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	<title>Fellbeisser Tierrechtsautoren &#187; Dr. Helmut F. Kaplan</title>
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	<description>Autorenbeiträge zu Tierrechte und Tierschutz</description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Jan 2012 17:46:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Leichenschmaus</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 18:34:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>Vierte, aktualisierte Neuauflage 2011<br />
</strong><br />
„Leichenschmaus“ erschien erstmals 1993 und wurde inzwischen ins Franz&#246;sische und Japanische &#252;bersetzt. Es gilt als wichtigstes deutschsprachiges Tierrechtsbuch.</p>
<p>Fleischkonsum bzw. Vegetarismus sind mittlerweile mediale Themen. Ihre Diskussion erfolgt heute aber vor allem unter den Stichworten Ern&#228;hrung, &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vierte, aktualisierte Neuauflage 2011<br />
</strong><br />
„Leichenschmaus“ erschien erstmals 1993 und wurde inzwischen ins Franz&#246;sische und Japanische &#252;bersetzt. Es gilt als wichtigstes deutschsprachiges Tierrechtsbuch.</p>
<p>Fleischkonsum bzw. Vegetarismus sind mittlerweile mediale Themen. Ihre Diskussion erfolgt heute aber vor allem unter den Stichworten Ern&#228;hrung, Gesundheit, Bio, Umwelt und Klima. Der ethische bzw. tierethische Aspekt fehlt fast v&#246;llig. Diese Neuauflage soll dazu beitragen, wieder diejenigen ins Blickfeld zu r&#252;cken, um die es beim Thema Fleisch vorrangig gehen sollte: die zig Milliarden Tiere, die j&#228;hrlich f&#252;r unseren Gaumenkitzel leiden und sterben m&#252;ssen.</p>
<p>Aus dem Vorwort zur vierten Auflage:</p>
<p>„Als dieses Buch geschrieben und 1993 erstmals ver&#246;ffentlicht wurde, war die Welt f&#252;r Tierrechtler insofern noch in Ordnung, als zwar wie heute Tierleid, Tierfolter und Tiermord an der Tagesordnung waren, man sich aber sicher war, den richtigen Weg zur Befreiung der Tiere zu kennen: Die analoge Abfolge von Sklavenbefreiung, B&#252;rgerrechtsbewegung, Frauenemanzipation und Tierbefreiung erschien historisch und ethisch „logisch“, konsequent und unausweichlich.</p>
<p>Inzwischen ist diesem Bewusstsein teilweise Ern&#252;chterung und Verunsicherung gewichen: Die Tierrechtsbewegung ist zerstritten und gespalten und viele stellen sich bange die Frage: Wann werden wir unser Ziel endlich erreichen? Oder gar: Werden wir unser Ziel &#252;berhaupt je erreichen? Genau um diese Ern&#252;chterung und Verunsicherung soll es hier allerdings NICHT gehen – sondern um die historische Aufbruchstimmung und um die Wucht der Argumente, die f&#252;r die Befreiung der Tiere sprechen.“</p>
<p><a href="http://www.thalia.de/shop/tha_homestartseite/suchartikel/leichenschmaus/helmut_f_kaplan/ISBN3-8448-7264-7/ID30538064.html?jumpId=6484241" class="autohyperlink" title="http://www.thalia.de/shop/tha_homestartseite/suchartikel/leichenschmaus/helmut_f_kaplan/ISBN3-8448-7264-7/ID30538064.html?jumpId=6484241" target="_blank">www.thalia.de/shop/tha_homesta&#8230;</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (22.11.2011; 11:58 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801?v=wall" class="autohyperlink" title="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801?v=wall" target="_blank">www.facebook.com/pages/Helmut-&#8230;</a></p>
<p>Neues Buch: &#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221;<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a><br />
<a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a></p>
<p>———-</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht von „der fell<em>bei&#223;er</em>“© (<a href="http://www.fellbeisser.net/news/" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/news/" target="_blank">www.fellbeisser.net/news/</a>) am 22.11.2011</p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Gleichheitsprinzip und Tierrechte</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/gleichheitsprinzip-und-tierrechte</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/gleichheitsprinzip-und-tierrechte#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 16:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>Das basalste Recht ist das Recht auf gleiche Interessenber&#252;cksichtigung<br />
</strong><br />
<a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Die Geltung des auf Aristoteles zur&#252;ckgehenden moralischen Gleichheitsprinzips &#8211; Gleiches bzw. &#196;hnliches muss auch gleich bzw. &#228;hnlich behandelt werden &#8211; ist f&#252;r die meisten von uns so selbstverst&#228;ndlich, &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das basalste Recht ist das Recht auf gleiche Interessenber&#252;cksichtigung<br />
</strong><br />
<a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Die Geltung des auf Aristoteles zur&#252;ckgehenden moralischen Gleichheitsprinzips &#8211; Gleiches bzw. &#196;hnliches muss auch gleich bzw. &#228;hnlich behandelt werden &#8211; ist f&#252;r die meisten von uns so selbstverst&#228;ndlich, dass wir es gar nicht als eigenes Prinzip wahrnehmen. Aber ohne dieses Gleichheitsprinzip verl&#246;re alle Ethik ihre Grundlage, Glaubw&#252;rdigkeit und Anwendbarkeit.</p>
<p>Nun behauptet kein vern&#252;nftiger Mensch, dass Menschen und Tiere in einem faktischen Sinne gleich w&#228;ren. Jedem ist klar, dass Menschen und Tiere &#8211; wie auch die Menschen untereinander! &#8211; zum Beispiel unterschiedliche Interessen haben. Deshalb w&#228;re es auch v&#246;llig verfehlt, Menschen und Tiere gleich zu BEHANDELN, denn unterschiedliche Interessen erfordern und rechtfertigen eben eine UNTERSCHIEDLICHE Behandlung. So brauchen etwa Hunde und Katzen im Unterschied zu Menschen keine Religionsfreiheit und kein Wahlrecht &#8211; weil sie damit schlicht nichts anfangen k&#246;nnten. Und M&#228;nner brauchen im Unterschied zu Frauen keinen Schwangerschaftsurlaub &#8211; weil sie nicht schwanger werden k&#246;nnen.</p>
<p>Was das Gleichheitsprinzip fordert, ist schlicht dies: WO Menschen und Tiere &#228;hnliche Interessen haben, da sollen wir diese &#228;hnlichen Interessen auch GLEICH BER&#220;CKSICHTIGEN, moralisch gleich ernst nehmen:</p>
<p>- Weil alle Menschen ein Interesse an angemessener Nahrung und Unterkunft haben, sollen wir dieses Interesse auch bei allen Menschen gleich ber&#252;cksichtigen &#8211; und d&#252;rfen nicht willk&#252;rliche Diskriminierungen aufgrund von Rasse oder Geschlecht vornehmen. Also kein RASSISMUS und SEXISMUS.<br />
- Und weil sowohl Menschen als auch Tiere ein immenses Interesse haben, nicht zu leiden, sollen wir dieses Interesse bei Menschen und Tieren auch gleich ber&#252;cksichtigen &#8211; und d&#252;rfen nicht willk&#252;rliche Diskriminierungen aufgrund der Spezies vornehmen. Also kein SPEZIESISMUS.</p>
<p>Gleiche Interessen sollen gleich z&#228;hlen. Das basalste Recht ist das Recht auf gleiche Interessenber&#252;cksichtigung. Gleiche Interessen weniger zu ber&#252;cksichtigen, verst&#246;&#223;t gegen das Gleichheitsprinzip. Wer sagt „Dein Leiden ist weniger wichtig, weil du schwarz bist“, ist Rassist. Wer sagt „Dein Leiden ist weniger wichtig, weil du eine Frau bist“, ist Sexist. Und wer sagt „Dein Leiden ist weniger wichtig, weil du ein Tier bist“, ist Speziesist.</p>
<p>Mit ihrer Forderung, auch gleiche bzw. &#228;hnliche tierliche Interessen gleich  zu ber&#252;cksichtigen, ist die Tierrechtsbewegung also die konsequente und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen wie der Befreiung der Sklaven, der (amerikanischen) B&#252;rgerrechtsbewegung und der Frauenemanzipation: Immer geht es darum, moralische Diskriminierungen aufgrund moralisch belangloser Merkmale wie Hautfarbe, Geschlecht und Spezies zu erkennen und zu &#252;berwinden.</p>
<p>Gleiches Leiden ist gleich wichtig. Zu sagen „Dein Leiden ist weniger wichtig, weil du ein Tier bist“, ist pure Willk&#252;r, reiner Speziesismus. Aber exakt entsprechend diesem „Dein Leiden ist weniger wichtig, weil du ein Tier bist“ behandeln wir Tiere! Allgemein und speziell jene Tiere, die wir essen wollen: Keinem Menschen w&#252;rden wir auch nur ansatzweise jenes Leiden zumuten, das wir Tieren bedenkenlos und ununterbrochen zumuten.</p>
<p>Geradezu kriminell wird es, wenn wir uns vergegenw&#228;rtigen, WOF&#220;R wir Tieren dieses Leiden zuf&#252;gen! Wir f&#252;gen Tieren lebenslanges, schwerstes Leiden zu f&#252;r einen kurzen Gaumenkitzel. Beim Fleischessen werden ALLE tierlichen Interessen einem EINZIGEN menschlichen Interesse geopfert.</p>
<p>© Helmut F. Kaplan</p>
<p>Hinweis: Das Gleichheitsprinzip, wie es hier dargestellt und angewandt wird, geht auf Peter Singer zur&#252;ck. Im Unterschied zu Singer halte ich die Verkn&#252;pfung des Gleichheitsprinzips mit dem Utilitarismus f&#252;r problematisch. <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about HFK &raquo;">HFK</a></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801?v=wall" class="autohyperlink" title="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801?v=wall" target="_blank">www.facebook.com/pages/Helmut-&#8230;</a></p>
<p>Demn&#228;chst erscheint die Neuauflage von „Leichenschmaus“!<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a><br />
<a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (12.11.2011; 19:45 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht von „der fell<em>bei&#223;er</em>“© (<a href="http://www.fellbeisser.net/news/" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/news/" target="_blank">www.fellbeisser.net/news/</a>) am 13.11.2011</p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Heiligkeit des Lebens</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 19:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Im „Zeit Magazin“ (20, 2011) las ich Hans-Dietrich Genschers: Aussage: „Jedes Menschenleben ist gleich wertvoll.“ F&#252;r jemanden, der im Philosophiestudium darauf gedrillt wurde, niemals unbegr&#252;ndete oder gar unbegr&#252;ndbare Behauptungen aufzustellen, ist das eine, je nach dem, &#228;u&#223;erst &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Im „Zeit Magazin“ (20, 2011) las ich Hans-Dietrich Genschers: Aussage: „Jedes Menschenleben ist gleich wertvoll.“ F&#252;r jemanden, der im Philosophiestudium darauf gedrillt wurde, niemals unbegr&#252;ndete oder gar unbegr&#252;ndbare Behauptungen aufzustellen, ist das eine, je nach dem, &#228;u&#223;erst schludrige oder &#228;u&#223;erst k&#252;hne Redeweise. Nichtsdestotrotz entspricht sie exakt der g&#252;ltigen Sprachregelung. Mehr noch: Wer diesen Satz nicht uneingeschr&#228;nkt unterschreibt, begibt sich ins absolute gesellschaftliche Abseits.</p>
<p>Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die vor ihrer politischen T&#228;tigkeit als Sonderschullehrerin psychisch kranke Kinder unterrichtete und mit geistig Behinderten arbeitete, formuliert die gleiche Aussage so: „Mein ganzes Leben lang habe ich mich f&#252;r den Gedanken eingesetzt, dass jedes Leben gleich viel wert ist.“ („Der Spiegel“, 26, 2011, S. 46)</p>
<p>Und in der „Zeit“ (32, 2011) lese ich auf Seite 1 im Artikel „Kein Mitleid mehr!“, in dem es um Hungerkatastrophen geht: „Hungernde Menschen sind … B&#252;rger dieser Weltgemeinschaft und damit Tr&#228;ger aller Menschenrechte.“ Schlie&#223;lich im „Spiegel“ (32, 2011, S. 42) im Zusammenhang mit dem Kindesm&#246;rder Magnus G&#228;fgen: „Dass die Menschenw&#252;rde keiner Abw&#228;gung zug&#228;nglich und also auch bei einem Verbrecher zu achten sei, gilt l&#228;ngst als gefestigte Meinung.“</p>
<p>Was hei&#223;t all dies? Es hei&#223;t: Unabh&#228;ngig von allen faktischen und moralischen Unterschieden, egal ob jemand hochbegabt oder schwerbehindert, steinreich oder bettelarm ist, ob er Mitmenschen rettet oder t&#246;tet, jeder Mensch ist gleich wertvoll und Tr&#228;ger von Menschenrechten.</p>
<p>Was ist denn nun die Funktion, die Auswirkung dieser Gleichwertigkeit aller Menschen? Die Antwort ist einfach: Diese Gleichwertigkeit hat eine fundamentale Schutzfunktion, sie sichert den Gleichwertigen einen Mindeststandard an Anspr&#252;chen, insbesondere das Recht, nicht gefoltert oder get&#246;tet zu werden – wenn wir einmal von Staaten wie China und den USA absehen, in denen Menschenw&#252;rde und -rechte eine irritierende theoretische Schlagseite aufweisen.</p>
<p>Gibt es nun vern&#252;nftige Gr&#252;nde, Tieren diesen Schutz durch Gleichwertigkeit vorzuenthalten? Um es gleich vorwegzunehmen: Nein! Denn „Abwertungen mittels Fakten“ sind, wie wir gesehen haben, grunds&#228;tzlich unstatthaft – siehe etwa die intakte Gleichwertigkeit von Senilen, Dementen und geistig Behinderten. Au&#223;erdem befinden sich viele Tiere, etwa Hunde, Katzen, Rinder oder Schweine, auf einem H&#214;HEREN Niveau als viele Senile, Demente oder geistig Behinderte. Die „begabtesten“ Tiere sind schlauer als die „unbegabtesten“ Menschen. Daran ist nicht zu r&#252;tteln und dabei braucht man nicht einmal an Primaten zu denken, die sich mit der Zeichensprache mit Menschen unterhalten. Es gen&#252;gt, einerseits an Blindenhunde zu denken oder an Kapuziner&#228;ffchen, die Behinderte betreuen, andererseits an im Bett vor sich hind&#228;mmernde Demente.</p>
<p>Wenn am menschlichen Leben etwas „heilig“ ist, dann ist es keine „Heiligkeit“ des menschlichen Lebens, sondern eine „Heiligkeit“ des kreat&#252;rlichen Lebens – weil viele Tiere, wie gesagt, viel „heiliger“, sprich: schlauer, begabter, intelligenter, was auch immer, sind als viele Menschen.</p>
<p>Eine Minderbewertung von Tieren gegen&#252;ber Menschen mittels Fakten ist also rationalerweise ausgeschlossen. Ebenso eine Minderbewertung mittels religi&#246;ser Begr&#252;ndungen. Schlie&#223;lich leben wir nicht mehr in „Gottesstaaten“, sondern in s&#228;kularen Gesellschaften, in denen auch Menschenrechte s&#228;kular, also „weltlich“, sprich: glaubensneutral begr&#252;ndet werden m&#252;ssen. Tierlichem Leben grunds&#228;tzliche Gleichwertigkeit und Schutzw&#252;rdigkeit abzusprechen, beruht auf Unvernunft oder Grausamkeit.</p>
<p>© <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>———-</p>
<p>Helmut Kaplan (27.08.2011; 19:28 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/pages/Helmut-…" class="autohyperlink" title="http://www.facebook.com/pages/Helmut-…" target="_blank">www.facebook.com/pages/Helmut-&#8230;</a></p>
<p>Neues Buch: “Ich esse meine Freunde nicht”<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a> <Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de><br />
<a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a></p>
<p>———-</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht von „der fell<em>bei&#223;er</em>“© (<a href="http://www.fellbeisser.net/news/" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/news/" target="_blank">www.fellbeisser.net/news/</a>) am 27.08.2011</p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Vegetarismusdebatte f&#246;rdert Fleischkonsum</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/vegetarismusdebatte-fordert-fleischkonsum</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jul 2011 17:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.fellbeisser.net/authors/?p=1601</guid>
		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></strong></p>
