich?</p>
<p>Copyright: <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
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		<title>Ein Herz von Kindern</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 19:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/ein-herz-von-kindern"><img align="left" hspace="5" width="90" src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=http://www.tierrechte-kaplan.org" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Yahoo News" title="" /></a>Helmut F. Kaplan Die Fressseite (“eatdrink“) des “Profil“ (25, 2009, S. 83) berichtet &#252;ber den Koch Xie Hong: “Xie Hong hat einen t&#252;rkischen Fleischhauer leer gekauft; das sind die einzigen, die in der Weltstadt Wien noch mit Innereien aller Art handeln. Es gibt Kalbskutteln, &#8230; Lunge und Zunge, H&#252;hnerleber ¬ und ein fantastisches Gericht mit [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=http://www.tierrechte-kaplan.org" hspace="10" align="right" alt="Yahoo News" /><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Die Fressseite (“eatdrink“) des “Profil“ (25, 2009, S. 83) berichtet &#252;ber den Koch Xie Hong:</p>
<p>“Xie Hong hat einen t&#252;rkischen Fleischhauer leer gekauft; das sind die einzigen, die in der Weltstadt Wien noch mit Innereien aller Art handeln. Es gibt Kalbskutteln, &#8230; Lunge und Zunge, H&#252;hnerleber ¬ und ein fantastisches Gericht mit &#8230; gebratenem Kalbsherz (siehe ’Sch&#246;ner essen&#8217;).“</p>
<p>Also rasch zu “Sch&#246;ner essen“:</p>
<p>“Xie Hongs simple und kurze Zubereitung f&#252;r Innereien funktioniert &#8230; vor allem mit Kalbsherz hervorragend. ( &#8230; ) Zum Kalbsherz passen in der Saison auch Eierschwammerln und Spargel. ( &#8230; ) Xie Hongs Tipp: &#8230; der Garvorgang dauert nur f&#252;nf Minuten, und das Herz bleibt rosa und saftig.“</p>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (20.06.2009; 13:36 Uhr)</p>
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		<title>Sch&#228;dliche Scheinfortschritte</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/schaedliche-scheinfortschritte</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 19:19:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/schaedliche-scheinfortschritte"><img align="left" hspace="5" width="90" src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=http://www.tierrechte-kaplan.org" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Yahoo News" title="" /></a>Helmut F. Kaplan Viele Menschen &#8211; mich eingeschlossen &#8211; glaubten lange, dass die Tiersch&#252;tzer im Laufe der letzten Jahrzehnte von den Tierrechtlern doch wenigstens ansatzweise gelernt h&#228;tten, dass die Vorstellung, wonach nur Tierarten schutzw&#252;rdig seien, w&#228;hrend Einzeltiere bedenkenlos umgebracht werden k&#246;nnten, zynisch und unmoralisch ist. Diese hoffnungsvolle Annahme war offenkundig falsch. So berichtete etwa der [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://images.websnapr.com/?size=S&amp;key=4m3G7Y55pvDL&amp;url=http://www.tierrechte-kaplan.org" hspace="10" align="right" alt="Yahoo News" /><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Viele Menschen &#8211; mich eingeschlossen &#8211; glaubten lange, dass die Tiersch&#252;tzer im Laufe der letzten Jahrzehnte von den Tierrechtlern doch wenigstens ansatzweise gelernt h&#228;tten, dass die Vorstellung, wonach nur Tierarten schutzw&#252;rdig seien, w&#228;hrend Einzeltiere bedenkenlos umgebracht werden k&#246;nnten, zynisch und unmoralisch ist. Diese hoffnungsvolle Annahme war offenkundig falsch.</p>
<p>So berichtete etwa der “Spiegel“ (4, 2006) unter der &#220;berschrift “T&#246;ten, um zu sch&#252;tzen“ von einem Artenschutzprojekt f&#252;r den afrikanischen L&#246;wen, das den Abschuss eben dieser Tiere vorsieht: “Der Plan &#8230; sieht unter anderem vor, Gelder aus kontrollierter Troph&#228;enjagd gezielt zum Erhalt des Lebensraums von Panthera leo einzusetzen.“ </p>
<p>Das ist eine schauerliche Veranschaulichung der Perversion des traditionellen Tierschutzes, der offenkundig Zukunft hat: Der Bericht schlie&#223;t mit dem Hinweis, dass “demn&#228;chst nicht nur in Tansania, sondern auch in Mosambik und Botswana die L&#246;wensch&#252;tzer mit wohlhabenden Troph&#228;enj&#228;gern auf Pirsch gehen“ werden. </p>
<p>Exakt solche Projekte sind eben KEIN Schritt in die richtige Richtung! Es w&#228;re eine fatale Fehleinsch&#228;tzung zu glauben: Na ja, wenigstens ein Anfang ist gemacht, das reicht zwar noch nicht,  aber es ist besser als nichts. Solche Initiativen zementieren nur die alte, falsche Spezies-Voreingenommenheit, den alten, falschen Spezies-Egoismus: Tierschutz letztlich immer nur um des Menschen willen &#8211; um f&#252;r uns und unsere Kinder eine m&#246;glichst vollst&#228;ndige, funktionierende, gesunde und sch&#246;ne Umwelt zu erhalten. Tierschutz, der einzelne Tiere nicht sch&#252;tzt, ist ebenso absurd und unmoralisch wie Menschenschutz, der einzelne Menschen im Stich l&#228;sst.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
<p>Hinweis zur “Spiegel“-Quelle: Sie liegt mir, <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about HFK &raquo;">HFK</a>, momentan nicht vor, sodass die korrekte Zitierung nicht garantiert werden kann.</p>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Dr. Helmut F. Kaplan (19.06.2009; 12:20 Uhr)</p>
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		<title>Liebe, Ethik und Egoismus</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/liebe-ethik-und-egoismus</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/liebe-ethik-und-egoismus#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 20:43:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kompendium]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/liebe-ethik-und-egoismus"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/liebe-150x150.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Liebe" title="Liebe" /></a>Helmut F. Kaplan Was ist Liebe? Ich meine jene Liebe, die mit Verliebtheit einhergeht, mit „h&#246;herem Herzschlag“, mit „Schmetterlingen im Bauch“ usw. – und die, wenn sie unerf&#252;llt bleibt oder endet, schrecklich wehtut. Auf der Erlebensebene ist diese Art Liebe, die sogenannte „romantische Liebe“, wohl am besten beschreibbar als fundamentale Abh&#228;ngigkeit vom Liebesobjekt: Sind wir [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></em></p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/liebe.jpg"><img src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/liebe.jpg" alt="Liebe" title="Liebe" width="250" height="188" class="alignright size-full wp-image-1104" /></a>Was ist Liebe? Ich meine jene Liebe, die mit Verliebtheit einhergeht, mit „h&#246;herem Herzschlag“, mit „Schmetterlingen im Bauch“ usw. – und die, wenn sie unerf&#252;llt bleibt oder endet, schrecklich wehtut. Auf der Erlebensebene ist diese Art Liebe, die sogenannte „romantische Liebe“, wohl am besten beschreibbar als fundamentale Abh&#228;ngigkeit vom Liebesobjekt: Sind wir mit ihm vereint, ist alles gut, sind wir von ihm getrennt, ist die Sehnsucht schrecklich. Eine 27j&#228;hrige &#196;rztin berichtet:</p>
<blockquote><p>„Als sich mein Mann immer mehr von mir zur&#252;ckzog und ich gar keine M&#246;glichkeit mehr sah, ihm nahe zu kommen, habe ich mit der Hand die Glast&#252;r zu seinem Zimmer eingeschlagen. Ich merkte nur noch, wie mir das Blut herunterlief und auf den Teppich tropfte &#8230;  Ich war verr&#252;ckt, ich wollte einfach zu ihm, wollte die Glaswand zerschlagen, die ich zwischen ihm und mir sp&#252;rte.“ (Schmidbauer, 1980, S. 52)</p></blockquote>
<p><span id="more-1084"></span></p>
<p>&#220;ber die Grundlagen dieser Form von Liebe wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten so viele B&#252;cher geschrieben, da&#223; man damit ganze Bibliotheken f&#252;llen kann. Und es besteht wohl kein Zweifel daran, da&#223; diese Liebe, so „geistig“ und &#228;therisch sie sich zuweilen auch anf&#252;hlen mag, ihre Grundlage in k&#246;rperlichen Zust&#228;nden und Vorg&#228;ngen hat, sie beruht auf unserer Sexualit&#228;t. Liebe ist genauso von Sexualit&#228;t abh&#228;ngig wie unser Bewu&#223;tsein von Gehirnprozessen abh&#228;ngig ist. Aber sowenig unsere Gedanken und Gef&#252;hle dadurch entwertet werden, da&#223; sie physiologische Grundlagen haben, sowenig wird auch die Liebe dadurch entwertet, da&#223; sie auf Sexualit&#228;t beruht. Hubert Rohracher (1971) hat dieses Nicht-entwertet-Werden f&#252;r unsere Gedanken und Gef&#252;hle wunderbar beschrieben:</p>
<blockquote><p>„Da&#223; das gesamte psychische Geschehen von Gehirnprozessen abh&#228;ngt, ist sicher &#8211; so sicher, wie eine naturwissenschaftliche Erkenntnis &#252;berhaupt sein kann. Es ist aber gar nicht einzusehen, warum die Gef&#252;hle f&#252;r Freiheit und Recht oder das Streben nach sozialer Gerechtigkeit dadurch, da&#223; ihnen Erregungsprozesse im Gehirn zugrunde liegen, entwertet werden k&#246;nnten &#8211; so wenig die Sch&#246;nheit einer Blume dadurch entwertet werden kann, da&#223; sie in der Erde wurzelt.“ (S. 68) </p></blockquote>
<p>Die Einzelheiten der k&#246;rperlichen Fundierung „geistiger“ Liebe brauchen uns nicht zu k&#252;mmern, weil es uns hier um eine Begleiterscheinung dieser Liebe geht bzw. um ein Element dieser Liebe: die allumfassende selbstlose Sorge und F&#252;rsorge gegen&#252;ber dem Liebesobjekt. Bevor wir fortfahren, mu&#223; aber auf eine Merkw&#252;rdigkeit in unseren Vorstellungen &#252;ber die Liebe verwiesen werden:</p>
<p>Alle, die von der Liebe reden, gehen wie selbstverst&#228;ndlich davon aus, da&#223; jeder unter Liebe das gleiche versteht: Zwar ist es eine Kernfrage aller B&#252;cher, Filme und Gespr&#228;che &#252;ber Liebe, ob es sich denn bei einer bestimmten Beziehung um „wirkliche Liebe“ handle, aber was „wirkliche Liebe“ ist, scheint f&#252;r alle Beteiligten sonnenklar zu sein. Das „wei&#223;“ man offenkundig. Die Frage ist freilich, ob alle das gleiche „wissen“, d. h. die gleichen  Vorstellungen von Liebe haben bzw. die gleichen Elemente mit Liebe verbinden.</p>
<p>Wie auch immer – ich beteilige mich insofern an diesem „Selbstverst&#228;ndlichkeitsspiel“, als ich sage: Bei mir ist ein Element dieser romantischen Liebe das, was ich als selbstlose Liebe bezeichnen m&#246;chte: die selbstlose Sorge und F&#252;rsorge gegen&#252;ber dem Liebesobjekt. Man ist in seinem Denken und Handeln gegen&#252;ber dem geliebten Wesen einfach „gut“, w&#252;nscht ihm ein gutes Leben und will ihm Leiden ersparen. Diese Sorge und F&#252;rsorge ist im buchst&#228;blichen und &#252;bertragenen Sinne tendenziell grenzenlos. Ein Gedanke aus meinem Buch „Leben – Lieben – Leiden“ verdeutlicht vielleicht, was ich meine:</p>