<p>Man w&#252;rde vermuten, die vorangegangene Vegetarismusdebatte, ausgel&#246;st  durch die B&#252;cher „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer und „Anst&#228;ndig essen“ von Karen Duve, habe der Fleischindustrie arg zugesetzt. Das Gegenteil trifft zu: Diese Debatte war f&#252;r die Fleischindustrie &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"><div class="browsershot mshot"><a href="www.tierrechte-kaplan.org" ><img src="http://s.wordpress.com/mshots/v1/http%3A%2F%2Fwww.tierrechte-kaplan.org?w=200" alt="www.tierrechte-kaplan.org" width="200" /></a></div></div>
<p><strong><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></strong></p>
<p>Man w&#252;rde vermuten, die vorangegangene Vegetarismusdebatte, ausgel&#246;st  durch die B&#252;cher „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer und „Anst&#228;ndig essen“ von Karen Duve, habe der Fleischindustrie arg zugesetzt. Das Gegenteil trifft zu: Diese Debatte war f&#252;r die Fleischindustrie ein Gl&#252;cksfall!</p>
<p>Warum? Erst ein R&#252;ckblick: Rinderwahn, Vogelgrippe, Schweinepest, Klimadiskussion, Dioxinskandal &#8211; all diese Ereignisse, Debatten und Skandale konnten dem Fleischkonsum letztlich nichts anhaben: Zuerst wich man, soferne bestimmte Tiere betroffen waren, auf andere, „unbelastete“ Tiere aus, wenig sp&#228;ter war sowieso wieder alles vergessen. Faktische Diskussionen dieser Art, in denen es um Gesundheit und &#214;kologie geht, schaden der Fleischindustrie letztlich nicht.</p>
<p>Ebensowenig schaden ihr pseudoethische Diskussionen unter der &#220;berschrift„Weniger Fleisch!“ Auf diese „L&#246;sung“ laufen Vegetarismusdiskussionen unter Fleischessern naheliegenderweise maximal hinaus &#8211; womit wir bei der eingangs erw&#228;hnten Foer-Duve-Debatte sind. Die Forderung, weniger Fleisch zu essen, ist deshalb „harmlos“, weil sie keinen ethischen Gehalt und keine moralische Kraft besitzt. Das begreift man sofort, wenn man sie auf Menschen umlegt: Wer, anstatt zu sagen, Foltern und Vergewaltigen sind FALSCH, fordert, dass WENIGER gefoltert und vergewaltigt wird, dem fehlt jegliche moralische Legitimation und &#220;berzeugungskraft.</p>
<p>„Weniger Fleisch!“ ist f&#252;r die Fleischindustrie aber nicht nur „harmlos“, sondern ein gro&#223;er Gl&#252;cksfall. Denn dieser Slogan ist ein optimaler Aufh&#228;nger f&#252;r Stichworte und Werbeaussagen, die das Fleischimage VERBESSERN: Wir m&#252;ssen k&#252;nftig KRITISCHER sein, BEWU&#223;TER essen, weniger Fleisch, aber daf&#252;r BESSERES Fleisch essen, „BIOLOGISCHES“ Fleisch essen; so n&#252;tzen wir der GESUNDHEIT, so schonen wir die UMWELT und so erweisen wir den Tieren den n&#246;tigen RESPEKT. Dieses allseits begr&#252;&#223;te und propagierte neue „kritische Bewusstsein“ l&#228;uft darauf hinaus, da&#223; letztlich nicht weniger, sondern mehr Fleisch gegessen wird, vor allem aber, dass Fleisch (wieder) mit gutem Gewissen gegessen wird!</p>
<p>Eine Chance, den Fleischkonsum tats&#228;chlich und nachhaltig zu senken, besteht nur, wenn die Menschen f&#252;r die MORALISCHE Dimension des Fleischessens sensibilisiert werden. Also nicht: ZUVIEL Fleisch ist falsch (analog ZUVIEL Foltern ist falsch), sondern: Fleisch ist GRUNDS&#196;TZLICH falsch (analog Foltern ist GRUNDS&#196;TZLICH falsch). Deshalb sind plausible ethische Argumente, wie sie in meinem Buch „Ich esse meine Freunde nicht oder Warum unser Umgang mit Tieren falsch ist“ zu finden sind, so wichtig. Etwa:</p>
<p>Spezieszugeh&#246;rigkeit an sich ist moralisch ebenso belanglos wie Rassen- oder Geschlechtszugeh&#246;rigkeit. Oder: Gleiche Interessen sollen auch moralisch gleich z&#228;hlen, etwa das tierliche Interesse, nicht zu leiden, und das menschliche Interesse, nicht zu leiden. Oder: Fleischessen bedeutet, alle tierlichen Interessen einem einzigen menschlichen Interesse zu opfern &#8211; dem nach einem kurzen Gaumenkitzel.</p>
<p>© Helmut F. Kaplan</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (29.07.2011; 15:43 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
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<p>Neues Buch: &#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221;<br />
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht von „der fellbei&#223;er“© (<a href="http://www.fellbeisser.net/news/" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/news/" target="_blank">www.fellbeisser.net/news/</a>) am 29.07.2011</p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Wie k&#246;nnen wir Tierrechte verwirklichen?</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 15:24:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Hinweis: Beim folgenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung der gleichnamigen Rede, die am 14. Mai 2011 beim „Event f&#252;r Tierrechte“ am K&#246;lner Domplatz gehalten wurde.</p>
<p>Ich arbeite nunmehr seit vielen Jahren in der Tierrechtsbewegung. &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Hinweis: Beim folgenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung der gleichnamigen Rede, die am 14. Mai 2011 beim „Event f&#252;r Tierrechte“ am K&#246;lner Domplatz gehalten wurde.</p>
<p>Ich arbeite nunmehr seit vielen Jahren in der Tierrechtsbewegung. Das ist schon allein wegen des Leidens, mit dem man dauernd konfrontiert wird, keine besonders angenehme T&#228;tigkeit. Und das letzte Jahr war besonders schwierig. Denn BIS vor einem Jahr konnte man sich sagen: Wenn es uns nur gel&#228;nge, die Menschen &#252;ber die grauenhaften Fakten im Zusammenhang mit der Fleischproduktion aufzukl&#228;ren, sie hinreichend zu informieren, dann w&#252;rden sich die Dinge schon in die richtige Richtung ver&#228;ndern. </p>
<p>Diese Sicht war v&#246;llig falsch: Die grauenhaften Fakten im Zusammenhang mit der Fleischproduktion SIND nun &#8211; im Zuge der Foer-Duve-Debatte &#8211; ein Jahr lang in allen Zeitungen, Magazinen und Sendungen verbreitet worden &#8211; und: Ge&#228;ndert hat sich gar nichts!</p>
<p>&#220;berblickt man einen l&#228;ngeren Zeitraum, kann man auch die eindeutigen R&#220;CKSCHRITTE nicht &#252;bersehen. So war etwa das ethische Element in der Tierrechts- bzw. Vegetarismus-Diskussion schon einmal viel pr&#228;senter. In den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war doch tats&#228;chlich von der „Befreiung der Tiere“ die Rede. Heute w&#252;sste kaum jemand mehr, was denn damit &#252;berhaupt gemeint ist. Und der politische Einfluss der Tierrechtsbewegung war damals auch st&#228;rker, so wurde beispielsweise ganz konkret die Schlie&#223;ung von Zoos erwogen. </p>
<p>Au&#223;erdem: Trotz gegenteiliger Ger&#252;chte und gef&#252;hltem Vegetarismustrend STEIGEN Fleischproduktion und -konsum de facto dauernd. Schlie&#223;lich: Die obsz&#246;ne Selbstverst&#228;ndlichkeit, mit der heute wieder f&#252;r Pelz geworben und in Pelz posiert wird, h&#228;tte man sich noch vor wenigen Jahren auch nicht (alp)tr&#228;umen lassen.</p>
<p>Angesichts solcher Entwicklungen ist von denen, die sich f&#252;r Tierrechte einsetzen, nichts weniger als ein Kunstst&#252;ck gefordert &#8211; kein kleines, sondern ein gro&#223;es: Wir sollen realistisch sein und bleiben, diese Situation seelisch ertragen &#8211; und auch noch eine positive Zukunftsperspektive haben! Denn wir k&#246;nnen die Tiere in ihren Folter- und Todesgef&#228;ngnissen ja nicht im Stich lassen!</p>
<p>Ein Wort noch zum notwendigen Realismus: In der Tierrechtsbewegung gibt es eine fatale Tendenz zu MANGELNDEM Realismus: Viele verkehren fast ausschlie&#223;lich unter ihresgleichen und dies f&#252;hrt leicht zu einem v&#246;llig irrealen und irrationalen Optimismus á la „Vegetarier-Zahlen schon wieder gestiegen!“, „Vegan ist in!“ usw. &#220;berspitzt formuliert: Die Leute bleiben in ihrer Vegan-WG hocken und halten die dann f&#252;r die Welt. Eine REALISTISCHE Wahrnehmung ist aber die unabdingbare Voraussetzung jeglichen Erfolgs. Denn nur wer die Wirklichkeit realistisch wahrnimmt, hat eine Chance, sie wirksam zu ver&#228;ndern!</p>
<p>Zur Zukunftsperspektive: Ich denke, da geht es uns allen &#228;hnlich; mir geht es jedenfalls so: Ich &#252;berlege ununterbrochen, welches Rezept wir denn nun anwenden, welche Strategie wir denn nun fahren sollten, damit sich ENDLICH etwas in die richtige Richtung bewegt! </p>
<p>Ich pl&#228;diere f&#252;r zweierlei: Erstens BILDER. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Zugegeben: Auch Bilder haben bis jetzt wenig bewirkt. Aber wenn schon das st&#228;rkste Instrument zuwenig bewirkt, m&#252;ssen wir es eben noch massiver einsetzen! Fest steht jedenfalls: WENN sich irgendwo etwas bewegt, dann immer erst, nachdem es starke Bilder gegeben hat: Der ABU GRAIB-Folterskandal wurde durch Fotos und Videos aufgedeckt. Im VIETNAMKRIEG waren es die Bilder, die ab einem gewissen Zeitpunkt das Geschehen bestimmten. Und die Reaktionen auf WIKILEAKS waren nicht zuletzt deshalb so hysterisch, weil WikiLeaks die Post-Vietnam-Strategie der Bilderzensur besonders spektakul&#228;r durchkreuzte.</p>
<p>Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Die Sache hat leider eine Kehrseite: Auch die Wirkung des besten Bildes kann durch wenige Worte zunichte gemacht werden. Durch religi&#246;se, ideologische, weltanschauliche „Filter“ n&#228;mlich, die sich quasi zwischen Bilder, sprich: die Realit&#228;t, und den Betrachter schieben. Ein Beispiel: In dem k&#252;rzlich erschienen Buch „Soldaten“ (von S&#246;nke Neitzel und Harald Welzer) wird &#8211; einmal mehr &#8211; dramatisch veranschaulicht, wie ersch&#252;tternd schnell aus ganz normalen Menschen brutale Mord- und Foltermaschinen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Was passiert da? Die T&#228;ter sehen zwar die „Bilder“, die aktuelle Realit&#228;t: weinende Menschen, verzweifelte Menschen, um ihr Leben bettelnde Menschen usw. Aber diese „Bilder“ verfehlen ihre m&#246;gliche und w&#252;nschenswerte Wirkung. Warum? Weil sich die T&#228;ter sagen: In Wirklichkeit sind das doch gar keine richtigen Menschen! Sondern minderwertige Menschen, Untermenschen, gar keine Menschen, Ungeziefer usw.</p>
<p>Diese f&#252;r die Opfer tendenziell t&#246;dliche Umdefinierung bzw. „moralische Herabstufung“ kann schnell wieder r&#252;ckg&#228;ngig gemacht werden. Etwa durch einen politischen Friedensschluss, der die betreffenden Menschen (wieder) zu Verb&#252;ndeten oder dergleichen erkl&#228;rt. Ebenso schnell kann die urspr&#252;ngliche „Herabstufung“ erfolgen: J&#252;dische Nachbarn beispielsweise, mit denen man jahrelange freundschaftliche Beziehungen pflegte, konnten sich im „Dritten Reich“ binnen k&#252;rzester Zeit in Personen verwandeln, mit denen man absolut nichts mehr zu tun haben wollte.</p>
<p>Eine analoge „Bildervernichtung durch Worte“ findet in Bezug auf Tiere statt: Die Menschen sehen zwar &#8211; in Tierfabriken, Schlachth&#246;fen, Versuchlabors usw. &#8211; die leidenden Tiere, denken aber sofort: Ja, gut, sieht schon schlimm aus &#8211; aber es sind Tiere, keine Menschen. Und Tiere sind nicht nach Gottes Ebenbild erschaffen,  haben keine unsterbliche Seele, sind nicht „vernunftbegabt“; die kriegen das alles auch nicht so richtig mit usw.</p>
<p>Und diese „Bildervernichtung durch Worte“ wirkt noch wesentlich st&#228;rker als im Hinblick auf Menschen! Erstens existieren diese &#8211; hier wohl prim&#228;r religi&#246;sen &#8211; „Filter“ seit Jahrtausenden. Und zweitens ist es nat&#252;rlich bei Mitgliedern anderer Spezies ungleich leichter, sich einzureden, da&#223; sie eigentlich &#252;berhaupt nicht so sind und &#252;berhaupt nicht so empfinden wie wir.</p>
<p>An die Stelle dieser „BILDERVERNICHTENDEN“ DOGMEN sollen &#8211; neben biologischen Fakten &#8211; ETHISCHE PRINZIPIEN treten! Einfache, einleuchtende ethische Prinzipien. Zum Beispiel: Gleicher Schmerz ist gleich schlecht, egal ob er von Wei&#223;en, Schwarzen, Frauen oder Tieren erlebt wird. </p>
<p>Zur ersten Strategie BILDER soll also die zweite Strategie ETHIK kommen &#8211; um sicherzustellen, dass die Bilder ihre Wirkung nicht verfehlen. Also: Erstens BILDER, die die grausame Realit&#228;t anschaulich zeigen. Zweitens ETHISCHE PRINZIPIEN, die sicherstellen, dass diese Bilder auch richtig wahrgenommen werden &#8211; und nicht durch irgendwelche Thesen, Theorien oder Hirngespinste neutralisiert oder verf&#228;lscht werden.</p>
<p>Die Tierrechtsbewegung IST n&#228;mlich die konsequente und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen wie etwa der Befreiung der Sklaven oder der Emanzipation der Frauen. Aber das m&#252;ssen wir SAGEN und das m&#252;ssen wir ZEIGEN. Und beides funktioniert nur mit klaren ethischen Aussagen, nicht mit  kranken geistigen Verrenkungen &#8211; wie etwa: „Weniger Fleisch essen!“ </p>
<p>Wir fordern ja auch nicht „Weniger Foltern!“ oder „Weniger Vergewaltigen!“ Warum? Weil Foltern und Vergewaltigen IMMER falsch sind. Und Tiere zu essen, ist auch IMMER falsch &#8211; egal, wie wir sie aufziehen und an welchen Wochentagen wir sie essen. </p>
<p>Deshalb ist dieses Gerede von „Bio“ und „fleischfreiem Montag“ und so weiter und so fort pures Gift &#8211; weil wir damit unser eigenes Hauptargument zunichte machen: Leidensf&#228;hige Lebewesen f&#252;r einen kurzen Gaumenkitzel umzubringen ist ein durch nichts zu rechtfertigendes Verbrechen.</p>
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<p>Neues Buch: &#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221;<br />
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (31.05.2011; 16:58 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht von „der fell<em>bei&#223;er</em>“© (<a href="http://www.fellbeisser.net/news/" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/news/" target="_blank">www.fellbeisser.net/news/</a>) am 01.06.2011</p>
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		<title>Die Schuld der Kirche am Elend der Tiere</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Apr 2011 18:05:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></strong></p>
<p>Vorbemerkung: Wenn im folgenden von „der Kirche“ oder „den Kirchen“ die Rede ist, sind damit die christlichen Konfessionen im europ&#228;ischen Kulturkreis gemeint.  Gegenstand der Ausf&#252;hrungen ist die Rolle des Christentums bei unserem Umgang mit Tieren. Die Einschr&#228;nkung &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><strong><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></strong></p>
<p>Vorbemerkung: Wenn im folgenden von „der Kirche“ oder „den Kirchen“ die Rede ist, sind damit die christlichen Konfessionen im europ&#228;ischen Kulturkreis gemeint.  Gegenstand der Ausf&#252;hrungen ist die Rolle des Christentums bei unserem Umgang mit Tieren. Die Einschr&#228;nkung auf Europa erfolgt, weil ich &#252;ber Beschaffenheit und Folgen christlichen Denkens au&#223;erhalb Europas zuwenig Bescheid wei&#223;.</p>
<p><strong>Rechtfertigung des Tiermissbrauchs</strong></p>
<p>Was ist eigentlich die letzte Rechtfertigung f&#252;r den Missbrauch von Tieren? Womit begr&#252;nden Menschen ihren grauenhaften Umgang mit Tieren? Am liebsten nat&#252;rlich gar nicht. Aber wenn man sie gezielt fragt, wenn man sie „zwingt“, nachzudenken und Auskunft zu geben? Dann tauchen wohl vor allem Gedanken und Gef&#252;hle auf, die mit folgenden Stichworten charakterisiert werden k&#246;nnen:<br />
-	„Vernunftbegabtheit des Menschen“,<br />
-	„Gottesebenbildlichkeit des Menschen“,<br />
-	„unsterbliche Seele des Menschen“.</p>
<p>Damit soll weder behauptet werden, dass die betreffenden Behauptungen bzw. Thesen oder deren Stellenwert im eigenen Denken und F&#252;hlen den Menschen (voll) bewusst sind noch dass diese Behauptungen bzw. Thesen „theologisch korrekt“ verstanden oder formuliert werden. Aber meiner Erfahrung und Einsch&#228;tzung nach spuken diese Vorstellungen als „Hauptverantwortliche“ f&#252;r den schauerlichen Umgang mit Tieren durch die Hirne und Herzen der Menschen:<br />
-	So richtig „vernunftbegabt“ sind ja nur wir Menschen; nur wir verstehen die Welt,  begreifen ihre Zusammenh&#228;nge.<br />
-	Nur wir Menschen sind nach Gottes Ebenbild erschaffen.<br />
-	Nur wir Menschen haben eine unsterbliche Seele. </p>
<p>Nun wollen wir uns einmal ansehen, wie es denn um die Vern&#252;nftigkeit dieser Behauptungen bzw. Thesen selbst bestellt ist? Bei der „Vernunftbegabtheit“ des Menschen beginnen die Probleme schon: Wir kennen doch alle Zeitgenossen, mit deren „Vernunftbegabtheit“ es, freundlich formuliert, nicht so weit her ist. Und zweifellos bestehen GRO&#223;E UNTERSCHIEDE in der „Vernunftbegabtheit“ der Menschen: Es gibt „Hochbegabte“, Nobelpreistr&#228;ger und Genies, andererseits das Heer der 08/15-Menschen, der „Fabrikware der Natur“, wie Schopenhauer sagt. Und dann gibt es nat&#252;rlich noch die Dementen, Senilen und geistig Behinderten, die sich teilweise unzweifelhaft auf einem deutlich niedrigeren intellektuellen (bzw. Autonomie-) Niveau befinden als viele Tiere. </p>
<p>Ziehen wir aus den unzweifelhaften und obendrein gewaltigen „Vernunftunterschieden“ unter Menschen Konsequenzen, die jenen entsprechen, die wir in Bezug auf Tiere ziehen? In Bezug auf Tiere sehen unsere Denkschritte ja etwa so aus: weniger vern&#252;nftig &#8211; weniger wichtig &#8211; weniger sch&#252;tzenswert. Umgelegt auf den Umgang mit Menschen bedeutete dies beispielsweise: Den k&#246;nnen wir ruhig etwas foltern, der ist eh nicht so intelligent. Oder: Bei „einfachen“ Menschen k&#246;nnen wir das Schmerzmittel problemlos etwas niedriger dosieren. Denken wir so? Handeln wir so? &#220;berhaupt nicht, hier sind wir also schon einmal  inkonsequent.</p>
<p>Wir sagten, in Bezug auf die „Vernunftbegabtheit“ gebe es bei Menschen gro&#223;e Unterschiede und viele Menschen seien eher „wenig vernunftbegabt“. Gegen letzteres k&#246;nnte man einwenden: Demente, Senile und Behinderte sind ja nun nicht eben typische Menschen und mit der mangelnden Vern&#252;nftigkeit manch anderer Zeitgenossen sollte man es auch nicht &#252;bertreiben. Auf alle F&#228;lle sind aber die Menschen ALS SPEZIES unvergleichlich vern&#252;nftiger als Tiere!</p>
<p>Also richten wir unser Augenmerk auf die „Vernunftbegabtheit“ der menschlichen Spezies. Da brauchen wir allerdings nicht lange zu schauen, um eines Besseren, genauer: eines Schlechteren belehrt zu werden. Man betrachte nur die Umweltzerst&#246;rung im allgemeinen, die Klimazerst&#246;rung im besonderen, die himmelschreiend ungerechte Verteilung von Wohlstand und Reichtum, das t&#228;gliche Verhungern von Kindern, das atomare „Gleichgewicht des Schreckens“ und so weiter und so fort!</p>
<p>Und wie steht es um die beiden anderen Behauptungen bzw. Thesen: dass der Mensch nach Gottes Ebenbild erschaffen worden sei und eine unsterbliche Seele habe? Zun&#228;chst einmal ist es zweifellos so, dass diese Fragen von Andersgl&#228;ubigen und Nichtgl&#228;ubigen v&#246;llig anders gesehen werden als von Christen. Aber selbst unter Christen ist es alles andere als eine ausgemachte Sache, welche Menschen denn nun nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden und welche eine unsterbliche Seele (oder &#252;berhaupt eine Seele) haben! Einen Eindruck davon, WIE komplex solche Fragen sind (und wie kontrovers sie diskutiert werden), bekommt man beispielsweise bei Betrachtung der mehrj&#228;hrigen Beratungen der p&#228;pstlichen Theologenkommission dar&#252;ber, ob ungetauft verstorbene Kinder nun in den Himmel kommen oder mit der Vorh&#246;lle, dem sogenannten „Limbus“, vorlieb nehmen m&#252;ssen. Papst Benedikt XVI. hat jetzt ein Machtwort gesprochen und den Limbus abgeschafft &#8211; allerdings, wie gesagt, erst nach &#228;u&#223;erst aufwendigen Erw&#228;gungen und Beratungen.</p>
<p><strong>Konsequente Anwendung von Kriterien</strong></p>
<p>Fest steht: Bei konsequenter Anwendung der Ausschluss- bzw. Minderbewertungskriterien f&#252;r Tiere auf Menschen bek&#228;men wir gro&#223;e Probleme: Erstens m&#252;ssten wir &#252;berall (etwa bei Gerichten oder in Krankenh&#228;usern) hochkar&#228;tige, interkonfessionell besetzte Expertengremien einrichten, um festzustellen, ob die betreffenden Menschen (hier: Angeklagte oder Patienten)  untersterblich sind und vern&#252;nftig genug, um bestimmte aufwendige Ma&#223;nahmen zu rechtfertigen. Und zweitens w&#252;rden viele Menschen diesen Test nicht bestehen &#8211; weil sie beispielsweise, etwa viele Demente, wesentlich „unvern&#252;nftiger“ sind als Hunde, Katzen oder Schweine.</p>
<p>Dieser Befund wird viele verwundern: Wie kommt es, dass bei unserem Verhalten gegen&#252;ber Menschen und Tieren hinten und vorne nichts zusammenpasst und die konsequente Anwendung der Prinzipien, die unseren Umgang Tieren leiten,  katastrophale Folgen f&#252;r Menschen h&#228;tte! Wer sich schon einmal n&#228;her mit einer zentralen Frage in diesem Zusammenhang befasst hat, n&#228;mlich mit der BEGR&#220;NDUNG VON MENSCHENRECHTEN, wird weniger &#252;berrascht sein. </p>
<p>Hier operieren wir n&#228;mlich mit einem irrwitzigen Zwei-Punkte-Programm, das  irrationale Konsequenzen fast unausweichlich macht:<br />
-	Alle Menschen haben Rechte, weil alle Menschen eine W&#252;rde haben.<br />
-	Das Weiterfragen nach dieser W&#252;rde ist aber strikt verboten.<br />
Erlaubt sind lediglich normierte Patentantworten vom Kaliber: „Nur die Religion erkl&#228;rt mir, warum der Mensch seine W&#252;rde nie verlieren kann. Er hat sie von Gott geschenkt bekommen.“(Bischof Wolfgang Huber)</p>
<p>Wenn die Basis der Menschenrechte im dunkeln liegt und das Fragen nach ihr verboten ist, sollte uns keine Inkonsequenz oder Irrationalit&#228;t im Umfeld verwundern! Diese Situation ist aber auch aus einem anderen Grund ebenso absurd wie unannehmbar: Wenn wir allen Menschen Rechte zugestehen, sollte es auch eine Fundierung dieser Rechte geben, die allen Menschen zug&#228;nglich ist, die alle Menschen verstehen und akzeptieren k&#246;nnen &#8211; nicht nur, beispielsweise, Christen. Mit anderen Worten bzw. grunds&#228;tzlich gesagt: Was fehlt, ist eine Fundierung von Menschenrechten, die dem Umstand Rechnung tr&#228;gt, dass wir in einer pluralistischen, s&#228;kularen bzw. laizistischen Gesellschaft leben!</p>
<p>Und wie k&#246;nnte eine solche w&#252;nschenswerte und notwendige GLAUBENSNEUTRALE BEGR&#220;NDUNG VON MENSCHENRECHTEN aussehen? Auf alle F&#228;lle m&#252;sste sie auf Merkmale wie Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Rationalit&#228;t und Autonomie Bezug nehmen: Wesen, die leidensf&#228;hig sind sowie rational und autonom agieren k&#246;nnen, sollten das Recht haben, entsprechend diesen Eigenschaften und den daraus resultierenden Bed&#252;rfnissen zu leben. </p>
<p>In diesem Zusammenhang gilt es, sich zwei wichtige Fakten zu vergegenw&#228;rtigen:<br />
1)	Keines dieser Merkmale verl&#228;uft entlang der Speziesgrenze Menschen &#8211; Tiere.<br />
2)	Es gibt Menschen, bei denen diese Merkmale SCHW&#196;CHER ausgepr&#228;gt sind als bei vielen Tieren.</p>
<p><strong>Nachvollziehbare Zusammenh&#228;nge und Argumente</strong></p>
<p>Diese &#220;berlegungen zu einer glaubensneutralen Begr&#252;ndung von Menschenrechten versetzen uns schlagartig in eine viel &#252;bersichtlichere Situation, in der alles verst&#228;ndlicher, vern&#252;nftiger und nachvollziehbarer ist:<br />
1)	Es k&#246;nnen auch diejenigen mitdenken und mitreden, die einen anderen Glauben oder keinen Glauben haben.<br />
2)	Wir haben 150 Jahre skandal&#246;ser Wissensverweigerung &#252;berwunden: Seit Darwin sollten wir n&#228;mlich wissen, dass es biologisch und psychologisch zwischen Menschen und Tieren keinen prinzipiellen, sondern lediglich einen graduellen Unterschied gibt.<br />
3)	Wenn wir auf dieser Grundlage das fundamentalste moralische Prinzip, das GLEICHHEITSPRINZIP, anwenden, ergibt sich der richtige Umgang mit Tieren fast automatisch: Wir schauen, welche Interessen Tiere haben und nehmen diese Interessen dann GLEICH ERNST, wie wir vergleichbare menschliche Interessen ernst nehmen.</p>
<p>Schweine sind beispielsweise &#228;hnlich intelligent wie Hunde oder bestimmte Demente oder geistig Behinderte und haben daher auch vergleichbare Interessen. Wenn wir die Interessen von Schweinen gleich ernst n&#228;hmen wie die Interessen von Hunden, Dementen oder geistig Behinderten, s&#228;he die Welt anders aus! Oder anders herum: Man stelle sich vor, wir w&#252;rden mit Hunden, Dementen oder geistig Behinderten machen, was wir mit den 55 Millionen Schweinen machen, die wir j&#228;hrlich in Deutschland schlachten! </p>
<p>Zweierlei wird augenblicklich klar: Wir treten das fundamentale moralische Gleichheitsprinzip mit F&#252;&#223;en. Und wir ver&#252;ben unvorstellbare Verbrechen an Tieren. </p>
<p>Und zu diesen Verbrechen schweigen die Kirchen. Dieses Schweigen ist aber kein harmloses Nichts-Sagen, sondern im Gegenteil ein starkes Signal. Denn die Kirchen verstehen sich als tragende gesellschaftliche Kraft und &#228;u&#223;ern sich folgerichtig zu anderen Grundsatzfragen sehr wohl. Wenn sie sich zu einer Frage, dem Tiermissbrauch, nicht &#228;u&#223;ern, enth&#228;lt dies eine klare Botschaft: Tiere sind nicht wichtig, ihr k&#246;nnt mit Tieren weiterhin so verfahren wie bisher.</p>
<p>Die Schuld der Kirchen am Elend der Tiere ist also eine zweifache: Weltanschaulich liefern sie die Grundlage f&#252;r die Verbrechen an Tieren. Und politisch schweigen sie zu den Verbrechen an Tieren. Wer aber Verbrechen verschweigt, macht sich mitschuldig an diesen Verbrechen.</p>
<p>Hinweise: Beim vorangehenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung des gleichnamigen Vortrags, der am 28. August 2010 auf dem Kirchentag „Mensch und Tier“ in der Dortmunder Pauluskirche gehalten wurde. 3 Videos: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sO4vkYVlf5E" class="autohyperlink" title="http://www.youtube.com/watch?v=sO4vkYVlf5E" target="_blank">www.youtube.com/watch?v=sO4vkY&#8230;</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (24.04.2011; 12:04 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801?v=wall" class="autohyperlink" title="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801?v=wall" target="_blank">www.facebook.com/pages/Helmut-&#8230;</a></p>
<p>Neues Buch: &#8220;Ich esse meine Freunde nicht&#8221;<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht von „der fell<em>bei&#223;er</em>“© (<a href="http://www.fellbeisser.net/news/" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/news/" target="_blank">www.fellbeisser.net/news/</a>) am 24.04.2011</p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		</item>
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		<title>Tierversuche: „Kriminelle Idiotie“</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/tierversuche-kriminelle-idiotie</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/tierversuche-kriminelle-idiotie#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 17:11:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong>Interview mit <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></strong></p>
<p>Hinweis: Dieses Interview sollte urspr&#252;nglich als TV-Aufzeichnung f&#252;r <a href="http://Alpenparlament.TV" class="autohyperlink" title="http://Alpenparlament.TV" target="_blank">Alpenparlament.TV</a> (<a href="http://www.alpenparlament.tv" class="autohyperlink" title="http://www.alpenparlament.tv" target="_blank">www.alpenparlament.tv</a>) realisiert werden. Da das Gespr&#228;ch aus organisatorischen Gr&#252;nden nicht zustande kam, wurden die Fragen schriftlich beantwortet.</p>
<p><strong>Herr Dr. Kaplan, wann haben Sie begonnen, </strong>&#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"><div class="browsershot mshot"><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" ><img src="http://s.wordpress.com/mshots/v1/http%3A%2F%2Fwww.tierrechte-kaplan.org?w=200" alt="http://www.tierrechte-kaplan.org" width="200" /></a></div></div>
<p><strong>Interview mit <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></strong></p>
<p>Hinweis: Dieses Interview sollte urspr&#252;nglich als TV-Aufzeichnung f&#252;r <a href="http://Alpenparlament.TV" class="autohyperlink" title="http://Alpenparlament.TV" target="_blank">Alpenparlament.TV</a> (<a href="http://www.alpenparlament.tv" class="autohyperlink" title="http://www.alpenparlament.tv" target="_blank">www.alpenparlament.tv</a>) realisiert werden. Da das Gespr&#228;ch aus organisatorischen Gr&#252;nden nicht zustande kam, wurden die Fragen schriftlich beantwortet.</p>
<p><strong>Herr Dr. Kaplan, wann haben Sie begonnen, sich mit dem Thema Tierrechte bzw. Tierethik zu befassen und warum?</strong></p>
<p>Das war auf alle F&#228;lle vor 1963, in diesem Jahr wurde ich n&#228;mlich aus ethischen Gr&#252;nden Vegetarier. Mich verst&#246;rten die toten Tiere, die ich in den Gesch&#228;ften und beim Transport dorthin &#246;fter sah. Ich hatte das immer st&#228;rker werdende Gef&#252;hl: Hier l&#228;uft irgendetwas f&#252;rchterlich falsch. </p>
<p><strong>Was bedeutet denn Ethik eigentlich und warum werden Tiere anscheinend aus der Ethik ausgeschlossen?</strong></p>
<p>W&#228;hrend Moral die Richtlinien einer Person oder Gruppe bezeichnet, versteht man unter Ethik die kritische, rationale Auseinandersetzung mit Moral. Tiere kommen in ethischen &#220;berlegungen durchaus seit langem vor, etwa bei Pythagoras, Bentham oder Schweitzer. Eine Tierethik im Sinne explizit rationaler Ans&#228;tze, in denen Tiere eine zentrale Rolle spielen, gibt es allerdings erst im 20. Jahrhundert: seit Peter Singers Buch „Animal Liberation“. Als Ursachen f&#252;r diese lange „Anlaufzeit“ sehe ich zweierlei: Erstens die jahrtausendelange Vermischung von Philosophie, Religion und dem, was heute unter dem Terminus „Esoterik“ l&#228;uft. Zweitens, da&#223; den Menschen erst jetzt langsam bewu&#223;t wird, was Darwin vor 150 Jahren erkannte: da&#223; Menschen und Tiere das Produkt EINER Evolution sind und die ethische Relevanz der Tiere daher entspechend gro&#223; ist bzw. sein sollte.</p>
<p><strong>In vielen L&#228;ndern, darunter &#214;sterreich, Deutschland und der Schweiz, gibt es Tierschutzgesetze. Was darin geschrieben steht, n&#228;mlich das Verbot, Tieren Leid oder Schmerz zuzuf&#252;gen, geschweige denn sie zu t&#246;ten, deckt sich mit  ethischen Bestrebungen. Allerdings gibt es eine Ausnahmeregelung die eine Tiert&#246;tung aus vern&#252;nftigem Grund erlaubt. Welchen Sinn haben da Tierschutzgesetze?</strong></p>
<p>Offensichtlich kaum einen: Es gibt, insbesondere bei Tierversuchen, n&#228;mlich de facto keine Grausamkeit, die Tieren NICHT zugef&#252;gt w&#252;rde &#8211; trotz Tierschutzgesetzen!</p>
<p><strong>Wo liegt der Unterschied zwischen Tierschutz und Tierrecht?</strong> </p>