<p>„Was w&#228;re, wenn mein Kind nicht hier, bei mir, sondern ganz woanders geboren worden w&#228;re, in Afrika, in China, in einem anderen Jahrhundert, in einem anderen Jahrtausend? Ich k&#246;nnte ihm nie helfen, ihm nie beistehen, ihm nichts erkl&#228;ren, es w&#252;rde mich nie sehen, mich nie kennenlernen! Solche Gedanken sind es, die zum Wahnsinn f&#252;hren. Und zur Ethik.“ (Kaplan, 2008, S. 88)</p>
<p>Sollte diese selbstlose Liebe nicht durchg&#228;ngiger Bestandteil der romantischen Liebe sein, so ist sie auf alle F&#228;lle nicht nur Bestandteil, sondern sogar Wesensmerkmal der Liebe zwischen Eltern und Kindern.</p>
<p><strong>Was ist Ethik?</strong></p>
<p>Bei aller Unterschiedlichkeit einzelner ethischer Ans&#228;tze l&#228;&#223;t sich allgemein wohl sagen: Ethik ist Altruismus &#8211; also Selbstlosigkeit (vgl. etwa Rachels,  1990, S. 77). So sah es beispielsweise auch Arthur Schopenhauer (vgl. etwa Wolf, 1990, S. 48) und so sieht es beispielsweise auch Peter Singer: „Ethisch leben hei&#223;t &#252;ber Dinge nachdenken, die jenseits des eigenen Interesses liegen.“ (Singer, 1996, S. 196) Eigeninteresse und Ethik bilden ein  Gegensatzpaar. (Ebenda, S. 14) </p>
<p>Ethik als Selbstlosigkeit – ein im Zusammenhang mit dem vorhin &#252;ber die (selbstlose) Liebe Gesagten  bemerkenswerter Befund: Liebe und Ethik als im Grunde oder doch zumindest teilweise gleiche Ph&#228;nomene! Und wo liegt der Unterschied? Nun, zun&#228;chst einmal bezieht sich die selbstlose Liebe eben auf jemanden, den wir lieben, also gut kennen, w&#228;hrend sich ethisches Verhalten grunds&#228;tzlich auf alle bezieht, die von unseren Handlungen betroffen sind oder betroffen sein k&#246;nnen. </p>
<p>Zweitens ist Ethik quasi eine inhaltlich konkretisierte Form der selbstlosen Liebe: Je nach ethischem Ansatz wird das selbstlose Handeln gegen&#252;ber anderen genauer bestimmt. Etwa, indem gefordert wird, nur nach Regeln zu handeln, die allgemeines Gesetz werden k&#246;nnten (kategorischer Imperativ). Oder da&#223; man andere so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden m&#246;chte (Goldene Regel). Oder da&#223; man nicht stehlen oder t&#246;ten soll (Zehn Gebote).</p>
<p>Ethik kann also beschrieben werden als inhaltlich pr&#228;zisierte und im Hinblick auf die Betroffenen erweiterte (selbstlose) Liebe. Die (selbstlose) Liebe zu einer bestimmten Person oder zu einem bestimmten Wesen k&#246;nnte demnach quasi als Atom, als Kern der Ethik betrachtet werden. Oder, anders herum: Ethik als generalisierte und quasi in Regeln geronnene (selbstlose) Liebe. </p>
<p>Diese Sicht deckt sich weitgehend mit Schopenhauers Auffassung, wonach in moralischen Maximen die Energie des Mitleids, des ethischen Urph&#228;nomens, quasi konserviert ist. (Schopenhauer, 1977, S. 270-272, 254) Schopenhauer charakterisiert das ethische Grundph&#228;nomen also nicht (wie wir es vorhin taten) als selbstlose Sorge und F&#252;rsorge, sondern als Mitleid. Das kann man als Pr&#228;zisierung in Richtung Realit&#228;t des Lebens betrachten: Da das Leben nun einmal vor allem aus Leiden besteht, &#228;u&#223;ern sich Sorge und F&#252;rsorge vor allem (auch) im Mitleiden, im Mitleid. Dazu Albert Schweitzer:  </p>
<p>„Alles Leben ist Leiden. Der wissend gewordene Wille zum Leben ist also von tiefem Mitleid mit allen Gesch&#246;pfen ergriffen. Er erlebt nicht nur das Weh der Menschen, sondern das der Kreatur &#252;berhaupt mit. Was man in der gew&#246;hnlichen Ethik als ‘Liebe‘ bezeichnet, ist seinem wahren Wesen nach Mitleid.“ (Schweitzer, o. J., S. 295)</p>
<p><strong>Umsetzen von Ethik</strong></p>
<p>Nun gibt es ein Problem, das allen, denen Ethik nicht nur ein theoretisches, sondern vor allem auch ein praktisches Anliegen ist, nur zu bekannt ist: Ethik bzw. ethische Positionen sind f&#252;r sich genommen zun&#228;chst einmal lediglich mehr oder weniger abstrakte, auf alle F&#228;lle aber quasi statische Ph&#228;nomene: Sie wirken sich (noch) nicht auf das Verhalten aus. Ethik alleine macht noch niemanden ethisch, k&#246;nnte man sagen; Ethik an sich beinhaltet noch keinen (hinreichenden) Impuls in Richtung Umsetzung ihres Inhalts. </p>
<p>Und man kann auch niemanden in ethisches Handeln quasi hineinreden, sprich: (argumentativ) dazu bringen, ethisch zu handeln. Man kann jemandem eine ethische Position erkl&#228;ren, man kann sie ihm n&#228;herbringen, ja man kann ihn sogar von ihrer Richtigkeit &#252;berzeugen – aber man kann ihn nicht zwingen, auch entsprechend zu handeln. Dazu ein Vergleich (dessen Urheber ich nicht mehr ausfindig machen konnte): Man kann jemanden zu einer Quelle f&#252;hren, aber trinken mu&#223; er dann selber. Soll hei&#223;en: Man kann jemandem ethische Argumente plausibel machen und ans Herz legen, aber anwenden bzw. umsetzen mu&#223; er sie dann selber.