<p>Tiersch&#252;tzer halten die Nutzung von Tieren f&#252;r menschliche Zwecke f&#252;r grunds&#228;tzlich legitim, pl&#228;dieren jedoch f&#252;r einen m&#246;glichst „humanen“ Umgang mit Tieren. Tierrechtler verurteilen hingegen die Nutzung von Tieren f&#252;r menschliche Zwecke grunds&#228;tzlich. Um den Unterschied am Beispiel Fleischessen zu veranschaulichen: Tiersch&#252;tzer propagieren eine „humane“ Fleischproduktion, Tierrechtler lehnen Aufzucht und T&#246;tung von Tieren f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke grunds&#228;tzlich ab.</p>
<p><strong>Seit wann gibt es einen solch „sch&#228;bigen“ Umgang mit Tieren? Wie ist es dazu gekommen, da&#223; Tiere „nichts wert“ sind?</strong></p>
<p>Diesen „sch&#228;bigen“ Umgang mit Tieren gibt es wohl seit jeher. Denn grausam  waren die Menschen ja zu allen Zeiten auch UNTEREINANDER, man denke nur an Sklaverei, Gladiatorenk&#228;mpfe usw.! Und die „moralischen Leitplanken“, die gegen die diversen menschlichen B&#246;sartigkeiten errichtet wurden, dienten fast ausschlie&#223;lich der Eind&#228;mmung der Grausamkeit gegen&#252;ber den Mitmenschen. </p>
<p><strong>Wie rechtfertigt man Grausamkeiten und Leid, die mit Tierversuchen in Zusammenhang stehen?</strong></p>
<p>Gute Frage! Ein Beispiel: Beim UTILITARISMUS geht es darum, die Interessen aller Betroffenen zu maximieren: Richtig ist jene Handlung, die f&#252;r alle am meisten Gl&#252;ck bzw. am wenigsten Leiden bringt. Es geht also ums Allgemeinwohl. Beim RECHTE-Ansatz geht es hingegen darum, die Anspr&#252;che von Individuen genau vor solchen Interessenmaximierungen im Sinne des Allgemeinwohls zu sch&#252;tzen. Im Konfliktfall zwischen Allgemeinwohl und Individualrechten fungieren die Individualrechte quasi als Trumpfkarte. MENSCHENVERSUCHE sind nun verboten, weil Menschen solche Individualrechte h&#228;tten, die das Allgemeinwohl „ausstechen“. TIERVERSUCHE werden hingegen unter Hinweis auf das Allgemeinwohl gerechtfertigt! Also: Individualrechte f&#252;r Menschen, Utilitarismus f&#252;r Tiere. F&#252;r dieses willk&#252;rliche Messen mit zweierlei Ma&#223; gibt es keinerlei ethische Rechtfertigung.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Unter anderem, weil kein moralisch relevantes Merkmal &#8211; etwa Bewu&#223;tsein, Selbstbewu&#223;tein, Rationalit&#228;t, Autonomie &#8211; entlang des Speziesgrenze Menschen &#8211; Tiere verl&#228;uft. Mehr noch: Es gibt Menschen, z.B. viele Senile und Demente und alle kleinen Kinder, bei denen diese Merkmale WENIGER ausgepr&#228;gt sind als bei vielen Tieren. </p>
<p><strong>Sollte man Tierversuche also sofort verbieten?</strong> </p>
<p>Ja, das sieht man auch schnell, wenn wir auch Tierversuche zun&#228;chst einmal so betrachten, wie wir auch alle anderen moralischen Fragen zun&#228;chst einmal betrachten: nicht aufgrund irgendwelcher komplexer Theorien, sondern aufgrund einfacher moralischer Prinzipien oder Intuitionen. Dann erkennen wir: Es kann nicht richtig sein, jemanden zu etwas zu zwingen, das er &#252;berhaupt nicht will, das ihm f&#252;rchterlich weh tut und das ihn objektiv sch&#228;digt &#8211; nur weil er sich nicht wehren kann! Oder: Stellen Sie sich vor, uns &#252;berlegene Au&#223;erdische kommen auf die Welt und machen mit uns, was wir mit Tieren machen. W&#252;rden wir das als moralisch gerechtfertigt betrachten?</p>
<p><strong>Haben Tiere ein Seelenleben?</strong> </p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich! Das Leben hat sich kontinuierlich entwickelt und die Merkmale der Lebewesen variieren kontinuierlich. Deshalb sind auch die &#252;blichen Alles-oder-nichts-Zuschreibungen der Art, nur Menschen h&#228;tten diese oder jene F&#228;higkeiten, in aller Regel unsinnig. Das gilt auch f&#252;r das Seelenleben. Darwin sagte: „Wie gro&#223; auch der Unterschied zwischen den Seelen der Menschen und der h&#246;heren Tiere sein mag, er ist doch nur ein gradueller und kein prinzipieller.“ Und Konrad Lorenz meinte zu Recht, da&#223; Menschen, die NICHT davon &#252;berzeugt seien, da&#223; h&#246;here Tiere &#228;hnlich wie wir erleben, in die psychiatrische Klinik geh&#246;rten, weil eine Schw&#228;che der Du-Evidenz sie zu „gemeingef&#228;hrlichen Monstern“ mache. </p>
<p><strong>Kann man auf Grund der Behandlung von Tieren R&#252;ckschl&#252;sse auf den Charakter eines Menschen schlie&#223;en, bzw. wie er mit anderen Lebewesen, so auch mit seinen Mitmenschen, umgeht?</strong></p>
<p>Es gibt eine Reihe von bekannten Aussagen, die einen solchen Zusammenhang behaupten. „Die Gr&#246;&#223;e und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt“, sagte Gandhi. Und Tolstoi: „Solange es Schlachth&#228;user gibt, so lange wird es Schlachtfelder geben.“ Viele empirische Daten, insbesondere der Kriminalpsychologie, belegen einen solchen Zusammenhang. Allerdings gibt es auch „gegenl&#228;ufige“ Ph&#228;nomene, etwa Tierexperimentatoren und andere Tierqu&#228;ler, die nicht nur liebevolle V&#228;ter sind, sondern sich auch f&#252;r fremde Menschen engagieren. Eine Erkl&#228;rung hierf&#252;r k&#246;nnte sein: Aufgrund der jahrtausendelangen abendl&#228;ndischen speziesistischen Tradition werden Tiere in hohem Ma&#223;e als moralisch weniger wichtig betrachtet. Und diese Minderbewertung wirkt sich wohl auch auf unser Mitleid aus: Wenn Tiere moralisch weniger wichtig sind, dann ist auch ihr Leiden nicht so wichtig und unser Mitleid weniger berechtigt, weniger „notwendig“. Diese diffuse mitleidmindernde Wirkung diffuser weltanschaulicher bzw. religi&#246;ser Vorstellungen ist umso st&#228;rker, als die moralische Minderbewertung von Tieren ja traditionell „garniert“ wird mit faktischen Fehlinformationen &#252;ber das Leiden und die Leidensf&#228;higkeit von Tieren. </p>
<p><strong>Es gibt die Bezeichnung: „humaner Umgang“ mit Tieren. Der Begriff bedeutet u.a. friedfertig, gut, sozial, etc. Auf der anderen Seite ist der Mensch das einzige Lebewesen, das so viel Leid hervorruft.<br />
</strong><br />
Da&#223; „human“ sowohl „menschlich“ als auch „mitf&#252;hlend“ bedeutet, ist in der Tat unfreiwillig komisch &#8211; oder zynisch.</p>
<p><strong>Warum ist es beim Tierschutz wichtig, Tiere in Bezug zum Menschen zu stellen? Ist der Mensch nur mitf&#252;hlend, wenn man die Parallelen eines Tieres zum Menschen herausarbeitet?</strong></p>
<p>Der Nachweis der &#196;hnlichkeit mit uns ist in der Tat so ziemlich die einzige Methode, um Menschen dazu zu bringen, Tiere einigerma&#223;en ordentlich zu behandeln. Nur einen Ma&#223;stab zu kennen und sich obendrein selbst zum Ma&#223;stab zu machen, ist nat&#252;rlich ein intellektuelles Armutszeugnis. Zumal uns viele Tiere im Hinblick auf viele Merkmale ja weit &#252;bertreffen.</p>
<p><strong>Was ist Ihrer Ansicht nach ein tiergerechtes Leben? K&#246;nnen die Menschen mit Ihrer Lebensweise, St&#228;dte etc., Tieren &#252;berhaupt ein tiergerechtes Leben bieten?</strong></p>
<p>Da mu&#223; man differenzieren: Einer Katze kann man gewi&#223; in einer Stadtwohnung ein tiergerechtes Leben bieten, einer gro&#223;en Schlange eher nicht. Entscheidend ist , da&#223; man sich &#252;ber die Bed&#252;rfnisse der betreffenden Tiere informiert und dann IN IHREM SINNE entscheidet.</p>
<p><strong>Welche Rechte sollte man Tieren geben, welche Gesetze erlassen?</strong> </p>
<p>Im Sammelband &#8220;Menschenrechte f&#252;r die Gro&#223;en Menschenaffen&#8221; fordern Paola Cavalieri und Peter Singer das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit und den Schutz vor Folter. Das ist, denke ich, eine gute Orientierung. Grunds&#228;tzlich sollte bei der Konkretisierung im Hinblick auf bestimmte Spezies dann einfach gelten: Alle Tiere sollten so leben k&#246;nnen, wie es den Interessen, die sie haben, entspricht. Dementsprechend sollten dann die Gesetze formuliert werden.</p>
<p><strong>Eine weitere Schwierigkeit beim Thema Tierversuche ist, da&#223; das Recht auf Forschungsfreiheit und das Tierschutzgesetz aufeinander treffen.</strong> </p>
<p>Die Sache ist glasklar: So wenig Menschenrechte und Forschungsfreiheit an Menschen zusammenpassen, so wenig passen Tierrechte und Forschungsfreiheit an Tieren zusammen. Diese Kombination ist eine kriminelle Idiotie. Tiere m&#252;ssen als Forschungsobjekte genauso tabu sein wie Menschen.</p>
<p><strong>Aber welche Alternativen gibt es zu Tierversuchen?</strong> </p>
<p>Bei dieser Frage geistert die These durch die K&#246;pfe, es m&#252;&#223;ten auf alle F&#228;lle alle f&#252;r den Menschen m&#246;glichen Vorteile gefunden und genutzt werden. Daraus resultiert die v&#246;llig falsche Fragestellung: Wieviel Gesundheit k&#246;nnen wir MAXIMAL erzeugen? Die richtige Frage lautet aber: Wieviel Gesundheit k&#246;nnen wir AUF ETHISCH ZUL&#196;SSIGE WEISE erzeugen?</p>
<p><strong>Wie gehen die Medien mit dem Thema Tierversuche um?</strong></p>
<p>Da ist eine interessante Entwicklung zu beobachten. Die Fleischindustrie wirbt immer offener, ja „mutiger“ f&#252;r ihre Produkte: Dem Konsumenten ist v&#246;llig klar, da&#223; er einst lebende Tiere i&#223;t, denn gerade damit wird geworben: angeblich artgerechte Aufzucht, kurze Transportwege usw. Die Tierversuchsindustrie agiert hingegen immer verschlossener. Beide Strategien spiegeln sich in den Medien wider.</p>
<p><strong>Wie steht die &#214;ffentlichkeit dem gegen&#252;ber?<br />
</strong><br />
Sie agiert so, wie es die Medien vorgeben: &#220;ber Fleischessen wird geredet, &#252;ber Tierversuche wird geschwiegen. Einen eindruckvollen Beleg f&#252;r die Dominanz der Medien lieferte der Bestseller „Tiere essen“: Dieses Buch l&#246;ste &#8211; via Werbung &#8211; eine absolut artifizielle Debatte &#252;ber das Fleischessen aus, der keinerlei echter Diskussionsbedarf in der Bev&#246;lkerung entsprach. Dementsprechend essen die Leute genauso weiter wie bisher.</p>
<p><strong>Ist es m&#246;glich, sich &#252;ber Tierversuche zu informieren?</strong> </p>
<p>Ja, zum Beispiel bei <a href="http://www.datenbank-tierversuche.de" class="autohyperlink" title="http://www.datenbank-tierversuche.de" target="_blank">www.datenbank-tierversuche.de</a>. Da k&#246;nnen Sie genau nachsehen, wo wer wann welche Tiere wie foltert. </p>
<p><strong>Was kann jeder einzelne tun?</strong></p>
<p>Zuerst sollte man sich &#252;ber die grundlegenden Zusammenh&#228;nge klar werden. Zum Beispiel dar&#252;ber, da&#223; Fleischessen und Tierversuche Manifestationen EINES UNGEISTS sind, n&#228;mlich der Mi&#223;achtung von Tierrechten. Wer dies erkennt, wird  diverse Verharmlosungs- und Verschleierungsversuche im Hinblick auf bestimmte Tierrechtsverletzungen eher erkennen. Etwa, da&#223; das Essen von Fleisch in Ordnung sei, wenn es „bio“ ist oder da&#223; Tierversuche zul&#228;ssig seien, wenn sie „notwendig“ sind.</p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a><br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de" title="mailto:Tierrechte_jetzt-subscribe@yahoogroups.de">Tierrechte_jetzt-subscribe@yah&#8230;</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801" class="autohyperlink" title="http://www.facebook.com/pages/Helmut-F-Kaplan/196299387801" target="_blank">www.facebook.com/pages/Helmut-&#8230;</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (30.12.2010; 15:35 Uhr)<br />
<a class="autohyperlink" href="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de" title="mailto:helmut_kaplan@yahoo.de">helmut_kaplan@yahoo.de</a></p>
<p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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		<title>Mir sind die Tiere lieber als die Menschen</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/mir-sind-die-tiere-lieber-als-die-menschen</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 18:28:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Bei vielen Berufen gibt es Dinge, die man auf keinen Fall sagen darf, Aussagen, mit denen man sich quasi das eigene Grab schaufelt. Etwa, wenn ein Poltiker sagt, da&#223; er seine W&#228;hler f&#252;r Idioten h&#228;lt oder ein &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"><div class="browsershot mshot"><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" ><img src="http://s.wordpress.com/mshots/v1/http%3A%2F%2Fwww.tierrechte-kaplan.org?w=200" alt="http://www.tierrechte-kaplan.org" width="200" /></a></div></div>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Bei vielen Berufen gibt es Dinge, die man auf keinen Fall sagen darf, Aussagen, mit denen man sich quasi das eigene Grab schaufelt. Etwa, wenn ein Poltiker sagt, da&#223; er seine W&#228;hler f&#252;r Idioten h&#228;lt oder ein Arzt bekennt, da&#223; ihm die Gesundheit seiner Patienten egal ist. Beim „Beruf“ Tiersch&#252;tzer oder Tierrechtler besteht diese „Tods&#252;nde“ im Bekenntnis: Mir sind die Tiere lieber als die Menschen. Im folgenden m&#246;chte ich zeigen, da&#223; diese Aussage durchaus sachlich berechtigt sein kann &#8211; ganz abgesehen davon, da&#223; jeder, sollte man meinen, sympathisch finden darf, wen er will.</p>
<p>Die &#252;bliche allgemeine und automatische Emp&#246;rung &#252;ber die Aussage, da&#223; einem Tiere lieber als Menschen seien, ist sachlich schon deshalb unsinnig, weil es ja durchaus so sein k&#246;nnte, da&#223; der „Bekanntenkreis“ des Betreffenden eben aus „besonders sympathischen Tieren“ und „besonders unsympathischen Menschen“ besteht &#8211; kein Mensch kennt schlie&#223;lich alle Tiere und alle Menschen. Freilich hat die hysterische allgemeine Emp&#246;rung &#252;ber jemandes Aussage, ihm seien die Tiere lieber als die Menschen, schon ihre Berechtigung. Es wird n&#228;mlich als ganz selbstverst&#228;ndlich unterstellt, da&#223; JEDER MENSCH moralisch wertvoller sei als JEDES TIER, da&#223; auch der „schlechteste Mensch“ noch viel wertvoller sei als das „beste Tier“.</p>
<p>Nun sollte es bei so starken Behauptungen schon erlaubt sein, nach Gr&#252;nden zu fragen. Wer dies allerdings hier tut, wird feststellen, da&#223; man Begr&#252;ndungen in dieser Frage nicht nur f&#252;r unn&#246;tig h&#228;lt, sondern schon das blo&#223;e Fragen nach Gr&#252;nden als quasi unsittlich betrachtet. Mehr noch: Nach Gr&#252;nden f&#252;r die menschliche H&#246;herwertigkeit zu fragen, wird geradezu als gef&#228;hrlicher Angriff auf die Gesellschaft angesehen &#8211; oder als Zeichen v&#246;lliger geistiger Verwirrtheit. </p>
<p>L&#228;&#223;t man sich gnadenhalber und widerwillig dann doch zu Begr&#252;ndungen herbei, bestehen diese meist aus Verweisen auf dubiose Glaubenss&#228;tze wie etwa die von der Gottesebenbildlichkeit oder unsterblichen Seele des Menschen. Da&#223; SOLCHE Begr&#252;ndungen au&#223;erhalb kirchlicher R&#228;ume in pluralistischen, s&#228;kularen Gesellschaften kein Gewicht haben, sollte nicht weiter erl&#228;utert werden m&#252;ssen. </p>
<p>Betrachten wir schlie&#223;lich m&#246;gliche faktische Gr&#252;nde f&#252;r die allgemeine moralische H&#246;herwertigkeit des Menschen, kommen wir rasch zum Ergebnis: Es gibt keine. Denn kein Merkmal, das von irgendjemandem als moralisch relevant angesehen wird &#8211; etwa Bewu&#223;tsein, Selbstbewu&#223;tsein, Rationalit&#228;t oder Autonomie -, verl&#228;uft entlang der Speziesgrenze Menschen &#8211; Tiere. Mehr noch: Bei vielen Menschen sind diese Merkmale SCHW&#196;CHER ausgepr&#228;gt als bei vielen Tieren, viele geistig behinderte oder senile Menschen und alle kleinen Kinder befinden sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als viele Tiere. </p>
<p>Abgesehen davon, da&#223; man, wie gesagt, eigentlich lieber m&#246;gen d&#252;rfen sollte, wen man will und warum man will, kann es also durchaus auch sachliche, „objektive“ Gr&#252;nde f&#252;r das Lieberm&#246;gen von Tieren geben. Etwa, wenn man einen intelligenten, unternehmungslustigen, treuen Hund lieber mag als einen v&#246;llig apathischen vor sich hind&#228;mmernden Senilen.</p>
<p>Schlie&#223;lich werden selbst eingefleischte Menschen-Fans einr&#228;umen, da&#223; es auch viele &#252;ble Vertreter ihrer Spezies gibt. Ganz abgesehen von Hitler, Stalin &#038; Co kennt jeder aus eigener Erfahrung Zeitgenossen, die er weniger mag &#8211; und bei denen es daf&#252;r gute Gr&#252;nde gibt. M&#252;ssen uns wirklich alle Egoisten, L&#252;gner, Verr&#228;ter und Verbrecher lieber sein als jedes Tier?</p>
<p>„Aber Menschen sind moralf&#228;hig, sie k&#246;nnen zwischen Gut und B&#246;se unterscheiden!“ Erstens ist auch die Moralf&#228;higkeit kein Merkmal, da&#223; nur bei Menschen (geschweige denn bei allen) und bei keinen Tieren anzutreffen w&#228;re. Zweitens gibt es Menschen, bei denen die Moralf&#228;higkeit weniger ausgepr&#228;gt ist als bei manchen Tieren. Und drittens ist die blo&#223;e F&#228;higkeit, zwischen Gut und B&#246;se zu unterscheiden, ja noch kein Verdienst. Verdient macht sich jemand erst, wenn er diese F&#228;higkeit auch positiv n&#252;tzt, sprich: sich f&#252;r das Gute entscheidet. Andererseits beinhaltet die Moralf&#228;higkeit die Gefahr, moralisch zu scheitern, sprich: sich f&#252;r das B&#246;se zu entscheiden.</p>
<p>Nun ist es wohl nicht v&#246;llig unsinnig oder unverst&#228;ndlich, wenn einem jemand, der sich jenseits der Kategorien Gut und B&#246;se befindet, lieber ist als jemand, der zwischen Gut und B&#246;se w&#228;hlen kann, sich aber f&#252;r das B&#246;se entscheidet. Da&#223; letzteres beim Menschen keine Seltenheit ist, wird niemand bei Sinnen bezweifeln. </p>
<p>© Helmut F. Kaplan</p>
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		<title>Teuflische Sch&#246;pfung und menschliche Verantwortung</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 17:19:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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<p>Anschaulich und dramatisch wie vielleicht sonst niemand beschreibt Arthur Schopenhauer die Leidensbestimmtheit und Leidensdurchdrungenheit des Lebens. Grundlage der folgenden Darstellung sind die Kapitel 46 und 49 der „Erg&#228;nzungen zum dritten Buch“ von Schopenhauers „Welt als Wille und &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Anschaulich und dramatisch wie vielleicht sonst niemand beschreibt Arthur Schopenhauer die Leidensbestimmtheit und Leidensdurchdrungenheit des Lebens. Grundlage der folgenden Darstellung sind die Kapitel 46 und 49 der „Erg&#228;nzungen zum dritten Buch“ von Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“, zweiter Band, zweiter Teilband:* </p>
<p>Jeder befriedigte Wunsch gebiert einen neuen und keine m&#246;gliche Befriedigung kann unser Verlangen je wirklich stillen. Das Leben ist ein fortgesetzter Betrug, im Gro&#223;en wie im Kleinen: Was es verspricht, h&#228;lt es nicht,  „es sei denn, um zu zeigen, wie wenig w&#252;nschenswerth das Gew&#252;nschte war.“ (S. 671) So t&#228;uscht uns einmal die Hoffnung, dann wieder das Gehoffte. </p>
<p>„Die Belehrung, welche Jedem sein Leben giebt, besteht im Ganzen darin, da&#223; die Gegenst&#228;nde seiner W&#252;nsche best&#228;ndig t&#228;uschen, wanken und fallen, sonach mehr Quaal als Freude bringen, bis endlich sogar der ganze Grund und Boden, auf dem sie s&#228;mmtlich stehn, einst&#252;rzt, indem sein Leben selbst vernichtet wird und er so die letzte Bekr&#228;ftigung erh&#228;lt, da&#223; all sein Streben und Wollen eine Verkehrtheit, ein Irrweg war.“ (S. 672) </p>
<p>Da unser Leben etwas ist, das besser nicht w&#228;re, „tr&#228;gt Alles, was uns umgiebt, die Spur hievon – gleich wie in der H&#246;lle Alles nach Schwefel riecht“ (S. 675): Alles ist unvollkommen und tr&#252;gerisch, alles Angenehme mit Unangenehmem versetzt, jeder Genu&#223; ist immer nur ein halber, jedes Vergn&#252;gen enth&#228;lt seine eigene St&#246;rung, die Stufe, auf die wir treten, bricht oft unter uns und wir m&#252;ssen erkennen, da&#223; „Unf&#228;lle, gro&#223;e und kleine, das Element unsers Lebens sind“. (S. 676) </p>
<p>Das Leben ist also ein einziges Verlustgesch&#228;ft &#8211; was wir freilich erst sp&#228;t, wenn &#252;berhaupt, bemerken. H&#228;tten wir die M&#246;glichkeit, eine freie und informierte Entscheidung zu treffen, w&#252;rden wir erst gar nicht geboren werden wollen: „Da wird denn das Leben f&#252;r ein Geschenk ausgegeben, w&#228;hrend am Tage liegt, da&#223; Jeder, wenn er zum voraus das Geschenk h&#228;tte besehn und pr&#252;fen d&#252;rfen, sich daf&#252;r bedankt haben w&#252;rde.“ (S. 678)<br />
Die Welt ist ein „Tummelplatz gequ&#228;lter und ge&#228;ngstigter Wesen, welche nur dadurch bestehn, da&#223; eines das andere verzehrt, wo daher jedes rei&#223;ende Thier das lebendige Grab tausend anderer“ (S. 680) ist. Kehrseite der Selbsterhaltung ist eine „Kette von Martertoden“ (ebenda) anderer. Und mit der Erkenntnisf&#228;higkeit w&#228;chst auch das Schmerzempfinden, das daher beim Menschen am ausgepr&#228;gtesten ist und umso gr&#246;&#223;er, je intelligenter jemand ist. </p>
<p>Diese Welt mit optimistischen Augen zu sehen, ist daher eine „schreiende Absurdit&#228;t“. (Ebenda) Optimismus ist aber nicht nur unberechtigt, sondern auch sch&#228;dlich, „denn er stellt uns das Leben als einen w&#252;nschenswerthen Zustand, und als Zweck desselben das Gl&#252;ck des Menschen dar.“ (S. 684) Folgerichtig halten wir es dann f&#252;r eine Ungerechtigkeit, wenn sich dieses Gl&#252;ck nicht einstellt, wir glauben, den Zweck des Daseins zu verfehlen, wenn wir nicht gl&#252;cklich sind. Dabei w&#228;re es „viel richtiger &#8230;, Arbeit, Entbehrung, Noth und Leiden, gekr&#246;nt durch den Tod, als Zweck unsers Lebens zu betrachten“. (Ebenda) </p>
<p>Der Glaube, da&#223; wir auf Erden seien, um gl&#252;cklich zu sein, ist unser Grundirrtum. Und so lange wir in diesem Irrtum verharren, erscheint uns die Welt voller Widerspr&#252;che. „Denn bei jedem Schritt, im Gro&#223;en wie im Kleinen, m&#252;ssen wir erfahren, da&#223; die Welt und das Leben durchaus nicht darauf eingerichtet sind, ein gl&#252;ckliches Daseyn zu enthalten.“ (S. 743) Haben wir diesen Grundirrtum erst einmal erkannt, sehen wir die Welt in v&#246;llig anderem Lichte und werden uns &#252;ber „Unf&#228;lle, jeder Art und Gr&#246;&#223;e“ (S. 745) nicht mehr wundern. </p>
<p>Eigentlicher Zweck des Lebens ist das Sterben: Der Tod ist das Ergebnis des Lebens, „die zusammengezogene Summe, welche die gesammte Belehrung, die das Leben vereinzelt und st&#252;ckweise gab, mit Einem Male ausspricht, n&#228;mlich &#8230;, da&#223; das ganze Streben &#8230; ein vergebliches, eiteles, sich widersprechendes war, von welchem zur&#252;ckgekommen zu seyn eine Erl&#246;sung ist.“ (S. 747) Indem der Tod alles, was wir gewollt haben, mit einem Schlag zerst&#246;rt, setzt er der Belehrung, die das Leben schrittweise gab, die Krone auf. </p>
<p>Diese traurigen und tragischen Zusammenh&#228;nge zu erkennen, ist, da in hohem Ma&#223;e vernunftbedingt, nur dem Menschen, nicht dem Tiere, m&#246;glich &#8211; nat&#252;rlich nicht jedem, aber zumindest prinzipiell. Nur der Mensch kann „den Becher des Todes“ (ebenda) wirklich leeren, die Menschheit ist „die alleinige Stufe, auf welcher der Wille sich verneinen und vom Leben ganz abwenden kann“. (Ebenda) Und dies &#8211; die Verneinung Willens (gemeint ist das ruhelose Begehren, das, was Freud sp&#228;ter „Trieb“ nannte) und das Sich-Abwenden vom Leben &#8211; ist auch das anzustrebende Ziel. </p>
<p>Soweit Schopenhauers Darstellung der Leidensbestimmtheit und Leidensdurchdrungenheit des Lebens. Dieser philosophischen Perspektive entspricht nebenbei bemerkt die biologische Tatsache, da&#223; die ganze Evolution nicht zuletzt ein gigantischer Leidensgenerator ist: F&#252;r alles bewu&#223;te Leben bedeutet der dauernde evolution&#228;re Wettbewerb, das st&#228;ndige Kr&#228;ftemessen, Siegen, Verlieren und Sterben unabl&#228;ssiges und kolossales Leiden. </p>
<p>Auch wer Schopenhauers „Pessimismus“ nun f&#252;r &#252;bertrieben h&#228;lt und seine metaphysischen Annahmen nicht teilen mag, wird ehrlicherweise einr&#228;umen: Hier haben wir es mit einer grandiosen und vor allem mit einer zutreffenden Beschreibung der Grundverfa&#223;theit des Lebens zu tun. Um es mit Freud zu sagen: Das Programm des Lustprinzips scheint „im Hader mit der ganzen Welt“ zu sein. Zwischen dem, was wir uns w&#252;nschen, und dem, was wir dann bekommen, besteht eine oft gro&#223;e und nicht selten eine grausame Differenz. </p>
<p>Und das nicht nur bei den gro&#223;en Dingen &#8211; Liebe des Lebens, Ziele des Lebens usw. -, sondern auch bei den allt&#228;glichen und t&#228;glichen: Wir k&#246;nnen (soferne wir gl&#252;cklicherweise nicht in Hungerregionen zu leben) nicht essen, was wir wollen, weil wir zu dick w&#252;rden, wir k&#246;nnen nicht rauchen und trinken, was wir wollen, weil wir krank w&#252;rden, wir kriegen nicht den Sex, den wir wollen, und so weiter und so fort. Tiere erleben diese dauernde Differenz zwischen dem, was sie wollen, und dem, was sie bekommen, in gewisser Weise noch viel schlimmer, dramatischer und elementarer: weil sie ihren Trieben und Bed&#252;rfnissen noch viel st&#228;rker und unmittelbarer ausgeliefert sind als wir Menschen.  </p>
<p>Unabh&#228;ngig von Schopenhauers „Pessimismus“ und Metaphysik wird man ihm aber nicht nur im Hinblick auf die Leidensbestimmtheit des Lebens zustimmen, sondern, so ergeht es jedenfalls mir, auch im Hinblick auf die Konsequenzen: In der Ethik geht es vor allem darum, selbst kein Leiden zu verursachen und Leiden zu lindern und zu verhindern, wo wir k&#246;nnen. </p>
<p>Damit sind wir bei einem entscheidenden Punkt f&#252;r die Tierrechtsbewegung: Deren Programm und Zielsetzung, tierliches Leiden lindern und verhindern, erweisen sich als noch viel gr&#246;&#223;ere und grunds&#228;tzlichere Aufgabe als vermutet. Denn es geht keineswegs nur um menschenverursachtes tierliches Leiden, sondern um tierliches Leiden &#252;berhaupt. Selbst wenn wir Menschen den Tieren gar kein Leiden verursachen w&#252;rden, h&#228;tten wir viel zu tun. Zur Aufgabe einer fundamental verstandenen Tierrechtsbewegung geh&#246;rt es n&#228;mlich auch, die skandal&#246;s schlecht organisierte Sch&#246;pfung so weit wie m&#246;glich und so wirksam wie m&#246;glich zu sabotieren &#8211; indem wir Leiden lindern und verhindern, wo wir k&#246;nnen, einer v&#246;llig fehlgeschlagenen Sch&#246;pfung den Krieg erkl&#228;ren, dem Teufel ins Handwerk pfuschen, ihm so viele Opfer wie m&#246;glich entrei&#223;en.</p>
<p>Tieren diese Hilfe angedeihen zu lassen, ist umso wichtiger, als sie selber keinerlei Chance haben, das teuflische System, in dem sie gefangen sind, zu erkennen, geschweige denn, sich von ihm zu l&#246;sen. Sie sind dem diabolischen Leidenserzeugungssystem Leben hilflos ausgeliefert. Da&#223; wir Menschen auf die „nat&#252;rliche H&#246;lle“ noch eine „k&#252;nstliche“ in Form von Tierfabriken, Versuchslabors usw. draufgesetzt haben, macht unsere moralische Verantwortung umso gr&#246;&#223;er.</p>
<p>*Arthur Schopenhauer: Z&#252;rcher Ausgabe. Werke in zehn B&#228;nden. Z&#252;rich: Diogenes, 1977. Band IV. </p>
<p>© Helmut F. Kaplan</p>
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		<title>„Wir brauchen keine neue Moral“</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 17:46:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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<p>Ein Interview mit <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Helmut F. Kaplan ist ein renommierter Tierethiker und z&#228;hlt zu den Pionieren der Tierrechtsbewegung. Das folgende Interview wurde von Ramazan Boztepe von der Animal Protection Academy <a href="http://www.animal-protection-academy-web.eu/" class="autohyperlink" title="http://www.animal-protection-academy-web.eu/" target="_blank">www.animal-protection-academy-&#8230;</a> gef&#252;hrt. Eine t&#252;rkische &#220;bersetzung ist in Vorbereitung &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p>Ein Interview mit <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Helmut F. Kaplan ist ein renommierter Tierethiker und z&#228;hlt zu den Pionieren der Tierrechtsbewegung. Das folgende Interview wurde von Ramazan Boztepe von der Animal Protection Academy <a href="http://www.animal-protection-academy-web.eu/" class="autohyperlink" title="http://www.animal-protection-academy-web.eu/" target="_blank">www.animal-protection-academy-&#8230;</a> gef&#252;hrt. Eine t&#252;rkische &#220;bersetzung ist in Vorbereitung …</p>
<p>Direktlink zum Interview:</p>
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<p>der „fell<em>bei&#223;er</em>“ (14.11.2010)<br />
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		<title>The Theory of Everything in Ethics</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 15:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>

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<p>Unlike the Theory of Everything in Physics, the Theory of Everything in Ethics is already known</p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>“Don’t do unto others what you don’t want done to you.” Or: “Treat others as you would like to be treated &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p>Unlike the Theory of Everything in Physics, the Theory of Everything in Ethics is already known</p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>“Don’t do unto others what you don’t want done to you.” Or: “Treat others as you would like to be treated by them.” Despite all claims to the contrary, the Golden Rule works perfectly when applied in practice. If it is rejected, it is mostly on grounds of intellectual arrogance (“a primitive principle“) or moral laziness – in order to avoid unpleasant consequences for one’s own actions.</p>
<p>It is a matter of fact: If all people adopted this rule, 99 per cent of all problems that can be solved through moral actions would be done away with in an instant! And since, as is also the case with the THEORY OF EVERYTHING IN PHYSICS, the Golden Rule´s scope of application is so wide and it encapsulates what is most essential, I call the Golden Rule the THEORY OF EVERYTHING IN ETHICS.</p>
<p>A popular objection to the Golden Rule is that it fails to take into account that different people have different interests. Adopting the Golden Rule would hence lead to absurd consequences:</p>
<p>* Taken literally, this rule would prompt a masochist to turn into a sadist: someone, who would like to be tortured by others would be commanded to inflict torture on others himself.<br />
* A person too proud to accept the help of others would not be allowed to extend a helping hand to others.<br />
* A teetotaler could happily prescribe a general prohibition of wine or beer.</p>
<p>The objection that the Golden Rule or Theory of Everything in Ethics fails to take into account that different people have different interests or wishes can be countered as follows:<br />
First, human beings hardly differ in their basic interests and wishes: Who would like to be betrayed, lied to, insulted or tortured? The masochist is clearly an exception!</p>