</p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/vegan.jpg"><img src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/vegan.jpg" alt="Veagn" title="Veagn" width="300" height="126" class="alignright size-full wp-image-1096" /></a>Ohne emotionales Engagement, ohne einf&#252;hlende Anteilnahme bleiben ethisches Theoretisieren und ethische Prinzipien folgenlos. Ethik ohne emotionale Anteilnahme ist wie Theologie ohne religi&#246;se Gef&#252;hle, eine intellektuelle Spielerei, wie Bernard E. Rollin (1981, S. 151) treffend bemerkt. Vor vielen Jahren ging ich mit Peter Singer und meinem Ethikprofessor spazieren. Letzterer meinte gegen&#252;ber Singer im Hinblick auf dessen ethischen Argumente f&#252;r den Vegetarismus sinngem&#228;&#223;: „Aber“, im echten Leben quasi, „Sie essen schon Fleisch?“ Mein Professer hielt Singers Ethik also f&#252;r nichts weiter als eine originelle intellektuelle Spielerei ohne pers&#246;nliche praktische Konsequenzen.</p>
<p>Zur Ethik, zu moralischen Grunds&#228;tzen mu&#223; also etwas hinzukommen, um sie verhaltenswirksam werden zu lassen. Schopenhauer hat dieses „Mobilisierungsproblem“ der Ethik klar erkannt – und so gel&#246;st bzw. beantwortet: Mitleid ist nicht nur die Grundlage der Ethik, sondern auch die eigentliche Triebfeder moralischen Handelns. (Schopenhauer, 1977, S. 272 f.) Deshalb sei es auch ratsam, moralischen Maximen durch Wecken von Mitleid quasi auf die Spr&#252;nge zu helfen: „Im Gef&#252;hl dieser Wahrheit geschieht es oft, da&#223; dem &#246;ffentlichen Aufruf zur Wiederbringung verlorenen Geldes die Versicherung hinzugef&#252;gt wird, der Verlierer sei ein armer Mensch, ein Dienstbote u. dgl.“ (Ebenda, S. 255)</p>
<p>Nun liegt es in der Natur der Mobilisierung ethischen Handelns durch Mitleid, da&#223; diese Mobilisierung nicht „zentral“ bzw. ein f&#252;r alle Mal erfolgt, sondern anla&#223;- bzw. adressatenbezogen – siehe Schopenhauers obiges Beispiel. Au&#223;erdem gilt es zu beachten, da&#223; es sich beim Mitleid um ein (prim&#228;r) emotionales Ph&#228;nomen handelt, dessen Zustandekommen seinerseits von Faktoren abh&#228;ngt, die, aus ethischer Gesamtperspektive betrachtet, h&#246;chst willk&#252;rlich sind. Zwei Beispiele:</p>
<p>Wenn ich das Tier, dessen Leichenteile ich im Restaurant bestelle, selbst t&#246;ten m&#252;&#223;te, k&#228;me bei mir h&#246;chstwahrscheinlich Mitleid auf. Da dieses Tier aber im Rahmen eines institutionalisierten und undustrialisierten Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses igendwo von irgendjemandem umgebracht wird, entsteht bei mir kein Mitleid. Oder: Beim Piloten, der aus gro&#223;er H&#246;he eine t&#246;dliche Bombe auf ein Geb&#228;ude, in dem sich hundert Personen befinden, abwirft, wird kein (direktes) Mitleid aufkommen. Wenn er die gleichen Menschen aber eigenh&#228;ndig und einzeln erschie&#223;en m&#252;&#223;te, s&#228;he sie Sache vermutlich ganz anders aus.</p>
<p>Auf der Handlungsebene ist Ethik also eine Angelegenheit, bei der emotionale und willk&#252;rliche Faktoren eine gro&#223;e Rolle spielen. Diese quasi Verw&#228;sserung ethischer Grunds&#228;tze im Zuge ihrer praktischen Umsetzung durch emotionale und willk&#252;rliche Elemente ist in Wirklichkeit aber meist noch wesentlich ausgepr&#228;gter, als es die bisherigen Ausf&#252;hrungen vermuten lassen. Denn den „Idealfall“, da&#223; eine bestimmte ethische &#220;berzeugung durch Mitleid verhaltensaktiv wird, werden wir in der Realit&#228;t nur ausnahmsweise und nur ann&#228;herungsweise antreffen. Im Falle des Ethikers n&#228;mlich (also eines Menschen, der sich von Berufs wegen mit Ethik befa&#223;t), der eine bestimmte ethische Position vertritt und bei dem diese dann durch Mitleidsimpulse beim Handeln zum Tragen kommt.</p>
<p>Die t&#228;gliche Praxis moralischen Handelns sieht aber  anders aus: Die meisten Menschen orientieren sich nicht an einem, sondern an mehreren moralischen Prinzipien, etwa an der Goldenen Regel, am Gleichheitsprinzip und an den Zehn Geboten. Ihr moralisches Handeln stellt sich dann als irgendeine „Mischung“ aus diesen Prinzipien dar. Aber selbst diese Beschreibung wird in aller Regel viel zu „hochgegriffen“, sprich: viel zu theoretisch sein. Denn oft handeln Menschen, wenn sie moralisch richtig handeln wollen, (bewu&#223;t) nach gar keinen bestimmten moralischen Prinzipien, sondern einfach in der Absicht, „das Richtige“ tun zu wollen, „moralisch“ sein zu wollen. Da&#223; diese Haltung bzw. Praxis dann in hohem Ma&#223;e „emotions- und willk&#252;rgeladen“ ist, liegt auf der Hand.</p>
<p>Nach diesen &#220;berlegungen sind wir nun vielleicht besser imstande, einige Fragen, die uns im Zusammenhang mit Tieren und Tierrechtlern immer wieder begegnen, besser verstehen bzw. erkl&#228;ren zu k&#246;nnen. Etwa:</p>
<p>1) Wie ist es m&#246;glich, da&#223; Menschen, die die ethischen Argumente gegen das Fleischessen vollkommen verstehen und auch akzeptieren, dennoch weiterhin Fleisch essen?</p>
<p>2) Wie ist es m&#246;glich, da&#223; manche Tierexperimentatoren offenbar durchaus f&#252;rsorgliche und liebevolle V&#228;ter sind?</p>
<p>3) Wie ist es m&#246;glich, da&#223; Menschen, die aus moralischen Gr&#252;nden vegan leben, sich gegen&#252;ber ihren Mitmenschen oft so extrem unmoralisch verhalten? </p>
<p>Zur ersten Frage. Nun, dieses Ph&#228;nomen k&#246;nnen wir jetzt recht rasch erkl&#228;ren: Ethik alleine bzw. ethische Positionen an sich wirken sich noch nicht auf das Verhalten aus. Kommt keine emotionale Aktivierung hinzu, bleiben ethische Einsichten praktisch wirkungslos.</p>
<p>Frage 2 (Wie ist es m&#246;glich, da&#223; manche Tierexperimentatoren offenbar durchaus f&#252;rsorgliche und liebevolle V&#228;ter sind?): Dieses Ph&#228;nomen k&#246;nnen wir mit dem vorliegenden kategorialen Unterschied zwischen den eigenen Kindern, die Objekte selbstloser Liebe sind, und allen anderen Wesen, die Objekte der Ethik (der quasi generalisierten und in Regeln geronnenen selbstlosen Liebe) sind, erkl&#228;ren: Da&#223; wir unsere „N&#228;chsten“ besser behandeln als andere, ist ein bekanntes und allgemeines (und ethisch h&#246;chst komplexes) Ph&#228;nomen, auf das wir hier nicht weiter einzugehen brauchen.</p>
<p>Eine etwas gr&#246;&#223;ere Herausforderung im Hinblick auf ihre Erkl&#228;rung stellen aber folgende F&#228;lle dar: Tierexperimentatoren und andere Tierqu&#228;ler, die nicht nur liebevolle V&#228;ter sind, sondern sich dar&#252;ber hinaus auch f&#252;r andere Menschen engagieren, etwa f&#252;r Asylanten oder Angeh&#246;rige diskriminierter Minderheiten. Aber auch hierf&#252;r gibt es eine naheliegende und schl&#252;ssige Erkl&#228;rung: Aufgrund der jahrtausendelangen abendl&#228;ndischen speziesistischen Tradition – auf religi&#246;ser, philosophischer und im Gefolge auf Alltags-Ebene – werden Tiere in derart hohem Ma&#223;e als moralisch minderwertig bzw. moralisch weniger wichtig betrachtet, da&#223; dadurch praktisch jede Schlechterbehandlung von Tieren hinreichend erkl&#228;rbar ist. </p>
<p>Beachtenswert und wesentlich ist, da&#223; sich diese moralische Minderbewertung von Tieren auch negativ auf das Mitleid mit Tieren auswirkt bzw. auswirken kann! (Vgl. Kaplan, 2001, S. 30-33) Um dies erkennen und verstehen zu k&#246;nnen, vergegenw&#228;rtigen wir uns zun&#228;chst einmal folgendes: Sagen wir, ich bin in eine Person verliebt, die ich erstens f&#252;r moralisch minderwertig halte und die mir zweitens „einen Korb gegeben“ hat. In nicht unwesentlichem Ma&#223;e kann ich nun meine Liebe und Sehnsucht, also emotionale Ph&#228;nomene, quasi „wegrationalisieren“, indem ich mir die moralische Minderwertigkeit des Liebesobjekts anschaulich vergegenw&#228;rtige: Eine moralisch derart fragw&#252;rdige Person ist es nicht wert, so geliebt zu werden. </p>
<p>Gef&#252;hlsreduktion durch rationale Erw&#228;gung also.<br />
Eine vergleichbare Wirkung kann die moralische Minderbewertung von Tieren auf unser Mitleid mit ihnen haben: Wenn Tiere moralisch nicht so wichtig sind, dann ist auch ihr Leiden nicht so wichtig und unser Mitleid mit ihnen nicht so berechtigt. Also wiederum: Gef&#252;hlsreduktion (genauer: Mitleidreduktion) durch rationale (genauer: ethische) Erw&#228;gungen. Diese mitleidmindernde Wirkung moralischer Konzepte und Vorstellungen ist umso st&#228;rker, als die moralische Minderbewertung von Tieren ja traditionell „garniert“ wird mit faktischen Fehlinformationen &#252;ber das Leiden und die Leidensf&#228;higkeit von Tieren. </p>
<p><strong>Egoismus und Ethik</strong></p>
<p>Nun zur dritten Frage: Wie ist es m&#246;glich, da&#223; Menschen, die aus moralischen Gr&#252;nden vegan leben, sich gegen&#252;ber ihren Mitmenschen oft so extrem unmoralisch verhalten?</p>
<p>Zun&#228;chst: Immer wieder ist zu beobachten, da&#223; bei bestimmten Menschen das Vegansein mit der Zeit zunehmend in den Hintergrund tritt und andere Handlungsmotive die Oberhand gewinnen. Das hei&#223;t weder, da&#223; diese Menschen aufh&#246;rten, vegan zu leben, noch, da&#223; sie nicht mehr aus moralischen Gr&#252;nden vegan lebten. Aber der Veganismus wird immer mehr zur Rolle, zur Pose, zur „Hintergrundmusik“ quasi f&#252;r andere Absichten und Ziele. </p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/dogmatiker.jpg"><img src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/uploads/2009/04/dogmatiker.jpg" alt="Dogmatiker" title="Dogmatiker" width="200" height="300" class="alignleft size-full wp-image-1098" /></a>Zwei typische Beispiele f&#252;r dieses Ph&#228;nomen sind der Profilneurotiker und der Mitl&#228;ufer. Der Profilneurotiker – typischerweise Vorsitzender irgendeines Vereines oder dergleichen &#8211; sieht zunehmend alles nur mehr unter dem Aspekt: Wie kann ich noch „ber&#252;hmter“ werden? F&#252;r den Mitl&#228;ufer bilden Veganismus bzw. Tierrechte einfach das identit&#228;tsstiftende Moment in seinem Leben. Im kritiklosen Nachbeten von Glaubenss&#228;tzen &#228;hnelt er dem Gl&#228;ubigen, der religi&#246;se Dogmen nachbetet.  </p>
<p>Da&#223; sich Veganer dieses Zuschnitts in ihrem Verhalten gegen&#252;ber ihren Mitmenschen nicht unbedingt als „bessere Menschen“ erweisen, wird wenig &#252;berraschen. Vor allem aber mu&#223; in diesem Zusammenhang endlich ein Ph&#228;nomen gew&#252;rdigt werden, das so allgegenw&#228;rtig und so allgewaltig ist, da&#223; man es leicht &#252;bersieht: der Egoismus &#8211; das wichtigste Handlungsmotiv der Menschen und der gro&#223;e Gegenspieler von Mitleid und Ethik. Kommt Egoismus erst einmal zum Tragen, w&#228;chst quasi kein moralisches Gras mehr. Wo egoistische Impulse auf ethische Einstellungen treffen, obsiegen meist die egoistischen Impulse. Dies umso mehr, wenn die ethischen Einstellungen von vornherein eher vorgegaukelt denn echt sind. Der Egoismus ist der mit Abstand wichtigste Erkl&#228;rungsfaktor menschlichen Verhaltens. Er ist, pathetisch formuliert, die Trumpfkarte des Teufels auf Erden. Denn:</p>