<p>Second and foremost: When humans have different wishes and interests, we automatically consider this when applying the Golden Rule, since everything else would gravely contradict the rule’s very essence!</p>
<p>When confronted with the question if I should help a handicapped person across the street, I do not think: Since I am not handicapped myself and so on, but: If I were in her place, I would want to be helped! Or: If I would like to make someone happy by inviting him for a meal, I, of course, do not serve him MY favorite dish, but HIS favorite dish!</p>
<p>In short: Applying the Golden Rule is OF COURSE not about imposing my OWN wishes on others, but about considering the OTHER PERSON’S wishes. Hence the only meaningful and acceptable interpretation of this rule consists in ascribing not ONE’S own, but THEIR own wishes, interests and needs to one’s fellow human beings. Hence the question must NOT be: How would I, with all MY qualities, like to be treated in his or her place? But: How would I, with all HIS or HER qualities, like to be treated?</p>
<p>The meaningful formulation of the Golden Rule or Theory of Everything in Ethics is hence: Treat others the way you would like to be treated in their place. And for anyone WANTING TO ACT MORALLY, this rule is an excellent and most effective means to make this world a more beautiful, better and happier place!</p>
<p>The objection that this principle was not applicable to animals, because we do not know how animals would like to be treated, is, considering our knowledge of the interests and needs of animals, factually absurd and morally dishonest. If we want to, we do know very well how animals would like to be treated. And especially how they would NOT like to be treated. Everyone who is not completely out of his mind knows that the life that we expect many animals to live is not the life that they want to live – and that we would want to live in their place!</p>
<p>The real problem in applying the Golden Rule to animals, or to be more precise, in putting ourselves in the place of the animals, is that it is so EASY – and that the result is so terrible in many cases: Anyone who is informed, even superficially, about what happens on animal transports, in factory farms, in abattoirs etc., and then imagines his dog or cat in such a situation (as a sort of bridge to putting himself in the place of other animals), is in danger of going mad with empathy and horror.</p>
<p>It is precisely this illustration of what the Golden Rule implies, factually and emotionally, this intensification of moral situations that cuts right to the heart of moral value and moral responsibility, that reveals what is probably the most common reason for the Rule’s rejection: All of us who accept the Golden Rule, this Theory of Everything in Ethics, are—in a moral sense—putting ourselves on the spot.</p>
<p>This text is based on the segment “Golden Rule” in my latest German book “Ich esse meine Freunde nicht oder Warum unser Umgang mit Tieren falsch ist” (English translation of the title: “I Do Not Eat My Friends or Why the Way We Treat Animals is Wrong”)</p>
<p><em>© Helmut F. Kaplan</em></p>
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<p>Helmut Kaplan (Mon, 27 Sep 2010 12:16)<br />
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		<title>„Holocaust-Vergleich wird immer wichtiger“</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 20:07:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong>Interview mit Dr. <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a><br />
</strong></p>
<p>Interview von <a href="http://www.fahnentraeger.com" class="autohyperlink" title="http://www.fahnentraeger.com" target="_blank">www.fahnentraeger.com</a> mit Helmut F. Kaplan.</p>
<p>Hinweis: Das Interview wird auch in der Zeitschrift „Umwelt &#038; Aktiv“ abgedruckt.</p>
<p>Dr. Helmut Friedrich Kaplan ist wohl der bekannteste Vordenker und Verfechter der Tierrechtsethik im deutschsprachigen &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><strong>Interview mit Dr. <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a><br />
</strong></p>
<p>Interview von <a href="http://www.fahnentraeger.com" class="autohyperlink" title="http://www.fahnentraeger.com" target="_blank">www.fahnentraeger.com</a> mit Helmut F. Kaplan.</p>
<p>Hinweis: Das Interview wird auch in der Zeitschrift „Umwelt &#038; Aktiv“ abgedruckt.</p>
<p>Dr. Helmut Friedrich Kaplan ist wohl der bekannteste Vordenker und Verfechter der Tierrechtsethik im deutschsprachigen Raum. Er wurde am 13. Oktober 1952 in Salzburg geboren, wo er auch heute noch lebt. 1982 schloss er sein Studium der Psychologie an der Universit&#228;t Salzburg mit einer Promotion ab. Sein anschlie&#223;endes Philosophie-Studium beendete er mit einer Magisterarbeit &#252;ber Peter Singer, einen der Mitbegr&#252;nder der modernen Tierrechtsphilosophie. Er ist Autor mehrerer B&#252;cher, u.a.: „Leichenschmaus – Ethische Gr&#252;nde f&#252;r eine vegetarische Ern&#228;hrung“, „Tierrechte – Die Moral einer Befreiungsbewegung“, „Der Verrat des Menschen an den Tieren“ und „Freude sch&#246;ner G&#246;tterfunken – Gl&#252;ck zwischen Schmerz und Leid“. Dar&#252;ber hinaus verfasste er zahlreiche Zeitschriftenbeitr&#228;ge und sonstige Aufs&#228;tze zum Thema Tierrechte, die teilweise auch auf seiner Internet-Seite <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org</a> einzusehen sind. Er h&#228;lt regelm&#228;&#223;ig Vortr&#228;ge und ist ein h&#228;ufiger Gast in Fernseh- und Rundfunksendungen, Talkshows und sonstigen Diskussionsrunden.</p>
<p><strong>Frage 1:</strong> Herr Kaplan, sofern wir es in der kurzen Einleitung noch nicht vorweg genommen haben, erz&#228;hlen Sie unseren Lesern doch bitte ein wenig &#252;ber Ihre Person und Ihren bisherigen Werdegang. Gab bzw. gibt es in Ihrem Leben Menschen, die Sie in Ihrer Entwicklung – speziell in Bezug auf die Tierrechtsethik – besonders gepr&#228;gt und beeinflusst haben, die vielleicht sogar Vorbilder f&#252;r Sie sind?</p>
<p>Ich arbeite seit etwa 1987 publizistisch und philosophisch in der Tierrechtsbewegung. Dabei ging es mir von Anfang an mehr darum, vorhandene Konzepte zu vermitteln bzw. nutzbar zu machen, als diese zu verfeinern oder neue zu schaffen. Besonders fruchtbar finde ich Peter Singers Gleichheitsprinzip, Tom Regans Rechte-Ansatz &#8211; quasi als „Gegengift“ zu Singers utilitaristischer Argumentationsschiene &#8211; und Schopenhauers Mitleidethik.</p>
<p><strong>Frage 2:</strong> Bitte erl&#228;utern Sie unseren Lesern in ein paar S&#228;tzen den Grundgedanken der Tierrechtsethik. Welche Philosophie steckt dahinter?</p>
<p>Der meines Erachtens plausibelste Ausgangspunkt ist das Gleichheitsprinzip: Wo Menschen und Tiere &#228;hnliche Interessen haben, da sollen diese &#228;hnlichen Interessen auch moralisch gleich ernstgenommen werden: Weil ALLE MENSCHEN ein Interesse an angemessener Nahrung und Unterkunft haben, sollen wir dieses Interesse auch bei allen Menschen gleich ber&#252;cksichtigen &#8211; und d&#252;rfen nicht willk&#252;rliche Diskriminierungen aufgrund der Rassen- oder Geschlechtszugeh&#246;rigkeit vornehmen. Und weil SOWOHL MENSCHEN ALS AUCH TIERE leidensf&#228;hig sind, sollen wir das Interesse, nicht zu leiden, bei Menschen und Tieren gleich ber&#252;cksichtigen &#8211; und d&#252;rfen nicht willk&#252;rliche Diskriminierungen aufgrund der Spezieszugeh&#246;rigkeit vornehmen. So gesehen sind Rassismus, Sexismus und Speziesismus gleicherma&#223;en Verst&#246;&#223;e gegen das Gleichheitsprinzip &#8211; weil sie gleiche Interessen weniger ber&#252;cksichtigen, wenn ein Wesen die „falsche“ Hautfarbe oder das „falsche“ Geschlecht hat oder wenn es der „falschen“ Spezies angeh&#246;rt.</p>
<p><strong>Frage 3:</strong> Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es den Begriff der „Tierrechte“ noch nicht einmal. Mittlerweile hat sich sogar – zumindest dem Namen nach – eine entsprechende Bewegung gebildet, die sich die Verbreitung und Manifestierung dieser Philosophie auf die Fahnen geschrieben hat. Wie sch&#228;tzen Sie die aktuelle Situation und die Zukunftsaussichten der heutigen Tierrechtsbewegung ein?</p>
<p>Konkrete Zahlen &#252;ber die Fleischproduktion der letzten Jahrzehnte in Regionen, in denen die Tierrechtsbewegung pr&#228;sent war, zum Beispiel in Deutschland oder Europa, w&#228;ren eine objektive Basis f&#252;r die Bewertung des Erfolges der Tierrechtsbewegung. Leider sind solche Daten offenkundig schwer zu bekommen.  Also bin ich auf die Beobachtung gesellschaftlicher Trends, wie sie sich in den Medien niederschlagen, angewiesen. Und da ist die Diagnose alles andere als erfreulich. Nach einer Erfolgskurve der Bewegung bis etwa Mitte der 1990er Jahre gibt es tendenziell einen negativen Trend. Beispielsweise wird die Fleischwerbung seit langer Zeit sukzessive immer aggressiver, zynischer, ja nicht selten geradezu sadistisch.<br />
In der „Zeit“ hat Wolfram Siebeck gerade eine ganze Serie &#252;ber die „neue Lust auf Fleisch“ abgeschlossen. Die Liste lie&#223;e sich leider leicht verl&#228;ngern.</p>
<p><strong>Frage 4:</strong> In einem fr&#252;heren Interview mit der Zeitschrift „Ursache und Wirkung“ beklagten Sie, dass die heutige Tierrechtsbewegung „leider zu einem Sammelbecken f&#252;r Idioten geworden“ ist. Was bringt Sie zu dieser Einsch&#228;tzung?</p>
<p>Ich wollte zu diesem Thema eigentlich nichts mehr sagen. Aber kurz: Die Tierrechtsbewegung &#252;bt &#8211; aus welchen Gr&#252;nden immer &#8211; offenkundig auf Profilneurotiker eine magische Anziehung aus. Au&#223;erdem grassiert in der Tierrechtsbewegung eine vollkommen irrationale bzw. sachlich absurde Intoleranz: Leute werden ausgegrenzt, weil sie beispielsweise zu links oder zu rechts oder zu religi&#246;s oder zu kapitalismusfreundlich usw. sind. Bei diesen Selbstzerfleischungstendenzen hat die Fleischindustrie nat&#252;rlich leichtes Spiel. </p>
<p><strong>Frage 5:</strong> Ihre Tochter ist ebenfalls in der Tierrechtsbewegung aktiv – der Apfel f&#228;llt also offensichtlich nicht weit vom Stamm. Wie haben Sie pers&#246;nlich Ihrer Tochter die Tierrechtsethik vermittelt bzw. wie haben Sie sie von der Richtigkeit dieser Philosophie &#252;berzeugt? Welche Vorgehensweise erachten Sie als sinnvoll und effektiv, um Au&#223;enstehende f&#252;r das Thema zu sensibilisieren – Zuckerbrot oder Peitsche, Brechstange oder Engelsgeduld?</p>
<p>Bei meinen Kindern bedurfte es keiner besonderen Strategien, die hatten nie das Bed&#252;rfnis, Fleisch zu essen. Bez&#252;glich der allgemein sinnvollen Vorgangsweise gibt es ein gro&#223;es Problem: Die Fleischproduktion ist ein legalisierter Massenmord, der von allen relevanten Teilen der Gesellschaft geduldet oder gef&#246;rdert wird. Bliebe also der moralische Hebel. Erkennt man aber, da&#223; sich die Menschen auch untereinander nur deshalb halbwegs zivilisiert auff&#252;hren, weil sie Strafen und Gef&#228;ngnis f&#252;rchten, wird das Bild schon tr&#252;ber. Und die Klima-Debatte hat f&#252;r eine weitere Desillusionierung gesorgt: Selbst egoistische Argumente k&#246;nnen die Menschen kaum zum Fleischverzicht motivieren. Was bleibt, ist der Appell an Konsequenz und Mitgef&#252;hl: Nicht allen Menschen ist es egal, wenn sie ethischer Inkonsequenz &#252;berf&#252;hrt werden, z. B. einem Schwein zumuten, was sie ihrem Hund nie zumuten w&#252;rden &#8211; obwohl sich beide Tiere in bezug auf alle moralisch relevanten Merkmale gleichen. Und nicht alle Menschen l&#228;&#223;t das Leiden, das sie verursachen, v&#246;llig kalt, wenn sie unmittelbar damit konfrontiert werden.</p>
<p><strong>Frage 6:</strong> Was muss Ihrer Meinung nach geschehen, damit die Tierrechtsethik in absehbarer Zeit gesellschaftlich mehrheitsf&#228;hig wird?</p>
<p>Ein Wunder. Denn die Vorstellung, da&#223; sich die Befreiung der Tiere analog der Befreiung der Sklaven und der Emanzipation der Frauen vollziehen werde, es also quasi eine logische historisch-ethische Linie der &#220;berwindung von Rassismus, Sexismus und Speziesismus gebe, hat sich als falsch erwiesen. Zwei Denkfehler bzw. zuwenig ber&#252;cksichtigte Faktoren waren: An der &#220;berwindung rassistischer und sexistischer Diskriminierung konnten die Diskriminierten selber mitwirken und die &#220;berwindung dieser Diskriminierungen war teilweise auch im Interesse der Unterdr&#252;cker.</p>
<p><strong>Frage 7:</strong> Zur&#252;ck zu Ihrer Person, Herr Kaplan. Die Ihren zahlreichen Ver&#246;ffentlichungen zugrunde liegende Philosophie in Bezug auf das Verh&#228;ltnis zwischen Menschen und anderen Lebewesen weist unverkennbare Parallelen zu den ethischen Standpunkten Arthur Schopenhauers auf. Dieser vertrat bekanntlich die Ansicht, dass Mitleid – also die Erkenntnis des eigenen Selbst im Anderen – ein zentraler Grundpfeiler menschlicher Ethik und die Voraussetzung zur &#220;berwindung egoistischer Motive sei, wobei er ausdr&#252;cklich auch die Tiere als moralisch relevante Objekte mit einbezog. Entspricht dies auch Ihrer grunds&#228;tzlichen &#220;berzeugung?</p>
<p>Ja, Schopenhauer hat zu Recht Mitleid als Grundlage der Moral und als Triebfeder moralischen Handelns bezeichnet. Ein entscheidender Aspekt wird ja meist &#252;bersehen: Ethische Einsicht alleine bewirkt noch gar nichts! Immer wieder h&#246;re ich beispielsweise: „Ich sehe die ethischen Argumente f&#252;r den Vegetarismus ja alle ein, aber ich esse dennoch weiter Fleisch &#8211; weil es mir eben schmeckt.“ Den wichtigsten Impuls, ethische Einsicht in praktisches Handeln umzusetzen, liefert wohl das Mitleid.</p>
<p><strong>Frage 8:</strong> Leider untergr&#228;bt der menschliche Egoismus nicht selten die Moral und ist damit letzten Endes die Ursache f&#252;r viele der schwerwiegendsten Probleme auf diesem Planeten. Sie selbst bezeichneten den herrschenden Kapitalismus einmal als „institutionalisierte Egoismusf&#246;rderung“ und die „ethisch widerw&#228;rtigste Gesellschaftsform“. Wie kommen Sie zu dieser Erkenntnis? Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem Ph&#228;nomen des Kapitalismus und der Tierrechtsproblematik?</p>
<p>Nun, ich will mich nicht zum Wirtschaftphilosophen aufschwingen, aber „institutionalisierte Egoismusf&#246;rderung“ benennt schon einen wesentlichen Punkt: Der sowieso allgegenw&#228;rtige menschliche Egoismus ist beim Kapitalismus auch noch quasi Systembaustein, ja, mehr noch: Systemmotor. Das wurde in den letzten Monaten vermutlich deutlicher als je zuvor. Und da&#223; die Werbebotschaft „Geiz ist geil“ Kultstatus erlangt hat, ist vermutlich auch kein Zufall. Da&#223; „institutionalisierte Egoismusf&#246;rderung“ beim Menschen den Tieren nicht gerade n&#252;tzt, liegt auf der Hand. Andererseits werden Tiere aber auch in praktisch allen anderen Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen ausgebeutet und terrorisiert. Ob der industrialisierte „kapitalistische“ Tiermord schlimmer ist als es etwa „traditionelle“ Opferrituale usw. sind, ist letztlich schwer zu sagen.    </p>
<p><strong>Frage 9:</strong> Sie kritisieren insbesondere den Fleischverzehr als sowohl quantitativ wie auch qualitativ bedeutendste speziesistische Praktik und als psychologisches Fundament f&#252;r die massenhafte Ausbeutung der Tiere durch den Menschen. Warum?</p>
<p>J&#228;hrlich werden zwischen 50 und 60 Milliarden Tiere f&#252;r menschliche Ern&#228;hrungszwecke get&#246;tet. Das sind etwa 150 Millionen Tiere t&#228;glich. Fische und andere Wassertiere nicht mitgez&#228;hlt! Und: Wer f&#252;r eine vergleichsweise derma&#223;en triviale Sache wie seine Geschmacksvorlieben Tiere qu&#228;lt und umbringt oder qu&#228;len und umbringen l&#228;&#223;t, schreckt naheliegenderweise vor gar keinem Tiermi&#223;brauch zur&#252;ck. Womit wir zum Argumentationsaspekt kommen: Tierexperimentatoren, Pelzz&#252;chter und andere Tierqu&#228;ler argumentieren gerne &#8211; und h&#228;ufig schl&#252;ssigerweise &#8211; so: Wenn ihr am Leiden und Sterben der „Fleischtiere“ nichts auszusetzen habt, ist es heuchlerisch oder inkonsequent, euch &#252;ber andere Formen der Tiernutzung aufzuregen.</p>
<p><strong>Frage 10:</strong> Ein radikaler Wandel in den Ern&#228;hrungsgewohnheiten der Menschen erscheint also mehr als angebracht. Neben dem ethischen Aspekt dieser „vegetarischen Revolution“, w&#252;rde ein solcher Wandel aber sicherlich auch immense „greifbare“ Vorteile mit sich bringen, z.B. im Bereich der Gesundheit, der &#214;kologie, aber auch hinsichtlich der &#246;konomischen Effizienz bei der Nahrungsmittelproduktion. Was k&#246;nnen Sie uns dazu sagen?</p>
<p>In der Tat! Nur ein paar Zahlen bzw. Fakten: Wenn wir selbst Pflanzen essen w&#252;rden, anstatt sie an Tiere zu verf&#252;ttern, um dann deren Fleisch zu essen, dann k&#246;nnten wir 10mal soviele Menschen ern&#228;hren. &#220;ber 50% der Wasserverschmutzung Europas wird durch die Massentierhaltung verursacht. Der negative Einfluss der Nutztiere auf die Klimaerw&#228;rmung ist gr&#246;&#223;er als der des weltweiten Verkehrs. Zahlreiche Studien belegen, da&#223; eine gut zusammengestellte vegetarische Ern&#228;hrung erheblich dazu beitragen kann, ern&#228;hrungsbedingten Erkrankungen wie Athereosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie, Gicht und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen.</p>
<p><strong>Frage 11:</strong> Was ist Ihre Meinung zum Thema „artgerechte Tierhaltung“ und „Bio-Fleisch“? Was sind &#252;berhaupt Alternativen zum Fleischkonsum?</p>
<p>Kommerzielle Tierhaltung ist nie artgerecht, das geht gar nicht. „Biologische“ Tierzucht ist f&#252;r die betroffenen Tiere zweifellos besser als das Leben in Tierfabriken, aber so etwas wie eine „biologische“ Schlachtung gibt es nat&#252;rlich nicht. Und was vom Hinweis, die Tiere h&#228;tten doch immerhin ein sch&#246;nes Leben gehabt, moralisch zu halten ist, m&#246;ge folgende Verteidigung eines Serien-M&#246;rders veranschaulichen: Er habe immer Opfer ausgew&#228;hlt, die ein gl&#252;ckliches Leben gehabt hatten. Die vegetarischen Alternativen zum Fleischkonsum sind in unseren Breiten auf alle F&#228;lle gigantisch. Wirklich „moralisch sauber“ ist freilich nur die vegane Ern&#228;hrung &#8211; weil die Milch- und Eierproduktion nicht weniger Leiden und Sterben verursachen als die Fleischproduktion. Normale Fleischesser allerdings mit einem Schritt zu Veganern machen zu wollen, ist kontraproduktiv &#8211; weil es schlicht nicht funktioniert.  </p>
<p><strong>Frage 12:</strong> Darf der Mensch denn Ihrer Meinung nach &#252;berhaupt Tiere f&#252;r irgendwelche Zwecke nutzen (z.B. Sp&#252;rhunde), und wie stehen Sie zum Thema Haustierhaltung? Unterscheiden Sie zwischen „Nutzen“ und „Ausnutzen“ von Tieren?</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich ein weites Feld &#8211; mit sehr unterschiedlichen m&#246;glichen Konstellationen. Dennoch kann man die Frage nach der Zul&#228;ssigkeit von Tiernutzung inklusive Haustierhaltung, denke ich, ganz gut generell beantworten: Wenn so etwas wie ein fairer Interessenausgleich gegeben ist, ist es in Ordnung. Um beim Beispiel Sp&#252;rhunde zu bleiben: wenn die Tiere gut behandelt werden, mit „Familienanschlu&#223;“, und dann einen sch&#246;nen „Lebensabend“ verbringen d&#252;rfen. Davon sind wir nat&#252;rlich bei „Nutztieren“  heute Lichtjahre entfernt: Diese Tiere werden brutal und maximal ausgenutzt und sobald es sich nicht mehr rechnet, umgebracht.</p>
<p><strong>Frage 13:</strong> Die meisten erinnern sich wohl noch an „Problemb&#228;r“ Bruno, dem ersten in Deutschland wildlebenden Braunb&#228;r seit gut 170 Jahren, der im Juni 2006 trotz erheblicher Proteste seinen H&#228;schern zum Opfer fiel. Es scheint gerade so, als g&#228;be es heutzutage in diesem Land keinen Platz mehr f&#252;r einige ehemals heimische Tierarten. Auf der anderen Seite existieren jedoch erfreulicherweise auch Initiativen, die sich die Heimkehr von B&#228;r, Wolf, Luchs und Co. zur Aufgabe gemacht haben. Was halten Sie pers&#246;nlich von dem Vorhaben, Deutschland zu einem „Einwanderungsland f&#252;r Tiere“ zu machen?</p>
<p>Das h&#228;ngt schlicht davon ab, ob die betreffende Initiative unterm Strich f&#252;r die betroffenen Tiere einen Nutzen oder einen Schaden darstellt. Und um das festzustellen, mu&#223; man hinter die Fassaden schauen, weil es da oft ganz anders aussieht als davor. Beispiel Zoo: Sobald die putzigen Jungtiere, die die Zuschauer in den Zoo locken sollen, ausgewachsen sind, werden sie oft wie Wegwerfartikel behandelt, landen in Versuchslabors oder Feinschmeckerrestaurants. </p>
<p><strong>Frage 14:</strong> Herr Kaplan, Sie sind bekannt daf&#252;r, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und auch vor &#246;ffentlichen Tabubr&#252;chen nicht zur&#252;ckzuschrecken. So bef&#252;rworteten Sie seinerzeit die – insbesondere hierzulande – &#228;u&#223;erst aufsehenerregende <em>PETA</em>-Kampagne „Holocaust on your plate“, was Ihnen teilweise recht harsche Kritik einbrachte. Was k&#246;nnen Sie uns dazu sagen? </p>
<p>Ich finde den so genannten Holocaust-Vergleich nach wie vor sachlich stimmig. Isaac Bashevis Singers Diktum „Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi, f&#252;r die Tiere ist jeden Tag Treblinka“, bringt unsere Haltung und unseren Umgang mit Tieren wie kaum ein anderer Vergleich oder eine andere Aussage auf den Punkt. Charles Patterson hat dazu ein ganzes Buch geschrieben: „Eternal Treblinka“. Auf der Aufkl&#228;rungs- bzw. Bewu&#223;tseinsbildungsebene wird der Holocaust-Vergleich m. E. sogar immer wichtiger: In einer Zeit, in der nicht nur das Mitleid mit Tieren immer mehr abzustumpfen scheint, sondern sogar immer &#246;fter regelrechte sadistische Schadenfreude zu beobachten ist, ist der Holocaust-Vergleich mittlerweile so ziemlich das einzige, was die Menschen im Zusammenhang mit Tieren noch aufregt und aufr&#252;ttelt. So gesehen, wird der Vergleich mit jedem Tag wichtiger. </p>
<p><strong>Frage 15:</strong> Stimmt es eigentlich, dass Sie die Forderung unterst&#252;tzen, analog zu den Besuchen ehemaliger Konzentrationslager, Schulklassen auch in Schlachth&#246;fe zu f&#252;hren, um sie dort mit dem Leid der Tiere zu konfrontieren und dadurch der „Mentalit&#228;t des Wegschauens“ ein st&#252;ckweit zu entgegnen?</p>
<p>Ja; allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, da&#223; dies einen nennenswerten Aufr&#252;ttelungseffekt haben w&#252;rde. Denn in den letzten Jahren hat es, wie gesagt, deutliche Entwicklungen in Richtung Desensibilisierung gegeben. Wie auch immer: Wenn solche Besuche bei irgendjemandem positive Auswirkungen im Hinblick auf die Verwirklichung von Tierrechten haben, dann bei jungen Menschen.</p>
<p><strong>Frage 16:</strong> Kommen wir nun zu einem sehr heiklen Thema: Gewalt als Mittel zum Zweck. In dieser Frage scheiden sich ja auch in der Tierrechtsbewegung die Geister. Gruppen wie die <em>Animal Liberation Front</em> bekennen sich ganz offen zu begangenen Straftaten und verstehen sie als legitime und gerechtfertigte Aktionsform. Heiligt der Zweck in diesem Fall jedes Mittel – legal, illegal, schei&#223;egal?</p>
<p>Diese Absurdit&#228;t ist nicht mehr zu &#252;bertreffen: Da werden jedes Jahr zig Milliarden Tiere ohne Notwendigkeit auf brutalste Weise massakriert, aber der Gewaltvorwurf richtet sich nicht an die T&#228;ter, sondern an jene, die dieser Gewaltorgie ein Ende bereiten wollen. Konkreter &#228;u&#223;ere ich mich dazu nicht mehr, weil ich daf&#252;r bereits mehrfach gerichtlich verfolgt worden bin. Aber ich habe, was der in Princeton lehrende Peter Singer zu diesem Themenbereich sagt, zusammengefa&#223;t: </p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung" target="_blank">www.fellbeisser.net/authors/pe&#8230;</a></p>
<p><a href="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung-teil2" class="autohyperlink" title="http://www.fellbeisser.net/authors/peter-singer-ueber-demokratie-gesetzesverstoesse-und-gewaltanwendung-teil2" target="_blank">www.fellbeisser.net/authors/pe&#8230;</a></p>
<p><strong>Frage 17:</strong> Im Zusammenhang mit dieser Problematik sprachen Sie in einem Ihrer Vortr&#228;ge einmal von einem so genannten „aktionistischen Vorgriff auf zuk&#252;nftiges Bewusstsein“. Was genau ist darunter zu verstehen?</p>
<p>Das ist ein in gesellschaftlichen Umbruchphasen h&#228;ufig anzutreffendes Verhaltensmuster: Das Setzen von Handlungen im Sinne gew&#252;nschter &#196;nderungen, ein aktionistisches Vorgreifen auf k&#252;nftiges Bewu&#223;tsein. Solchen aktionistischen Vorgriffen spielt die sogenannte „normative Kraft des Faktischen“ in die H&#228;nde: Fakten k&#246;nnen einen „geistigen Wandel“ im weitesten Sinne beg&#252;nstigen. Musterbeispiel ist das Verhalten der DDR-Bev&#246;lkerung vor und beim Mauerfall: Die immer ausgepr&#228;gteren Willensbekundungen in Richtung Freiheit f&#252;hrten schlie&#223;lich &#8211; vermittels eines solchen „geistigen Wandels“ &#8211; tats&#228;chlich zur Freiheit. Vieles, was Tierrechtlern heute als „radikal“ angekreidet wird, mu&#223; vor diesem Hintergrund gesehen werden.</p>
<p><strong>Frage 18:</strong> Welche M&#246;glichkeiten bestehen f&#252;r den Einzelnen, sich im Sinne der Tierrechtsphilosophie einzubringen? Worauf sollte man Ihrer Meinung nach dabei den Schwerpunkt legen?</p>
<p>Zweierlei ist, denke ich, besonders wichtig: Erstens, immer wieder auf die eindeutigen und dramatischen Fakten verweisen: Die Fleischproduktion ruiniert die Umwelt, schadet dem Klima, schadet dem Menschen und bedeutet eine Katastrophe f&#252;r die Tiere. Zweitens sollte f&#252;r einen moralisch motivierten Vegetarismus geworben werden, weil dieser DER ethische bzw. argumentative  Hebel bzw. Anker ist. Ohne diesen Anker hei&#223;t es &#8211; zu Recht &#8211; auch im Hinblick auf die frivolsten tierfeindlichen Praktiken: Wir ESSEN die Tiere doch auch, und in den Tierfabriken und im Schlachthaus geht es ihnen auch nicht besser.</p>
<p><strong>Frage 19:</strong> M&#246;chten Sie zum Abschluss unseres Interviews noch irgendetwas loswerden oder vielleicht ein paar Worte an unsere Leserschaft richten?</p>
<p>Die vielleicht erfolgversprechendste M&#246;glichkeit, Menschen, die grunds&#228;tzlich mit ethischen Argumenten erreichbar sind, auch tats&#228;chlich zu erreichen, ist vielleicht das, was ich die „ethische Weltformel“ nenne: Behandle andere so, wie du selber behandelt werden m&#246;chtest. Allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz funktioniert diese „Goldene Regel“ in der Praxis ausgezeichnet &#8211; vorausgesetzt, jemand WILL moralisch handeln. Der Einwand, dieses Prinzip funktioniere gegen&#252;ber Tieren nicht, weil wir nicht w&#252;&#223;ten, wie sie behandelt werden m&#246;chten, ist nur ein Vorwand daf&#252;r, weiter egoistisch anstatt moralisch zu handeln.</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>Zuletzt ist von Helmut F. Kaplan erschienen (Herbst, 2009): „Ich esse meine Freunde nicht“ (trafo Wissenschaftsverlag, Berlin)</p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/buecher/index.html" class="autohyperlink" title="http://www.tierrechte-kaplan.org/buecher/index.html" target="_blank">www.tierrechte-kaplan.org/buec&#8230;</a></p>
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<p>Aktualisiert am 05.04.2010</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (09.03.2010; 18:52 Uhr)<br />
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		<title>Paths to Veganism</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 19:43:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong>If you Want Vegans, Promote Vegetarianism</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Over the last twenty years, I have dealt with the moral significance of a vegetarian and a vegan lifestyle in about as many texts, trying to become clear on this issue &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><strong>If you Want Vegans, Promote Vegetarianism</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>Over the last twenty years, I have dealt with the moral significance of a vegetarian and a vegan lifestyle in about as many texts, trying to become clear on this issue myself and to convey my conclusions to my readers. I failed miserably at the latter. This might be because of the following two reasons:</p>
<p>First: The way the question of the moral significance of vegetarianism and veganism is thematized and answered depends largely on one’s own ethical position. If you are a “deontologist,” you ponder if an action is correct IN ITSELF, independent of its consequences. If you are a “consequentialist,” you believe that it is PRECISELY the consequences of an action that matter. Not being aware or not wanting to be aware of this fundamental theoretical question is naturally not exactly conducive to a fruitful debate.</p>
<p>Second: Vegetarianism/veganism is a topic that is so emotionally loaded that even the QUESTIONS brought up are hardly taken note of, let alone discussed in a sober and rational manner. So I turned to mostly to discussing the following question:</p>
<p>What is the best strategy IN DEALING WITH THE GENERAL PUBLIC &#8211; i.e. meat eaters — to come closer to the goal of a vegan society?</p>
<p>The responses I got were almost exclusively to another question:</p>
<p>To which diet am I, Helmut F. Kaplan, morally obligated?</p>
<p>In the light of this history, and these problems, I will try deal with the question vegetarian or vegan on an (almost) strictly factual level:</p>
<p><strong>Economic and psychological facts</strong></p>
<p>The commercial use of animals practically ALWAYS implies the ABUSE of animals, because today’s ubiquitous commercial-mindedness automatically leads to their exploitation. The animal industries form a tightly interlocking, fully integrated system designed to maximize economical gains — in which meat production stands at the center: Almost all animals, NO MATTER HOW THEY ARE BEING USED, end up BEING EATEN.</p>
<p>General VEGETARIAN advocacy has comparably good chances to be successful, because the reasons for doing without meat do not only make sense on an ethical and rational level (or can be presented in a way that they make sense), but are also comprehensible on the practical level of  “everyday life”: It becomes immediately clear that the chicken or pig that I am eating now had to be killed for me earlier. And it is also relatively easy to imagine that in future I will be eating a cheese sandwich instead of a ham sandwich.</p>