<p>„Das Hauptproblem im Zusammenhang mit moralischem Handeln ist &#8230; nicht, da&#223; die Menschen nicht WISSEN, was sie sollen, sondern, da&#223; sie nicht TUN, was sie sollen. ( &#8230; ) Unser gr&#246;&#223;tes Problem besteht &#8230; darin, da&#223; wir uns nicht durchringen k&#246;nnen, das, was wir f&#252;r richtig halten, auch in die Tat umzusetzen.“ (Kaplan, 2001, S. 13 f.) Und der Grund daf&#252;r, da&#223; wir nicht tun, was wir f&#252;r richtig halten, ist in aller Regel unser Egoismus.</p>
<p>Die meisten Menschen betreiben Ethik als Sch&#246;nwetter-Freizeitbesch&#228;ftigung: Solange sie nichts kostet, sprich: keine Opfer erfordert – wunderbar. Sobald Ethik aber anstrengend w&#252;rde, tritt zuverl&#228;ssig ein Zwei-Stufen-Plan in Kraft: Zuerst wird versucht, seinem Egoismus einen ethischen Anstrich zu verpassen – „nirgends lassen sich unethische Motive besser verstecken als hinter ethischen Theorien und ethischem Gehabe“ (Kaplan, 2001, S. 15). Und wenn das nicht mehr funktioniert, l&#228;&#223;t man seinem Egoismus einfach freien Lauf. Damit befindet man sich dann zwar nicht in guter, wohl aber in gro&#223;er Gesellschaft.   </p>
<p><strong>Literatur:</strong><br />
<small>Kaplan, Helmut F.: Leben – Lieben – Leiden. Norderstedt: Books on Demand, 2008.<br />
Kaplan, Helmut F.: Wozu Ethik? Bad Nauheim: ASKU-PRESSE,  2001.<br />
Rachels, James: Created From Animals. Oxford: Oxford University Press, 1990.<br />
Rohracher, Hubert: Einf&#252;hrung in die Psychologie. Wien: Urban &#038; Schwarzenberg, 1971.<br />
Rollin, Bernard E.: Animal Rights and Human Morality. Buffalo, New York: Prometheus Books, 1981.<br />
Schmidbauer, Wolfgang: Alles oder nichts. &#220;ber die Destruktivit&#228;t von Idealen. Reinbek: Rowohlt, 1980.<br />
Schopenhauer, Arthur: Preisschrift &#252;ber die Grundlage der Moral. Z&#252;rcher Ausgabe (10 B&#228;nde). Z&#252;rich: Diogenes, 1977. Band VI.<br />
Schweitzer, Albert: Gesammelte Werke in f&#252;nf B&#228;nden. M&#252;nchen: C. H. Beck, o. J. Band 2.<br />
Singer, Peter: Wie sollen wir leben? Erlangen: Fischer, 1996.<br />
Wolf, Ursula: Das Tier in der Moral. Frankfurt am Main: Klostermann, 1990.</small></p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
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		<title>Folter, von der Tiere nur tr&#228;umen k&#246;nnen</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 20:32:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/folter-von-der-tiere-nur-traeumen-koennen"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>Helmut F. Kaplan So schrecklich die Foltermethoden der Bush-Administration, &#252;ber die jetzt &#252;berall berichtet wird, sind – Tiere k&#246;nnen von solcher Folter nur tr&#228;umen: Diese Folter-Anleitungen erlauben „jede Behandlung, die keine bleibenden Sch&#228;den hinterl&#228;sst, keine Knochen bricht und keinen Verd&#228;chtigen umbringt“ (Die Zeit, 18, 2009, S. 9). F&#252;r Tiere in der Massentierhaltung und in Versuchslabors [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>So schrecklich die Foltermethoden der Bush-Administration, &#252;ber die jetzt &#252;berall berichtet wird, sind – Tiere k&#246;nnen von solcher Folter nur tr&#228;umen: Diese Folter-Anleitungen erlauben „jede Behandlung, die keine bleibenden Sch&#228;den hinterl&#228;sst, keine Knochen bricht und keinen Verd&#228;chtigen umbringt“ (Die Zeit, 18, 2009, S. 9). F&#252;r Tiere in der Massentierhaltung und in Versuchslabors bedeuteten solche Bestimmungen eine immense Verbesserung ihrer Lebensqualit&#228;t!</p>
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		<title>Milch-M&#246;rder-M&#228;rchenwelt</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 20:31:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/milch-moerder-maerchenwelt"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>Helmut F. Kaplan „Durch den Kauf regionaler Milchprodukte kann jede/r KonsumentIn auch einen enormen ‘Mehrwert‘ lukrieren: Denn die heimischen Bauern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. &#220;ber hunderte von Jahren entstanden die Almwiesen und Weiden, die heute f&#252;r unsere Heimat so typisch sind. Unsere Milchbauern sorgen mit ihrer Arbeit daf&#252;r, dass diese [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>„Durch den Kauf regionaler Milchprodukte kann jede/r KonsumentIn auch einen enormen ‘Mehrwert‘ lukrieren: Denn die heimischen Bauern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. &#220;ber hunderte von Jahren entstanden die Almwiesen und Weiden, die heute f&#252;r unsere Heimat so typisch sind. Unsere Milchbauern sorgen mit ihrer Arbeit daf&#252;r, dass diese Landschaft mit ihrer Vielfalt an Wiesen, Weiden und W&#228;ldern auch in Zukunft erhalten bleibt.“</p>
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<p>K&#252;nftig sollte uns der Anblick unserer wunderbaren Landschaften also stets daran erinnern, da&#223; sie von gewissenlosen Sklavenhaltern gestaltet und erhalten werden. Hinter diesen Erholungsgebieten f&#252;r Menschen steckt eine Folter- und  Mordwirtschaft f&#252;r Tiere, deren seit Jahrhunderten andauerndes und t&#228;glich neu produziertes Grauen kaum vorstellbar ist.</p>
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		<title>Zitate von Helmut F. Kaplan (III)</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/zitate-von-helmut-f-kaplan-iii</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/zitate-von-helmut-f-kaplan-iii#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 20:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/zitate-von-helmut-f-kaplan-iii"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>ET = Charles Patterson: Eternal Treblinka. New York: Lantern Books, 2002. K = Kompendium von www.tierrechte-kaplan.org L = Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung. Reinbek: Rowohlt, 1993. LLL = Helmut F. Kaplan: Leben – Lieben – Leiden. Norderstedt: Books on Demand, 2008. TR = Helmut F. Kaplan: Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung. [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ET = Charles Patterson: Eternal Treblinka. New York: Lantern Books, 2002.</p>
<p>K = Kompendium von <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a></p>
<p>L = Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung. Reinbek: Rowohlt, 1993.</p>
<p>LLL = <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a>: Leben – Lieben – Leiden. Norderstedt: Books on Demand, 2008.</p>
<p>TR = Helmut F. Kaplan: Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung. G&#246;ttingen: Echo Verlag, 2000.</p>
<p>Zitate ohne Quellenangabe entstammen Vortragsunterlegen und dergleichen.</p>
<p>„Wer glaubt, die Welt verbessern zu k&#246;nnen, ist ein Narr. Wer es nicht versucht, ein Verbrecher.“ (LLL, S. 13)</p>
<p>„Die Grundtatsache des Lebens ist Mangel an Gl&#252;ck. Deshalb ist die Grundforderung der Moral die F&#246;rderung von Gl&#252;ck.“ (LLL, S. 90)</p>
<p>„Wir leben in einer sinnlosen Welt voll sinnlosen Leidens. Der einzige Sinn, denn ich sehe, ist, Leiden lindern.“ (LLL, S. 91)</p>
<p>„Helfen k&#246;nnen bedeutet helfen sollen.“ (LLL, S. 91)</p>
<p>„Wer das Gl&#252;ck hat, gl&#252;cklich zu sein, lebt gewisserma&#223;en ‘gegen die Natur‘. Deshalb sollte er bei Zeiten einen Teil seines ‘unnat&#252;rlichen Gl&#252;cks‘ freiwillig abtreten &#8211; in Form von Hilfe f&#252;r Ungl&#252;ckliche. Sonst hole ihn der Teufel!“ (LLL, S. 92)</p>
<p>„Wer einmal das Leiden der Welt erfa&#223;t und die Dankbarkeit, nicht unmittelbar davon betroffen zu sein, erlebt hat, der kann &#8230; nie mehr ruhen. Das Verlangen zu helfen ist unstillbar.“ (K: D&#252;rfen wir aufgeben?“)</p>
<p>„Angesichts des endlosen Leidens auf Erden bleibt alles, was wir dagegen tun k&#246;nnen, ein Tropfen auf dem hei&#223;en Stein. Aber EINEM Wesen oder EINIGEN Wesen kann jeder helfen. Und dann k&#246;nnen wir immerhin sagen: Ohne uns w&#228;re die Welt noch schlechter, das Leiden noch gr&#246;&#223;er.“ (LLL, S. 91)</p>
<p>„Angesichts des Grauens, das t&#228;glich passiert, m&#252;&#223;ten alle, die Mitleid empfinden, vor Verzweiflung erstarren. Aber das d&#252;rfen wir nicht! Wir d&#252;rfen das Handeln nicht den Mitleidlosen &#252;berlassen.“ (LLL, S. 91)</p>
<p>„Wenn man in einer schwierigen Situation alles in seiner Macht Stehende getan hat, kann man verzweifeln; weil man keine M&#246;glichkeit mehr hat, den Gang der Dinge zu beeinflussen. Man kann sich aber auch mit gro&#223;er Gelassenheit und innerer Ruhe zur&#252;cklehnen und abwarten: Dies ist die EINZIGE Situation, in der wir guten Gewissens unsere H&#228;nde in den Scho&#223; legen und auf Hilfe von au&#223;en hoffen d&#252;rfen!“ LLL, (S. 91 f.)</p>
<p>„Die Tierrechtsbewegung ist die gr&#246;&#223;te Friedensbewegung aller Zeiten: Weil sie nicht nur Frieden und Freiheit f&#252;r alle Menschen fordert, unabh&#228;ngig von Hautfarbe, Geschlecht oder anderen moralisch belanglosen Merkmalen, sondern Frieden und Freiheit f&#252;r alle leidensf&#228;higen Wesen.“ </p>
<p>„Wenn wir von der Zahl der Betroffenen ausgehen, so ist die Befreiung der Tiere wichtiger als jede vorangegangene Befreiungsbewegung: Keine Gruppe unterdr&#252;ckter Menschen erreichte je auch nur ann&#228;hernd die Zahl der Tiere, die vom Menschen j&#228;hrlich gequ&#228;lt und umgebracht werden.“ (L, S. 31)</p>
<p>„Wie auch immer die k&#252;nftige Entwicklung der Tierrechtsbewegung verlaufen wird, es gibt nur mehr ein Vorw&#228;rts und kein Zur&#252;ck. Es gibt kein Zur&#252;ck mehr hinter den heutigen Kenntnis- und Bewu&#223;tseinsstand. Die Fakten und Argumente liegen auf dem Tisch. Die Ideen der Tierrechtsbewegung geh&#246;ren zum unverlierbaren zivilisatorischen Gedankengut der Menschheit. Und sie haben dort das gleiche Gewicht und den gleichen moralischen und politischen Stellenwert wie jene Ideen, die zur &#220;berwindung der Sklaverei gef&#252;hrt haben.“ (L, Seite 18)</p>
<p>„Schlittenfahrende Kinder, hundert Meter daneben das Altersheim. Das ist das Leben. Das berauschend sch&#246;ne und barbarisch grausame Leben.“ (LLL, S. 28)</p>
<p>„Sein Leben bew&#228;ltigen hei&#223;t, die Gegenwart bew&#228;ltigen.“ (LLL, S. 38)</p>
<p>„Wer frei sein will, befreie sich zuerst von seiner eigenen Feigheit.“ (LLL, S.39)</p>