<p>But with VEGANISM everything becomes more complicated, less straightforward —  and harder to accept:  That the milk in my cheese comes from an animal who is being tortured and eventually will be taken to the slaughterhouse is a harder  connection to make than that the animal whose flesh I am eating now had to be killed for me earlier. And that in the future I should eat neither a ham NOR a cheese sandwich seems almost inconceivable. We must not forget (what is almost always overlooked by advocates of veganism): Dropping the meat habit, i.e. adopting a VEGETARIAN lifestyle, is already a very, very big step for the vast majority of people — if not a “courageous” one!</p>
<p>Optimally, people can be led to become vegetarian, but usually they have to become vegan by themselves. The step from vegetarian to vegan takes place in silence, in privacy &#8211;  but as a rule only if one prerequisite is met: The people concerned refrain from eating meat for ETHICAL reasons. Therefore, it is of the utmost importance to lead people to an ethically motivated vegetarianism.</p>
<p>In the following I will evaluate in a matter-of-fact and emotionless way which consequences will result from which strategies at this specific historical point in time (2010):</p>
<p><strong>Vegetarian policies create vegetarians AND vegans</strong> </p>
<p>There is a clear connection between (morally motivated) vegetarianism and veganism, even though it is not a stringent one. Vegetarianism functions as a sort of prerequisite for veganism. Almost all vegans were vegetarians first; almost no meat eaters become vegans in a single step. It is relatively easy for a vegetarian to go vegan, but it is hardly ever the case for a meat eater. Therefore, every step toward vegetarianism is at the same time a potential step toward veganism. In short, anyone who promotes vegetarianism is simultaneously promoting veganism.</p>
<p>This applies to the economic realm accordingly: A noticeable impetus toward a vegetarian society sets off a process with its own dynamics that moves society toward veganism. As I said, the different forms of animal utilization form a tightly interlocked integrated system of which the most important component is meat production. With the crumbling away of its most important element, meat production, due to a continous trend toward vegetarianism, the entire system will become less profitable and will gradually disappear. In conclusion: If we succeed in the vegetarianization of society, we will get its veganization as a bonus.</p>
<p><strong>Vegan policies create NEITHER vegans NOR vegetarians</strong></p>
<p>Attempting to turn “ordinary” people, i.e. meat eaters, into vegans at this point in time is not just futile but downright harmful. Not only do we fail to create new vegans, we even PREVENT people from becoming vegetarian!. Even people who might be ready to adopt a vegetarian lifestyle will turn their backs on us if we tell them: “You see, dear folks, actually the situation is such: even if you stop eating meat now, you’re still not doing nearly enough.” A potential vegetarian that has been “educated” in this way will immediately “shut down” emotionally and intellectually, will continue to eat meat, and will turn a deaf ear to further efforts to convince him or her to stop eating meat for a long time (if not forever). </p>
<p>Of course, we should also campaign for veganism. But only when there is a realistic chance of producing vegans — and not when we risk preventing people from becoming vegetarians.</p>
<p>Copyright © Helmut F. Kaplan<br />
Helmut F. Kaplan is now on Facebook<br />
Latest Book: Ich Esse meine Freunde Nicht [I Don’t Eat My Friends]</p>
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<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>fell<em>bei&#223;er</em> (08.02.2010; 21:42 Uhr)</p>
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		<title>Wege zum Veganismus</title>
		<link>http://www.fellbeisser.net/authors/wege-zum-veganismus</link>
		<comments>http://www.fellbeisser.net/authors/wege-zum-veganismus#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 16:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>
		<category><![CDATA[Schlachthof]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px; margin-bottom:10px;"></div>
<p><strong>Wer Veganer will, mu&#223; den Vegetarismus f&#246;rdern</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &#187;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>In den letzen 20 Jahren habe ich in sch&#228;tzungsweise  ebensovielen Beitr&#228;gen versucht, die moralische Wertigkeit einer vegetarischen und einer veganen Lebensweise f&#252;r mich zu kl&#228;ren und das Ergebnis meinen Lesern &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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<p><strong>Wer Veganer will, mu&#223; den Vegetarismus f&#246;rdern</strong></p>
<p><a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>In den letzen 20 Jahren habe ich in sch&#228;tzungsweise  ebensovielen Beitr&#228;gen versucht, die moralische Wertigkeit einer vegetarischen und einer veganen Lebensweise f&#252;r mich zu kl&#228;ren und das Ergebnis meinen Lesern zu vermitteln. An letzterem bin ich kl&#228;glich gescheitert. Zwei Gr&#252;nde f&#252;r dieses Scheitern sind wohl:</p>
<p>Erstens: Thematisierung und Beantwortung der Frage nach der moralischen Wertigkeit von Vegetarismus und Veganismus h&#228;ngen in hohem Ma&#223;e von der ethischen Grundposition ab, die man hat: Ist man „Deontologe“, fragt man, ob eine Handlung AN SICH richtig ist, unabh&#228;ngig von ihren Folgen.  Ist man hingegen „Teleologe“, geht es einem GERADE um die Folgen einer Handlung. Das Nicht-Wahrnehmen oder Nicht-wahrnehmen-Wollen dieser theoretischen Grundfrage ist einer fruchtbaren Diskussion naturgem&#228;&#223; nicht eben f&#246;rderlich.</p>
<p>Zweitens: Das Thema Vegetarismus / Veganismus ist in so hohem Ma&#223;e mit Emotionen besetzt, da&#223; schon die gestellten FRAGEN kaum zur Kenntnis genommen werden – geschweige denn sachlich und rational diskutiert w&#252;rden. So habe ich  vorrangig folgende Frage behandelt:</p>
<p>Was ist die beste Strategie GEGEN&#220;BER DER ALLGEMEINHEIT, also gegen&#252;ber Fleischessern, um dem Ziel einer veganen Gesellschaft n&#228;herzukommen?</p>
<p>Reaktionen bekam ich aber fast ausschlie&#223;lich auf eine andere Frage:</p>
<p>Zu welcher Ern&#228;hrungsweise bin ICH, Helmut F. Kaplan, moralisch verpflichtet?</p>
<p>Angesichts dieser Geschichte und Probleme will ich im folgenden versuchen, die Frage vegetarisch oder vegan einmal (fast) nur auf der Faktenebene zu behandeln. </p>
<p><strong>&#214;konomische und psychologische Fakten</strong> </p>
<p>Die kommerzielle Nutzung von Tieren bedeutet praktisch IMMER eine AUSNUTZUNG der Tiere, weil das allgegenw&#228;rtige Wirtschaftlichkeitsdenken automatisch zur Ausbeutung der Tiere f&#252;hrt. Die Tiernutzungsindustrie bildet ein eng ineinander verwobenes Gesamtsystem zwecks Profitmaximierung, in dessen Zentrum die Fleischproduktion steht: Fast alle Tiere, die IRGENDWIE GENUTZT WERDEN, werden am Ende auch GEGESSEN.</p>
<p>Die allgemeine Werbung f&#252;r den VEGETARISMUS ist deshalb vergleichsweise erfolgversprechend, weil die Gr&#252;nde f&#252;r den Verzicht auf Fleisch nicht nur ethisch und rational plausibel sind (bzw. plausibel gemacht werden k&#246;nnen), sondern weil sie quasi auch „lebenspraktisch“ nachvollziehbar sind: Da&#223; das Huhn oder Schwein, das ich gerade esse, vorher f&#252;r mich get&#246;tet werden mu&#223;te, leuchtet unmittelbar ein, und da&#223; ich in Hinkunft statt einer Wurstsemmel eine K&#228;sesemmel essen werde, ist auch vergleichsweise leicht vorstellbar.</p>
<p>Beim VEGANISMUS ist hingegen alles viel komplizierter, indirekter &#8211; und schwerer akzeptierbar: Da&#223; die Milch, die in meinem K&#228;se ist, ebenfalls von einem Tier stammt, das gequ&#228;lt wird und letztlich im Schlachthof landen wird, ist schon „viel weiter hergeholt“, als da&#223; das Tier, das ich gerade esse, vorher f&#252;r mich get&#246;tet werden mu&#223;te. Und da&#223; ich in Hinkunft weder eine Wurstsemmel NOCH eine K&#228;sesemmel essen soll, erscheint kaum vorstellbar. Wir d&#252;rfen nicht vergessen (was von Veganismus-Werbern fast immer vergessen wird): Bereits der Verzicht auf Fleisch, also der Schritt zu einer VEGETARISCHEN Lebensweise bedeutet f&#252;r die allermeisten Menschen einen sehr, sehr gro&#223;en, ja geradezu „mutigen“ Schritt!</p>
<p>Zum Vegetarismus kann man die Menschen im optimalen Falle f&#252;hren, zum Veganismus m&#252;ssen sie meist selber kommen. Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer vollzieht sich im Stillen, im Privaten. Allerdings in aller Regel nur unter einer Voraussetzung: wenn die Betroffenen aus ETHISCHEN Gr&#252;nden kein Fleisch essen. Deshalb ist es von so herausragender Bedeutung, die Menschen zum moralisch motivierten Vegetarismus zu f&#252;hren.</p>
<p>Im folgenden will ich n&#252;chtern und emotionslos darlegen, welche Folgen welche Strategien zum jetzigen (2010) historischen Zeitpunkt meines Erachtens haben: </p>
<p><strong>Vegetarismus-Politik schafft Vegetarier UND Veganer<br />
</strong><br />
Zwischen (moralisch motiviertem) Vegetarismus und Veganismus besteht ein zwar nicht zwingender, wohl aber deutlicher Zusammenhang: Der Vegetarismus ist quasi die Voraussetzung f&#252;r den Veganismus, fast alle Veganer waren vorher Vegetarier. Kaum ein Fleischesser wird in einem Schritt zum Veganer. Aus einem Vegetarier wird vergleichsweise leicht ein Veganer, aus einem Fleischesser praktisch nie. Jeder Schritt zum Vegetarismus ist also gleichzeitig ein m&#246;glicher Schritt zum Veganismus. Kurz: Wer  den Vegetarismus f&#246;rdert, f&#246;rdert damit gleichzeitig den Veganismus. </p>
<p>Entsprechendes gilt auf der &#246;konomischen Ebene: Ein sp&#252;rbarer Impuls in Richtung Vegetarisierung der Gesellschaft initiiert eine Eigendynamik in Richtung Veganisierung der Gesellschaft. Denn die verschiedenen Formen der Tiernutzung bilden, wie gesagt, ein eng ineinander verwobenes Gesamtsystem, dessen wichtigstes Element die Fleischproduktion ist. Bricht nun dieses wichtigste Element, die Fleischproduktion, aufgrund fortschreitender Vegetarisierung weg, wird das Gesamtsystem weniger profitabel &#8211; und verschwindet allm&#228;hlich. Fazit: Wenn wir die Vegetarisierung schaffen, bekommen wir die Veganisierung geschenkt. </p>
<p><strong>Veganismus-Politik schafft WEDER Veganer NOCH Vegetarier</strong></p>
<p>Der Versuch, „normale“ Menschen, also Fleischesser zum jetzigen Zeitpunkt zu Veganern zu machen, ist nicht nur aussichtslos, sondern sogar sch&#228;dlich: Wir schaffen damit n&#228;mlich nicht nur keine Veganer, sondern VERHINDERN auch noch Vegetarier! Denn auch Menschen, die innerlich zu einer vegetarischen Lebensweise bereit w&#228;ren, werden sofort eine „Kehrtwende“ machen, wenn wir ihnen er&#246;ffnen: Also, liebe Leute, die Sache ist aber eigentlich so: auch wenn ihr jetzt aufh&#246;rt, Fleisch zu essen, so reicht das leider noch lange nicht. Ein solcherart „aufgekl&#228;rter“ potentieller Vegetarier wird augenblicklich emotional und intellektuell „zumachen“, weiterhin Fleisch essen und f&#252;r lange Zeit (wenn nicht f&#252;r immer) f&#252;r weitere Bem&#252;hungen, ihn zum Fleischverzicht zu bewegen, taub sein.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich soll man auch f&#252;r den Veganismus werben. Aber nur, wo die realistische Chance besteht, Veganer zu schaffen, nicht, wo die Gefahr besteht, Vegetarier zu verhindern.</p>
<p>Copyright: Helmut F. Kaplan</p>
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<p>Helmut Kaplan (05.01.2010; 12:11 Uhr)<br />
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		<title>Klima und Gerechtigkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 21:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kaplan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Helmut F. Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Tierrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Was haben wir nicht alles ersonnen, um unser Bed&#252;rfnis nach Gerechtigkeit zu stillen: Himmel, H&#246;lle, Karma usw. Vieles spricht nun aber daf&#252;r, dass es letztlich die Tiere sein werden, die uns zu Gerechtigkeit verhelfen – wenn auch &#8230;</p><p>Eigene Homepage? Bitte setzen Sie einen Backlink auf: <a href="http://www.fellbeisser.net/news">Fellbeisser Tierschutznachrichten</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut F. Kaplan</p>
<p>Was haben wir nicht alles ersonnen, um unser Bed&#252;rfnis nach Gerechtigkeit zu stillen: Himmel, H&#246;lle, Karma usw. Vieles spricht nun aber daf&#252;r, dass es letztlich die Tiere sein werden, die uns zu Gerechtigkeit verhelfen – wenn auch auf andere Weise als wir wollten: Seit Jahrtausenden missachten wir alle ethischen Argumente f&#252;r einen ordentlichen Umgang mit Tieren. Diese Entwicklung hat nun ihren H&#246;hepunkt erreicht, indem wir selbst die zwingendsten Argumente und Zusammenh&#228;nge, die die Tierethik mittlerweile vorgelegt hat, konsequent ignorieren:</p>
<p>Zwischen Tieren und Menschen gibt es – Stichwort: evolution&#228;re Kontinuit&#228;t – gro&#223;e &#196;hnlichkeiten: Das Leben hat sich kontinuierlich entwickelt und die Merkmale der Lebewesen variieren daher kontinuierlich &#8211; weshalb auch die &#252;blichen Alles-oder-nichts-Zuschreibungen der Art, nur Menschen h&#228;tten diese oder jene F&#228;higkeiten, in aller Regel v&#246;llig unsinnig sind. Und das &#252;ber jeden Ideologie- oder Irrationalismusverdacht erhabene Gleichheitsprinzip fordert, Gleiches bzw. &#196;hnliches auch gleich bzw. &#228;hnlich zu bewerten und zu behandeln. </p>
<p>Wie aber behandeln wir Tiere? So, wie wir Menschen nie und nimmer behandeln w&#252;rden! Wenn es irgendwelche legitimen Gerechtigkeitsforderungen gibt, dann geh&#246;rt diese mit Sicherheit dazu: Den Tieren so lange so spektakul&#228;r jene Behandlung zu verwehren, die ihnen so offenkundig zusteht, darf nicht folgenlos bleiben. Die drohende Klimakatastrophe k&#246;nnte diese Folge sein – steht sie doch in direktem Zusammenhang mit unserem Missbrauch von Tieren: Fleischesser verursachen beispielsweise doppelt so viele Treibhausgase wie Vegetarier. Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahren. Und die Nutztiere belasten das Klima mehr als der weltweite Verkehr.</p>
<p>So zweifelhaft es ist, dass wir an unserem Umgang mit Tieren etwas &#228;ndern werden, so sicher ist es, dass wir kein Recht haben werden, uns &#252;ber die Folgen unseres Verhaltens zu beklagen: Eine weltweite Klimakatastrophe w&#228;re die gerechte Strafe f&#252;r jahrtausendelange Verbrechen an Tieren. </p>
<p>Copyright: <a href="http://www.tierrechte-kaplan.org/" class="kblinker" target="_blank" title="More about Helmut F. Kaplan &raquo;">Helmut F. Kaplan</a></p>
<p>B&#252;cher von Helmut F. Kaplan bei <a href="http://www.Amazon.de" class="autohyperlink" title="http://www.Amazon.de" target="_blank">www.Amazon.de</a></p>
<p>Liste „Tierrechte jetzt“ <a href="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" class="autohyperlink" title="http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/" target="_blank">de.groups.yahoo.com/group/Tier&#8230;</a>.<br />
Wer Mitglied werden will, schreibe bitte eine Mail an <a class="autohyperlink" href="mailto:kaplan@vegetarismus.org" title="mailto:kaplan@vegetarismus.org">kaplan@vegetarismus.org</a> mit dem Betreff „Bitte einladen“</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Helmut Kaplan (05.11.2009; 19:28 Uhr)<br />
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