<p>„Unser st&#228;rkster Gegner sind wir meist selbst.“ (LLL, S.39)</p>
<p>„Wie soll ein Mensch, der zu sich selbst unehrlich ist, ehrlich zu anderen sein?“ (LLL, S. 48)</p>
<p>„Viele Wege f&#252;hren nach Rom, aber alle sind steinig.“ (LLL, S. 40)</p>
<p>„Wer Gro&#223;es leisten will, mu&#223; &#252;ber lange Zeit gegen&#252;ber Kritik immun sein.“ (LLL, S.38)</p>
<p>„Es gibt nur ein ‘Erfolgsrezept‘: sich von keiner Niederlage beeindrucken lassen und immer weitermachen.“ (LLL, S. 38)</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
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		<title>Zitate von Helmut F. Kaplan (II)</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 18:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.fellbeisser.net/authors/zitate-von-helmut-f-kaplan-ii"><img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.fellbeisser.net/authors/wp-content/plugins/thumbnail-for-excerpts/tfe_no_thumb.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" /></a>ET = Charles Patterson: Eternal Treblinka. New York: Lantern Books, 2002. K = Kompendium von www.tierrechte-kaplan.org L = Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung. Reinbek: Rowohlt, 1993. LLL = Helmut F. Kaplan: Leben – Lieben – Leiden. Norderstedt: Books on Demand, 2008. TR = Helmut F. Kaplan: Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung. [...]<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ET = Charles Patterson: Eternal Treblinka. New York: Lantern Books, 2002.<br />
K = Kompendium von <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a><br />
L = Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung. Reinbek: Rowohlt, 1993.<br />
LLL = <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a>: Leben – Lieben – Leiden. Norderstedt: Books on Demand, 2008.<br />
TR = Helmut F. Kaplan: Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung. G&#246;ttingen: Echo Verlag, 2000.</p>
<p>Zitate ohne Quellenangabe entstammen Vortragsunterlegen und dergleichen.</p>
<p>„Die ethische Weltformel ist l&#228;ngst gefunden, nur haben es die Philosophen noch nicht bemerkt: Behandle andere so, wie du an ihrer Stelle behandelt werden m&#246;chtest.“ (LLL, S. 90)</p>
<p>„Wie w&#252;rde er (sie, es – Mann, Frau, Kind oder Tier) beim j&#252;ngsten Gericht &#252;ber mich aussagen? – Das ist die Frage, die uns im Umgang mit anderen leiten sollte!“ (LLL, S.90) </p>
<p>„Es gibt ein gutes Kriterium f&#252;r den richtigen Umgang mit Tieren: Wie w&#252;rde sich dieses Tier vor einem moralischen Schiedsgericht &#252;ber mich &#228;u&#223;ern?“</p>
<p>„Wenn es irgendwelche unbezweifelbaren moralischen Grunds&#228;tze gibt, dann geh&#246;rt dieser mit Sicherheit dazu: Man darf die Schw&#228;che und Wehrlosigkeit anderer nicht ausnutzen.“<br />
(TR, Motto)</p>
<p>„Wer nicht als Tier auf die Welt gekommen ist, hat gro&#223;es Gl&#252;ck gehabt. Und wer Gl&#252;ck hatte, sollte nicht undankbar sein. Gl&#252;ck verpflichtet. Es verpflichtet, denen zu helfen, die kein Gl&#252;ck hatten.“ (K: „Gl&#252;ck gehabt!“)</p>
<p>„Solange wir, die wir ‚drau&#223;en’, in der Freiheit, im Gl&#252;ck sind, denen nicht helfen, die ‚drinnen’, im Gef&#228;ngnis sind, so lange haben wir kein Recht auf Gl&#252;ck. Wer genie&#223;t, ohne zu helfen, macht sich schuldig und verdient nicht zu leben.“ (L, S. 183)</p>
<p>“Our grandchildren will ask us one day: Where were you during the Holocaust of the animals? What did you do against these horrifying crimes? We won&#8217;t be able to offer the same excuse for the second time, that we didn&#8217;t know.” (ET, S. 221)</p>
<p>„Wenn wir auch nicht DIE Menschen oder DIE Tiere retten k&#246;nnen, so k&#246;nnen wir einzelnen Menschen und einzelnen Tieren sehr wohl helfen, sie gl&#252;cklich machen &#8211; oder zumindest weniger ungl&#252;cklich machen. Leiden lindern und Gl&#252;ck f&#246;rdern sind Werte an sich. Letztlich vielleicht die einzigen Werte &#252;berhaupt.“ (K: „Weltuntergang w&#252;nschenswert?“</p>
<p>„Die Tierrechtsbewegung kann und wird ebensowenig siegen wie die Menschenrechtsbewegung je siegen kann und wird – weil Dummheit und Schlechtigkeit der Menschen nie enden werden. Jeder, der f&#252;r das Gute k&#228;mpft, k&#228;mpft einen letztlich aussichtslosen Kampf. Aber: F&#252;r jene Tiere und f&#252;r jene Menschen, denen wir helfen k&#246;nnen, kann diese Hilfe den Unterschied zwischen Leben und Tod, zwischen Gl&#252;ck und Katastrophe bedeuten. Lassen wir uns also durch die Unm&#246;glichkeit eines ‘End- oder Gesamtsieges‘ nicht davon abhalten, das zu tun, was m&#246;glich ist: kleine Oasen des Weniger-Leidens, Nicht-Leidens, manchmal sogar des Gl&#252;cks zu schaffen in einem Meer von Wahnsinn, Leiden und Tod.“ (K: „Lehre aus dem Krieg“)</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
<p>B&#252;cher von Helmut F. Kaplan bei <a href="http://www.Amazon.de" title="http://www.Amazon.de" class="autohyperlink" target="_blank">www.Amazon.de</a></p>
<p>Liste „Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a><br />
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff „Bitte einladen“</p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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